ᐅ Nokian Rotiiva AT: Test der Allwetter-Offroad-Reifen am Wohnmobil

3-Jahr-Test der Nokian Rotiiva AT Allwetter- und Offroad-Reifen am Wohnmobil auf nassen Wiesen, Schlamm, Sand, Wellblech, Gravel Road, Schnee und Asphalt.

Nokian Rotiiva AT: Langzeit-Test als Wohnmobil-Reifen

Finnische “Sommerreifen” auf dem Wohnmobil

Normalerweise schreibe ich immer gleich alles auf. Aber nicht bei den neuen Allwetterreifen fürs Wohnmobil. Der Test unserer neuen Wohnmobilreifen war mir dann doch zu gewagt. Denn erst seit 2012 gibt es die Nokian Rotiiva All Terrain Reifen zu kaufen. Da gibt es noch nicht viele Erfahrungen.

Dazu ist das Wissen um diesen geheimen All-Terrain-Reifen für Sommer und Winter nicht auf meinem Mist gewachsen. Sondern war ein Tipp des Verkäufers meiner Sandbleche aus Kunststoff. Habe nämlich immer nur nach Winterreifen gesucht. Und da tauchen die Nokian Rotiiva AT gar nicht auf. Denn offiziell sind das Sommerreifen.

Doch ich suchte Allwetterreifen mit Schneeflocke für ein Wohnmobil mit gelegentlichen Geländeeinsatz. Keine Reifen für den Rennsport. Aber auch keine reinen Offroad-Reifen wie auf dem Expeditionsmobil. Ich will auf dem Wohnmobil dauerhaft einen Reifen fahren, der lange hält, alle notwendigen Stempel und Prüfzeichen hat und mich auch im Winter sicher auf der Straße hält. Dazu noch ein bisschen Grip im Gelände. Und fertig ist der für mich passende All-Terrain-Reifen für den Allwettereinsatz des Mercedes Vario.

Nun sind die Nokian Rotiiva AT zwar offiziell Sommerreifen. Doch sie tragen gleichzeitig das notwendige Schneeflockensymbol. Und im Vergleich zu meinen alten Sommerreifen sind die Nokian nicht nur größer, sondern natürlich auch wesentlich profilierter. Also nicht nur für den Winter, sondern auch fürs Gelände gut.

Doch gleichzeitig ist das Profil der Nokian Rotiiva AT nicht so brutal grobstollig wie bei meinen letzten Geländereifen MPT 80 auf dem Mercedes MB 1124 4×4. Da sind einem ja ab 80 km/h die Ohren abgefallen. Demgegenüber hat mir das Profil der Nokian aufgrund meiner Erfahrungen mit verschiedenen Reifen und Wohnmobilen gleich gefallen. Dazu der Tipp zur außergewöhnlichen Lebensdauer. Und die Reifen waren gekauft.

Nokian Rotiiva AT: Langzeit-Test als Wohnmobil-Reifen

Nokian Rotiiva AT: Test über 41.747 km

Kauf, Montage und Eintragung der Allwetterreifen 235/85 R16 auf dem Mercedes 711 sind jetzt im Februar 2020 genau 3 Jahre und 41.747 km her. Seitdem läuft der Test der Nokian Rotiiva AT auf unserem Wohnmobil. Der Mercedes 711 (T2/LN1) hat natürlich Heckantrieb, Zwillinge auf der Hinterachse und 5,5 Tonnen Reisegewicht.

Ab dem Kauf der neuen Allwetterreifen für unser Wohnmobil habe ich Buch geführt über meine Erfahrungen und den Praxistest der Nokian Rotiiva AT. Interessiert hat mich vor allem, wie wir das Wohnmobil und den Reifen wirklich nutzen und wie sich der Nokian unter den verschiedenen Einsatzbedingungen bewährt.

Allerdings kriege ich keinen ADAC-mäßigen Test der Allwetterreifen hin. Wie soll ich auch Bremswege, Nässehaftung und das Verhalten in irgendwelchen Extremsituationen wissenschaftlich korrekt messen? Am besten noch als Vergleich verschiedener Anbieter?

Nein, das hier ist ein Reifentest mit tatsächlichen Praxiserfahrungen auf unserem Wohnmobil. “Extra” für den Test haben wir Reisen von den Lofoten bis Süditalien, von Portugal bis Griechenland unternommen. Diesen Aufwand kann sich der ADAC bei seinen Reifentests nicht leisten.

Nach drei Jahren Test des Nokian Rotiiva AT auf unserem Wohnmobil ist jetzt Zeit, Bilanz zu ziehen. Bilanz über unser tatsächliches Reiseverhalten. Und natürlich über Erfahrungen mit diesem Alleskönner von Nokian. Für den Test des Allwetterreifens gliedere ich mal nach den typischen Fahrsituationen Offroad und Onroad.

Nokian Rotiiva AT: Langzeit-Test als Wohnmobil-Reifen

Offroad-Test der Nokian Rotiiva AT

Nasse Wiese: 35 km (0,08 %)

Die berühmte nasse Wiese ist der wahre Test eines All-Terrain-Reifens. Und nicht nur bei Wohnmobilen gefürchtet. Es ist dabei nicht die Länge der Strecke, sondern die Häufigkeit, die zu schaffen macht. Gerade im europäischen Revier ist der Stellplatz ums Eck meist eine mindestens morgendlich nasse Wiese. Das kann einem sogar auf dem Campingplatz passieren.

Doch nach insgesamt 35 km nasser Wiesen mit dem Nokian Rotiiva AT habe ich jetzt keine Angst mehr, stecken zu bleiben. Auch ohne Allrad auf dem Vario nicht. Nasse Wiesen sind irgendwie harmlos geworden. Grund ist wahrscheinlich die weichere Gummimischung des Nokian Rotiiva AT in Verbindung mit dem griffigen Winterprofil.

Nokian Rotiiva AT: Langzeit-Test als Wohnmobil-Reifen

Schlamm: 42 km (0,10 %)

Im Gegensatz zu nassen Wiesen habe ich kaum Fotos von unserem Wohnmobil im Schlamm. Denn bei einer Fahrt durch den Schlamm habe ich mit jedem Wohnmobil und jedem Reifen Respekt. Da halte ich nicht für ein Foto an. Da hilft nur Vollgas.

Im richtigen Schlamm ist es nach meiner Erfahrung auch egal, wie grob das Profil ist. Das setzt sich irgendwann immer zu. Ich habe da schon viel getestet. Aber im Schlamm hilft wirklich nur Schwung halten. Da machen die Nokian Rotiiva AT keine Ausnahme. Auch wenn ich manchmal schon übermütig werde und selbst vor schweren Feldböden nicht aufgebe.

Jedenfalls ist es mir noch nicht gelungen, mich in den 42 km Schlammstrecken mit den Nokian Rotiiva AT festzufahren. Aber das würde ich nicht nur auf den Reifen schieben. Vielleicht hatte ich einfach nur Glück, immer genug Schwung zu haben. Und bei ein bisschen Gefälle kann man sogar mal mitten im Schlamm anhalten und übernachten.

Nokian Rotiiva AT: Langzeit-Test als Wohnmobil-Reifen

Sandpiste: 142 km (0,34 %)

Ich liebe Sandpisten. Egal, womit. Und dann rechne ich hier für den Test meiner Nokian Rotiiva AT genau 0,34% Sandpisten aus. Das ist schon ein bisschen erbärmlich. Hätte da für den Test unserer Reifen auf dem Wohnmobil mehr erwartet als 142 Kilometer. Schade.

Auf Sand ist vor allem entscheidend, wie weit sich der Luftdruck der All-Terrain-Reifen absenken lässt. Die Nokian Rotiiva AT habe ich allerdings nicht einmal ablassen müssen. Sondern bin mit Sandblechen statt Allrad immer wieder rausgekommen. Mehr war für den Test der Reifen auf Sand nicht nötig. Zeigt aber wieder einmal, wie sinnlos Allrad in Europa ist. 

Nokian Rotiiva AT: Langzeit-Test als Wohnmobil-Reifen

Wellblechpiste: 237 km (0,57 %)

Ein Test auf Wellblechpisten ist nicht nur für die Reifen eine Herausforderung. Sondern auch für jedes andere Bauteil am Wohnmobil. Bis hin zu den Push-Locks der Küchenschubladen.

In Verbindung mit den verstärkten Stoßdämpfern wurde der Mercedes 711 dank der Nokian Rotiiva AT zum König der Wellblechpisten. Während die lettischen SUVs mit 20 km/h dahinschleichen, konnte ich mit dem Bus bei materialschonenden 80 bis 90 km/h zum Überholen ansetzen.

Das müssen halt nur die Reifen mitmachen. Doch der Test der Nokian Rotiiva AT auf Wellblechpiste hat gezeigt, dass das wirkliche All-Terrain-Reifen sind. Keine Probleme.

Nokian Rotiiva AT: Langzeit-Test als Wohnmobil-Reifen

Hartpiste: 452 km (1,08 %)

Hartpisten sind meist verdichtete, recht ebene Schotterstrecken. In Kroatien heißt sowas Makadamstraße. Ansonsten gern Gravel Road.

Solche Hartpisten sind eigentlich keine besondere Herausforderung für das Material. Und fahrbar mit jedem beliebigen Wohnmobil. Problematisch können allerdings kleine Steine in den Reifen werden. Das Profil der Nokian Rotiiva AT ist aber grob genug, dass die Steine nicht tiefer einwandern.

Noch gröber wäre noch besser. Aber das Beste an einem Reifen ist immer ein guter Kompromiss. Da drehe ich lieber mal am Beginn der Asphaltstrecke eine Runde mit meinem Leatherman um den Bus. Und wenn auch noch die Kinder ihre eigenen Leatherman einstecken haben, sind die Reifen mit den kleinen Zangen schnell von Steinen befreit. Denn mich nervt es immer, wenn Reifen nach Offroad-Strecken auf der Straße klackern.

Nokian Rotiiva AT: Langzeit-Test als Wohnmobil-Reifen

Onroad-Test der Nokian Rotiiva AT

Schnee: 55 km (0,13 %)

Die Schneetauglichkeit von Reifen ist bei unserem Langzeittest auf dem Wohnmobil eigentlich überbewertet. Die lächerlichen 55 km auf Schnee habe ich in Marokko auch schon mit Sommerreifen geschafft.

Aber bei winterlichen Straßenverhältnissen sind nun einmal nur Reifen mit Schneeflockensymbol auf dem Wohnmobil zulässig. Besonders auf einem LKW. Sonst gibt es in fast jedem europäischen Land Stress. Darf gar nicht an die Schneekettenmitführpflicht für LKWs in Österreich und meine selbst gebastelten Schneeketten denken.

Aber selbst für die 55 km ist es natürlich sehr angenehm, sich auf den Grip richtiger Winterreifen verlassen zu können. Und dafür, dass die Nokian Rotiiva AT als Sommerreifen verkauft werden, sind sie auf Schnee schon sehr souverän. Verstehe nur nicht, warum die als Sommerreifen gelabelt sind.

Zusätzlich gibt die weichere Gummimischung des Nokian Rotiiva AT mehr Sicherheit auch bei winterlichen Temperaturen ohne Schnee. Und da kommen schon ein paar mehr Kilometer zusammen.

Nokian Rotiiva AT: Langzeit-Test als Wohnmobil-Reifen

Asphaltpiste: 3.110 km (7,45 %)

Als Herausforderung für die Reifen empfinde ich immer Asphaltpisten. Also Straßen, die eigentlich gar keine mehr sind. Auf denen sich wie auf dem Balkan Schlagloch an Schlagloch reiht. Wo der Asphalt brüchig ist. Und die Oberfläche rauh wie extra grobes Sandpapier. Das alles am besten noch in Verbindung mit sommerlicher Hitze.

Da ist die Standfestigkeit der Winterreifen Nokian Rotiiva AT gefragt. Aber trotz der mehr als 3.000 km Asphaltpisten bin ich mit der Laufleistung der Reifen mehr als zufrieden. Und durch den hohen Querschnitt der All-Terrain-Reifen werden zudem viele Bodenwellen und Unebenheiten einfach ausgebügelt. Habe schon Strecken als gut fahrbar gelobt, die andere Wohnmobilfahrer als katastrophal in Erinnerung haben.

Nokian Rotiiva AT: Langzeit-Test als Wohnmobil-Reifen

Kurven/Kreisel: 3.221 km (7,72 %)

Serpentinen und Kreisverkehre fordern die Reifen vor allem auf der Vorderachse schwerer Wohnmobile. Ich vertrete ja die Theorie, dass die südfranzösischen Kreisverkehre mehr kosten als die Autobahnmaut. Nicht nur Reifen. Sondern auch Kupplung und Bremsen. Vor allem aber Nerven.

Hingegen machen kleine toskanische Serpentinenstrecken mit den richtigen Reifen viel Spaß. Die Nokian Rotiiva AT haben sich aber auch auf diesen Strecken als robust und komfortabel erwiesen.

Nokian Rotiiva AT: Langzeit-Test als Wohnmobil-Reifen

Landstraße: 9.707 km (23,25 %)

Schnurgerade Landstraßen mit wenig Kreuzungen sind aufgrund der moderaten Geschwindigkeiten selbst mit grobstolligen Geländereifen noch einigermaßen zu fahren. Für die Bremsleistung bei plötzlichen Rentierquerungen stört aber zu viel negatives Profil.

Andererseits haben die relativ weichen und gut strukturierten Nokian Rotiiva AT zusätzliche Reserven bei Nässe und kühler Witterung. Habe das zum Glück nur einmal gebraucht. Aber es ist schon erstaunlich, wie kurz der Bremsweg von so einem Geschoss wie dem Mercedes Vario mit vernünftigen Reifen, achslastabhängiger Bremse und ABS ist.

Nokian Rotiiva AT: Langzeit-Test als Wohnmobil-Reifen

Autobahn: 24.746 km (59,28 %)

Die größte Herausforderung beim Test der All-Terrain-Reifen ist die Autobahn. Spätestens ab 80 km/h fangen die schönen, grobstolligen Geländereifen an zu singen. Das Brummen wird so laut, dass die Reifengeräusche selbst bei alten LKWs den Motor übertönen. Auch die schicken Offroad-Reifen auf den “echten” Geländewagen trüben das schöne Fahrvergnügen. Beim lahmen Land Rover ist das ja kein Problem. Aber redet mal mit Jeepfahrern über ihre BFGs und das Thema Autobahn.

Die Nokian Rotiiva AT überzeugen mich hingegen beim Test auf der Autobahn. Selbst bei der in Frankreich erlaubten Reisegeschwindigkeit von 110 km/h für schwere Wohnmobile kann man entspannt fahren, ohne dass die Reifen aufdringlich werden. Am besten natürlich mit gescheiter Fahrerhausschalldämmung. Ansonsten tun die Reifen auf der Autobahn das, was sie sollen. Sie rollen.

Nokian Rotiiva AT: Langzeit-Test als Wohnmobil-Reifen

Probleme mit den Nokian Rotiiva AT

Über den gesamten Reifentest von 41.747 km hatte ich zwei Probleme mit den Nokian Rotiiva AT. Einmal einen Reifenplatzer unterwegs in Schweden. Und einmal Sägezahn am rechten Vorderrad.

Allerdings können die Reifen nichts dafür, wenn ich mir einen Fremdkörper zwischen den Zwillingen einfahre, das Ventil abreißt und ich das auf der Schnellstraße zu spät merke. Durch die stabilen Seitenwände gab es aber zum Glück nur mit einem Reifen Probleme. Musste diesen Nokian ersetzen. Seitdem wird noch akribischer kontrolliert.

Nokian Rotiiva AT: Langzeit-Test als Wohnmobil-Reifen

Das zweite Problem mit einem Nokian Rotiiva AT resultierte aus zu viel Spiel im Radlager vorn rechts. Gemerkt aufgrund des Sägezahns auf der äußeren Reifenflanke. Dieser Reifen hängt jetzt als Ersatzrad unterm Wohnmobil. Ansonsten sind die Offroad-Reifen auch auf der Vorderachse unauffällig. Vorn links ist der Verschleiß nicht stärker als auf der Hinterachse.

Nokian Rotiiva AT: Langzeit-Test als Wohnmobil-Reifen

Lebensdauer von Offroadreifen auf dem Wohnmobil

Vor dem Test hatten meine neu gekauften Nokian Rotiiva AT 235/85 R16 Offroad-Reifen ca. 11 mm Profiltiefe.

Nokian Rotiiva AT: Langzeit-Test als Wohnmobil-Reifen

Von diesen 11 mm Profiltiefe sind nach 41.747 km noch 6 mm Restprofil übrig geblieben. Und zwar auf Hinter- und Vorderachse. Ohne Reifentausch.

Nokian Rotiiva AT: Langzeit-Test als Wohnmobil-Reifen

Auch die ins Reifenprofil eingeprägte Verschleißanzeige bestätigt nach 41.747 km eine Restlebensdauer der Nokian Reifen von 60 %.

Nokian Rotiiva AT: Langzeit-Test als Wohnmobil-Reifen

Gesamtbeurteilung und Kosten der Nokian Rotiiva AT

Die abgeschrappelten 5 mm Profil ergeben (bei mir) einen Reifenverschleiß von ungefähr 8.350 km pro mm Reifenprofiltiefe. Fahren würde ich die Reifen als Sommerreifen noch bis etwa 2 mm Restprofiltiefe.

9 Millimeter nutzbare Profiltiefe ergeben also bei linearer Abnutzung voraussichtlich 75.000 Kilometer Gesamtfahrleistung der Nokian Rotiiva AT. Für so ein schweres Wohnmobil bin ich mit der Lebensdauer der Nokian Rotiiva AT voll zufrieden. Zumal bei diesem für einen Wohnmobilreifen doch recht anspruchsvollen Nutzungsprofil

Entscheidend ist aber immer die Traktion eines Reifens offroad und onroad. Und da waren die All-Terrain-Reifen von Nokian in jeder der folgenden Einsatzbedingungen für mein Wohnmobil Mercedes 711 (T2/LN1) ein wirklich gelungener Kompromiss:

  • Offroad-Reifen (Nasse Wiese, Schlamm, Sandpiste, Wellblechpiste, Hartpiste): 963 km oder 2,31 % von 41.747 km
  • Allwetter-Reifen für die Landstraße (Asphaltpiste, Kurven/Kreisel, Landstraße): 16.038 km oder 38,42 %
  • “Hoch”-Geschwindigkeits-Reifen für die Autobahn: 24.746 km oder 59,28 %

Selbst bei glitschigen Bachdurchfahrten hat mich der Nokian sicher aufs andere Ufer gebracht. Auch wenn man die Streckenanteile von Wasserdurchfahrten nicht in Prozent der Nutzungsdauer im Testzeitraum ausdrücken kann.

Nokian Rotiiva AT: Langzeit-Test als Wohnmobil-Reifen

Bezahlt habe ich vor 3 Jahren 735 Euro für 7 neue Reifen. Das ergibt ohne Reifenschäden oder Platzer Reifenkosten von etwa 1 Cent pro Kilometer. Finde ich super. Vor allem bei diesem Nutzungsprofil auf einem schweren Wohnmobil wie dem Mercedes Vario.

Bin jedenfalls so zufrieden mit den gekauften Nokian Rotiiva AT, dass auch mein Jeep Wrangler auf die finnischen Geländewinterreifen umbereift wird. Der Stapel mit fünf neuen Reifen steht schon bereit.

Nokian Rotiiva AT plus 285/70 R17 als Winterreifen für den Jeep Wrangler

Infos zum Nokian Rotiiva AT

  • Der Test meiner Offroad-Reifen auf dem Wohnmobil lief von 2017 bis 2020.
  • Herstellerseite mit technischen Daten und Informationen zum Nokian Rotiiva AT: Klick
  • Mit solchen Sandblechen (zu den Offroad-Reifen) brauche ich mit dem Vario keinen Allrad: Klick

Alle Beiträge zur Umbereifung und Höherlegung

Damit alles schön übersichtlich bleibt, sind hier alle Beiträge zu meiner Umbereifung und Höherlegung auf dem Mercedes 711 aufgelistet. Die Vorgehensweise ist natürlich für alle T2/LN1 oder Vario gleich.

1. Erster (Fehl-) Versuch: Einzelbereifung Vario/T2 mit Unimogfelgen

2. Größere Winterreifen auf dem Wohnmobil: Ziele und Bedingungen

3. Vario Felgen für Einzelbereifung: Radbolzen entscheiden

4. Gemäß ABE zugelassene Reifengrößen für den MB 711 D

5. Supersingle oder Zwilling: Alle Rad-Felge-Kombinationen auf dem Vario/T2

6. Mein Favorit 235/85 R16 als Winter-, All-Terrain- oder Ganzjahresreifen auf dem Wohnmobil?

7. Demontage der Hutchinson Notlaufringe (Runflat)

8. Höherlegung des Fahrwerks

9. Achslastabhängigen Bremskraftregler ALB einstellen

10. Einbau Winkelgetriebe zur Tachoanpassung

11. Einbau längerer und verstärkter Stoßdämpfer

12. DEKRA-Abnahme und Eintragung der Reifengröße sowie der Höherlegung

13. Dauer-Test der Nokian Rotiiva AT Winterreifen auf dem Wohnmobil

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25 Antworten

  1. A.T. sagt:

    Abend Tom,
    Vielen Dank für diesen Erfahrungsbericht. Der hilft mir sehr bei meiner Entscheidung für den Reifenwechsel. Aber heute gibt es Nokian Rotiiva AT und Nokian Rotiiva AT plus. Weißt du, was der Unterschied ist?
    Viele Grüße aus Lippstadt
    A.T.

  2. Kay sagt:

    Hallo Tom,

    ein wunderbar gewissenhafter und sehr umfangreicher Test. Nokian wird Dich eines Tages als Tester anstellen wollen und ich werde keine Reifen mehr empfehlen sondern nur noch Deinen Test verlinken.
    Mit was hast Du die prozentualen Anteile ermittelt?

    Hab Dank im Namen aller Unentschlossenen

    mit Grüßen von Kay

    • Tom sagt:

      Danke Kay, aber der Zug mit der Anstellung ist schon lange abgefahren. Bin zufrieden mit meiner Arbeit. Das hier ist doch alles nur Hobby.

      Die Datenerfassung ist eigentlich gar nicht so schwer. Habe da eine kleine Tabelle auf meinem Handy und trage für jeden Fahrtag Datum, Kilometerstände und die Verteilung der gefahrenen Kilometer auf die einzelnen Straßenzustände ein. Das klingt jetzt schlimmer, als es ist. Sind doch nur fünf Zahlen pro Tag. Handy habe ich eh einstecken.

      Das Ausrechnen der prozentualen Anteile für die Nutzung des Nokian Rotiiva AT im Testzeitraum ist dann kein Hexenwerk mehr.

      Könnte aber natürlich noch mehr auswerten. In der Liste steht ja jeder einzelne Kilometer Wiese, Schlamm, Sand, Piste und Schnee drin. Asphalt dann noch mal getrennt in drei verschiedene Zustände. Wobei man sich natürlich immer streiten kann, ob die albanische Landstraße oder die bulgarische Autobahn nicht doch eher Asphaltpiste ist. Der serbische Waldstellplatz am Fruška Gora nun schlammige Wiese oder wiesiger Schlamm.

      Insofern sind natürlich auch die Prozentangaben bis auf die zweite Nachkommastelle Quatsch. Aber wenn ich die Daten gerundet hätte, wären viele Offroadstrecken komplett durchs Raster gefallen.

  3. Andreas sagt:

    Moin, hat sich was beim Verbrauch getan im Gegensatz zu den 225/75R16?

    • Tom sagt:

      Die Frage nach der Verbrauchssenkung aufgrund der größeren Reifen am Wohnmobil ist nicht einfach zu beantworten, weil ich ja parallel den Bus auch höher gelegt und mit einem Aufstelldach versehen habe. Die zusätzlichen 20 cm Gesamthöhe machen sich natürlich beim Luftwiderstand über die 15 % höhere Querschnittsfläche bemerkbar. Und der cw-Wert wird durch Tropendach & Co. auch nicht besser geworden sein. Dazu ist der Bus 20 % schwerer geworden.

      Ich vergleiche mal zwei Autobahnfahrten durch Frankreich. Freiburg – Narbonne. Bei 110 km/h Reisegeschwindigkeit habe ich mit dem Originalbus (2,9 m/4,5 t) und den kleinen 225/75 R16 Rädern 15,5 Liter auf dem Weg nach Marokko gebraucht.

      Jetzt mit dem großen und schweren Bus (3,10m/5,5 t) brauche ich mit den großen Nokian Rotiiva AT 235/85 R16 Rädern bei 110 km/h 14,0 Liter. Selbe Strecke durch Frankreich.

      Bei 100 km/h verbraucht der MB 711 jetzt 13,0 Liter. Vorher eher 14 Liter.

      Bei 90 km/h allerdings gibt es keinen Verbrauchsvorteil. Auf der Autobahn vielleicht. Aber das weiß ich nicht. Für mich heißt das Landstraße. Bergauf und bergab. Da ist der leichtere Bus im Vorteil. Und der Verbrauch hat sich trotz der größeren Reifen nicht geändert. 12,0 Liter.

      Also ja, ich brauche aufgrund der größeren Räder weniger Sprit. Aber ohne Gewichtszunahme und Höherlegung wäre die Ersparnis an Diesel bestimmt noch größer. Bei meinem Wohnmobil jedenfalls haben sich die größeren Nokian Reifen Rotiiva AT 235/85 R16 schon amortisiert.

  4. Andreas sagt:

    Das lässt mich hoffen, vielen Dank für die ausführliche Antwort!

  5. Olaf sagt:

    Ein ganz toller Bericht. So fein geschrieben.
    Habe für eine Umbereifung meines Sprinters den Rotiiva AT Plus 245/75-16 bestellt.
    Leider finde ich nirgends Angaben darüber, wie weit man den Luftdruck geschwindigkeits- und lastabhängig absenken darf, um schlechte Wegstrecken wie Sand etc. zu bewältigen.
    Wie macht ihr das mit dem Rotiiva AT?

    LG, Olaf

    • Tom sagt:

      Deine Frage zum Absenken des Reifenluftdrucks der Nokia Rotiiva AT kann ich Dir leider nicht aus eigener Erfahrung beantworten. Wie oben geschrieben, musste ich bislang auf Sandpisten den Luftdruck nicht einmal absenken. Das wäre zwar manchmal sinnvoll gewesen. Aber ich habe mir schlichtweg noch keinen 24-V-Kompressor gekauft, weil ich eigentlich mit einer Druckluftflasche liebäugele.

  6. Anonymous sagt:

    Habe bei Nokian direkt nachgefragt, auch was den achslastabhängigen Luftdruck für den Reifen betrifft. Bei Antwort melde ich mich wieder.
    In der Zwischenzeit widme ich mich weiter dem Armaflex. Yeah
    LG Olaf

  7. Eckard sagt:

    Danke für die diesen tollen Testbericht. Er ist viel instruktiver als die Standard-Tests der üblichen Verdächtigen, da er aus dem wirklichen Leben kommt.
    Eine Frage hätte ich, da mir der Reifenplatzer wegen dem eingeklemmten Stein Sorgend macht. Laut Nokian Pressemitteilung werden seit Februar 2017 die Seitenwände des Rotiiva AT mit Aramid verstärkt. Da Du den Reifen im Februar 2017 gekauft hast, ist er wahrscheinlich noch ohne die Aramid-Verstärkung. Kannst Du bitte mal auf der Seitenwand nachschauen, ob da was von Aramid steht?
    Hintergrund der Frage: ich möchte mit meinem Vario 616D später die Seidenstrasse und nach Sibirien fahren. Offroad habe ich bisher mit dem BFG AT KO2 beste Erfahrungen gemacht und weiß, dass der sehr stabile Flanken hat – bisher keinen Platten, obwohl 2€-Stück große Fetzen aus der Flanke gerissen wurden. Auf der anderen Seite würde ich auf dem Vario gerne einen Reifen mit einer besseren Wintertauglichkeit fahren.

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