ᐅ Mercedes T2/LN1: Unterschiede technischer Daten MB 609, 711, 814

Mercedes T2/LN1 bzw. T2neu sind die 2. Generation der Großtransporter T2. Ein Vergleich der technischen Daten von MB 609 D, MB 711 D und MB 814 D mit Schwerpunkt auf den Euro-1-Modellen.

Mercedes T2/LN1: Technische Daten, Unterschiede Motor, Getriebe, Achsen 609, 711, 814

Vergleich der Mercedes T2/LN1 (MB 609 / 711 / 814)

Der Mercedes T2/LN1 bzw. T2 neu oder T2N wurde in vielen Varianten mit verschiedenen Sonderausstattungen verkauft. Mir geht es in diesem Beitrag nicht um eine vollständige Auflistung aller Sonderausstattungen “SA” und Varianten des T2 neu. Sondern um die Frage, worin sich mein Mercedes 711 Gruppenkraftwagen (Baumuster 669) vom Mercedes 814 (T2N, Bm 670) unterscheidet. Und wenn ich schon mal beim Recherchieren bin, kann ich auch den Mercedes 609 (Bm 668) mit betrachten.

Für mich interessant ist dabei die Frage, welche Baugruppen bei einem Motortausch zur stärkeren Version mit dem OM 364 LA aus dem MB 814 D mit getauscht werden sollten. Dies sind vor allem Getriebe und Achsen. Aber auch Lenkung und Bremsanlage unterscheiden sich bei den verschiedenen Versionen des T2 neu. Möglicherweise sind auch Rahmen, Bremsgeräte, die automatische lastabhängige Bremse ALB und ABS-Steuergeräte unterschiedlich.

Die kleinen T2/LN1 wie den MB 507 D mit OM 616, den MB 508 D mit dem OM 601 und den MB 510 mit dem Benzinmotor M102 lasse ich mal ebenso außen vor wie das einzige Allradmodell MB 814DA. Das sind zwar auch T2/LN1, aber für mich uninteressant. Darüber hinaus gibt es natürlich immer Sonderausführungen, z.b. für Rettungswagen RTW.

In den Tabellen sind für die einzelnen Merkmale jeweils die Quellen für die technischen Daten zum Mercedes T2/LN1 angegeben. “A11” steht z.b. für die Betriebsanleitung, Seite 11. “B93” ist die Einführungsschrift in den Kundendienst, Seite 93. Und “C718” ist das Werkstatthandbuch, Seite 718. Die Seitenangaben aus dem Werkstatthandbuch für den Mercedes T2/LN1 stehen allerdings so nirgendwo zum Nachlesen. Das ist nur meine interne Kennung. Damit ich bei Rückfragen meines Prüfers die technischen Daten wiederfinde.

Wer Hinweise zu den technischen Daten der verschiedenen Mercedes T2/LN1 hat, den bitte ich dringend um Preisgabe seines Wissens über die Kommentarfunktion.

Unterschiede der Motoren beim Mercedes T2/LN1

Da ich kein Motortabellenbuch zum OM 364 habe, fällt es mir etwas schwer, die genauen Unterschiede der Motoren festzustellen. Ich lasse die entsprechenden Felder mal frei und hoffe auf eure ergänzenden Angaben.

Bei einem kompletten Umbau vom Motor OM 364 A auf OM 364 LA incl. Einspritzpumpe, Lüfter, Abgasturbolader und Ladeluftkühler sollte man jedoch alle Probleme beim Upgrade auf den leistungsstärksten Motor im T2/LN1 mit erschlagen.

Die Ersatzteilnummern stammen von den beiden angegebenen Beispielmotoren aus meinem MB 711 D (Bm 669) und einem 814 (Bm 670) mit Euro 1. Die Daten der beiden 1993 erstzugelassenen Mercedes Großtransporter sind natürlich wie alles hier ohne Gewähr. Gleiche Ersatzteilnummern heißen aber gleiche Teile im T2/LN1. Und das ist interessant. Doch Kolben, Pleuel, Kurbelgehäuse und Turbolader sind unterschiedlich. Die ESP sowieso.

 
Mercedes T2/LN1 MB 609 MB 711 MB 814
Fahrzeugtypen C3 609, 709 611, 711, 811 614, 714, 814
Motortyp C3 OM 364 OM 364A OM 364LA
Beispielmotor 364.957 Euro 1, 77 kW (105PS) 364.986 Euro 1, 100 kW (136 PS)
Euto 0: Leistung/ Drehzahl B51 66 kW/ 2800 85 kW/ 2600 kein Euro 0
Leistung EURO 1 mit Starrlüfter C3 63 kW 77 kW/ 2600 100 kW/ 2600
Leistung EURO 1 Viskolüfter C3 65 kW 79 kW 102 kW
Drehmoment bei Drehzahl B51 266/1400 378/1500
Abgasturbolader KKK: A3640962299 Garrett/ Airesearch: A3640962499 KKK: A3640962399 Schwitzer: A3640963099
Ladeluftkühler (nur OM 364 LA) A6705000301
Wasserkühler A6685000701 (im MB 711 als SA M50, erhöhte Kühlleistung)
Wasserpumpe A3642002001
Ölkühler A3551801265 oder A3561800065
Ölpumpe A3641800101
Motorgewicht B51 330 kg 340 kg ??
Kolbenbodenkühlung ?? ??
Kolben, trockene Laufbuchsen, Reparaturstufe 1 A3660300218  A3660308417 A3660301118 A3660307417
Pleuelstange AA3660303520 A3660303620
Kurbelwelle A3640301402
Schwungrad mit Zahnkranz A3640300105
Nockenwelle A3640500601
Kurbelgehäuse A3640101250 A3640101550
Zylinderkopf A3640105220
Ölwanne A3640100313
Einspritzpumpe A0200744402 A0230740402 ESP mit RQV-Regler und Angleichung Ladedruck A0200744502 oder A0230740302

Kupplung und Getriebe beim Mercedes T2/LN1

Die Getriebe im Mercedes T2/LN1 richten sich serienmäßig nach der Motorleistung. Es gibt noch andere Getriebe G3 mit anderen Übersetzungen der einzelnen Gänge. Die Tabelle mit den technischen Daten enthält nur die serienmäßigen Getriebe und keine Privatumbauten.

 
Getriebe T2/LN1 MB 609 MB 711 MB 814
Fahrzeugtyp B83, B90 609, 709, 809 711, 811 814, SA 711, 811
Kupplungsgehäuse A6702510501
Kupplungsscheibe (neu, asbestfrei) A0102508603/ A132509203
Getriebetyp G2/27-5/7,36 G2/27-5/6,17 G3/60- 5/7,5
Übersetzung 1. Gang 7,355 6,171 7,508
Übersetzung 2. Gang 3,977 3,337 3,986
Übersetzung 3. Gang 2,258 1,894 2,302
Übersetzung 4. Gang 1,393 1,325 1,387
Übersetzung 5. Gang 1,0 1,0 1,0
Übersetzung Rückwärtsgang 6,671 5,597 6,932
Getriebeölkühler nein nein A6685001001
Schaltknüppel Unterteil A6682670202
Gewicht ?? ??
Einbaulänge ?? ??
Getriebeträger A6682420102 A6682420402
Querträger Getriebe (Nr. 3) A6673105537 A6673105637
Flansch Abgang 6-Loch 8-Loch 8-Loch
Länge Kardan 1 ?? ??

Unterschiede Rahmenquerträger Getriebe G2/27 und G3/60

Von Mercedes wurde das größere G3 für den Mercedes 711 als Sonderausstattung empfohlen, wenn Anhängerbetrieb vorgesehen war. Ein Umbau vom Getriebe G2/27 auf das größere G3/60 muss also mit anderer Kardanwelle und Getriebeträger prinzipiell möglich sein.

Auf den Fotos von Max sehe ich ein ausgebautes G3/60 aus einem MB 714 mit 8-Loch-Flansch. Da die Ersatzteilnummern aus einem MB 814 D mit G3/60 und meinem 711 D mit G2/27 fürs Schwungrad, das Kupplungsgehäuse und die Kupplungsscheiben gleich sind, werden doch wohl auch die Eingangswellen gleich sein.

Allerdings sieht man im Vergleichsfoto der beiden Getriebe G3/60 und G2/27 aus dem MB 714 von Max und meinem MB 711, dass der hintere Getriebequerträger Nr. 3 schräg angesetzt ist.

Mercedes 711 T2-LN1 mit Getriebe G2-27, Vergleich zum G3-60

Der Querträger Nr. 3 für die hintere Getriebeaufhängung ist aber nur geschraubt und lässt sich bestimmt drehen. Nur hat der Querträger im MB 814 mit dem G3/60 (A6673105637) eine leicht abweichende Ersatzteilnummer als der im MB 711 (A6673105537). Wenn man Glück hat, ist der Rahmenquerträger Nr. 3 aber ähnlich und beim Einbau des G3/60 nur ein Schraubenloch verdreht montiert. Deswegen auch der andere Getriebeträger hinten.

Beim Getriebeumbau vom G2/27 auf das G3/60 im MB 711 müsste man den Querträger 3 umbauen oder besser wechseln. Um den Getriebeträger am 711er zu wechseln, müsste man aber den halben Rahmen zerlegen. Die Schrauben werden sich zwar lösen lassen. Aber der Querträger wird zwischen den Längsträgern nicht freiwillig rauswollen. Hmm. Der verdrehte Querträger ist der Haken am Getriebeumbau vom G2/27 auf das stärkere G3/60.

Varianten der Lenkung beim Mercedes T2/LN1

Verschiedene zulässige Achslasten erfordern auch verschiedene Lenkgetriebe im Mercedes T2/LN1. Abgesehen von der mechanischen Lenkung L3Z hat Mercedes im T2N die Servolenkung LS2A sowie den größeren Bruder LS3D verbaut.

Bei einem Umbau der Vorderachse sollte man das Lenkgetriebe am besten vom Rahmen lösen und die Lenkwelle mit dem Lenkstockhebel und der Lenkschubstange gleich montiert lassen.

 
Lenkung T2/LN1 MB 609 MB 711 MB 814
Fahrzeugtyp B114 609 711 809, 811, 814
Lenkungstyp B113 L3Z LS2A als SA im GruKw LS3D
Lenkungsart B113 Mechan. Servo Servo
Lenkstange 14 mm 18 mm

Vorderachsen der Großtransporter T2 neu

Die Vorderachsen der T2/LN1 unterscheiden sich vor allem hinsichtlich der Bremsen sowie der Radbolzen. Aber auch die Federn sind unterschiedlich aufgesprengt.

 
Vorderachse T2/LN1 MB 609 MB 711 MB 814
Achstyp B93 VL1/9c-2,3 VL1/9c-2,3 VL1/10c-2,5
Fahrzeugtyp B93, C777 609 709, 711 809, 811, 814
Zul. Achslast B93, C780 2.100 kg 2.300 kg 2.500 kg
ABS ja ja
Bremsscheibe B93 304 mm 304 mm 324 mm
Federbriden
Hinweis Vorderfeder B97 Federn links/rechts sind zum Gewichtsausgleich unterschiedlich aufgesprengt
Radbolzen M14 M14 M18

Hinterachsen beim Vario-Vorgänger

Abgesehen von der sowieso schwächeren Hinterachse H0 im Mercedes 609 unterscheiden sich auch die Hinterachsen HL2 der beiden größeren Varianten des Mercedes T2/LN1. Unterschiede sind vor allem die Größe der Bremsbeläge und damit die gesamte Bremsfläche sowie die Radbolzen und damit die möglichen Felgen.

Dazu gibt es noch eine komplett andere Bremsanlage. Im großen Mercedes 814 konnte das Fahrzeug mit Druckluftanlage oder Unterdruckanlage bestellt werden. Ich habe jetzt schon einige Mercedes T2N 811 und 814 gesehen, die eine Unterdruckanlage verbaut hatten. Die druckluftgebremsten Mercedes T2 sind leicht am kleinen Hebel für die Feststellbremse links im Armaturenbrett zu erkennen.

 
Hinterachsen MB 609 MB 711 MB 814
Achstyp Serie B96 HL0/ 6-3,9 HL2/ 15-5,8 HL2/ 15-5,8
Fahrzeugtypen B96 609 709, 711 809, 811, 814
Übersetzung Serie B96 3,73 3,15
Zul. Achslast C780 2.200/ 2.500/ 3.300/ 3.900 4.300/ 4.700 kg 5.600 kg
Differentialsperre? SA SA SA
Radbolzen M14 M14 M18
Felgen 16′ 16′ 17,5′
Federbriden
Hinweis Hinterfeder Federbuchse vorn aufgeweitet, hinten zylindrisch, also rechts / links unterschiedlich
Bremsfläche pro Achse B111 780 cm² 930 cm² 1130 cm²
Breite Bremsbelag B111, C879 85 mm 100 mm 120 mm
Dicke Bremsbelag C889 neu 10 mm / 1: 10,5 mm / 2: 11,0 mm
Verschleißgrenze C889 Mindest-Bremsbelag 3,5 mm
Ø Bremstrommel mit Reparaturstufe C879, C889 300 mm / Rep. Stufe 1: 301 / 2: 302 mm
Ø Radbremszylinder B111, C889 30 mm 30 mm 31,75 mm
Bremsgerät Unterdruck B110 225T 280T 280T
Unterdruck-Vorrat B110 5 l 30 l 30 l

Sonstige Unterschiede der Mercedes T2/LN1

Keine Informationen habe ich zum Rahmen  der T2 neu gefunden. Ich glaube, dass die Rahmenträger unterschiedliche Dimensionen haben und jeweils um 0,5 mm abweichen. Habe dafür jedoch keine Quelle gefunden. Da hilft wahrscheinlich nur nachmessen.

Quellen und Infos zum Mercedes T2/LN1

  • [A] Daimler-Benz AG: Betriebsanleitung Mercedes-Benz 510, 508 D, 609 D, 709 D, 711 D, 809 D, 811 D, 814 D, O 609 D, O 611 D, O 614 D, Ausgabe C, Stuttgart 1992: Klick
  • [B] Daimler-Benz AG: Neue Transporter 507 D – 811 D (T2), Einführungsschrift für den Kundendienst, Stuttgart 1986 (also ohne MB 814 D), Bestellnummer A6510302200, Beispiel für den T1: Klick
  • [C] Werkstatthandbuch T2N Original, laufend durchnummeriert

Ich habe leider keine Tabellenbücher für den Mercedes T2/LN1. Vielleicht hat noch jemand eins rumliegen und kann mal nachschlagen. Oder braucht es nicht mehr und will es in bibliothekarisch wertschätzende Hände abgeben.

Auch sonst nehme ich Hinweise, Ergänzungswünsche und Korrekturvorschläge gern an. Ihr seht ja, dass in den Tabellen noch Lücken sind, die ich gern schließen würde. Setze da ein bisschen auf eure Mitwirkung. Ansonsten wisst ihr ja, wozu die Kommentarfunktion da ist.

Und ihr wisst auch, dass ihr hier keine Werbeanzeigen angucken, nichts bezahlen oder spenden müsst. Ich mich aber über Feedback freue. Am meisten über ergänzende Hinweise und Insiderwissen. Ein paar Sternchen machen es aber auch.

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58 Antworten

  1. Sebastian sagt:

    Hallo Tom, erstmal vielen Dank für deine gleichermaßen unterhaltsame wie informative Seite. Bitte weiter so 🙂
    Den Vergleich hier finde ich sehr interessant. Um die Verwirrung komplett zu machen, müsstest du aber noch die Euro2-Modelle mit aufnehmen. Ich fahre einen solchen 711D mit OM364LA mit 77kW. Also nur weil ein Ladeluftkühler dabei ist, hat man nicht automatisch mehr Leistung. Nicht, dass jemand aufrüsten will, sich nen OM364LA besorgt und dann doch nur mit 105PS unterwegs ist 😉
    Worin allerdings der genaue Unterschied liegt, hab ich auch noch nicht herausgefunden…
    Viele Grüße, Sebastian

    • Tom sagt:

      Das ist ein super Hinweis mit dem OM 364 LA im Mercedes 711. Meine Einführungsschrift ist nur zu alt für die “neuen” Euro 2 Modelle. Ich sammle erstmal noch ein paar Daten und ergänze das dann oben.

      Ich denke, dass Mercedes für die Euro 2 Modelle des T2/LN1 Einspritzzeitpunkt und Einspritzmenge geändert hat, um den Schadstoffausstoß zu minimieren. Das geht natürlich auf Kosten der Leistung, so dass zum Ausgleich ein Ladeluftkühler erforderlich wurde.

  2. Klaus sagt:

    Sali Tom, ja, dem ersten Satz von Sebastian kann ich mich nur anschließen. Hab mir gestern mal die Vorstellung von Roomtour auf YT des neuen Grand California auf Basis des Crafters 4Motion angeschaut. Fzg hat 2,0 l Diesel mit 177 PS, EU 6d temp., 8 Gang Wandlerautomatik, alle nur erdenklichen elektr. Assistenten und ein zul. GG von 3,5 t. Wenn Diesel- und Wassertanks gefüllt und 2, 5 Pers. an Bord sind, bleiben noch 350 kg Zuladung. Das Hochbett für Kinder als auch das Hauptbett ist von den angegebenen Abmessungen her danach mehr eine Mogelpackung.
    Charme und Charakter und Individualität bleiben da dann eher außen vor.

    Toll finde ich auch, daß Du Dir ebenso Gedanken zur Gesundheitsverträglichkeit machst.
    Alu z. B. kommt so nicht auf diesem Planeten vor, sondern muß unter großem Energieaufwand aus dem Grundmaterial Bauxit gelöst werden. Wenn Du Alu z. B. als Wärme-Verteilerplatte im Fußboden verwenden willst, wie wäre es alternativ mit einem Kupferlochblech.
    Kunststoffoberflächen sind heute für Wände und Möbel in ExMo schon fast als Standard gesetzt. Was die Wenigsten wissen, ist, daß sich der Feinstaub auf die ausdiffundierenden Weichmacher & Co legt und so lungengängig eingeatmet wird. Die glatten, spiegelnden KS-Oberflächen wirken zudem nicht nur kalt, sondern das Auge fokussiert permanent zwischen der Oberfläche an sich und den sich darin spiegelnden Bildern, was dann unser Gehirn in einem Dauerrechenzustand hält. Viele sind jedoch bereits derart abgestumpft, daß sie das vordergründig gar nicht mehr bemerken. Irgendwann kann dann der Körper nicht mehr länger kompensieren. Gleiches gilt für die WLAN-Sender oder Wechselrichter an Bord.

    Ein Ausbauer meinte jetzt auf meine Frage zu den glatten KS-Oberflächen, daß die doch sehr praktisch wären.

    Von daher möchte ich Deinen Gedanken zu Holzwolle, Hanf und Zirbe hier nochmals aufgreifen und da ich eher weniger zu einem Bus oder Kasten tendiere, würde ich anstatt Alu evt. V2A wählen. Denn auch auf einen Vario kann man eine Wohnkabine setzen, die dessen Charme und Charakter unterstreicht.

    Herzlichst

    Klaus

    PS:
    Leider wird der 818 AK wenn frühestens im Sommer verkauft…..

    • Tom sagt:

      Warte mal, du bist hier in den Beitrag über die technischen Unterschiede der verschiedenen Mercedes T2/LN1 reingerutscht. Und ich weiß natürlich nicht, wie man Kommentare verschieben kann.

      Aber egal, macht nichts. Ja, das Aluminiumblech nehme ich nur, weil ich noch so viel davon habe. Nun soll die Wärmeleitung ganz Bio werden. Muss das aber erstmal ausprobieren, bevor ich das hier groß verbreite.

      Aber 350 kg freie Nutzlast beim Crafter Wohnmobil halte ich für ein Gerücht. Dieser Wert wäre für ein vollgetanktes Allrad-3,5-t-Wohnmobil mit Fahrer, Beifahrer und Kind regelrecht sensationell. Das will ich auf der Waage sehen.

      • Klaus sagt:

        Vielleicht waren es auch nur 150 kg.
        Auf alle Fälle eher wenig.
        Ist halt mehr ein Campingplatz-Camper.
        Seit der Sch…-EU-Führerscheinregelung gehen auch die Sprinter nur noch bis 3,5 t.

        • Tom sagt:

          Na, da kommen wir der Sache schon näher. Und das wahrscheinlich mit nur 20 Liter Wasser. Und leerer Gasflasche. In der Zeit vor meinem LKW-Anfang hatte ich mir mal einen Allrad-Sprinter konfigurieren lassen. Der hatte gerade mal 1.070 kg Nutzlast. Das reicht nicht für einen Wohnmobilausbau und 7 Passagiere. Deswegen ist es ja erst der Mercedes LK und später dann der Mercedes T2/LN1 geworden. Die bringen die passende Nutzlast mit.

  3. Michael sagt:

    GETRIEBE S 5-42 -7.72 – 0.76 , 16 Zoll, ACHSUEBERSETZUNG I = 4.3,Drehzahl 2186
    GETRIEBE G 60-6/9,2-1,0 , 16 Zoll , ACHSUEBERSETZUNG I = 2,923 , Drehzahl 1914
    GETRIEBE G 56-6/6,29-0,78, 16 Zoll , ACHSUEBERSETZUNG I = 3,636 , Drehzahl 1820
    GETRIEBE S 5-42 – 7.72 – 0.76, 16Zoll , ACHSUEBERSETZUNG I = 3,636, Drehzahl 1810
    GETRIEBE G 56-6/6,29-0,78, 17,5 Zoll ,ACHSUEBERSETZUNG I = 3,636 ,Drehzahl 1796
    GETRIEBE S 5-42 -7.72 – 0.76 , 17,5 Zoll, ACHSUEBERSETZUNG I = 3,636,Drehzahl 1750
    GETRIEBE G 56-6/6,29-0,78 , 17.5 Zoll , ACHSUEBERSETZUNG I = 3,154 , Drehzahl 1558
    GETRIEBE S 5-42 -7.72 – 0.76 ,17,5 Zoll, ACHSUEBERSETZUNG I = 3.154 ,Drehzahl 1518

    Es lohnt sich also sehr, bevor gekauft wird nach der GETRIEBE/ ACHSUEBERSETZUNG
    Zu sehen.Die oben genannten Drehzahlen sind auf 90 kmh bezogen. Lezterer mit UpM
    1518 darf ich ganz leise mein Eigen nennen.

    Allgemeine Info`s

    Das Getriebe für die “Kleinen” heißt: G2/27-5/7,36 (Baumuster:712.201),
    für die Großen kommt das : G2/27-5/6,17 (Baumuster:712.213)
    zum Einsatz (Also 711er und 811er).

    Der 711er hat das Getriebe
    G2/27-5/6,17
    G3/55-6/8,5
    G3/60-5/7,5

    Alles Gute
    Michael

    • Tom sagt:

      Vielen Dank für die Liste, Michael. Mich interessiert vor allem der Umbau. Also die Austauschbarkeit des G2/27 durch ein G3/60 oder ähnliches. Beim Mercedes T2/LN1 sind Schaltmimik, Aufhängung und Kardanwelle komplett anders. Möglicherweise auch die Kupplungsglocke. Die Kombination gab es aber als Sonderausstattung, also muss es irgendwie gehen.

  4. Max sagt:

    Hallo Tom,
    Ich lese schon lange dein Blog und habe hier schon sehr nützliche Infos bekommen… ich Fahre ein T2/LN1 714D (Baumuster 669.363), dieses mal kann ich es nicht lassen und muss ein Kommentar schreiben.
    Deine Recherchen stimmen , so vertieft habe ich mich in das Thema nie, allerdings kann ich auf Wunsch dir alle Teilenummern der Komponenten (Rahmen, Federung, Felgen, Motor+Getriebe) geben… bei der Ersatzteilsuche sehe ich aber immer wieder dass es sehr viele Gemeinsamkeiten gibt.
    Grundsätzlich sind im 714 die Lenkung und die Achsen gleich wie im 711, Federung und Rahmen können wir vergleichen, das Fahrerhaus (Baumuster 670.527 bei mir maxi Radstand) ist bestimmt auch das gleiche, Motor (OM364LA Baumuster 354.923) sollte die gleiche Aufhängung haben wie vom 364A, Getriebe (G3/60 5-7,5 Baumuster 714.088) ist länger und stützt sich auf einen Rahmenquerträger…
    Ich stehe dir gerne zur Verfügung.
    Grüße, Max.

  5. Sebastian sagt:

    Interessant. Deiner ist vom Baumuster 669.363 ein 711D, Kastenwagen lang. Durch den Code ML9 – Motor Euro 2 – mutiert er zum X14, dank Aufladung und LLK. Meiner ist vom Baumuster ein 669.062, also 709D, Kastenwagen mittel. Dank ML9 ist daraus ein 711D geworden (Verkaufsbezeichnung und Leistung). Interessant wäre noch, warum deiner zum 614D “downgegradet” wurde. Ist das ein Basisfahrzeug für ein Wohnmobil gewesen?

    • Max sagt:

      Der 714D bzw. 614D war eine Art Sonderanfertigung… wurde als So.KFZ Bürofahrzeug angemeldet. Technisch sind 6600 kg Gesamtmasse möglich (2300 VR + 4300 HR) also ein 7er…
      Zugelassen ist er aber für 5900 kg, wahrscheinlich daher die 6er Bezeichnung (auf den Typenschilder steht 614D-KA, auf dem Fahrzeugschein 714D)…
      Eigentlich egal: wichtig sind Baumuster und (am Wichtigsten!) die verbauten Teile.

  6. Tom sagt:

    Danke für eure Mitarbeit. Nur so wird das was. Ich habe jetzt zusätzlich zu den Angaben von Max zu seinem MB 714 D die Fahrgestellnummer und Daten sowie Fotos von einem MB 814 mit Euro 1 (beide natürlich T2/LN1). Konnte daher oben in den Tabellen die Ersatzteilnummern von diversen Bauteilen aus dem MB 711 und dem MB 814 D ergänzen und vergleichen. Besonders von Motor, Getriebe und Kupplung. Aber auch von Ölpumpe, Ölkühler und Einspritzpumpe.

  7. Lothar sagt:

    Hallo Tom,

    ich bin auch seit einigen Monaten “heimlicher” Mitleser in deinem Blog, da ich auch plane, ein Reisemobil für Fahrten in Europa zu bauen. Das Fahrgestell hab ich(MB Vario 816D Automatik), die Kabine soll demnächst draufkommen. Deine Seite finde ich Klasse, ob ich als Nicht-Automechaniker mich allerdings technisch soweit vortraue wie du, bezweifle ich.

    Ich weiß nicht, wo ich meine Frage platzieren soll, ich habe nämlich ein Problem. Scheinbar hast du und andere keine Probleme mit dem Anlasser. Nach einigen Wochen ohne zu fahren und die Batterien(Pardon Akkus) zu laden, will die Gurke nicht mehr anspringen. Ich weiß, der Vario ist ein Modell weiter als dein Kastenwagen. Vielleicht hast du trotzdem einen Rat.

    Letzten Freitag hatte ich den 24h-Servicewagen von Mercedes hier. Das Ergebnis war etwas enttäuschend. Der Motor springt nach Aufladen der Akkus bzw Tausch weiterhin nicht an, der Anlasser macht keinen Ruck. Die Jungs haben immer nur gejammert, wie eng die Verhältnisse unter dem Fahrzeug sind, der Wagen müsse auf eine Grube – da es ein Automatikfahrzeug ist, heißt das Abschleppen mit großem Geschirr.

    Wenigstens haben sie irgendwann doch ein Kabel von den Akkus zum Anlasser gezogen und dann hat er auch gedreht. Auf ihrem OBD-Gerät haben sie dann einen Fehler gefunden: das Startrelais sei defekt, ich bräuchte einen neuen Anlasser. Nicht hier, nicht jetzt: ergo Abschleppen. Kosten ca. 500€ nur das Schleppen.

    Ich kenne nur einen Magnetschalter(=Relais) am Anlasser, gegen den hatten sie zwischenzeitlich auch etwas lustlos geklopft. Weißt du zufällig, was die meinen mit Startrelais? Ich finde nirgends Informationen zu einem 2.Relais am Anlasser. Oder hast du Infos, wo man dazu was finden kann. Ich bin mit meinem Latein am Ende.

    Gruß
    Lothar

    • Tom sagt:

      Mach doch nicht so viel Senf. Strom scheint beim Anlasser ja anzukommen. Ein Anlasser ist ein Verschleißteil. Besorge dir einen aus dem Zubehör, bau den ein und habe die nächsten 20 Jahre wieder Ruhe.

      Der Anlasser kostet auch nicht mehr als zwei bis drei Stunden basteln lassen in der LKW-Werkstatt.

  8. Klaus sagt:

    Hallo Tom,

    einen brauchbaren Vario (!) als Kastenwagen zu finden ist wie die Nadel im Heuschober zu suchen.
    Wie siehst Du den Vario (814-818) mit 4.250 mm Radstand?
    Geht der ob der Abmessungen überhaupt für leichteres Gelände?

    Liebe Grüße
    Klaus

    • Tom sagt:

      Klar kannst du auch den Vario mit langem Radstand kaufen. Wenn du ihn 20 cm höher legst, hat er auch denselben Böschungswinkel wie meiner. Aber kürzer ist immer besser. Und da geht es gar nicht um großes Offroad fahren. Sondern um sowas einfaches wie Wenden auf einer schottischen Bergstraße, das Rangieren auf dem Campingplatz oder die Suche nach einer Parklücke in der Stadt.

      Auf richtigen Pisten würde ich mir da die allerwenigsten Sorgen machen. Bloß Anhängerkupplung und solche Dinge musst du dann halt weglassen.

  9. Klaus sagt:

    Habe ich mir irgendwie gedacht ….
    Kann man denn beim Kastenwagen mit Normaldach dieses gegen ein Hochdach tauschen?

    • Tom sagt:

      Für Geld gibt’s bei Mercedes fast alles. Weiß aber nicht, ob du den Umbau von flach auf hoch bezahlen willst.

      Denke daran, dass es drei Versionen gibt: Die ganz flachen T2/LN1 haben genauso wie der Vario über der Seitenscheibe keine Querscheibe mehr. Typisch für Feuerwehrwagen. Die mittleren haben zwar hohe Türen mit oberem Querfenster und die hohe Frontscheibe, aber kein Hochdach. Und dann gibt es noch meine Ausführung mit hohen Türen und Hochdach. Was anderes würde ich beim Vario nicht kaufen.

      Andererseits könnte man aus der ganz flachen Version des T2/LN1 ein Alkovenmobil oder (besser) ein containerfähiges Weltreisemobil bauen. Und so hat halt jede Ausführung des T2/LN1 Vor- und Nachteile.

      Mit anderen Worten: Du musst keine Panik haben. Es wird schon mal einen passenden Vario geben.

  10. Klaus sagt:

    Hmm, …. fast… Du sagst es, denn die Höherlegungssätze z. B. bekommt man nach Deiner Aussage für kein Geld der Welt mehr bei MB ….. : )

    Warum fährst Du einen Jeep und keinen Lada Niva?
    Ich denke mal, das Auge fährt mit.
    Varios mit Kofferaufbau in 1A-Zustand gibt es als 816 und 818 mehr als genug.
    Doch zeige mir nur einen einzigen Auf/Ausbau als WoMo, ExMo, der nicht analog daher kommt wie ein Lada Niva, wobei ich nichts gegen einen Lada Niva habe.
    Hinzu kommt, daß der Vario in der Form nur Nachteile gegenüber einem kurzen MB917 hat.

    Wenn Vario, dann als 814-818 Kastenwagen mit Hochdach, mittlerem Radstand, höhergelegt und 16″Reifen so groß/breit wie möglich.

    Genial finde ich dazu den Gedanken eines Aufstelldachs, das nicht nur einseitig hochfährt, sondern beidseitig und das mit einer in die Küchenbauform integrierten Treppe wie bei der Visionsstudie von Hymer auf Sprinterbasis.

    • Tom sagt:

      Ich fahre Jeep und nicht Lada, weil ich wenigstens ein Auto brauche, um dass ich mich nicht kümmern muss.

      Wenn du insofern schon beim Vario Angst vor der Ersatzteilversorgung hast, solltest du wirklich mal über ein Neufahrzeug mit langer Garantie nachdenken. Das gibt zumindest gefühlt wesentlich mehr Sicherheit.

  11. Klaus sagt:

    Hab gerade mit einem Händler für gebrauchte LKW telefoniert, der gute Referenzen und nicht wenige der Varios und dessen Vorgänger auf dem Hof hat.
    Mercedes habe zum Jahreswechsel die Ersatzteilproduktion für den Vario und Vorgänger eingestellt.
    Was es noch gebe, komme aus Lagerbeständen.
    Gleiches gelte für den seriösen Zubehörmarkt.

  12. Klaus sagt:

    Jetzt wo Du es sagst ….
    Ich wußte doch, das ich etwas vergessen hatte.

    Aber vielleicht wirst Du demnächst auch die Erfahrung machen dürfen, daß es bestimmte Dinge einfach nicht mehr zu kaufen geben könnte, weil es sie nicht mehr gibt.

    Vario hat der als Kastenwagen nur einen und der hat mir zu viele km auf der Uhr. Alles andere sind 609 und 406 o. ä.

    Desweiteren ist die Info für mich generell nur schwer nachvollziehbar, da der Vario bis 2013 produziert wurde.

    Deshalb meine Frage, ob Dir das bekannt ist, ob das zutrifft und ob Dir, wenn dem so ist , Quellen bekannt sind, woher man Teile nachwievor beziehen kann.

    Leider hat der Vario keinen Nachfolger, zumindest ist mir keiner bekannt.
    Und nicht jeder ist ein Bastler und Schrauber so wie Elefanten z. B. nicht auf Bäume klettern können. : )

    • Tom sagt:

      Gut, du hast den Scherz zur Verfügbarkeit der Varios verstanden.

      Aber du kennst doch bestimmt meinen Beitrag zu den Basisfahrzeugen für ein Expeditionsmobil? Da hab ich mir doch mal Gedanken um die verschiedenen Typen von angehenden ExMo-Fahrern gemacht. Also wem was zu empfehlen ist.

      Im Internet kannst du schreiben, was du willst. Aber zu dir selbst solltest du ehrlich sein. Traust du dir so ein “altes” Wohnmobil zu? Willst du dich wirklich um Bremstrommeln selber kümmern, weil Mercedes keine mehr liefern kann? Brauchst du Garantie und Vollkasko, um zu verreisen? Oder bist du vielleicht nur wegen zu viel Internetlektüre von einem bestimmten Modell angefixt?

      Und ist dir vor allem klar, wie teuer so ein alter LKW wird, wenn man nicht selbst schrauben kann oder will? Wie gesagt, Stundensatz 165 Euro. Und dann suchen die Herren in den Werkstätten erstmal eine halbe Stunde den Computeranschluss. Zack, 80 € weg.

  13. Klaus sagt:

    Mein Augenmerk gilt einem Vario ab ca. 2008.
    Deshalb meine Frage, wie Du die Aussage bez. Ersatzteilverfügbarkeit siehst.

    • Tom sagt:

      Tja, die goldenen Zeiten sind auch bei Mercedes vorbei. Aber letztlich bedeutet es nur, dass man sich mehr selber kümmern muss. Und da ist ein Fahrzeug ohne Sensorik weitaus besser aufgestellt als ein vermeintlich junger Vario.

  14. Klaus sagt:

    Mit einem Vario muß ich auch nicht in die Werkstatt einer großen MB-Niederlassung.
    Generell favorisiere ich auch bei Pkws Gebrauchte in 1A-Zustand.
    Wenn die dann noch eine Gewährleistung beinhalten, umso besser.
    Dazu findet man in der Regel auch kompetente Pkw/Lkw-Werkstätten, die 1A-Arbeit zu annehmbaren Preisen anbieten.
    Wenn aber eine Werkstatt eine Woche damit vollauf beschäftigt ist, ein simples Ersatzteil am Markt zu suchen, daß es z. B. für die anstehende TÜV-Plakette oder zur Reparatur unbedingt benötigt, daß dann aber zudem am Markt nicht mehr aufzutreiben ist, dann ist das doch ein Fakt, der vor der Anschaffung bekannt sein sollte.

    Und laut eben dem Händler hat Mercedes zum Jahresbeginn den Vario auch aus dem Ersatzeilprogramm genommen, so daß nur noch das zu bekommen sei, was am Lager noch verfügbar ist. Ich erinnere an Deinen Beitrag zu den Höherlegungssätzen Deines 711er. Doch auch seitens Zulieferer sei die Versorgung mit Ersatzteilen fraglich und der Vario gehöre noch nicht in die Kategorie ‘Klassik’.

    • Tom sagt:

      Problematisch sind bei der Ersatzteilversorgung immer irgendwelche ganz speziellen Fahrzeugteile. Sensoren vor allem. Und da hat der Vario genügend. Wenn die nicht mehr lieferbar sind, nützen auch keine Gebrauchtteile.

      Beim T2N allerdings habe ich keine Angst vor Ersatzteilmangel. Auch wenn es sich erst mal dramatisch anhört. Doch ich denke schon, dass Bremsbeläge zu bekommen sind. Aber irgendwann wird es uns treffen. Und Karosserieteile gibt es sowieso schon lange nicht mehr an der Benztheke.

      Aber sieh Dir mal bei der Aufstellung der Betriebskosten an, was ich bis jetzt auf 60.000 km für Ersatzteile gebraucht habe.

      • Klaus sagt:

        Also das heißt T2N 711-814 mit OM364 A/LA

        oder gehen auch noch Vario 8.. mit OM 904 LA bis EU2/3 bzw. OM 602 DE LA

        • Tom sagt:

          Ja, ich habe tatsächlich Respekt vor mittelalten Elektronikfahrzeugen. Hab das ja im Beitrag zum Mercedes Atego schon geschrieben: Neu und mit Gewährleistung ist okay. Da kann Mercedes den LKW in den ersten Jahren der Nutzung in Ruhe fertig bauen. Dann funktioniert alles zehn Jahre.

          Danach aber fangen die Sensoren an zu spinnen. Google mal nach Problemen mit dem Kurbelwellensensor und Notlauf am Vario (oder noch schlimmer am Sprinter). Klar, das muss nicht sein. Aber sowas nervt vor allem deswegen, da technisch ja sonst alles in Ordnung ist. Nicht umsonst laufen unsere abgelegten LKWs noch lange im Osten. Die klemmen wahrscheinlich die ganzen Sensoren einfach ab oder programmieren die raus.

          Als einziges elektronisches Bauteil an einem Familienwohnmobil wie dem T2N (oder dem LK) akzeptiere ich das ABS. Ich bin mal mit meinem Düdo (T2) eine vereiste Passstraße runtergeschleudert. Da kommst du ganz schön ins Schwitzen, wenn du bergab Gas geben musst, um den Bus wieder zu stabilisieren. Einmal reicht.

          Also ABS ist wichtig. Der Rest nicht.

          • Klaus sagt:

            Dazu folgende Anmerkung dazu:

            Atego: Fabian Donnerstag, 31. Januar 2019 um 19:27 Uhr
            Eine Anmerkung noch zu Benellis Beitrag: Mit der elektronischen Motorregegelung hat das Ganze absolut garnichts zu tun.
            Ein elektronisch geregelter Euro II oder III Motor ist aus meiner Sicht aktuell mit Abstand der beste Kompromiss aus Schwefeltauglichkeit auf der einen und Zuverlässigkeit, Umweltverträglichkeit und Leistung auf der anderen Seite.
            Motorsteuergeräte sind so ungefähr das robusteste und unauffälligste Stück Elektronik, dass man sich vorstellen kann. Die teils immer noch unter Reisenden verbreitete Angst vor Steuergeräten in ihren Fahrzeugen steht in einem schon irgendwie lustig anmutenden Widerspruch zu den hunderttausenden Fahrzeugen, die mit ebensolchen in allen Ecken der Erde rumfahren. Die Themen Steuergerätephobie und fernreisetaugliche Abgastechnik sollte man deshalb sauber trennen.

            Beste Grüße
            Fabian

            • Tom sagt:

              Natürlich muss man bei der Unterscheidung zwischen Mercedes Atego und LK (LN2) bzw. zwischen Vario und T2/LN1 sauber trennen.

              Entweder man kauft einen alten LKW (LK oder T2N) ohne Elektronik- oder Dieselprobleme mit Euro 0-2. Oder man ist halt ehrlich zu sich selbst und gesteht sich ein, dass es sowieso nicht aus Europa rausgeht. Dann empfehle ich Nichtselbstschraubern einen neuen, sauberen und hierzulande zukunftssicheren LKW mit Euro 6. Entweder. Oder.

              Mit einem halbalten Euro-4-LKW wie dem Vario hingegen verbindet man in grandioser Weise die Nachteile eines neuen mit den Nachteilen eines alten LKW‘s. Vor allem bei den Preisen für diese zehn Jahre alten LKWs wie dem Bundeswehr-Atego MB 1018.

              Ich will niemanden missionieren und muss weder alte noch neue LKWs verkaufen. Auch weiß ich nicht, ob die Reise nach Luanda oder doch eher nur nach London geht. Aber das ist halt meine Meinung als Alt-LKW-Bevorzuger.

              Und ja, ich weiß, dass es den Vario seit 2013 nicht mehr neu gibt und nie als Euro 6 Vario gegeben hat. Das macht die Entscheidung für den richtigen LKW nicht einfacher. Aber wer weiß heutzutage schon, wo die Reise hingeht.

        • Tom sagt:

          Wenn ich den Iglhaut T1 sehe, wird mir plötzlich klar, warum alle Welt Allrad am Wohnmobil haben will. Einfach, weil es cool aussieht. Bin ja selbst auch schon mal drauf reingefallen.

          Aber in Wirklichkeit wird der schöne Bremer mit dem Allrad doch kastriert. Der ausgereifte MB 310 bekommt mit dieser Vorderachskonstruktion plötzlich ein Bauteil rein, das leider nicht die Zuverlässigkeit und Robustheit des restlichen Fahrzeugs erreicht.

          Selbst de Marokkaner fahren mit dem normalen T1 mit Heckantrieb in jedes Dorf. Wozu dann Allrad? Für die Kiesgrube? Fürs Auge?

          • Klaus sagt:

            Das VA-Differential soll meinen Informationen zufolge eh völlig überschätzt werden, da es zudem auch zu vorschnellen Ausfällen neigen soll.

            Wollte einfach nur einen Hinweis auf einen schicken T1 reinstellen, das Auge fährt doch mit..

            Man müßte halt mal rausfinden können, wie sich 6-7t mit 100 PS bewegen lassen.
            Und damit meine ich nicht die erreichbare Höchstgeschwindigkeit, sondern die ganz normale Agilität an sich, z. B. beim Anfahren an der Ampel oder wenn man aus einer Kehre die nächste Steigung hoch muß.

            Das Vario-Segment wird heute zum Leidwesen der Mercedes-Händler von Iveco mit dem Daily abgeräumt, die nach 2 Jahren im Verteilerverkehr ausgemustert werden (müssen). Den Sprinter rüstet man auf Lifestyle-Ambiente der A-Klasse runter und pumpt ihn mit noch mehr Elektronik und Konektivität bis zum optischen Erbrechen voll. Daneben entlassen deutsche Autobauer tausende MA während man für Tesla den deutschen Wald rodet, damit die dort künftigen hochtoxischen Sondermüll produzieren können. Bekanntermaßen brennt dieser Ami-Schrott gut 14 Tage unter permanenter Bewachung und 11.000 l Wasser im Spezial-Container aus und hinterläßt dabei 11.000 l kontaminiertes Wasser und verursacht zudem einen Großeinsatz von Feuerwehr und THW samt Straßenbaukolonne zur Instandsetzung der Straße nebst Entsorgung des entstandenen Sondermülls. Sind diese immensen Kosten in den Versicherungsprämien eines solchen Schwachsinns aus Übersee, dem sich jetzt auch deutsche Hersteller anschließen, berücksichtigt?

            Kleine Denksportaufgabe am Rande noch gefällig?
            Wenn z. B. ein Golf nach EU 4 o. 5, der mit 110 PS sehr gut und sparsam unterwegs ist, ca. 100 g/km an Schadstoff ausstößt und eines der dicken SUV mit EU 6 d Temp neuester Version ca. 350 g/km, warum ist dann ersterer von Fahrverboten und höherer Besteuerung betroffen, wo er doch 3,5x weniger Schadstoff ausstößt als letzterer. Dabei aber mit ca. 5 l/100 km auskommt, während sich der andere gut und gerne lächelnd das Doppelte reinzieht.

            Anscheinend versteht man in der Politkaste sowie der Kirchen den ugs. Spruch ‘doppelt hält besser’ auch bei der permanent praktizierten Doppelmoral entsprechend.

            Wem all das spanisch vorkommen sollte, der sollte sich vielleicht mal etwas intensiver mit der Personalie eines Joseph ‘Joschka’ Fischer beschäftigen. Der war zwar nie als Tellerwäscher tätig, dafür aber als Meßdiener mit abgebrochenem Gymnasium und Taxifahrerschein. Den ‘Seinen’ gibt’s der Herr halt im Schlaf.

            • Tom sagt:

              Also ich kann dir versichern, dass in meinem Fall des MB 711 mit einem Reisegewicht von 5,5 Tonnen und 105 PS aus einem 4 Liter Motor nicht reichen, um PKW-mäßig aus einer Spitzkehre berghoch satt zu beschleunigen. Hatte so einen Fall im Sommer. Bin da nicht mehr aus dem zweiten Gang raus gekommen. Also mit 30 den Berg hoch. 5 km.

              Das hängt auch sehr vom Gewicht ab. Habe auf der Autobahn meinen häuslichen Testberg nach 10 km Warmfahrt. Am Anfang ist der Mercedes 711 mit 4,5 Tonnen Reisegewicht mit 80 hochgegangen. Im vierten Gang. Jetzt mit 5,5 Tonnen fahre ich 60 im dritten. Und mit dem Mercedes 1124 bin ich übrigens auch 60 hochgefahren. Dann aber mit 9,5 Tonnen Reisegewicht und 240 PS.

              Was ich damit sagen will: Auch ein Vario mit 180 PS wird bei 7,5 Tonnen Gewicht lahm sein, wenn du ihn mit einem PKW oder gar Motorrad vergleichst. Mit 5 Tonnen wird er aber ganz ordentlich gehen. Es kommt halt immer auf die Leistung pro Tonne an.

              Aber man kann das auch gelassen sehen. Obwohl ich mit kleinen Autos gern schnell fahre, werde ich im 711er ganz ruhig, sitze drin und freue mich auf den beginnenden Urlaub. Es hängt also alles von der Einstellung ab. Und möglicherweise ändert auch der langsame LKW die Einstellung eines sonst unruhigen und hektischen Fahrers. Hat also alles was Positives.

  15. Mario sagt:

    Hast du eigentlich deinem 711d einen Ladeluftkühler nachgerüstet oder doch nicht?
    Irgendwo hast du davon geschrieben. gesehen hab ichs bisher aber noch nicht.

  16. Mario sagt:

    OK. Ich frage mich ob nur die Nachrüstung des LLK überhaupt was bringt. Und wenn du dann zu einem Bosch Dienst gehst um dir was aus der Einspritzpumpe rauszukitzeln, dann bist du ganz schnell viel Kohle los. Und das wegen 20 mehr PS? ich bin mir grade nicht mehr sicher…

    • Tom sagt:

      Mehr Leistung erfordert immer mehr Kühlung. Da muss also auch die Peripherie stimmen. Deswegen habe ich ja den Vergleich der verschiedenen T2/LN1 gemacht. Bei mir ist z.B. schon der große Kühler verbaut. Das wäre eine Voraussetzung.

      Was ich aber nicht klären konnte, sind die Unterschiede im Motor. Eigentlich müsste auch eine Kolbenbodenkühlung verbaut sein.

      Aber wie dem auch sei, ein gut eingestellter und nicht zu schwerer Mercedes 711 lässt eigentlich kaum Wünsche offen. Mehr Leistung aus dem OM364A rausholen ist nur Spielerei. Unnötig, aber reizvoll.

  17. Klaus sagt:

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Mercedes-Benz_T_2

    Hier finden sich weitere Angaben zu den Motordaten.

    Für Fragen bezüglich Kolbenbodenkühlung etc. wäre sicher ein älterer Werkstattmeister bei MB oder Bosch-Dienst der geeignete Ansprechpartner.

    • Tom sagt:

      Ach, der Werkstattmeister mit Ahnung von solchen Fahrzeugen war schon vor 3 Jahren in Rente. Da standen alle mit ihren OBD-Computern recht hilflos um meinen Bus, als ich ihn mit einer roten Warnleuchte für die Flammstartanlage hingebracht habe. Die haben den alten Meister dann letztlich zu Hause angerufen. Er hat direkt telefonisch die richtigen Messwerte für die Überprüfung der Flammstartkerze durchgegeben. Das war der Mercedes-Werkstatt so peinlich, dass sie mir nicht mal eine Rechnung geschrieben haben.

      Nein, in eine Vertragswerkstatt gehe ich so schnell nicht wieder. Da muss man schon selbst forschen.

      • Klaus sagt:

        Hier im schwäbischen gibt es noch einen Bosch-Dienst, dessen Senior-Chef sich mit solchen Sachen bestens auskennt. Wurde mir von einem älteren MB-Werkstattmeister empfohlen …

        Aber ich weiß, was Du meinst.

        Post war früher ein Lehrberuf mit 3jähriger Ausbildungszeit.
        Heute nimmt man dafür jeden in einem Wochenendkurs.

  18. Jens sagt:

    Danke Tom für deine wunderbare Seite!
    Für den 814D (103kW, Euro2, 4,25m Radstand Pritsche Doka) kann ich beisteuern, dass meine Übersetzung 3,636 an der Hinterachse ist. Ob dies aber nun die Serien-Übersetzung ist? Ich weiß es nicht.

    • Tom sagt:

      Danke für die Mitarbeit, das ist immer gern gesehen. Es gibt aber nicht die eine Serienübersetzung. In den Hinterachsen sind nicht nur bei Mercedes-LKWs ziemlich viele verschiedene Achsübersetzungen verbaut. Die längste serienmäßige Übersetzung im MB 711 z. B. ist 2,9 – also wesentlich schneller als deine 3,6. Mein MB 1124 hatte vor dem Umbau der Achsübersetzung 6,1.

      Längere Achsen bedeuten in der Regel weniger Spritverbrauch bei gleicher oder sogar höherer Geschwindigkeit. Der Umbau von 6,1 auf 4,3 hat 30 % Dieselersparnis gebracht.

      Hier im Beitrag fokussiere ich aber eher auf die verschiedenen Motoren, Getriebe und Achstypen beim T2/LN1. Die verschiedenen Achsübersetzungen kommen da natürlich noch als Varianten dazu.

  19. Tom sagt:

    Habe gestern Abend in der Motorvergleichstabelle oben mal noch weitere Bauteile für den Motor ergänzt. Kolben und Pleuel sind z.B. zwischen dem OM364A und dem OM364LA unterschiedlich. Auch das Kurbelgehäuse und die ESP. Es ist also für eine Leistungssteigerung des T2/LN1 nicht damit getan, nur einen Ladeluftkühler nachzurüsten.

  20. Eric sagt:

    Ich stehe gerade vor einer Kaufentscheidung für einen 711D Baujahr 1988 mit kurzem Radstand als Kastenwagen mit Hochdach ExRTW. Bis auf den Motor eigentlich genau die Konfiguration nach der ich suche. In der Anzeige steht 85kw/115ps als Leistungsangabe. Ich habe das jetzt bisher als Fehler seitens des Anbieters gewertet, bis mich hier ein Kommentar darauf gebracht hat, dass der OM364A in den Baujahren 86-92 scheinbar mit 115ps geliefert wurde und erst ab 1992 die 77kw/105ps hatte. Ich denke mal das hängt mit der Umstellung von Euro0 auf Euro1 zusammen. Oder gibt es hier vielleicht einen anderen Grund? Welche anderen Änderungen in diesen Baujahren sind bekannt? Gibt es da etwas auf das ich noch achten sollte? Vielen dank vorab für deine Hilfe und die echt tolle Seite hier.
    Mit freundlichen Grüßen
    Eric

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