ᐅ Wollt ihr wirklich einen alten Allrad-LKW kaufen?

Im Titel “alten Allrad-LKW kaufen” stecken ganz bewusst 4 Begriffe: Alt, Allrad, LKW und kaufen. Die sollte man alle mal hinterfragen. Vor dem Kauf.

Wollt ihr wirklich einen alten Allrad-LKW kaufen?

Ist das ein Hype, einen alten Allrad-LKW zu kaufen?

Langsam wird mir die Zahl der Seitenaufrufe hier unheimlich. Natürlich freue ich mich über das Interesse an meiner Webseite. Aber fürchte schon, dass sich jetzt alle plötzlich einen Allrad-LKW kaufen wollen. Nur weil hier ein Spinner ab und zu mal was über alte LKWs schreibt.

Nein, die Vorstellung einer Mitverantwortung für einen Boom an privaten Allrad-LKWs macht mir Angst. Es ist also an der Zeit für ein paar Warnhinweise. Traue mich schon kaum noch, Reiseberichte zu veröffentlichen. Geschrieben wird ja nach wie vor. Für die Familienchronik. Aber veröffentlichen? Berichte von jeder Reise? Puh. Ist das gut?

Denn ich muss irgendwas falsch machen. Erwecke ich den Anschein, permanent Offroad unterwegs zu sein? Schreibe ich nicht klar und oft, dass ein Allrad-LKW in Europa sinnlos ist? Habe ich nicht extra unseren zugegebenermaßen schon hübschen MB 1124 AF, aber eben auch Allrad-LKW verkauft, weil mir das zu blöd war?

Warum träumen so viele den Traum, einen gebrauchten Allrad-LKW zu kaufen und zum Wohnmobil umzubauen? Abseits befestigter Wege unterwegs sein und die Welt erkunden zu wollen, ist ja nichts schlechtes. Aber warum muss man dafür unbedingt einen Allrad-LKW kaufen?

Woher kommt also der Allrad-LKW-Hype? Ich hoffe nicht von mir. Aber es muss auch mal Klartext geredet werden. Um Leute von Dummheiten abzuhalten, die sie möglicherweise bereuen, schlimmstenfalls aber ruinieren könnten. Das nächste Foto zum Beispiel hat mich ungefähr 1.500 € gekostet. Ausgeschlagene Achsschenkel. Einfach mal so zwischendurch.

Wollt ihr wirklich einen alten Allrad-LKW kaufen?

Warum einen alten, gebrauchten Allrad-LKW kaufen?

Ursprünglich waren ausrangierte, gebrauchte Allrad-LKWs der Bundeswehr,  des THW oder von Feuerwehren eine günstige und potente Möglichkeit, den Traum von einer motorisierten Erkundung abseitiger Gebiete umzusetzen. Die Pioniere der Allrad-LKW-Szene hätten aber wahrscheinlich auch jeden anderen alten LKW genommen, der gerade billig verfügbar war. Der Allrad-LKW war also nur Mittel zum Zweck.

Heute ist es cool, mal eben einen alten Allrad-LKW zu kaufen und zum Geländewohnmobil aufzubauen. Und wenn man dann so ein Expeditionsmobil hat, muss man natürlich auch mal auf Reise gehen. Quasi als Rechtfertigung. Marokko, Island, Norwegen. So fangen irgendwie alle an. War bei mir ja nicht anders.

Und dann gibt es natürlich einige Protagonisten, die tolle Fotos von ihren tollen Allrad-LKWs posten: Allrad-LKW im Sand. Allrad-LKW im Wald. Allrad-LKW auf der Wiese. Immer von schräg vorn unten fotografiert. Die Stollenreifen im Blick. Die Düne dahinter. Kenne ich. Bin ja auch so einer.

Doch kaum ein Reisender zeigt die andere Perspektive. Dass zum Fuß der Düne eine gut fahrbare Piste führt. Der Platz im Wald nur ein Wanderparkplatz ist. Die Wiese zum Campingplatz gehört. Dass die Hände gerade mal wieder schwarz sind, weil man eben 3 Stunden zur Wartung unter dem LKW herumgekrochen ist.

Und so gibt es immer tolle Fotos von Allrad-LKWs. Und jeder, der nicht dabei war, gewinnt den Eindruck, dass man natürlich unbedingt einen Allrad-LKW kaufen muss, um auch solche tollen Fotos machen zu können. Klar, für die Fotos schon. Aber nicht, um dahin zu kommen. Da würde in den allermeisten Fällen auch ein Golf mit Dachzelt genügen. Oder ein Hymer. Meist steht auch irgendwo einer. Aber natürlich macht man davon keine Fotos. Ich ja auch nicht.

Wollt ihr wirklich einen alten Allrad-LKW kaufen?

Braucht man für Europa einen Allrad-LKW?

Eigentlich ist es Schwachsinn, für eine Europareise einen gebrauchten Allrad-LKW kaufen zu wollen. Wir sind ja schon ein bisschen rumgekommen. Aber einen Bundeswehr-mäßigen Allrad-LKW habe ich noch für keinen Stellplatz gebraucht. Ganz im Gegenteil. Wenn ich irgendwo nicht hingekommen bin, dann weil das Wohnmobil zu groß war.

Nein, für Reiseziele rund um den europäischen Heimathafen muss man wirklich keinen Allrad-LKW kaufen. So ein Monstrum sieht zwar hammermäßig offroad aus. Und mag in Ordnung sein für Leute, die permanent auf Reisen sind oder sein könnten. Aber als normalarbeitender Normalurlauber? Da hat man schon seine liebe Müh und Not, überhaupt bis dahin zu kommen, wo man mal abseits von Asphaltstraßen fahren kann. Ganz unabhängig von der Frage, ob das auch die ganze Familie so will.

Gerade wer also nicht dauerreisen kann oder will und auf die 6 Wochen Urlaub im Jahr angewiesen ist, wird mit dem Kauf eines gebrauchten Allrad-LKWs möglicherweise nicht froh werden. Denn der Umstieg vom modernen PKW auf einen alten Allrad-LKW ist nicht einfach. Der Wechsel vom Porsche in den Unimog geht ja noch. Da sind die Platzverhältnisse ähnlich beengt. Aber wer von einem VW T6 umsteigt auf einen VW MAN G90, von einem Fiat Ducato auf einen Iveco 90-16, oder vom Mercedes Vito zum Mercedes Kurzhauber, der hat es schwer. Sehr schwer.

Fahrleistungen und Fahrkomfort dieser alten LKWs sind einfach nicht mehr zeitgemäß. Das ist was für Freaks. Aber nicht für Teilzeiturlauber. Und dann stellt sich recht schnell die Frage, ob man den Kurzhauber nur gekauft hat, weil er schön aussieht? Oder zu viele Internet-Blogs gelesen hat? Mag man sich wirklich unters Auto legen und die Hände schmutzig machen? Was macht die Familie in der Zeit? Seid ihr bereit, weniger zu arbeiten, um euch ganz in Ruhe solchen Rostlöchern widmen zu können?

Wollt ihr wirklich einen alten Allrad-LKW kaufen?

Droht eine Gentrifizierung vom Allrad-LKW zum ExMo?

Wohnmobile sind hipp. Doch Allrad-LKWs sind hipper. Und alte, neu aufgebaute Allrad-Expeditionsmobile sind am hippsten. Wegen der Elektronik und so. Wegen der Reparatur in der Dorfschmiede. Oder wegen der Dieselplörrenverträglichkeit in Afghanistan. Was, ihr wollt gar nicht nach Afghanistan? Darauf kommt es doch gar nicht an. Man könnte aber. Wenn man wollte. Und außerdem steht das so im Internet.

Am besten also einen alten MAN KAT der Bundeswehr mit vier angetriebenen Achsen kaufen. Klar, man will es ja wie zu Hause haben. Warme Dusche ist schon Standard. Waschmaschine, Geschirrspüler und gefliestes Bad definieren die Oberklasse. Das kostet. Und das darf kosten. Für LKW-Händler, Leerkabinenhersteller und Ausbauer ist eine Konzentration auf Premiumkunden natürlich sinnvoll. Zumindest wirtschaftlich. Und wenn die Nachfrage schneller anzieht als das Angebot, steigen die Preise für alte Allrad-LKWs.

Gleichzeitig werden die kleinen Kunden verdrängt. Möchte heute keinen Allrad-LKW mehr ausbauen lassen. Da ist man doch gleich abgestempelt. Und so setzt langsam aber sicher die Gentrifizierung der Alt-Allrad-LKW-Szene ein. Gibt sogar schon einen neuen Begriff: ExMo. Ein ExMo muss man haben heutzutage. Mit H-Kennzeichen. Denn nur so darf man mit dem ExMo auch zum Biomarkt in die Innenstadt fahren.

Und dann gibt es Händler, die stellen sich schon mal den Hof mit gebrauchten Allrad-LKWs voll. Am besten von ganz bestimmter Marke und Typ. Und die müssen jetzt verkauft werden. Natürlich nicht mehr als billiges Schnäppchen vom Grabbeltisch der VEBEG, sondern neu überlackiert und gaaanz speziell modifiziert. Zum Preis eines neuen, sauberen Mercedes Atego 4×4. Oder mehr.

Wahnsinn, was da beim Kauf von alten Allrad-LKWs abgeht. Nur weil ein bestimmter Typ gerade gehypt wird. Dabei ist es für einen gewerblichen Anbieter so einfach. Markt leerkaufen. Angebot verknappen. Nachfrage erhöhen. Am besten mit tollen Fotos und Stories rund um den einzig wahren Allrad-LKW. Denn was ist einfacher, als ein hübsches Pärchen mit hübschem Hund in einem hübschen alten Allrad-LKW loszuschicken.

Was, die gewerbsmäßigen Allrad-LKW-Protagonisten sind gar nicht wirklich 24/7 unterwegs? Egal, Hauptsache tolle Fotos. Ach so, und Videos natürlich. Das ist die heile Allrad-LKW-Welt. Da gibt es weder Kinder. Noch Krawall im Führerhaus. Und auch keine Tankrechnungen im Halbtausenderbereich.

Wollt ihr wirklich einen alten Allrad-LKW kaufen?

Richtig offroad fahren mit Allrad-LKW?

Die permanente Flut von Bildern aus dem Lightroom erzeugt kollektive Begeisterung. Und den kollektiven Traum, nun auch endlich einmal einen Allrad-LKW von Bundeswehr, THW oder Feuerwehr zu kaufen. Am besten mit Anfang 20. Hey Leute, was und wohin wollt ihr denn fahren, wenn ihr 40 seid? Oder 50? Vielleicht sogar 60?

Nein, das Gequatsche vom Offroad-Abenteuer mit dem Allrad-LKW ist ein großer Schwachsinn. Das weiß nur niemand, der noch nie mit dem Wohnmobil offroad unterwegs war. Oder überhaupt mit dem Wohnmobil unterwegs war. Vielleicht noch nicht einmal überhaupt unterwegs war.

Habe es ja schon oft geschrieben: Richtiges Offroad gibt es eigentlich gar nicht. Das meiste Offroad spielt sich auf Straßen, Wegen und Pisten ab. Selbst in Marokko wird Offroadfahren schwer. In der Hamada könnte man sich auf den spitzen Steinen die teuren MPT-Reifen zerfahren. Von den hohen Dünenbergen könnte so ein Allrad-LKW ganz leicht herabkullern. Und im richtigen Dreck könnten ja die Sandbleche schmutzig werden. Wenn sie denn überhaupt dabei sind. Und nicht zu Hause in der Garage liegen.

Klar gibt es ein paar Verrückte, die alles daran setzen, ihren Allrad-LKW auch im Urlaub mal so richtig zu versenken. Aber meist waren die medienwirksamen Bergeaktionen entweder Content Creation, das Ergebnis einer Dummheit oder ein hochstilisierter Normalbetrieb. Klar gibt es Fotos und Videos von Allrad-LKWs im Rallye-Einsatz. Aber ist euch schon mal aufgefallen, dass da immer ein dicker gelber MAN KAT dabei ist? Als Bergefahrzeug? Habt ihr den auf Urlaubsreisen auch dabei?

Also in Europa gibt es nur wenige Stellen, wo man wirklich Allrad braucht. Und dann eigentlich auch nur deswegen, weil man sich die Schneeketten spart. Oder schneller und risikofreudiger fahren kann.

Und jetzt werden wahrscheinlich einige ambitionierte Allrad-LKW-Fahrer kommen und sagen, dass sie mir schon die richtigen Stellen und Stellplätze zeigen werden. Wo sie nur mit genau dieser Konfiguration hingekommen sind. Mag sein. Kenne da auch einige Stellen. Aber ich glaube, es ist nicht schlimm, mal 20 Meter zu laufen. Oder 100. Und es muss auch nicht sein, dass wir mit unseren LKWs in den Gastländern die Gegend zerfahren. Aber dann um Hilfe betteln, wenn wir abgerutscht oder festgefahren sind.

Und wisst ihr, was das größte Hindernis beim Offroadfahren mit dem Allrad-LKW-Wohnmobil ist? Ein schlichtes, ordinäres Verbotsschild. Hier sogar ganz speziell für Wohnmobile. Das verhindert in den meisten Fällen die letzten Meter zum perfekten Stellplatz. Nicht der fehlende Allradantrieb.

Wollt ihr wirklich einen alten Allrad-LKW kaufen?

Muss man wirklich gleich einen Allrad-LKW kaufen?

Wenn ihr aber unbedingt einen alten Allrad-LKW kaufen wollt, dann macht das. Aber bitte nicht deswegen, um das zu machen, was die sogenannten Influencer machen. Wer lässt sich schon beeinflussen? Macht euer eigenes Ding. Und wenn es unbequemes und arbeitsintensives Reisen mit einem alten Armee-Allrad-LKW ist, dann meinetwegen. Aber wenn ihr nur Fotos von Stollenreifen am Strand nachmachen wollt, dann ist so ein Allrad-LKW vielleicht doch zu viel Arbeit und zu sinnlos. Hey, man kann bestimmt auch einen Fiat Ducato cool fotografieren.

Also lasst uns doch einfach mal zugeben, dass Allrad-LKWs schon cool, dass hochgelegte Fahrzeuge allgemein schick sind. Aber kommt mir nicht mit der Ausrede, ihr wollt die Welt abseits befestigter Wege erkunden. Denn dann würdet ihr zu Fuß gehen. Mit einem Zelt auf dem Rücken. Schon mal gemacht? Nein? Dann wird es Zeit.

Und sagt nicht, ich hätte euch nicht vor dem Kauf eines alten Allrad-LKWs gewarnt. Denn ohne 4×4 kommen die meisten Reisenden sogar wesentlich weiter. Weil die Reisekasse länger durchhält.

Wollt ihr wirklich einen alten Allrad-LKW kaufen?

Der einzige Vorteil beim Kauf eines alten Allrad-LKW ist, dass man selbst daran schrauben kann. Der Hauptnachteil ist, dass man auch selbst daran schrauben muss. Also denkt mal drüber nach, bevor ihr einen alten Allrad-LKW kauft. Erst recht bei den derzeitigen Einstandspreisen.

Oder seht ihr das ganz anders? Bin schon mal auf eure Kommentare gespannt. Denn Kommentare wie zum invasiven Verlangen nach einem Allrad-LKW oder dem Wunsch nach einem offroadfähigen Geländemobil “für die letzte Meile” haben mich erst dazu gebracht, diesen Beitrag zu verfassen. Danke also für eure (gern auch kontroversen) Meinungen.

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94 Antworten

  1. Martin sagt:

    Wer Allrad fahren will, kann ins THW eintreten. Da gibts fast 30 Jahre alte luftgekühlte Gewichtsboliden. 10000kg werden von 163PS gezogen. Mit Allrad und einem Schaltküppel der eine Schildkröte bzw. Hase hat. Klimaanlage ist Digital: Fenster auf oder Fenster zu. Radio? Unnötig, hörste eh nicht.
    (https://7globetrotters.de/iveco-magirus-90-16-allrad-lkw-preise)

    Im THW gibts sogar KAT, also MAN KAT. 3-Achser. Verbrauch 100 Liter pro Stunde. Egal ob 80km/h oder 20km/h.

    Und es gibt die neuen Fzg. Sprinter, 163PS, Automatik mit ner Klimaanlage die sogar mit Kältemittel läuft.

    Stell Dir vor es ist Sturm und keiner Räumt auf.
    Gruß
    vom Maschinst Großpumpe (5000 Liter/min)

  2. Udo sagt:

    Ein pointierter und sehr lesens- und nachdenkenswerter Beitrag!

    Ein Aspekt, der noch hinzu kommt, sind wohl die Abgase. “Dreckschleuder” ist ein böses Wort, aber irgendwo kommt es doch hin, wenn man schaut, was aus den Auspuffen alter LKWs so heraus kommt.

    Ich könnte mir schon vorstellen, dass es in Europa noch Strecken gibt, auf denen man froh wäre, ein geländegängiges Fahrzeug zu haben, oder zumindest eines, das auch sehr schlechte Strassen deutlich besser verkraften kann als ein schickes WoMo, z.B. in Albanien, Rumänien oder der Ukraine.

    • Tom sagt:

      Na, die Umweltkeule wollte ich nicht auch noch rausholen. Da sitze ich selbst zu sehr im Glashaus. Versuche aber schon, mehr abgasfreie Urlaubsmöglichkeiten publik zu machen und nicht nur das Herumgefahre zu propagieren. Rate mal, warum es vom Sommer nur Berichte vom Paddeln oder Wandern gibt.

      Und auch für die Ukraine, Rumänien und Albanien braucht man keinen Allrad-LKW kaufen. Unser ganz normaler Mercedes Vito ohne Allrad hat sich da unter seinesgleichen sehr wohl gefühlt. In der Ukraine sogar mit Wohnanhänger. Alles kein Problem. Nicht einmal auf Wellblechpisten. Das limitierende Element sind meist Fahrer und Besatzung.

  3. Frank sagt:

    Hallo Tom,
    Europa hat auch mich bislang davon abgehalten einen Allradlkw zu kaufen. Auch auf dem Weg nach Marokko möchte ich es bequem haben… aber in Marokko wäre es schon geil gewesen, der Gesamtaufwand erschien mir abe einfach r zu hoch… bei unbegrenzten Mitteln würde ich sofort einen kaufen….
    Du bist nicht für die ganze Welt verantwortlich nur für Dich! Leider vergessen viele, dass das Internet oft nicht die Wirklichkeit abbildet!
    Gruß Frank

  4. jules sagt:

    Unendliches Danke für deinen Artikel!

    Als jemand, der vom Ducato Womo zum Laster gekommen: true Story. Damals war es der günstigste Weg, einen Familienlaster mit zwei Zimmern zu haben.

    Heute ist das alles absurd. Da kauf ich lieber ein schickes Womo, Bock das auf, gescheite Reifen, Bleche und ein Spaten und fahre los…

    • Tom sagt:

      Ja, die Geschichte vom Kauf eines Allrad-LKW ist wahr. Selbst erlebt. In meiner Geschichte spielt statt einem Fiat Ducato nur ein Mercedes Vito mit Wohnanhänger mit. Aber trotzdem ist es gut, das auch mal von anderen zu hören. Gibt ja kaum jemand zu. Insofern vielen Dank für dein Feedback.

  5. Anonymous sagt:

    Hallo Tom, das ist ja mal eine schonungslose Abrechnung, sehr erfrischend. Wir als Kleinfamilie mit drei Kindern schätzen unseren Allrad-Kurzhauber mit Doka und Lowtech-Recycling-Ausbau nicht wegen der technischen Allrad-‘Hardfacts‘, sondern genießen das Reisen damit wegen der Abenteuerqualitäten (rotes Spielmobil-Feeling) schon beim Losfahren. Krabbelhöhle ohne Stehhöhe, Dachzelt. Ein offenes Kofferkonzept: statt wasserdichten Koffer und Klappen haben wir die Rolläden, im Stand klappen wir die verbauten alten Sperrhölzer aus den Schlauchkästen auf, unseren Koffer kann man auf 5 Seiten vollständig öffnen. Ich unterlag Anfangs einigen Irrtümern durch zu viele YT-Videos: das Geld für Hebekissen und Sandbleche hätte ich mir sparen können.
    Aber auf nassen Wiesen und Gelände-Standplätzen, vor allem im Winter, ist so ein Allrad-Antrieb schon beruhigend. Auch wenn’s nur von Regensburg nach Pottenstein zum Angeln an einen Bach geht oder zum Skifahren in den Bayerischen Wald.
    Die einschlägigen Websites und Videos der Influencer, ob Branding lila oder grün oder blau, schaue ich sehr gerne mit Distanz und der Feststellung: a) es fehlen zu meinem Konzept die Kinder und b) mein Leben möchte ich nicht auf Allradmessen verbringen, denn dort landen derlei Lebenskonzepte allzu oft.
    Aus dem Grund ist Deine Seite für mich zum Favoriten geworden: sehr lehrreich, voller Tipps und lebensnahen Lösungen. Mit der völligen Technisierung der Exmo-Szene, die die Chance auf eine persönliche Welteroberung vorgaukelt, lässt sich freilich gut Geschäft machen. Für eine Handvoll Pärchen im Vorruhestand mag das auch funktionieren, für Familien eher weniger. Mein Rat wäre: klein anfangen, Spaß haben (auch am Schrauben) und dann ist so ein Kurzhauber oder Älterer Laster bald ein Familienmitglied, das alle nicht mehr missen möchten – trotz Allrad ;-).
    Besten Gruß, Danke Tom für die Inspirationen
    Haubidü

    • Tom sagt:

      Ach, solche wie du gehören natürlich nicht zur Zielgruppe dieses Beitrags. Hatte da eher diejenigen im Auge, die im Internet nach “Allrad-LKW kaufen” googeln. Und unbedingt so ein Allrad-Monster haben wollen, weil sie zu viele Werbebeiträge gelesen haben. Aber wie du schon sagst: Als Spielzeug kann man das gerne nehmen. Gern auch für die Weltreise. Es sollte halt nur jeder wissen, worauf man sich einlässt. Gerade bei einem dieser scheinbar süßen Kurzhauber.

      Und wenn es denn unbedingt sein muss, würde ich auf deinen Tipp verweisen. Erstmal mit einem originalen Allrad-Lkw fahren. Vielleicht auch nur mitfahren. Es gibt da ja genug Treffen mit zeige- und auskunftsfreudigen, aber ehrlichen Allrad-LKW-Besitzern. Und wenn man dann wirklich einen Allrad LKW kauft, dann das Monstrum direkt zulassen und mit Luftmatratze in den Urlaub fahren. Danach erst entscheiden, ob diese Art der Fortbewegung das richtige ist. Nicht erst, wenn ein paar 10.000 € in einen superindividuellen, aber möglicherweise unverkäuflichen Aufbau geflossen sind. Am besten noch auf einem exotischen Fahrgestell.

      Einen Kurzhauber Allrad-LKW kann man derzeit allerdings immer wieder verkaufen. Aber möglichst unverbastelt.

  6. Sven sagt:

    Hallo Tom,

    nach langem, gelegentlichen Lesen nun doch auch mal einen Kommentar zu einen Artikel, der mir aus der Seele spricht.

    Ja, ich habe auch einen LKW, alt, ohne Elektronik und ohne Allrad. Für uns war es der Umstieg von V-Klasse und Zelten. Wir wollten einfach nicht mehr jeden Morgen stundenlang das ganze Gelumpe zusammenpacken und das nasse Zelt in den Kofferraum stopfen müssen. Klar, hätte es auch ein schicker Hymer oder so getan. Aber für sechs Menschen ist der Markt überschaubar, wenn Du nicht (richtig) im Lotto gewonnen hast.

    Wir haben uns auch bewusst gegen einen tollen Allrad-LKW mit riesen Reifen entschieden. Wie Du schreibst, wo soll ich denn damit hin? Mit schulpflichtigen Kindern mal eben einen Abstecher in die Mongolei? Oder fix durch Afrika runter zum Kap? Und selbst wenn, unsere Eltern, bzw. deren Generation sind im T1 ohne Allrad und ohne alles bis Indien gefahren. Damals waren die Straßen bestimmt viel besser als heute. 😉

    Ja, es ist unheimlich viel Arbeit, der Ausbau, das Schrauben, es wird auch noch den ein oder anderen Euro verschlingen, wenn alte Teile kaputt gehen, aber ich habe etwas selbst gemacht. Es ist nicht so schick im im 100k Vehikel, aber es ist sowas von Unikat.

    Ab und zu schaue ich mir die gutaussehendne Instagramm/Youtube Menschen an und freue mich, wie sie wieder ins wildeste Offroad gefahren sind, Ihr Auto gewaschen und poilert haben um dann schöne Bilder posten zu können.

    Dir Danke ich für die vielen technsichen Anregungen, die ich mir aus dem ein oder anderen Beitrag rausgesucht habe. Und so leid es mir tut: Du hast mich nicht zum Kauf motiviert. Ich wollte schon seit 20 Jahren was haben und nun war – dummerweise mitten im Hype – die Zeit und das Geld reif.

    Danke,
    Grüße,
    Sven

    • Tom sagt:

      Es freut mich, dass ich nicht für dein LKW Hobby verantwortlich bin. Denke auch nicht, dass ich da überhaupt großen Einfluss habe. Will ich auch gar nicht. Aber zumindest fühle ich mich verpflichtet, meine komfortable Situation als Spaßblogger auch mal für nicht so Allrad-LKW-verkaufsfördernde Warnhinweise zu nutzen.

      Und die Warnung, sich den Kauf eines alten Allrad-LKWs genau zu überlegen, betrifft natürlich auch meinen geliebten Mercedes 711 mit ohne Allrad. Den habe ich nach dem Verkauf unseres für Europa völlig überdimensionierten Besuchermagneten auch nur gekauft, weil er relativ unauffällig ist, mehr als genügend Nutzlast für uns 7 bietet und große Fenster hat. Nun gut, ich gebe es zu: Und wegen des Sterns auf der Haube. Das heißt für mich, dass es viele Anleitungen gibt. Klar, auch Ersatzteile. Aber vor allem perfekte Dokumentationen und Anleitungen.

      Und mit 4 und mehr Kindern sind die Auswahlmöglichkeiten sowieso beschränkt. Da kommen eigentlich nur Zelt, Campinganhänger oder LKWs für einen Kauf infrage. Aber für ein reiselustiges Pärchen? Da macht es doch auch der Sprinter.

  7. Martin sagt:

    Darf ich an den Sprinter ankoppeln? Im Mobile.de wurde ein ausgebauter Sprinter angeboten. Mit vier Schlafplätzen, PV, Diesel-Standheizung, bla bla für 16000 Euro – für das alter ein m. M. fairer Preis. Im Text war zu lesen, dass der Besitzer die letzten Jahre 20000 Euro investiert hat. Auf Nachfragen bekam ich die Info: Austauschmotor, Lenkung und Lenkgetriebe, Zweimassenschwungrad, Turbolader, Stoßdämpfer, Koppelstangen, Stabilisator, Achslenker vorne und Kotflügel erneuert.
    Das hat mich geschockt.

    • Tom sagt:

      Was hat dich da geschockt? Dass ein Sprinter kaputt gehen kann? Das kann er ganz bestimmt. So ein Sprinter ist genausowenig unsterblich wie ein Allrad-LKW. Sogar so ein 240er Dieselmotor von Mercedes kann nach 150.000 km auseinanderfliegen. Selbst erlebt. Allerdings ist sowas genauso Pech wie die 20.000 € Reparaturkosten beim Sprinter.

      Beim Kauf eines Allrad-LKWs sind 20.000 € Umbaukosten aber schon fast normal, wenn der in einer LKW-Werkstatt Zwischenrahmen, Leerkabine, Statusräder und wenigstens eine überholte Bremsanlage bekommen soll. Ganz egal, was die Basis gekostet hat. Und da sind noch nicht einmal solche Sonderwünsche wie Fahrerhauskürzung, Rahmenverlängerung oder Umbau der Achsen dabei. Motor, Getriebe und Verteilergetriebe hat da auch noch niemand angefasst. “Meine” Mercedes LKW Werkstatt verlangt derzeit incl. MWSt. 165 € Stundensatz. Rechne mal aus, wie weit du mit 20.000 € kommst, wenn du nicht selber schrauben kannst oder willst.

      Doch hast du schon mal nach einem Preis für einen neuen, einfachen Sprinter mit 2 Jahren Werksgarantie gefragt? Also ohne den ganzen Assistenz-Schnickschnack, den so ein alter Allrad-LKW ja auch nicht hat?

      • Tom sagt:

        Und hier noch die Kurzzusammenfassung zum Thema “Neuen Sprinter vs. alten Allrad-LKW kaufen”: Kleine Autos, kleine Sorgen. Große Autos, große Sorgen. Das kann okay sein. Vielleicht wird es aber auch ein Schock. Und genau davor will ich warnen.

    • Chrissi sagt:

      Warum geschockt? Ist doch perfekt wenn da schon fast alles erneuert ist, unwarscheinlich dass dieses dem nächst wieder so schnell den Geist aufgibt. Dafür scheinbar wirklich ein fairer Kurs.

      • Tom sagt:

        Nun ja, derartig zahlreiche und umfassende Reparaturen bei einem relativ jungen Fahrzeug deuten nicht auf eine vorsorgliche Generalsanierung, sondern auf katastrophale Haltungsschäden hin. Und darauf, dass der Besitzer offenbar nicht der Meinung ist, dass er mit diesem Sprinter ab jetzt sorgenfrei unterwegs wäre.

  8. Paul sagt:

    Danke für Deine Seite, das hebt sich so wohltuend ab vom üblichen Einheitsbrei. Und Danke dass Du auf den Werbe – Sch… verzichtest, dem Grundübel des heutigen Internets. Leider ist es heute fast nicht mehr möglich, im Internet vernünftige Auseinandersetzungen zum Thema “Camping”, “Vanlife” oder “Expeditionsmobile” zu bekommen, egal wie man es nun nennt. Überall nur noch der widergekaute Werbe – Unsinn, Hauptsache die Amazon – Links werden brav benutzt und es gibt einen satten Rabatt für das “getestete Produkt”. Ich habe diese gekauften Influencer so satt… Das ganze würde nicht funktionieren, wenn die Konsumenten es nicht so haben würden wollen, sie suchen wohl Bestätigung in ihrer Konsum-Sucht, und da sind “Herrmann” und all die anderen Werbe – Youtuber mit ihrem inhaltslosem Geschwätz genau richtig… Nochmals Danke, dass es hier was zu Lachen gibt!

  9. Paul sagt:

    Martin, das wollen die Leute aber nicht hören. Die Leute wollen hören: Der Sprinter ist mit 300 000 km gerade gut eingefahren. Ich war auf einem Youtube – Kanal, der Betreiber ist nach eigener Aussage KfZ – Mechaniker, der jetzt seinen Job gekündigt hat und nun – unterstützt durchs Jobcenter – Seminare für Busbastler anbietet. Er erzählt in den Videos den Leuten einfach das, was sie hören wollen. Ist ja auch klar, ansonsten würde ja niemand seine Seminare buchen. An einem Wochenende wird der Büromensch mit zwei linken Händen dann zum Bus-Schrauber geschult, ja klar… Aber er ist nur einer von Vielen, die Masche ist immer gleich, es ist ein Business, welches mit den Träumen und Sehnsüchten der Leute spielt…

    • Tom sagt:

      …und wenn ich dann die Wahnsinnspreise für 30 Jahre alte Allrad-LKWs mit Koffer sehe, frage ich mich schon, ob wir hier gerade eine ExMo-Blase erleben. Da werden sicherlich noch einige Träume platzen. Deswegen musste der Artikel über den Kauf von Allrad-LKWs sein. Hoffe, er hilft dem ein oder anderen.

      • Paul sagt:

        Der war super geschrieben und Du hast gut den richtigen Ton getroffen. Sich nicht über andere erheben, aber trotzdem kritische Fragen stellen. Und Selbstironie ist auch eine Gabe, die den meisten abgeht. Ich selber habe nur einen ganz kleinen ausgebauten Van, weil ich auf dem Standpunkt stehe, dass es gerade beim Freistehen extreme Vorteile bringt, so wenig wie möglich aufzufallen. Aber ich habe auch keine 5 Kinder, da ist der LKW doch schon nahe liegender. Was mich aber mal interessieren würde: In dem grünen Düdo habt ihr eine Enduro, 2 Mofas und drei Erwachsene untergebracht? Habe ich das richtig verstanden?

        • Tom sagt:

          Ja, klar. Zu dritt. Aber da noch im fast original 711er Gruppenkraftwagen. Hab nur die Sitzbänke ausgebaut. 3 Moppets standen nebeneinander hinter dem Fahrer/Beifahrersitz. Im Heck hat mein Größter auf dem Fußboden, der Zweite auf einem eilig installierten Klappbett geschlafen. Ich dann in der Hängematte über meiner KTM.

          War ein prima Bustest. Und den 1124er Allrad-LKW haben wir gar nicht vermisst. Dort hätten die Moppeds übrigens unter dem elektrischen Hubbett stehen sollen. Allerdings mit Kranverladung.

          Nein, da war der Bus schon viel besser. Selbst in der fast originalen Version ohne Aufstelldach und Hubbett.

          Und Pisten sind wir auch ohne Allrad, Höherlegung und Geländereifen genug gefahren. Ausgebremst haben uns im Hohen Atlas nur die fehlenden Winterreifen. Aber die gibt es ja beim Allrad-Lkw auch nicht richtig.

    • haubidü sagt:

      Ach, Paul. Sei doch nicht so böse. Die Idee, mobil, unabhängig Geld mit Geschäftsmodellen zu verdienen, die sich die digitale Technik zu Nutze machen, ist doch eigentlich ganz klasse. Dass sich einige Wagemutige dran´versuchen, ist doch mutig. Ich hab´von diesen servicefreundlichen Seiten schon so viel gelernt, dass ich eigentlich Sympathie dafür habe. Damit Träume Träume sein können, müssen sie sich über den Alltag erheben.
      Aber klar ist das richtig, sich wie in diesem Beitrag zu fragen: passt das zu mir, ist das für mich umzusetzen? Das gilt aber nicht nur für´s Allrad-Abenteuer, sondern auch für´s Spielen eines Instruments (wie viele spielen ein High-end Instrument und stümpern musikalisch herum – eine ganze Musikindustrie lebt davon 😉 Um als Blogger oder YT-Produzent eine Vollzeit-Existenz mit allen Abhängigkeiten zu bauen, brauchst´ ein besonderes Engagement. Dass hier ein unabhängiger Hobby-Blogger einige Profis aussticht, ist ja die Seltenheit (nicht böse sein, Tom), aber das ja das Besondere. Also bashing für die mobilen Geschäftsmodelle würde ich nicht unterstützen – eher bashing für die Händler, die uns VEBEG und ZOLL-AUKTION leerkaufen, damit wir unsere Oldtimer dann zum doppelten Preis erwerben müssen. Ob mit oder ohne Allrad….
      Besten Gruß von haubidü

      • Tom sagt:

        Ich will niemanden ausstechen. Wozu auch. Zwar hätte ich keinen Bock, für mein tägliches Brot zu bloggen. Aber umso mehr verstehe ich die Zwänge derjenigen, die berufsmäßig bloggen (müssen). Glaube nämlich nicht, dass man Kauf und Unterhaltung eines Allrad-LKWs allein mit Bloggen finanzieren kann. Da muss man schon etwas verkaufen. Ein dickes Selbstausbau-Buch vielleicht, ein paar portugiesische WoMo-Reiseführer, E-Books und Seminare zum Busbasteln, Duft-Geländewagen und GPS-Daten, eine Kollektion mit Allrad-LKW-Klamotten, ein exklusives Kabel- und Elektrosortiment, einen handgemachten Film oder notfalls die eigene Haut. Doch so oder so wird das Internet bereichert, ohne dass irgendjemand zu irgendetwas gezwungen wird. Insofern sollte doch auch für die Skeptiker alles okay sein. Aber ab und zu unterstütze ich die mobilen Digitalen, indem ich auch mal auf die Werbeanzeigen klicke, was bestelle oder ein paar Euro spende. Das tut mir nicht weh und ist eine faire Gegenleistung für viel Mühe und Herzblut.

  10. Rudolf sagt:

    Super geschrieben und alle Aspekte behandelt! Ich habe so einige unterwegs mit riesigen MAN Allrad kennengelernt. Mussten erst mal drei Meter auf die Wohnebene erklimmen und dann in einer sehr winzigen Kabine zu landen. Im Boden die Filteranlage, das Aggregat usw. Und das auf Sizilien. Auch da braucht es keinen Allradler.
    Allradtechnik ist schwer und erzeugt Rollwiderstand. Nur weil ich mal auf eine nasse Wiese fahre?
    Der Aspekt der fehlenden Raumausnutzung kommt im Artikel vielleicht noch etwas zu kurz: Selbst im Bus z.B. bei einem T2/Vario ist mehr Platz und Raumgefühl als in der Kabine eines Allradlers (separates Führerhaus evtl. mit Durchstieg). Ich kenne noch die Bunderwehr 1017 mit einem Mini-Shelter…
    Ich will keinen überzeugen, doch weil hier ja gerade auf so tolle Weise zum Nachdenken angeregt werden soll: Ich habe einen Clou-Liner (Babyliner) von 1995 auf MB 814d (T2). Der Wohnraum beginnt weitgehend an der vorderen Stoßstange und endet an der hinteren. Durch eine Heckabsenkung hinten sogar doppelstöckig.: unten Garage und oben Schlafzimmer. Innenbreite 210cm.
    Die Basis ist unverwüstlich, weil einfach (u.a. weil ohne Allrad).
    Damit habe ich genau so auf Sizilien überwintert wie der große Trumm von MAN.
    Übrigens: Meine erste große Reise nach dem Führerschein war Ende der Siebziger nach Marokko. Womit? Mit einem 200D /8 und kleinen Wohnwagen. Über den hohen Atlas bis in die nördliche Sahara hat uns die Reise geführt.
    Ging!

    • Tom sagt:

      Nun, bei der Raumausnutzung gebe ich dir nur in Bezug auf die Höhe recht. Dafür, dass auf einem MAN KAT 6 x 6 nur ein FM2 Shelter steht, kann ja der Allrad LKW nichts. Gerade die Frontlenker lassen sich räumlich auch perfekt ausnutzen. Da sehe ich keinen Unterschied zwischen Allrad- und nicht Allrad-LKW.

  11. Heike sagt:

    Hallo Tom,
    hatte bis gerade eigentlich auch von so einem dollen Allrad-LKW geträumt (und natürlich bisher noch nicht mal drin gesessen…) – schön, dass du mich von dem Trip gleich gut runtergeholt hast!
    Ein großes Kompliment für deine Seite, die leicht ironische Note bei etlichen Artikeln gefällt mir doch sehr, und dann natürlich auch, dass du dein Geld nicht mit Bloggen verdienen musst (insofern hat man bei so manchen Roomtours im Internet ja schon das Gefühl, einer Mischung aus Kaffeekränzchen und Tupperparty beizuwohnen)!
    Vielen Dank, werde mich freuen, mehr von dir zu lesen!

    • Tom sagt:

      Gern geschehen. So ein alter Allrad-LKW ist in den meisten Fällen wirklich Quatsch. Wenn auch schöner Quatsch. Aber mit einer Beschreibung der typischen Roomtour machst Du mich ja regelrecht neugierig. Hab nur leider keine Lust, mir Videos anzuschauen. Lese lieber. Oder schreibe halt. Erklärvideos gucken ist mir irgendwie zu lahm.

  12. Anonymous sagt:

    Hi Tom,

    es macht einfach Spaß Deinen Blog zu lesen.

    Vielen Dank für Deine Mühe und mache bitte weiter

    Beste Grüße
    Pedro

  13. Mark sagt:

    An deiner Geschichte ist viel Wahres dran.
    Wir haben ja unsere Allrad LKWs damals recht zeitgleich fertig gestellt…

    Ich bin damit seit knapp 5 Jahren glücklich und zufrieden unterwegs.

    Viel von dem was du schreibst, ist richtig. In “Europa” kann man mit nem Allrad LKW eigentlich nix anfangen. Das Konzept überlebt von dem allgemeinen Vorteil LKW, nämlich dass man genug Wasser, Abwasser, Gas / Zuladung dabei hat. Das wiederum braucht man aber eigentlich auch nur, wenn man z.B. wie ich dann fährt, wenn kein anderer fährt, nämlich im Winter, wenn Stellplätze & Campingplätze geschlossen sind, man Wochenlang frei steht und Wasserhähne draußen Frostbedingt abgestellt sind. Wer im Sommer in der Saison fährt, wird zwangsläufig an beliebten Orten eh Stell oder Campingplätze aufsuchen müssen, weil ein “freistehen” da gar nicht möglich ist.

    Ansonsten sind es mal hier und mal da die berühmten 100m…

    Auf der anderen Seite stimmt das Thema Kosten natürlich. Im Gegensatz zu nem Wohnmobil sind die Betriebskosten von nem Allradlaster (nem kleinen) einfach x2. Die sind pauschal gesagt doppelt so hoch.

    Sinn macht das ganze meines Erachtens erst, wenn man das Fahrzeug wirklich für Fernreisen nutzt. Nicht Marokko (da kann man im Sand spielen, kommt aber auch sonst überall mit nem PKW an), sondern deutlich weiter, dann kommt man erst dahin wo Allrad überhaupt wirklich Sinn macht. Auch in Albanien ist dass sinnvoll, nicht unbedingt der Allrad, aber einige nette Strecken sind in Zuständen, die du nicht “schadensfrei” mit nem Sprinter bewältigen kannst, dafür fehlt allgemein schon die Bodenfreiheit.

    Für mich ist dass nach über 100.000km dass richtige Konzept, allerdings ist bei mir auch der Umstand, dass ich Versorgungskapazitäten brauche, da ich zu Zeiten fahre wo die Infrastruktur für normale Camper geschlossen / abgestellt ist, und vor allem habe ich Zeit…

    Das macht keinen Sinn, wenn man nur 3 Wochen Urlaub am Stück hat ^^ Am besten mit Kindern in den Sommerferien. Da kommt man weder da hin wo man Allrad braucht, noch kann man da groß an entlegenen Plätzen stehen, denn da sind auch alle anderen Camper Unterwegs und die Leute drumherum gucken sich dass nicht lange an, bis das Ordnungsamt, der Bauer oder sonstwer auftaucht…

    Das Konzept macht also nur auf Fernreisen richtig Sinn. Auf “Fernreisen” muss man aber erstmal kommen, vor allem Zeitlich. Wer will denn als normal arbeitender Mensch mit Schulpflichtigen Kindern bis Albanien runter stochern? in 3 Wochen Sommerferien? Oder nach Zentralafrika???
    Da ist ja schon Portugal eigentlich aus der Range, und dass ist im Westen das einzige Europäische Land wo du mit nem Allrad LKW an schöne, entlegene Plätze kommst, was sich die Portugiesen aber auch nur im Winter gefallen lassen, im Sommer kriegst direkt n Ticket und n Platzverweis…

    Ich starte am Sonntag 4 Monate auf Reise, da werde ich den Allrad LKW sicherlich wieder artgerecht nutzen, da steht unter anderem die Atacama Wüste und das Amazonasgebiet auf dem Fahrplan 😉 Aber, derjenige der “normalen” Urlaub hat, für den ist es schon bis Portugal ne ziemlich lange Anreise, der braucht wirklich keinen Allrad LKW…

    Lg, Mark

    • Tom sagt:

      Ja, Mark, ich erinnere mich noch gut an den kleinen Wettstreit zwischen dem Selbstbauer und dem (damaligen) Bauenlasser. Dein MB 1017 hatte knapp gewonnen, stimmt’s? Von dir stammt auch der Spruch mit der Modelleisenbahn. Auch da ist was Wahres dran.

      Und es stimmt auch, dass mit schulpflichtigen Kindern das Wohnmobil vor allem schnell sein muss. Schnell und bequem. Damit man halt trotzdem mal an die Peripherie Europas vorstoßen kann.

      Insofern freue ich mich immer über meinen 711er, wenn den ganzen Brenner hoch wiedermal Überholverbot für LKWs über 7,5 Tonnen ist und der (bis auf das letzte Stück ab Sterzing) mit 110 hochgeht. Oder die Strecke von Florenz nach Bologna. Da darf man quasi nirgendwo überholen. Obwohl mein alter Allrad-Lkw schon schnell war, durfte ich an vielen Stellen nicht überholen und meist nur 80 fahren. Auf der Landstraße 60. Das nervt eigentlich am meisten.

      Aber auf langen Reisen ohne Zeitdruck sieht das womöglich anders aus. Bei langen Reisen spielt die Reisegeschwindigkeit eigentlich nicht so die Rolle. Eher die Kosten. Und da habe ich in den letzten 5 Jahren durch den Umstieg vom Allrad-Lkw auf ein handlicheres Format ca. 5000 Liter Diesel eingespart gegenüber einem Allrad LKW. Das sollte auch nicht unerwähnt bleiben. Und ist ja auch nicht nur für die Kosten relevant.

      Und noch ein Argument fällt mir ein. Wenn man mal von einem niedlichen Kurzhauber absieht, macht es schon einen Unterschied, ob mich der Bauer oder Förster auf einem abseitigen Feldweg mit einem Super-Duper-Expeditionsmobil oder mit einem kleinen Bus antrifft. Aber gut, selbst das wäre noch besser als mit einem Wohnmobil von der Stange. Denn das kann immer nur die Vorhut einer Massenbewegung sein.

      Viele Grüße jedenfalls und viel Spaß in Südamerika, Mark!

      • Tom sagt:

        Allen, die sich überlegen, einen Allrad LKW zu kaufen und damit um die Welt zu reisen, empfehle ich dringend den sehr lesenswerten Blog von Marks Reisebegleitung zur “Traumreise” durch Südamerika mit dem Allrad-Wohnmobil. Das ist mal eine wirklich schonungsloser, ehrlicher und nicht interessengesteuerter Reisebericht zum Thema “Urlaub in der Kiste”: Tanjas Blog vom 21.12.2019

        Übrigens lohnen sich auch die sonstigen Reiseberichte aus dem Allrad-LKW. Sowas kriegt man sonst nicht zu lesen.

        Aber Mark Gyver 😉 gefällt’s mit seinem MB 1017 Allrad-LKW. Trotz oder vielleicht sogar wegen der täglichen Reparaturen.

        • Klaus sagt:

          Hallo Tom,

          verstehe Deine Info nicht so ganz. Du fährst doch auch einen alten MB 1124 AF als ExMo …

          Lese ich Deine interessanten Reiseberichte, stellt sich mir die Frage, wie oft Du mit dem großen Teil seit seiner Anschaffung bzw. Fertigstellung als Fernreisemobil zu Expeditionen unterwegs gewesen bist?

          Die, in dem Blog, beschriebenen Probleme sind doch nicht allrad-spezifisch, sondern können auch ohne Allrad so oder auf vielfältig andere Weise auch mit jedem Neuwagen mit oder ohne Allrad passieren, den man Verschiffen läßt.

          Auch finde ich in dem Blog beim ersten Querlesen nichts wirklich ‘schonungsloses, besonders ehrliches oder gar interessengesteuertes’, was dieses Attribut aus meiner Sicht wirklich verdient.

          Für Schönwettergarantie unter Palmen mit weißem Sandstrand am Meer kann man auch an die Copacabana fliegen und Cocktails schlürfen. Da wird einem dann ggf. ins Hotelzimmer eingebrochen, Wertsachen gestohlen und ins Bett gesch…. nachdem einem der Zimmerschlüssel gestohlen und stecken gelassen wurde.

          Nichts für ungut.

          Daß eine Frau mit einem Mann, die sich bis dato überhaupt nicht kannten bzw. erst kurz zuvor flüchtig kennengelernt hatten, getrennt nach SA fliegen, um für vier Monate erstmalig durch selbiges in ‘so einer Kiste’ zu touren, ist für mich nochmal eine ganz andere Hausnummer.

          • Tom sagt:

            Nein, ich habe recht schnell gemerkt, dass so ein alter Allrad-Lkw (derzeit) nichts für mich ist. Wir fahren nach dem MB 1124 nur noch alten Bus ohne Allrad (MB 711). Deswegen komme ich ja auch auf die 5000 eingesparten Liter Diesel. Und das bei weniger Stress, mehr Komfort, höherer Reisegeschwindigkeit und breiteren Stellplatzmöglichkeiten. Zumindest in Europa.

            Und bei dem Hinweis auf Tanjas Blog geht es mir vor allem um die seltene Perspektive. Da schreibt mal jemand nicht nur, dass alles supi dupi ist. Sondern dass die mit dem “ExMo” angestrebte Autarkie nicht unbedingt im Sinne aller Mitreisenden sein muss. Und dass der organisatorische Stress mit einem alten Allrad-Lkw bzw. überhaupt mit dem eigenen Wohnmobil auf Weltreise auch nicht unerheblich ist. Selbst im grenzbürokratiemäßig recht entspannten Südamerika nicht.

            Auch das sollten die meist technikaffinen, von Allrad, LKW und einsamen Stellplätzen begeisterten Männer vor dem Kauf eines neuen Spielzeugs bedenken.

  14. Dirk sagt:

    Hallo an dieser Stelle und danke für die zahlreichen Informationsquellen, die Du hier bereitstellst.
    Bei mir geht die Spinnerei derzeit um gebrauchte Feuerwehrfahrzeuge auf MB 711. Es träumt mir von der im H-gekennzeichneten LKW im hinteren Kabinenbereich auf Lattenrost liegenden Matratze. Das restliche Campinggedöns inkl. Fahrräder und Motorrad tät ich im Geräteabteil verstauen wollen. Auf einem Campingplatz ein großes Zelt mit Stehhöhe zum Kochen und mal drin umziehen, ansonsten tingeln. Vorteil: man kann wirklich viel Zeug mit rumschleppen, Nachteil, es ist wie Zelten, nur dass das Bett im Auto wäre.
    Also kein wirklicher WoMo Komfort.
    Ist aber wahrscheinich auch iwie Blödsinn so ein Projekt.
    Leider scheinen die Fensterbusse 711d recht rar gesät zu sein, ich sehe wenig bis keine im Angebot und wenn dann jenseits von gut und Böse im Preis, oder suche ich an der falschen Stelle? Feuerwehren gibt es mit wenig km aufm Tacho verglichen damit wie Sand am Meer.

    • Tom sagt:

      Naja. Das hat schon seinen Grund, warum die Feuerwehrwagen so billig sind. Bis die bewohnbar sind, kannst du auch gleich einen richtigen Bus kaufen. Verstehe das Konzept mit dem Gerätewagen auch nicht. Langsam, spartanisch, laut, dreckig und teuer. Und Übernachtung auf dem Zeltplatz? Da kannst du doch auch einen Kombi mit Anhänger spazieren fahren.

      Und lasst Euch nicht von den wenigen Kilometern täuschen. Den Wellendichtringen und Gummidichtungen ist es egal, wie viel sie fahren. Da zählt nur das Alter.

      Ein neuer Fiat Ducato Fensterbus kostet übrigens genauso viel wie ein 711er bei einem großen Berliner Händler. Der Fiat ist zwar nicht so cool. Fährt aber auch erstmal.

      • Dirk sagt:

        Hallo Tom,
        ja das Gerätewagenkonzept: da wir keinen PKW mit AHK mehr haben, wg. Umstieg auf Batterieauto, wir aber beim Camping recht glücklich waren, … Sicherlich, Urlaub kann man auch anders machen, wir waren jetzt halt in FeWo’s. Dahin kommt man auch mit dem Nissan Leaf. Aber schon das Mitführen von Fahrrädern geht nicht, die spezielle (sündteuere) Kupplung trägt grad mal das Gewicht vom Fahrrad-Träger und einem Herrenrad, aufs Dach darf man nur 35kg tun.
        Aber dafür ist der Wagen ja auch gar nicht gedacht gewesen, da fahre ich zur Arbeit mit und wieder heim. Im Feuerwehrlkw hingegen könnte man ein paar Tage hinten in der großen Doka auf Lattenrost und Matratze pennen, beim Verwandtenbesuch z. B. Besser auf Tantes Sofa wärs auf jeden Fall. Und dort, wo die Löschgeräte sonst waren, geht ne Menge Zeug rein, Fahrräder, Campingzeugs, ein Motorrad (na ja, dafür muss man sich noch was einfallen lassen),…
        Der LkW wäre das rollende Basislager. Auf einem Camping stellte ich ein Zelt nebenhin, damit man nicht im Regen draußen mit dem Kocher rumtun muss, oder im Bett Würstchen warmmachen oder Kaffee kochen. Klar, alte Simmerringe werden gern morsch, da steckt man nicht drin, auch Zylinderkofpdichtungen könnten problematisch sein. Dafür bekommt man für 5 Riesen ein Fahrzeug mit unter 30k km aufm Tacho, lückenlosem Checkheft, kaum Rost, und wenn’s dumm geht mit H-Kennzeichen. Beim Händler (grade der in Berlin oder der in Wittstock) sind z. T. wahnsinnige Aufschläge drauf. Zufällig weiß ich, für welchen Kurs die Fahrzeuge weggehen, oder bei Zollauktion versteigert werden.

        • Tom sagt:

          Ist ja interessant, dass Elektroautos keine Anhängerkupplung haben sollen. Aber ist ja klar, dann hätten die ja gleich den doppelten Verbrauch. Also halbe Reichweite.

          Verstehe jetzt also dein Problem besser. Aber trotzdem muss man Altbusfahren mögen. Und so ein 711er verlangt im Jahr als Wohnmobil mindestens 1500 € Fixkosten. Als Gerätewagen mit LKW Zulassung durch die höhere Versicherung wahrscheinlich noch mehr.

          Ich habe es noch nicht gemacht, würde aber erwarten, dass man für die Fixkosten eines eigenen Mobils zumindest für drei Urlaubswochen schon ein ordentliches Wohnmobil mieten kann. Oder?

          • Klaus sagt:

            Tja, irgendwann merkt es auch der Letzte, daß regierungsverordnete e-Autos der Greta-Religion nichts mit Schutz der Umwelt zu tun.
            Man schaue nur in Richtung der Atacama, einer der trockensten Gegenden weltweit, wo aus dem Boden täglich 21.000.000 l Grundwasser (also ein Würfel mit einer Kantenlänge von 21 km täglich) zur Lithiumförderung benötigt werden und die angrenzenden fruchtbaren Ackerböden verdorrt sind, Bauern ihre einträgliche Erwerbsgrundlage verloren haben, weshalb angrenzende Länder die Förderung verboten haben. Auch über die menschenunwürdige Ausbeutung der Menschen und Kinder im Kongo in den Kobaltminen berichteten die Medien unlängst.

            Wo wird in einem der diversen Blogs über diese Zustände 1:1 berichtet?

            e-Autos brennen auch schnell, gut und lange. Feuerwehren sind ebenso nur wenig darüber begeistert. Teilweise müssen die zuständigen Stellen nach so einem Brand sogar den oberen Straßenbelag entfernen ob der Kontamination und das Stück neu teeren lassen.

            Kein Autohersteller geht auf die Barrikaden wegen diesem Unsinn, auch der ADAC spielt Vogel Strauß und der Bürger kauft den batteriebetriebenen Schrott auch noch. Dabei gibt es bereits ganz andere und wesentlich effektivere und die Umwelt schonendere Energiespeicher.

            Aber Deutschlands Polit-Kaste will das Weltklima retten.

            In Köln wurden diese Woche bereits vier dicke SUV von den Umwelt-Terroristen abgefackelt, im Osten wird das Betriebsgelände des Braunkohlebergbaus besetzt und der Betrieb stillgelegt.

            Irgendwann geht e dann womöglich auch den Fernreisemobilen mit den Steinzeitdieseln an den Kragen ….

            Wer zieht z. B. eine Ursula von der Leyen zur Rechenschaft, die als Verteidigungsministerin die Heide hat in Brand schießen lassen …?

            Welche Gegenden wollt ihr denn künftig noch bereisen, wenn die eine nur noch Ödland und die andere nur noch Hochkrisengebiet ist?

            Ihr habt einen funkelnigelnagelneuen MAN nach neuester EU6-Norm?
            Tja, den hatten die SUV-Besitzer in Köln wahrscheinlich auch.

            Zuletzt schlug ein Ausbauer die neueste Stufe der Li-Ionen-Batterien vor. Die hätten eine hohe Tiefenentladung, seien ca. 2/3 leichter als konventionelle und Probleme mit der Ladetechnik wären inzwischen ebenfalls weltweit beherrschbar. Nur bei einem Brand hätte er da auch schon Erfahrungen der dritten Art gemacht, die aus dem Fzg. zu bekommen, bevor das ganze Fzg. eine einzige Fackel ist. Solche Fzg. bewegen sich in der Größenordnung eines Eigenheims oder einer ETW, je nach Wohnregion.

            So gibt es viele Ideen, die einem Ausbauer die Arbeit nicht ausgehen lassen.

            • Klaus sagt:

              PS:
              Um einen brennenden Tesla zu löschen benötige es nach Angabe von Tesla rund 11.000 l Wasser!

              PSS:
              Wer einen oder mehrere Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.

            • Tom sagt:

              Hmm. Was soll ich da jetzt dazu sagen? Ich denke, ein bisschen mehr Verantwortung für unser Tun sollten wir schon alle entwickeln. Und dazu gehört eben auch, dass man nicht unbedingt mit einem riesigen Allrad-LKW in Europa herumfahren muss. Das geht auch wesentlich ressourcenschonender. Ich habe ja schon geschrieben, dass wir durch den Umstieg vom Allrad-Lkw auf den Mercedes 711 bisher ca. 5000 Liter Diesel eingespart haben. Und trotzdem sitze ich immer noch im Glashaus.

              • Klaus sagt:

                wie schreibt ubelix.de:

                solange noch jemand mit seinem dicken Luxux-SUV zum Golfplatz fährt, solange toure ich mit meinem U1300 ohne schlechtes Gewissen.

                und wenn der als Anwalt rechtskräftig verurteilte Grüne, Stroebele als MdB tatsächlich mit seinem Porsche-SUV mit Fahrrad auf dem Träger tatsächlich bis zwei Straßen vor den Bio-Markt fährt und dann mit dem Fahrrad medienwirksam vor die Tür des Bio-Markts, dann prangere ich die Doppelmoral der Umwelt-Apostel vom Schlage eines Münchhausens an, anstatt mir ein schlechtes Gewissen zu machen.

                Den Umstieg kann ich persönlich nicht wirklich nachvollziehen, da die beiden Fzg. völlig unterschiedliche Welten repräsentieren.

                Liebe Grüße

                • Tom sagt:

                  Mir ist eigentlich egal, was andere machen oder nicht machen. Ich will auch niemanden bekehren. Sondern nur ein bisschen Licht in die dunkle Seite des Hypes um alte Allrad-LKWs bringen. Mit ein paar Aspekten, die sonst kaum erwähnt werden. Die aber letztlich über den ganz persönlichen Erfolg oder Misserfolg beim Kauf eines Expeditionsmobils entscheiden können.

                  • Klaus sagt:

                    Zum einen mag ich Deinen Blog wegen der kritischen, konstruktiven und kompetenten Darstellung des komplexen Themas. So hat es auch mich bewogen, das Thema nochmals weiter kritisch für mich zu hinterfragen.

                    Heißt das, Du hast Deinen MB1124 inzwischen verkauft oder nutzt Du ihn derzeit nur nicht?

                    Lese ich Deine Beiträge, dann muß ich erstmal den Hut ziehen vor Deinen Leistungen als Vater und auch generell.
                    Es ist heute nicht mehr unbedingt Usus, daß Jugendliche noch mit ihrem Vater in der Wüste Urlaub machen und dabei auch noch Komforteinbußen hinnehmen. Und mit 7 Personen kann man vielleicht im MB711 an den Hohen Atlas reisen, doch damit sind seine räumlichen Möglichkeiten sicher am Ende. Von daher stellt Dein MB1124 sicher, Allrad hin oder her, eine optimale Lösung dar.

                    Ungeachtet dessen haben die alten LKW auch noch einen Charme und eine Qualität, die m. E. heute ihresgleichen sucht.

                    Gewerbliche Ausbauer leben von von ihren Ausbauten. Je mehr an Technik in einem ExMo verbaut/verkauft wird, desto höher der Preis und damit der Umsatz. Hauptsache Rahmen und Aufbau halten und Technik funktioniert. Ein Bekannter hat den Auftrag zum Umbau seines MB1530 NG dem Ausbauer wieder entzogen. Mit der Leistung des zweiten sei er zwar durchweg zufrieden, doch solle man davon ausgehen, daß nach Übernahme noch mindestens zwei Besuche beim Ausbauer zur Behebung von Mängeln erforderlich seien. Wohl dem, der dann (noch) ein gutes Verhältnis zum Ausbauer habe und nicht einmal längs durch die Republik anreisen müsse.

                    Denn wenn ein gewerblicher Ausbauer all diese Punkte intensiv und eingehend mit einem potentiellen Interessenten bespricht, ist die Wahrscheinlichkeit groß, daß sein Geschäft nicht so gut gehen könnte.

                    Daneben ist das Thema m. E. derart individuell breit gefächert aufgestellt, so wie man auch den Kauf eines automobilen Relikts wie einem Jeep, rational nicht begründen kann …. : )

                    Ehrlicher, lösungsbezogener, auf den durch Hinterfragen ermittelten tatsächlichen Kundennutzen bezogenen Verkauf bzw. Beratung ist heute seeehr rar.

                    Als wir uns damals überlegten, einen VW-T5-Camper zu kaufen, haben wir uns zuerst einmal einen für 14 Tage gemietet. Ich wollte wissen, ob ich mich mit zwei Erwachsenen, einem Kind und einem mittelgroßen Hund in der Enge überhaupt wohlfühlen bzw. damit klar kommen würde. Diese Option gibt es für ein ExMo m. W. leider nicht.

                    • Tom sagt:

                      Wie schon oft geschrieben: Der Mercedes 1124 ist wirklich verkauft. Und nein, auch hinter dem Atlas habe ich als Normalurlauber das Expeditionsmobil noch nicht vermisst. Schreibe ja nicht umsonst solche Beiträge wie den hier. Ich meine das wirklich so. Die Vorteile von so einem kleinen Bus wie dem Mercedes 711 überwiegen bei weitem die Nachteile des fehlenden Allrads.

  15. Pius sagt:

    Hallo, danke für die offenen Worte und die guten Beiträge u.a. zu den schnellen Achsen.
    Wir müssten uns bis nächste Woche entscheiden, ob wir einen MB1124 AF mit Automatikgetriebe BJ 97 kaufen wollen.
    Gedanklich hatte ich mich schon dafür entschieden, weil wir eine längere Weltreise planen und uns keiner zu dem Adblue Thema wirklich einen guten Rat geben kann. Klar wäre ein Iveco Daily 7,2T als Basis nicht viel teuerer, wenn er komplett überholt und tip top da stehen soll. Doch ähnlich wie beim Ateco kommt das Adblue um die Ecke.
    Hast du dazu eine Meinung?
    Wirklich losfahren (Global) würden wir in 5 Jahren wollen. Nur Aus und Umbau, inkl. 2 Testjahre machen eine Entscheidung jetzt nötig.
    Gruß Pius

    • Tom sagt:

      Ich bin natürlich 1124er-Fan. Das ist ja auch nicht wirklich ein alter LKW. Aber bevor ich dir da ernsthaft was raten kann, brauche ich mehr Infos.

      1. Heißt Weltreise Europa, Island, Marokko und Mongolei? Oder auch Schwarzafrika?

      2. Welche Erfahrung hast du mit kleinen Wohnmobilen?

      3. Hast du den richtigen LKW-Führerschein?

      4. Brauchst du eine Vertragswerkstatt oder schraubst du selbst?

      5. Wie soll verschifft werden? Geschützt im Container oder bist du auch beim stressigen RoRo ganz entspannt?

  16. Pius sagt:

    Hi Tom, die Infos in der zweiten Zeile:

    1. Heißt Weltreise Europa, Island, Marokko und Mongolei? Oder auch Schwarzafrika?
    Schwarzafrika und auch Südamerika und mongolei. Schon global.

    2. Welche Erfahrung hast du mit kleinen Wohnmobilen?
    Waren meist mit dem Rucksack unterwegs. doch 3 monate USA Route Nr1, und 5 wochen Australien ostküste jeweils mit einem Camper 21fuß

    3. Hast du den richtigen LKW-Führerschein?
    Den alten 3er, doch das ist schon eingeplant.

    4. Brauchst du eine Vertragswerkstatt oder schraubst du selbst?
    Am Auto bisher weniger, da brauche ich schon partner, sind zwei vertrauenswürtige schon in der näheren Auswahl.

    5. Wie soll verschifft werden? Geschützt im Container oder bist du auch beim stressigen RoRo ganz entspannt?
    RoRO, denn der LKW geht ja nicht in den Container und meine Frau bring ich nicht mehr ins Dachzelt. 🙂
    Auch der Daily Alkoven wäre denke ich zu hoch für den container.

    Danke für deine Rückinfo.

    • Tom sagt:

      Siehst du, und schon hast du dir deine Frage selbst beantwortet. In dem Fall wirst du natürlich den Mercedes LK als Basisfahrzeug für ein Expeditionsmobil nehmen. Und nicht den neumodischen, außerhalb Europas unbekannten Iveco. Halt dich ran, 1124er sind schnell weg. Wenn das Automatikgetriebe nervt, baust du es halt um. Sowas geht im Gesamtbudget unter.

      Wenn aber Iveco, dann leicht und containerfähig. Und nicht als überladene 7,2 Tonnen Krücke.

      • Pius sagt:

        Hallo Tom,
        also es hat geklappt, der 1124 AF mit 80Tkm ist unserer. Der Feuerwehraufbau ist schon ab und jetzt geht es an das kürzen der Kabine. Was sollte aus deiner Sicht beim Fahrgestell unbedingt umgebaut werden? Die Druckluftdanks nach innen? die Batterien in einen Kasten? Auf was sollten wir beim Fahrgestell noch achten? ein 300l Tank, oder zwei 300/150L? Dachklima fürs Fahrerhaus sinnvoll?, Einzelbereifung mit Baustellenreifen ist vorgesehen.
        Danke für deine guten Tipps.
        Gruß Pius

        • Tom sagt:

          Das Wichtigste ist, den LKW schnell zuzulassen und auf Reisen zu gehen. Und wenn es mit der Luftmatratze in der Doka eine Tour zum nächsten Baggersee ist. Erst dann merkt ihr nämlich, ob so ein alter Allrad LKW überhaupt was für euch ist und was man so brauchen könnte.

          Meine Umbauten am Fahrgestell habe ich erst mit fertigem Koffer gemacht. Das war zwar der Terminplanung der Ausbaufirma geschuldet, die mich innerhalb von zwei Wochen drangenommen hat. Hat sich aber auch bewährt. Denn es fallen einem immer Dinge ein, die man besser machen könnte. Und der Koffer ist ja nur mit ein paar Schrauben festgemacht. Insofern ist Flexibilität wichtiger als die perfekte Planung.

          Also lieber erstmal weniger machen. Aber das dafür richtig. Dieselvorrat z.B. kann man nie genug haben.

  17. Dennis sagt:

    Hallo Tom,

    Vielen Dank für deine tollen Beiträge!
    Ich bin genau der Typ welcher in die von dir beschriebene Falle tappen könnte! Ich bin seit Kindes an mit verschiedensten Fahrzeugen campend unterwegs und auch ich träume von Kindes an vom 4×4 Abenteuer, autark weltreisend mit monstermäßigen geilen LKWs mit allem Schischi und ich habe schon ganz oft konkret überlegt sowas zu bauen, erst für mich dann sogar für Kundschaft vielleicht, denn ich darf mich zu den Maschinenbauern zählen. Was habe ich schon das Netz gewälzt, Stunden am CAD verbracht, Kabinen gemalt, getüftelt überlegt….
    Aktuell fahre ich mit 4 köpfiger Familie im Hochdach T6, natürlich 4motion denn wer weiß wofür man es mal braucht •LOL•
    Letzten Winter hab ich nicht mal gemerkt, daß meine Haldex seit 3 Monaten im Arsch ist….
    Und dann stoße ich auf deine Seite, natürlich auf der Suche nach Infos zum 4×4 Vario, weil den fand ich schon immer cool.
    Und du beschreibst alle Zweifel zum Thema Allrad LKW welche ich teilweise auch schon hatte, mir aber nie eingestanden habe! Daher bin ich super froh, daß ich das Glück habe deine Meinung und Erfahrungen gefunden zu haben! Habe die Berichte Deines Behörden-Düdo Im Sommer verschlungen und ich bin immer noch voll auf der Schiene, daß dieses Auto für die Zeit nach dem T6 wenn wir mal Zeit für mehr wie 3 Wochen und 3000km Urlaub haben, eine prima Idee ist und viele deiner Ausbaudetails finde ich richtig gut und habe das noch nie vergleichbar gesehen.
    Daher kann ich nur sagen weiter so! Du bist eine super alternative Instanz im Mainstream Dschungel des mobilen Wohnens und Urlaubens. Ich bin gespannt auf mehr,
    Beste Grüße
    Dennis

    • Tom sagt:

      Ja, aber der Beitrag über den Kauf alter Allrad-LKWs sollte nun auch nicht bedeuten, dass sich alle einen Mercedes 711 kaufen. Wir haben den nur wegen der nötigen Zuladung für 7 Personen und den Wohnmobilausbau. Ansonsten reicht für die übliche Grand Tour durch Europa, Russland und Marokko die Sprinterklasse vollkommen aus. Ohne Allrad. Denn es muss nicht immer mehr und mehr und mehr sein. Und wenn man sich mal von solchen festgefahrenen Denkmustern wie Hecklängsfestbett löst, hat man plötzlich sehr viel Platz auch in der kleinsten Hütte.

      • Dennis sagt:

        Da hast du natürlich Recht! Über die Suche nach Variokonzepten bin ich erst hier gelandet, sprich ich liebäugle mit dem schon sehr lange.
        Ansonsten ist mein Favorit der Iveco Daily als Kasten.
        Aber die Anregungen Allrad ja/nein sind das Entscheidende und öffnet den Markt wieder komplett.
        Für mich ist der Hauptvorteil des Vario sein breiter, quadratischer Aufbau! Das Raumgefühl bei Sprinter & Co leidet deutlich unter dem schmalen Aufbau.

        • Tom sagt:

          Ich will ja hier nicht so viel Werbung für den Vario machen. Nicht dass am Ende jeder einen hat. Und ich bin schuld.

          Tatsächlich ist es aber ein entscheidender Unterschied, ob man im Wohnmobil quer schlafen kann oder nicht. Und da gibt es unter den Kastenwagen nichts Besseres als den Vario in der zweiten oder dritten Generation. Meinetwegen auch einen Düdo als Breitmaul.

          Wobei der richtige Vario der 3. Generation schon ein paar nervige Eigenschaften hat, die vor allem bei Umbauten stören. Hab ja nicht umsonst einen T2N. 😉

      • Klaus sagt:

        Nur sollte es gut überlegt sein, ob man mit einem Sprinter mit EU6-Diesel nach Russland fährt.
        Einem techn. Leiter des Fuhrparks einer süddeutschen Spedition zu Folge (350 LKW-500 MA), die zwar in Russland fährt aber nicht nach Russland, würde er davon abraten.

  18. Achim sagt:

    Hallo Tom,

    vielen Dank für die Beantwortung der Frage, für die es im Internet, und meistens auch im echten Leben, keine ehrliche Antwort gibt. Wie viele plane ich seit langem den endlosen Sommer, reise viel mit meinem Bulli, habe Lust auf mehr, und frage mich oft, ob die ganze Allrad-LKW Sache wirklich nötig ist. Ich hatte schon oft den Verdacht, das die Allrad-LKW Besitzer absichtlich die Piste neben der Straße nehmen um irgendwie die irrwitzigen Ausgaben für das Gefährt vor sich selbst zu rechtfertigen. Auch auf Messen und Treffen gibt doch keiner zu, das die investierten Euros eigentlich nicht erforderlich waren, ein Standard 2WD Mobil hätte auch gereicht.

    Geld ist Zeit. Ich beende meinen Job sobald genug Geld zusammengespart ist. Und da überlege ich schon genau welches Mobil ich kaufe oder baue, denn 15t€ weniger ins Mobil stecken, heisst ein Jahr früher in den endlosen Sommer starten. Und bei dem Preisniveau, das ein kaufbarer Allrad-LKW mehr kostet als ein Standardmobil, reden wir hier über Summen, für die ich 10 Jahre ohne Nebenjob reisen kann.

    Vielen Dank für die ehrlichen Worte, ich denke ich habe heute eine seit langem offene Entscheidung treffen können.

    • Tom sagt:

      Du solltest aber nicht nur die Anschaffungskosten sehen. Sondern vor allem die Betriebskosten. Es macht halt einen Unterschied, ob die 200 km Umsetzen zum nächsten Stellplatz 25 oder 100 € kosten. Vor allem dann, wenn auf dem Allrad LKW ein kleiner Shelter mit derselben Grundfläche wie ein Kastenwagen sitzt, sich also aus den höheren Betriebskosten kein Vorteil ergibt.

  19. Klaus sagt:

    Hallo zusammen,

    ebenso braucht niemand auf der Welt wirklich einen 911er Porsche oder einen exklusiven Range Rover mit V8 und 600 PS. Es gibt vieles, daß man nicht braucht. Nicht wirklich.
    Niemand braucht z. B. ein Velo von Bugatti, das so leicht ist, daß, wenn man es einem bei geschlossenen Augen in die Hand gibt, der nie errät, daß er ein Fahrrad in der Hand hält, mit dem man aber nicht fahren kann …
    Allein die lange Blende der Mittelkonsole eines Bugatti Veron oder Chiron, die, welch ein Wahn aus Alu aus dem Vollen gefertigt wird, kostet, wenn sie ersetzt werden soll, 24.000 EUR. Andere kaufen davon nen VW Golf für die Familie, gebraucht.

    Vom Edelausbauer Unicat gibt es eine entsprechende Geschichte im Netz. Als sich ein schwerreicher Unternehmer dort eines dieser absoluten Luxus-ExMo bestellt hatte, ging die Firma warum auch immer Pleite. Daraufhin kaufte der Unicat und fährt heute mit dem Teil, einem MAN TVG 8×8 durch die Weltgeschichte. Sollte er mal eine Panne in den entferntesten Gegenden dieser Erde haben, wird ein Spezialistenteam innert kürzester Zeit eingeflogen. Viele schauen einfach von der falschen Seite auf die Geldbeträge …

    Selbst ein U1300-ExMo von 1987 mit 3,50m langer Kabine schlägt heute schnell mit um die 300.000 EUR zu Buche, so man sich das aus einer Hand schlüsselfertig bauen läßt. Die Preise haben Goldgräberstimmung. Zuletzt meinte ein gerade frischgebackener ExMo-Besitzer, daß, würde das gleiche Teil heute bestellen, er es sich mehr leisten könne, da das Teil nun im Preis um 100.000 EUR gestiegen sei ….

    Auch kleinere Ausbauer kommen heute nur noch schwerlich an geeignete Basis-Fzg., selbst wenn sie mehr dafür bieten als ein reiner Händler, der dafür aber ein kpl. Los abnimmt, bei dem auch einige Gurken dabei sind, die sonst niemand nimmt.

    Für einen Unimog U1300L so +/- von 1990 mit 15-50.000 km auf der Uhr, der professionell instand gesetzt, überholt und aufbereitet wurde, samt Reifen und Tanks samt Umbau etc., Lackierung, Motormehrleistung und Sitzen legt man inzwischen schnell mal so 50.000 EUR aufn Tisch, schlüsselfertig.

    Man kann aber auch sein Geld bei Singer Vehicle Design in Kalifornien oder Hemmels in GB für einen 911er im RSR-Design, der vormals als 964er auf den Straßen unterwegs war oder eine MB Pagode investieren, die nach einem unbeschreiblichen Neu Geboren Prozeß besser dastehen, als zu dem Zeitpunkt, als sie im Werk vom Band rollten und dafür eine 3/4 Million EUR auf den Tisch blättern. Wert sind sie jeden einzelnen Cent.

    Manche Dinge entziehen sich rationalen Beweggründen.

    • Tom sagt:

      Das ist das, was ich mit Gentrifizierung der Allrad-Lkw-Szene meinte. Wenn neue Marktteilnehmer ohne Budgetgrenzen sich plötzlich für eine bislang unbeachtete Nische interessieren, haben alle Anbieter sofort Dollarzeichen in den Augen und richten ihre Angebote nach der kaufkräftigen Kundschaft aus.

      Das führt meist zur völligen Verdrängung der kleinen Nachfrager. Ist ja nicht nur bei Allrad-LKWs so. Fahrräder hast du schon genannt. Weiter oben steht was von Musikinstrumenten. Das geht weiter über Segelboote und hört bei Altstadtwohnungen noch lange nicht auf.

      Ich denke, dass kleine Nachfrager deswegen derzeit einen schweren Stand haben. Vor allem bei den angesagten Allrad-LKW-Typen. Also immer antizyklisch denken!

  20. Klaus sagt:

    Tja, doch das hat zuvor bereits im PKW-Gebrauchtwagenhandel seit langem Tradition.
    Immer wieder frage ich mich beim durchstöbern der einschlägigen Plattformen auf der Suche nach bestimmten (älteren) Typen, weshalb die schönsten Exemplare so oft bei einer immer stärker verbreiteten Art von Autohandel zu finden ist, denen der Kodex der alten Münsteraner Kaufleute, ‘Ehre ist Zwang genug’, mehr als nur fremd zu sein scheint.
    Auch bei gebrauchten PKW werden die in der Regel von den Autohäusern nur noch in Losen an den Gebrauchtwagenhandel versteigert.

    Bei einem Komplett-Bauauftrag eines ExMo sollte man angesichts der inzwischen extrem langen Lieferzeiten überlegen, vertraglich eine finanzielle Absicherung vorzusehen, für den Fall, daß das beauftragte Unternehmen trotz voller Auftragsbücher ein Fall für den Insolvenzverwalter wird.
    In der Regel werden bei Auftragsvergabe Teilzahlungen in bestimmten Abständen vereinbart.
    Hier wäre zu klären, wer Eigentümer des innerhalb der Bauabschnitte durch den Ausbauer verbauten Materialien bzw. Komponenten ist. Ist das im Normalfall der Ausbauer, geht das Fzg. in die Insolvenzmasse und der Auftraggeber in die Liste der Insolvenzgläubiger.

    • Tom sagt:

      Ist ein guter Hinweis, beim professionellen Innenausbau eines alten Allrad LKWs eine Vorauszahlungs- oder Fertigstellungsbürgschaft zu verlangen. Im Idealfall gleich noch eine Gewährleistungsbürgschaft. Aber das wird kein Ausbauer mitmachen. Nicht in der derzeitigen Marktsituation.

      Und auch bei den VEBEG Auktionen kann man sich anschauen, dass meist Händler die alten, ausgemusterten Allrad-LKWs kaufen. Natürlich am liebsten in ganzen Losen.

  21. Klaus sagt:

    Das denke ich auch nicht, daß ein Ausbauer einem Kunden diese Bürgschaften erbringt.
    Die Frage ist m. E., wer ist bei Abschlagszahlungsmodalität der Eigentümer des jeweils in der Bauphase verbauten Materials/Komponenten.
    Ist dies aufgrund gesetzlicher Regelung bis zur endgültigen Endabnahme die ausführende Firma, hat man als Kunde m. E. schlechte Karten im Falle einer Insolvenz des beauftragten Unternehmens.
    Nachfolgend ein Auszug aus einem sehr pauschalen Angebot für den Innenausbau einer Kabine nach Erstgespräch.

    Zahlungsbedingungen:
    30.000 € Anzahlung bei Beauftragung sofort, 50.000 € zum Innenausbaubeginn, weitere 50.000 €
    Möbel gebaut und montiert, Wände gesetzt, Elektrik und Wassersystem begonnen, 50.000 € nach
    Fertigstellung Innenausbau, 26.000 € nach Verhochzeitung
    und Endmontage, nach Abnahme vor Übergabe. (alle genannten Preise inkl. MwSt!)
    Das Angebot behält seine Gültigkeit für 14 Tage nach Angebotsdatierung.

    Bei Kosten in der Größenordnung eines EFH ist es sicher nicht unklug, sich vor der Vertragsunterzeichnung durch einen Fachanwalt beraten zu lassen, auch was die Bonität des Unternehmens betrifft.

  22. Manfred sagt:

    Hallo Tom, erst einmal ein großes Lob für Deine Ausführungen zum Thema Allrad Exmo. Prinzipiell sehe ich das alles genauso und deshalb wurde es bei uns vor Jahren ein T1N (4×2) und kein Unimog, den ich nach wie vor sehr schätze. Und wo ich mit dem Sprinter nicht hinkomme, aber hin möchte, gehe ich zu Fuß hin. Auch mal über Nacht oder länger. Das gibt ohnehin noch mal eine ganz eigene schöne Perspektive.
    Einen Unterschied zwischen den diversen 4×2 Fahrzeugen in Bezug auf Robustheit sollte man dann aber doch machen. Z.B. der T2N/LN1 ist deutlich robuster als jeder Transporter in der 3,5 to-Klasse. Natürlich bereisen immer wieder Leute mit ihren Transportern die unwirtlichsten Gegenden, aber oft erkauft mit Lager-, Achs- oder Getriebeschäden und schnellerem allgemeinem Verschleiß.
    Noch eine Sache will mir nicht in den Kopf, warum lässt man sich auf ein 30-40 Jahre (oder noch älter) altes Fahrgestell einen Aufbau für 150-300t € setzen? Das Geld ist doch mit dem alten Hobel drunter in den Sand gesetzt.
    Mein Fazit, in Europa und darüber hinaus in vielen anderen Ländern braucht man kein Allrad. Für die lustigen Touren etwa in Albanien tut´s ein Geländewagen und gegf. mit Zelt.
    Zu dem Kommentar-Faden, interessant wie er sich entwickelt hat. Vom Hinterfragen der Notwendigkeit, bzw. des Hip´s einen Allrad Lkw besitzen zu wollen bis hin zu rechtlichen Fragen vor der Auftragserteilung für ein Allrad Exmo.

    • Tom sagt:

      Ich finde nicht, dass man einen hochwertigen Aufbau nicht auch auf ein altes Fahrgestell setzen kann. Das kann bei bestimmten Reisezielen sogar Sinn machen. Allerdings sollte man nicht komplett am Markt vorbei bauen. Denn die Neueinsteiger in den Markt für alte Allrad-LKWs stehen nun mal auf bestimmte Basisfahrzeuge für Expeditionsmobile.

      Was ich allerdings mit dir teile, ist die Freude an der Entwicklung der Kommentare zu diesem Beitrag. Möchte mich da mal für den ganzen wertvollen Input bedanken.

  23. Anonymous sagt:

    Hallo Tom,

    früher wurden die alten THW, BW oder Feuerwehren gekauft weil sie billig waren und wenige Km drauf hatten. Shelter, alter Wohnwagen oder Selbstbaukoffer drauf und man konnte auf Weltreise gehen. Der Anspruch war gering, Hauptsache man konnte seine Langzeitreise machen. Je weniger Kohle im Fahrzeug, um so länger die Reise. Danach wurde das Ding verkauft und es ging zurück zur Arbeit. Heute muss es Vanlife oder mobiles Homeoffice sein. Schön für den der das wirklich machen kann, weil die Voraussetzungen bereits da sind, wie Auftraggeber oder Arbeitgeber.
    Für 6-8 Wochen Jahresurlaub ist ein 4×4 Reise LKW vermutlich nicht das richtige.
    Die Erbengeneration geht nun Träume shoppen, das macht sich bei den aktuellen Preisen und Wünschen bemerkbar. Geld ist reichlich vorhanden…
    Keine Elektronik, alles selber machen, unter 7,49to, H-Kennzeichen bei Vollausstattung und möglichst große Reifen. Da passt viel nicht mehr zusammen. Nur wenige der Neueinsteiger können selber was am LKW machen, manche schaffen es nicht mal im Gelände einen Reifen alleine zu wechseln. Da werden alte Fahrgestelle aufgepimpt und kosten mehr als ein neues, besseres 4×4 LKW-Fahrgestell. Da kann man nur noch staunen.
    Als ich 2014 in den Ruhestand ging habe ich mir mein erstes Wohnmobil gekauft, einen Iveco 65C18. Von Wohnraumklima, Microwelle, 3x Sildeout bis zum Kaffeevollautomaten war alles vorhanden. Der Iveco war durch die Automatik und über 150km/h Topspeed angenehm auch auf Langstrecken zu fahren. Der lange Überhang hinten, < Böschungswinkel und der fehlende Allrad oder HA-Sperre haben mich zum Allrad gebracht.
    An einem schönen Platz am See, Fluß oder Meer stehe auch mal 10-14 Tage am Stück. Da ich 6-8 Monate im Jahr unterwegs bin, möchte ich auf meine Sportenduro mit 110kg nicht verzichten. Wenn ich früh im Jahr loskomme habe ich noch 2-3 Paar Ski dabei. So kommt einiges an Gewicht und Volumen zusammen. Moderne 4×4 Kastenwagen sind für ein Motorrad so weit hinter der HA nicht ausgelegt. Der Vario ab 160PS 4×4 wäre da noch eine Möglichkeit gewesen, die haben aber seit Jahren einen viel zu hohen Preis…und sind eher Rostanfällig…
    So habe ich mich schlau gemacht. Vom Dreichachs KAT bis runter zum Fuso 4×4 war da alles dabei. Das ich mit meinen Wünschen nicht unter 7,49to komme war dann auch schnell klar, den 2er Führerschein hatte ich schon. Übrig blieben 4×4 Fahrgestelle ab 12 Tonnen, Einzelkabine, Radstand 3,4-3,7 Meter, 6 Zylinder, 6-7Liter Hubraum, Turbo, Wassergekühlt. Shelter waren mir zu schimmelig, also GFK, Alu oder Siebdruchkoffer und Echtglasfenster. So was habe ich leider fertig gebraucht nicht gefunden.
    Das erste Fahrgestell das diese Anforderungen bei vernünfigen Preis erfüllte habe ich gekauft, es wurde ein Steyr 12S21, hätte aber genauso ein MAN, MB oder Iveco sein können.
    Da ich nicht wusste ob LKW Reisen mein Ding sein wird, habe ich mich beim Bau etwas zurückgehalten und vieles wegen der Kosten selber genmacht, Zeit habe ich ja genug… So kam für mich das nahezu perfekte Womo raus. Nach 4 Reisejahren weis ich jetzt ganz genau was ich will und wirklich brauche. Nun gehe ich das ganze nochmal an, auf einem neuen Euro6 Fahrgestell (320PS, 1100Nm Drehmoent). Mit mitte 50ig werde ich vermutlich noch 10-15 Jahren Lust haben mit einen LKW zu reisen. Da lohnt sich der Aufwand für mich. Danach wird es sicherlich wieder ein deutlich kleineres Wohnmobil.

    • Tom sagt:

      “Träume shoppen” ist ein guter Begriff. Vielen Dank dafür. Und für den Bericht aus dem Leben. Der hilft bestimmt vielen, die über den Kauf eines alten Allrad-Lkw nachdenken. Denn wenn man seine Reiseziele realistisch formuliert, könnte es durchaus ein neuer Allrad-Lkw werden.

  24. Anonymous sagt:

    Servus Tom,
    ja beim Fahrgestellkauf wird das Hirn oft ausgeschaltet.
    Mein neuer Iveco 150E32 hat alles was ich möchte, Klima, el. Spiegel, 3 Sperren, Retrader, Tempomat, 2x 10 Tonnen Achsen, Einzelbereift mit 395/85R20 auf schlauchlos Sprengring, genug Leistung und Drehmoment, usw.
    Der stand bei Magirus in Ulm und sollte eine Feuerwehr werden. Nach zwei Jahren Standzeit habe ich diesen für 52K€ anstatt von 120.000€ NP gekauft.
    Der neue bekommt einen Tiefeinstieg dafür lasse ich den Durchstieg weg. In vielen Länder ist bereits eine Leiter am Boden Campingverhalten und man muß den Platz verlassen. Es graut mir schon vor der Zeit, wenn alle Fahrzeuge die zZ im Bau sind mal auf reisen gehen. Die Verbote u. Streckensperrungen Weltweit werden zunehmen.

    Die Leute bauen gerade einen Traum den sie dann nicht mehr leben/erleben können. Dafür ist alles doppelt Redundant ausgelegt…

    Da werden beim Fahrzeugbau die größten Fehler gemacht, Design vor Funktion. 600-800 Liter Diesel auf eine Seite gehängt, weil es gut auschaut. Wer nicht min. 1000 Liter Sprit dabei hat, sollte erst gar nicht losfahren. Die Dieslpest ist im kommen, bei den spritschwangeren Fahrzeugen. Nur wer beim Zwischenrahmen das Rad neu erfindet, ist dann ausreichend Geländetauglich und das für Fahrzeuge die zu min. 95% auf der Straße fahren, wie meiner auch..
    .Da wird auf der Teerstraße bis zu den schönen Motiven gefahren um die Bilder zu posten.
    Ich hab in den Jahren jetzt genug Rahmenbrüche gesehen, es hat einen Grund warum ich immer noch eine Federlagerung fahre.

    Bis die Standschäden der alten abgearbeitet sind, können da leicht nochmal 5000-20.000€ oder mehr fällig werden.
    Die wenigsten sind doch nicht in der Lage ihe LKW selbst zu reparieren. Dann ist es doch egal, ob ich zum schlechetn Schrauber an der Ecke gehe, oder gleich in eine Servicewerkstatt die auch zB. Iveco, MAN, MB in nahezu jeden Land der Welt hat.

    Nur weil das Märchen von der Elektronik und Sensoric bei neuen Fahrzeugen jeder übernimmt wird es nicht zur Wahrheit. Die meisten fahren privat genau solche PKW ohne jedes Problem. Auch das Militär hat die neuen Fahrgestelle in der Euro3 Version, auf die ich jederzeit Downgraden könnte.
    Die Dieselqualität nimmt Weltweit jedes Jahr zu. In den meisten Ländern sind noch 50ppm Schwefel im Diesel, mein Iveco kann 100ppm. Auch in diesen Ländern fahren die reichen Menschen Porsche, Mercedes, Audi, BMW usw. Natürlich kann ich dann nicht den billigen Sprit aus Wasserflaschen am Straßenrand tanken, das machen nur Idioten um mit dem billigen Spritpreis in Facebook zu posen. Vom Ärger durch den Dreck und Wasser im Diesel schreiben sie natürlich nichts…
    Es wird extrem viel Geld in untaugliche alte Fahrgestelle gesteckt die nicht die Wurst vom Brot ziehen können. Firmen pimpen dann die Leistung (angeblich) ins unendliche, genau wie der Preis der dafür aufgerufen werden. Nur um unter 7,49to (was meist unmölich ist) zu bleiben und 14er Reifen fahren zu können. Für diese Reifen sind weder Achsen, Lager noch Bremsen ausgelegt. Anstatt 1500€ für den passenden Führerschein auszugeben und ein Fahrgestell mit Gewichtsreserven und ausreichend Serienleistung zu kaufen. Unterm Strich kostet die Leistungssteigerung und Leichtbau mehr als das richtige Fahrgestell mit Führerschein.
    Es gibt genug gute zuverlässige alte Fahrzeuge, aber alle wollen nur die gehypten Modelle, wie die Lämminge…
    Gerade ist ja ein Aufbauer pleite gegangen mit großen Schaden für die Käufer, denn die Anzahlungen sind weg…Wer 60% oder mehr ohne Gegenleistung anzahlt kann doch nicht klar im Kopf sein? Jeder Funke Verstand wird hier unterdrückt um den Traum vom Abenteuer zu verwirklichen…was es aber nicht mehr wirklich ist…
    Es geht doch schon lange nicht mehr um zuverlässige Fahrzeuge, sondern um einen Schwa..vergleich, wer hat mehr Solar, Batteriekapazität, Dachterasse, Diesel, Wasser, Apps, Gasfrei, usw. und die größten Reifen.

    Für viele Einsteiger wäre es besser, erstmal ein fertiges gebrauchtes Reisefahrzeug zu kaufen. Auch zur Zeit sind genug gute mit bezahlbaren Preis im Netz. OK nicht alles was im eigenen Lastenheft steht, wird das Fahrzeug haben, aber nach 20-30.000 Km weis man dann auch, was für einen selbst wirklich wichtig ist. Nun kann man das Fahrzeug entsprechend den persönlichen Wünschen anpassen oder sich ein neues aufbauen oder bauen lassen. Hat man zu einen vernünftigen Preis eingekauft hält sich der Wertverlust in grenzen…wenn die Preisentwicklung so weiter geht, bekommt das gleiche oder sogar mehr dafür das man damit 1-2 Jahre gefahren ist.

    • Klaus sagt:

      Yep und dann kommt noch die politische Situation und die der Vermüllung hinzu. Lt. Reisebericht von gelberunimog.de sind in Ländern Südamerikas bereits ganze Landstriche eine einzige, eklig stinkende Müllkippe, die Atacama ist streckenweise durch die Lithiumgewinnung zum Ödland geworden, ebenso dadurch die weiter im Land gelegenen Gemüseanbaugebiete mit einst sehr fruchtbaren Böden aufgrund des Grundwasserentzugs zur Lithiumgewinnung von 21 Mio Litern Wasser pro Tag in einer der trockensten Gegenden dieser Erde.

      Deine Ausführungen zu den Einstiegstreppen beschäftigen mich ebenso seit einiger Zeit. Man baut u. a. Durchstiege, um bei Gefahr ohne aus dem Fzg. zu müssen losfahren zu können. Bei einem LKW braucht es einmal einige Zeit, bis dazu der Luftdruck für die Bremse aufgebaut ist. Und dann ist draußen vor der Tür noch die Treppe möglichst samt Podest aufgefahren. Selbst wenn man nicht auf den Luftdruck für die Bremse warten müßte, wäre die Treppe immer noch draußen mit allen daraus resultierenden Konsequenzen bei sofortiger Notfall-Abfahrt.
      Eine m. E. super Lösung hat ubelix.de da aus dem BW- San-Unimog bei sich integriert, die er auch zum Kauf anbietet. Die fährt aus bzw. ein, so man die Tür öffent bzw. schließt. Ähnliches gilt für seine Lösung beim Einstieg am Fahrerhaus, damit nicht jeder hochklettern und in selbiges schauen kann.

      Ausbauer geben heute durchweg Lieferzeiten von durchschnittlich 30 Monaten ab Auftragseingang an.

    • Tom sagt:

      Das mit der Leiter ist ein gutes, zusätzliches Argument gegen einen alten Allrad LKW. Noch sind diese Fahrzeuge ja recht exotisch. Aber die Stimmung wird kippen, wenn Heerscharen von aufgepimpten alten LKWs über Europas Peripherie herfallen. Und dann alle einen superindividuellen Stellplatz suchen, wo sie auch mal den Allrad rechtfertigen können.

  25. Anonymous sagt:

    Genau Klaus,
    selbst wenn keine Treppe draußen ist, Luft sofort vorhanden (mein Steyr hält diese 4-5 Tage, der Iveco über 2 Wochen), wenn die bösen Jungs nicht wollen das du wegfähst, fähst du keinen Meter…Dieselleitung abschneiden, mit Schußwaffe bedrohen, Auto usw. in den Weg stellen…+Kabel zum Anlasser abzwicken dauert keine 30 sec. und ist oft sehr leicht erreichbar, Zuleitung Batteriekasten oder…oder…
    Dafür muss man aber mit deutlich höheren Fahrgeräusch leben und zum kippen des FH braucht man deutlich länger. Oft sind die Durchstiege schon nach kurzer Zeit undicht…langfristiger Ärger ist vorprogramiert.
    Aber so denken die Neueinsteiger nicht, der teure sinnfreie Durchstig ist Pflicht, genau wie die 500-800 kg “leichte´´ Feuerwehrwinde, die man nur für andere braucht…wenn man steckenbleibt ist kein Anhängepunkt im Umkreis da.. ohne das Windengewicht nicht stecken würde…

    Ein Unimog ist ein gutes, schönes hochgeländegäniges Fahrzeug aber keine vernünftige Fernreisebasis. Aber was hat unser Hobby schon mit Vernunft zu tun??? das kann doch jeder machen wie er will…“des Menschen Träume sind sein Himmelreich´´
    Der Vorteil der Portalachsen wird durch ihre Anfälligkeit mehr als ausgeglichen. Ältere Fahrzeugen haben weder eine vernünftige Leistung noch Drehmoment, ein zu kleines Fahrerhaus mit wenig Platz. Super für die Kiesgrube aber nicht für Langstrecke. Ohne angepasste Übersetzung wird es ab 70km/h sehr laut und ungemütlich.
    Bis auf den Trip nach Südafrika war der ubelix nur in deutschen Naherholungsgebieten wie Marokko, Tunesien usw. unterwegs, das wäre auch mit fast jeder Weisware möglich gewesen.
    Trotzdem ist ein Unimog ein schönes und endgeiles Fahrzeug…Träume soll man sich verwirklichen wenn möglich, wenn der Unimog ein solcher Traum ist warum nicht, man lebt ja nur einmal…

    • Tom sagt:

      Nun gut. Es gibt in diesen Naherholungsgebieten 🙂 schon Ecken, wo ein Unimog hilfreich ist. Aber der ist wiederum nichts gegen ein vernünftiges Motorrad. Es gibt also immer etwas Besseres. Aber man kann auch einfach mal zufrieden sein.

  26. Klaus sagt:

    Wie ich hier schon gesagt habe, will ich weder im Wüstensandkasten buddeln noch einer Bergziege folgen oder mir Gedanken dazu machen, wie ich einen 365/80R20 gewechselt bekomme noch mich sonst groß mit LKW-Technik beschäftigen müssen, sondern Reisen. Der Allrad-LKW-Gedanke, angefangen von MB 1428 NG über Unimog und Duro II 6×6 bis hin zum kleinsten MB 917 AF geht sukzessive in Richtung MB Vario und Sprinter bzw. Fiat Ducato ggf. mit wirklich tauglichem Allrad und entsprechenden Reifen. Die Frage ist noch Kastenwagen, Kabine oder teilintegrierter Aufbau. Ja, Design und Optik sind noch dabei. Gelsenkirchener Barock oder Zillertaler Berghütten Design sind bei aller Liebe zu Holz nicht so mein Ding. Doch ich denke, daß man mit den Fzg., auch wenn sie ggf. bis zu 500 mm länger als der MB 917 AF mit 6 m Länge sind, Reiseziele nicht nur in Europa gelassen befahren kann,

    • Tom sagt:

      Ein mittelllanger Vario ist schon ein guter Kompromiss. Noch besser ist natürlich ein kurzer Vario.

      • Klaus sagt:

        Meinst Du mit ‘kurz’ einen Radstand von 3,10 m oder 3,70 m?

        Ich hatte zuletzt ein sehr langes Telefonat mit einem Händler für gebrauchte LKW mit einem großen Angebot von Vario/T2 & Co.
        Umweltplaketten mal außen vor gelassen, war dessen Auffassung, daß er einen 917er mit kleinem Fahrerhaus und kurzem Radstand (3,10 m) einem Vario/T2, so toll der auch sei, vorziehen würde, so man nicht auf einen Kastenwagen/Fenster-Bus fixiert sei.

        Das folgende Bild https://i.ebayimg.com/00/s/MTIwMFgxNjAw/z/8lEAAOSwRQBdgoUQ/$_20.jpg veranschaulicht m. E. die annähernd gleichen Größenverhältnisse von 917 und Vario sehr gut. Haben Kastenwagen oder Fensterbus noch den Vorteil, daß man bei 4,0 m Lade/Fahrgastraumlänge noch ein Hubbett im Fahrerhaus integrieren kann, ist dies beim Fahrgestell mit Wohnkabinenaufbau nicht machbar, wobei Alkoven-Ungetüme in meinen Augen eine optische Bankrotterklärung darstellen. Ungeachtet dessen misst er mit Radstand 3,7 m ca. 6,6 m in der Länge, v. e. 917 dagegen nur 5,9 m bei einer Kabinenlänge von 4,3 m und einem Radstand von nur 3,1 m.

        Zudem sei der 917 konstruktionsbedingt in keiner Weise so rostanfällig (ab Werk) wie der Vario und seine Vorgänger, habe einen höheren Fahrkomfort und sei weniger reparaturanfällig.

        Wirklich gute Vario/T2 egal ob Fahrgestell oder Kastenwagen sind zudem selten und deshalb teuer. Preise liegen da mit LL unter 100.000 km um 40.000 EUR. Vorteil beim Kastenwagen, ich muß mich nicht um einen Kabinenaufbau kümmern und kann den Innenausbau mit Zirbe gestalten. Fensterbus ist keine Option für mich, da wir nur zu zweit oder zu dritt mit Hund reisen.

        Der Sprinter-Kastenwagen Typ 906/907 ist zwar mit EU6 und Automatik als 419 oder als 319 auflastbar auf 4,2 t auch mit Wandlerautomatik zu bekommen, ist aber zu schmal, um quer darin zu schlafen, außer man versieht den Bereich an den Auswänden mit Verbreiterungen, wie es z. B. beim Marco Polo bzw. beim Grand California ab Werk vorgesehen wird, wobei dadurch aber auch nur ein Teil der Schlaffläche verlängert werden kann. Beim Radstand von 3,7 m ist der Lade/Fahrgastraum zudem nur gut 3,2 m lang.

        Bezüglich der Leiter bei Allrad-LKW finde ich wie gesagt die von ubelix.de genial, der neben der automatisch ausfahrenden auch noch eine komfortable Leiter zum Einhängen mitführt.

        • Tom sagt:

          Schönes Vergleichsbild. Aber das ist einer dieser flachen Feuerwehr-Varios. Beim Vario kommt für mich nur ein Bus in Frage. Der ist wesentlich höher. Und geräumiger als so ein Standard 917.

          Aber jeder wie er mag. Wollte ja nur mal zum Nachdenken über den Allrad-LKW-Boom anregen. Keine Lebensberatung geben.

          Und Klaus, du solltest weniger im Internet lesen, sondern deine Familie fragen, was sie von deinen Fahrzeugwünschen hält. Nicht mich.

          • Klaus sagt:

            Es sind einfach drei Fzg., die sich für UNS herauskristallisiert haben.
            Alle drei haben Vor- und Nachteile.
            Es gilt somit das Fzg. auszuwählen, daß die größte Überdeckung mit unseren Wünschen und Vorstellungen hat.

            Aber wir stimmen Dir dahingehend zu, daß beim Vario der Kastenwagen sicher die beste Option ist.

            Übrigens bei dem von Dir erwähnten Innenausbauer hat es in der Galerie einen tollen T2-Kastenwagen mit einem ebensolchen Innenausbau. Auch die Kosten halten sich im vertretbarem Rahmen.

            Nur gute Kastenwagen mit Radstand 3,70 m sind derzeit rar.

        • ingo sagt:

          Interessantes Bild.Wenn man das Fahrzeug auch im Alltag benutzen will ist der T2 sicherlich die bessere Wahl. Mich würde mal interessieren wieviel Sprit beide Fahrzeuge im Normalbetrieb verbrauchen. Tom ?

          • Tom sagt:

            Mein eigener Verbrauchsvergleich ist unfair, aber wahr:
            MB 1124 mit Allrad, langer Übersetzung und 9,5 t: 20 Liter
            MB 711 ohne Allrad, mit 4 t weniger und 20 km/h mehr: 13 Liter

            Ein ausgebauter Allrad Kastenwagen als T2 wird auch 18 Liter brauchen. Und mein vor dem Achsumbau kurz übersetzter Mercedes 1124 hat mit nur 6 Tonnen Leergewicht und 80 km/h auf der Autobahn sogar 27 Liter durchgezogen. Es kommt also immer drauf an. Allrad und kurze Achsübersetzungen sind auf jeden Fall Spritfresser.

            • ingo sagt:

              Danke für die Info. Beim Allrad LKW fährt man ja quasi 2-3 Tonnen zusätzlich durch die Gegend nur für die Geländegängigkeit, die man wie ja schon angesprochen wohl eher selten wirklich benötigt. Also ich finde Allradantrieb nur hinten reicht völlig … bei etwas mehr Bodenfreiheit … und ein untersetzter erster Gang wäre auch noch schön … und eine Achssperre.

  27. david sagt:

    vielen dank tom für deine stellungnahme bzw deine meinung zum thema allradlkw. in den letzten wochen habe ich viele videos zu dem thema geschaut um ideen zu sammeln. allerdings hat mich dein beitrag zum nachdenken angeregt.
    vor 2 jahren habe ich nach 20 jahren überlegen, ob das leben im womo etwas für mich ist, tatsächlein ein altes eura mobil gekauft, wohnung und job gekündigt und vom allgäu nach hamburg gezogen. der job dort war nix. also womo gesattelt und weiter. ein viertel jahr habe ich im womo gelebt ohne wohnung als backup. es hat spaß gemacht. von minus 18 bis plus 35 grad war alles dabei. es gab manche überraschungen wenn irgendwo wassert tropfte zb. letztendlich ging aufgrund der hohen km-leistung zuviel kaputt und ichhabe es über ebay nach polen verkauft.
    der wunsch, wieder so zu leben ist ungebrochen. jetzt gilt es einen kredit abzuzahlen und in 3 jahren möchte ich dann wieder im womo leben. bisher war der gedanke eine feuerwehr umzubauen. aber die frage nach dem sinn des allrad stelle ich mir jetzt auch. die nächsten 13 jahre werde ich noch arbeiten müßen. weite reisen sind damit nicht drin. somit wird es wohl doch ein kastenwagen oder einmal weißware. wenn dann die liebe rente da ist kann ich ja nochmal überlegen, je nach politischer und finanzieller lage. keiner weiss ja was wir bis dahin an gesetzen haben
    gruß david

    • Tom sagt:

      Ist eine einfache Formel: Keine weiten Reisen = kein Allrad LKW notwendig.

      Ich denke auch, dass die Stimmung kippen wird: Möglichst klein, unauffällig und bescheiden ist der Trend. Nicht groß, protzig und ressourcenverschwendend. Auch wenn ein MB 1635 natürlich geil ist.

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