ᐅ ZIL-131: Trinkfester russischer Brot-und-Butter-LKW

So wie der ZIL-131 muss ein Gelände-LKW aussehen. Kein Anbauteil unterhalb des Rahmens. Kurze Überhänge. 3 Achsen. Allrad. Ein perfektes Weihnachtsgeschenk. Also nicht in echt. Sondern als virtuelle Hommage an den ZIL-131.

ZIL 131: So muss ein Gelände-LKW aussehen

ZIL 131: So muss ein Gelände-LKW aussehen

Übersicht

Geschichte des ZIL-131

Holprige Entwicklung eines Armee-Lastesels

Ursprünglich stammen alle russischen LKWs aus dem Ausland. Für den Zusammenbau von FIAT-Teilen wurde 1916 sogar extra das erste Automobilwerk Moskau AMO gegründet. 1917 wurden die ersten 150 Fahrzeuge montiert.[1] Ab 1924 feierte eine Kopie des Fiat F15 als AMO-F15 seine russische Wiederauferstehung. Vor dem Krieg wurden bei AMO/ZIS dann die folgenden LKW-Stückzahlen gebaut:[2]

  • 6.471 AMO F-15 von 1924-1931
  • 38.000 AMO-3 und AMO-4 von 1931 – 1933
  • 560.000 ZIS-5 von 1933-1948

Im Krieg dann wurde Russland überschwemmt von amerikanischen Studebaker US6. Die Kopie der amerikanischen Sechszylinder-Reihen-Benziner bauten die Russen noch bis in die 80iger Jahre. Problem war nur die schwache Leistung der Motoren aus den zwanziger Jahren mit gerade mal 90 PS. In den SPWs ist Platz, da passen gleich 2 der 6-Zylinder-Motoren nebeneinander ins Heck. Aber selbst unter der laaaangen Motorhaube des alten Krokodils ZIL-157 ist kein Platz für zwei Motoren.

Also begannen die Russen schon Anfang der 50er Jahre die Entwicklung einer stärker motorisierten Artilleriezugmaschine. Der amerikanische REO M34 gefiel den Russen.[3] Nur haben die Amis zu der Zeit freiwillig weder LKWs noch Know-how rausgerückt. Also nachbauen. Im Lastenheft des ZIL-131 standen mittlere Zuladung, mittlere Geländegängigkeit, mittlere Watfähigkeit und mit 150 PS auch nur mittlere Motorisierung. Schließlich sollte der ZIL-131 kein Geländemonster werden, sondern Zugmaschine und Lastesel für die Artillerie. Fürs Grobe war ja der Ural-375 vorgesehen. Fürs Filigrane der GAZ-66.

Tatsächlich wurde der ZIL-131 aber keine reine Zugmaschine, sondern der Brot-und-Butter-LKW der Sowjetarmee. Das sowjetische Mädchen für alles. Kein anderer LKW steht so für die Armee mit dem roten Stern. Obwohl (oder vielleicht gerade weil) die Entwickler viel nach Amerika geschielt haben. Bei der Technik zum REO M34, beim Design auf amerikanische Straßenkreuzer. So ist der ZIL-131 der einzige Armee-LKW (weltweit?) mit Panoramaverglasung. Zwar spiegelt so eine stark gewölbte Frontscheibe stärker, geht schneller kaputt und lässt sich blöd lagern und transportieren. Ну что. Da wird die Scheibe eben zweigeteilt. Hauptsache, das coole Panorama bleibt.

In Deutschland zugelassener ZIL 131 mit Pritsche

In Deutschland zugelassener ZIL 131 mit Pritsche

Heißt der LKW nun ZIS-131, ZIL-131 oder SiL-131?

Entwickelt und gebaut wurde der ZIL-131 im Moskauer Automobilwerk, das 1916 noch auf Geheiß des Zaren als Moskauer Automobilgesellschaft AMO gegründet wurde (Автомобильное московское общество / Awtomobilnoje Moskowskoje Obschtschestwo). Von 1931 bis zur “Entstalinisierung” 1956 hieß AMO zu Ehren Stalins ZIS (ЗИС: Завод имени Сталина / Zawod imeni Stalina / Betrieb namens Stalin).[4]

Und so war der erstmals 1956 vorgestellte Prototyp des ZIL-131 eigentlich ein ZIS-131. Obwohl Stalin zu dieser Zeit schon 3 Jahre tot war. Hier mal der Schriftzug ZIS / ЗИС auf einer echt stalinschen Staatskarosse ZIS-110.[5]

Logo Stalinwerk Moskau auf einem ZIS-110

Schriftzug ZIS für Завод имени Сталина / Stalinwerk auf einem ZIS-110

Doch als sich Chruschtschow am 25.02.1956 mit seiner geheimen Rede vor den geschockten Teilnehmern des XX. Parteitags der KPdSU von seinem übermächtigen Vorgänger Stalin distanzierte, wurden ZIS-Werk und ZIS-Fahrzeuge umbenannt. Wieder einmal. Diesmal ganz unpathetisch nach dem vormaligen Generaldirektor in “Betrieb namens Lichatschow” oder eben ZIL (ЗИЛ: Завод имени Лихачёва / ZIL: Zawod imeni Lichatschowa). Und da die Massenproduktion des ZIL-131 erst 1967 startete, hieß der ZIL-131 also von Anfang an ZIL und nicht ZIS.[6]

Allerdings kommt oft auch die Transkription von ЗИЛ-131 zu SIL-131 vor. Denn das russische З in ЗИЛ wird im Deutschen eigentlich als stimmhaftes S und nur im Englischen als Z transkribiert. Selbst Wikipedia, DIN und Duden sind sich uneinig und wechseln immer mal wieder hin und her. Der ZIL-131 wäre also konsequenterweise ein SIL-131. Dazu müsste das i auch klein geschrieben werden. So steht es jedenfalls auf der Motorhaube: ЗиЛ bzw. SiL oder ZiL. Aber egal. Das englisch transkribierte, groß geschriebene ZIL hat sich halt durchgesetzt und war selbst in der DDR die Standardbezeichnung.[7]

ZIL 131: Schriftzug ZIL für Zawod imeni Lichatschowa (ЗИЛ: Завод имени Лихачёва)

ZIL 131: Schriftzug ZIL für Zawod imeni Lichatschowa (ЗИЛ: Завод имени Лихачёва)

Produktionszeit und Stückzahlen

1967 – 1986: Produktion des ZIL-131

Die Urversion des ZIL-131 wurde als Ableger des Basismodells ZIL-130 ab 1967 im Moskauer ZIL-Werk hergestellt. Ende der 1980er Jahre fertigten 72.000 Belegschaftsangehörige im ZIL-Stammwerk jährlich mehr als 200.000 LKWs und 250.000 Motoren. Neben dem Moskauer ZIL-Werk gehören zu der Anfang der 1970er Jahre gegründeten Produktionsvereinigung Moskauer Automobilbau AWTOZIL 16 Spezialbetriebe und mehr als 1000 Zulieferer.[8]

Damals war das ZIL-Werk eine riesige Anlage in einem Bogen der Moskva südlich des 3. Autobahnrings. Eingebettet zwischen der Autofabrikstraße (Автозаводская улица) und dem Lichatschow-Boulevard (Проспект Лихачёва). Gleich neben dem ZSKA-Stadion. Könnt euch ja mal das Satellitenbild auf Google Maps anschauen: Klick

1986 – 1994: Modernisierter ZIL-131N aus Moskau

Ab dem 05.12.1986 lief in Moskau der modernisierte ZIL-131N vom Band.[9] Äußerlich erkennt man den Unterschied zwischen ZIL-131 und ZIL-131N kaum. Echte Profis sehen den Unterschied zwischen ZIL-131 und ZIL-131N vielleicht an der Plane, die beim neuen ZIL aus Stoff ist. Ich schaue immer auf die Position der seitlichen Blinker.

Bis November 1977 hatte der Ur-131er überhaupt keine seitlichen Blinker, sondern Blinker nur nach vorn neben dem Scheinwerfer. Ab 12/1977 bis 11/1986 sitzen die seitlichen, runden Zusatzblinker unter den Luftschlitzen der Motorhaube. Der eckige Seitenblinker im mittleren Foto ist allerdings nicht original. Aber an der originalen Position unter den Lüftungsschlitzen sitzt ein rundes Verschlussblech. Beim modernisierten ZIL-131N ab 12/1986 sind die vorderen seitlichen Blinker dann auf den Kotflügeln gelandet.[10]

Baujahr und Unterschiede ZIL-131 und ZIL-131N am Seitenblinker erkennen

Unterschiede ZIL-131 und ZIL-131N

Die Produktion des 131ers endete in Moskau 1990 nach insgesamt 998.429 produzierten ZIL-131.[11] Nach anderen russischen Quellen lief die Produktion des ZIL-131N in Moskau noch bis 1994.[12] Ich halte 1994 für wahrscheinlicher, da erst ab 1994 in Moskau der Nachfolger ZIL-4334 produziert wurde, und die Werksarbeiter wohl nicht 4 Jahre herumgesessen haben werden. Auch der ZIL-130 wurde parallel bis 1994 produziert. 

Aber bei 8 Millionen LKWs aus dem Moskauer ZIL-Werk von 1924 bis 2006 kann man schon mal durcheinander kommen. Leider siechte das ZIL-Werk nach der Jahrtausendwende vor sich hin und ging 2013 endgültig in die Insolvenz.[13]

Zum Zeitpunkt der Insolvenz von ZIL war das Moskauer Werk nicht mehr lebendig. Aber auch noch nicht ganz tot. Bei wroom.ru gibt es ein paar Fotos vom sterbenden ZIL-Werk: Klick

Doch schon wenige Jahre nach dem endgültigen Ende der Moskauer LKW-Produktion schossen zwischen der Autofabrikstraße und dem Lichatschow-Prospekt die ersten Hochhäuser in den Moskauer Himmel. Schaut euch mal das Satellitenbild auf Google Maps an, dann wisst ihr, warum ZIL an diesem attraktiven Standort in der russischen Boomtown keine Chance mehr hatte: Klick

1987 – 2012: ZIL-131N / AMUR-531340 aus Novouralsk

Schon ab dem 27.10.1987 wurde der ZIL-131N ja parallel auch im ZIL-Zweigwerk UAmZ Novouralsk (Уральский автомоторный завод УАМЗ / Uraler Automobilwerk) produziert. Uralsk ist ein Städtchen mit nicht einmal 100.000 Einwohnern 80 km nördlich von Jekaterinburg hinter dem Ural.[14]

2002 hat sich UAmZ in AMUR umbenannt (АМУР – ЗАО Автомобили и моторы Урала). Damit heißt der ZIL-131N ab 2002 AMUR-531340 (АМУР-531340). Der unveränderte Klon des ZIL-131N wurde noch bis zur Insolvenz von Amur 2012 weitergebaut. Und zwar parallel mit einem R4-Diesel und dem stärkeren V8-Benziner.[15]

Und so wurden ZIL-131 und AMUR-531340 über 45 Jahre gebaut. Nahezu unverändert mit ca. einer Million Einheiten. Welcher Allrad-LKW schafft das schon?

ZIL-131 und AMUR-531340 wurden über 45 Jahre gebaut

ZIL-131 und AMUR-531340 wurden über 45 Jahre gebaut

Technische Daten

Motor im ZIL-131: Benzin statt Diesel

Der Benzinmotor im ZIL-131 erzeugt nur Kopfschütteln. V8 gut und schön. Aber wie kann man einen Benzinmotor in so einen LKW einbauen? Beim GAZ-66 geht der kleine V8-Benziner ja noch. Der GAZ ist ja ohnehin nur ein besserer Geländewagen. Aber um in einem allradgetriebenen Dreiachser vom Format des ZIL-131 einen Benzinmotor zu verbauen, muss schon große Dieselmotorennot herrschen. Aber die Russen hatten nunmal zu der Zeit keine leistungsfähigen, kleinen Dieselmotoren. Große Panzermotoren ja, aber keine brauchbaren LKW-Diesel.

Auch der modernisierte ZIL-131N hatte ab Dezember 1986 zwar einen überarbeiteten Motor ZIL-5081 mit bisschen weniger Hubraum und mehr Kompression. Es blieb aber beim Benzin-Konzept. Mehr als ein neuer Vergaser K-88AT und neue Zündverteiler waren auch 1986 nicht drin.[16]

Dazu bringt der wassergekühlte V8-Ottomotor ZIL-5081 mit fast genau 6 Liter Hubraum bei 3.200 Umdrehungen nur 150 PS und 392 Newtonmeter zustande.[17] Zum Vergleich: Der OM 364 A im Mercedes 711 bringt 105 PS und 378 Nm bei 1500 Umdrehungen. Weil der Benzinmotor bei sinkenden Drehzahlen zudem rasch Leistung und Drehmoment verliert, verhungert der doppelt so schwere ZIL in Sand, Matsch und an Anstiegen recht schnell.

Später gab es mal einen ZIL-131 als Diesel. Und zwar den ZIL-131N1 mit einem 105-PS-Dieselmotor sowie den ZIL-131N2 mit einem 132-PS-Diesel. Und genau genommen auch noch den AMUR АМУР 531340/АМУР 531341 aus dem Automobilwerk Ural. Beide Dieselmotoren hatten aber nur 4 Zylinder und 4,75 l Hubraum und sind nicht sehr verbreitet. Aber ob der ZIL-131 nun Diesel oder die doppelte Menge Benzin säuft, spielt bei den russischen Trinksitten dann auch keine Rolle mehr.

ZIL-131 mit V8-Benzinmotor

ZIL-131 mit V8-Benzinmotor

Verbrauch des ZIL-131: 0,5 – 1 Liter Benzin

In der Kiesgrube hat man bei dem Benzinverbrauch des ZIL-131 das perfekte 1-Liter-Auto. Auf der Anfahrt verbraucht der LKW vielleicht einen halben Liter. Pro Kilometer natürlich. Die Weißkittelträumer im ZIL-Werk geben für den modernisierten ZIL-131N bei einer konstanten Geschwindigkeit von 40 km/h auf einer ebenen, trockenen Straße 34,9 l Verbrauch an. Und 36,7 Liter bei 60 km/h. In einer NVA-Unterlage stehen Verbrauchswerte von 63 l, in meinem Typenkompass für Lastwagen aus der UdSSR 65 l pro 100 km. Dieser Verbrauch des ZIL-131 kommt schon eher hin. Auf der Straße wohlgemerkt. Bei 60 km/h.[18]

Jedenfalls sind die beiden Tanks links und rechts bei dem Verbrauch des ZIL-131 ein Witz. Deren 2 x 170 Liter Benzin orgelt der ZIL schon auf der Autobahn in 500 km durch, im Gelände gern auch auf der halben Strecke. Mein von Gesamtgewicht und Zuladung vergleichbarer Mercedes 1124 4×4 kommt mit 340 Litern Diesel dagegen 1.700 km weit.

Rechter 170-l-Benzintank am ZIL-131

Rechter 170-l-Benzintank am ZIL-131

Getriebe, Achsen und Differentialsperren

Eigentlich ist es überflüssig, den ZIL-131 als 6×6 zu bezeichnen. Den ZIL-131 gibt es ausschließlich mit 3 angetriebenen Achsen. Und nur mit einem teilsynchronisierten 5-Gang Standardgetriebe. Aber immerhin sind die Gänge 2 bis 5 synchronisiert. Das Verteilergetriebe ist mit Untersetzung schaltbar. Soweit, so gut.

Doch irgendwie haben die Russen sich nicht an Portalachsen im ZIL-131 herangetraut. Das war sicherlich eine Abwägung zwischen Zuverlässigkeit, Wartungsaufwand und Nutzen. Hauptziel war ein einfacher, robuster und sicherlich auch kostengünstiger Antriebsstrang. Zumal es in den lichten russischen Wäldern sowieso nicht so sehr über Stock und Stein, sondern eher durch Sand, Schlamm und Sumpf geht. Da bringen Portalachsen auch nicht viel.

Die selbstsperrenden Differentiale verursachten anfänglich Probleme in verschiedenen Prototypen des ZIL-131.[19] Aber zumindest ist eine Fehlbedienung durch unerfahrene Rekruten ausgeschlossen. Für meinen Geschmack reagieren die selbstsperrenden Differentiale nur etwas zu spät, sodass am Anfang schwieriger Passagen zu viel Traktion verloren geht.

Angetriebene Vorderachse am ZIL-131

Angetriebene Vorderachse am ZIL-131

Seilwinde als Sonderausstattung

Die Seilwinde im ZIL-131 hat eine nutzbare Seillänge von 65 m und eine Zugkraft von 5 t. Allerdings war die Seilwinde eine Sonderausführung und musste extra bestellt werden. Die Seilwinde sitzt beim ZIL-131 gut integriert unter der vorderen Stoßstange, reduziert allerdings den vorderen Böschungswinkel von 45 auf 36°. Deswegen sicherlich der massive Rammschutzbügel.

Der Antrieb der Winde des ZIL-131 erfolgt über den Nebenantrieb am Getriebe. Dazu gibt es eine automatische Seilbremse. Die Winde bringt 240 kg auf die Waage.[20]

Seilwinde im ZIL-131

Seilwinde mit Rammschutz im ZIL-131

Instrumente und Schalter im ZIL-131

Die ganzen Schalter und Instrumente im ZIL-131 sind natürlich nur russisch beschriftet. Wenn man einen ZIL-131 in Polen oder Bulgarien kauft, vielleicht auch auf Polnisch oder Bulgarisch. Das nützt aber genauso wenig. Ich hab mir also mal die Mühe gemacht, die Zeichnung aus der Bedienungsanleitung des ZIL-131 ins Deutsche übersetzt und neu beschriftet.[21]

Instrumente und Schalter im ZIL-131N. Zeichnung aus: Автомобиль ЗиЛ-131Н, S. 23

Instrumente und Schalter im ZIL-131N [21]

Sonstige technische Daten

Fahrzeugdaten des ZIL-131N

  • Motortyp: ЗИЛ-5081.1000401, V8-Benziner mit 2 Zylinderbänken im 90° Winkel
  • Motorleistung: 150 PS bei 3.200 Umdrehungen
  • Servolenkung: hydraulisch[22]

Bereifung, Böschungswinkel und Abmessungen

  • Bereifung: Niederdruckreifen 12.00 R20
  • Bodenfreiheit unterm Differenzial: 330 mm
  • Böschungswinkel vorn: 45° ohne Seilwinde, 36° mit Seilwinde
  • Böschungswinkel hinten: 40°
  • Länge mit Pritsche: 7.050 mm
  • Breite Pritsche: 2.500 mm
  • Höhe Fahrerhaus: 2.510 mm[23]

Leergewicht und Zuladung des ZIL-131N

  • Leergewicht (Масса снаряженного автомобиля): 6.135 kg ohne; 6.375 kg mit Seilwinde
  • Gewicht des Fahrgestells ohne Aufbau (Масса нескаряженного автомобиля): 5.275 kg
  • Nutzlast: 3.750 kg im Gelände, 5.000 kg auf ebenem Asphalt
  • Die Bruttofahrzeugmasse von 10.185 kg ist wohl eher nur so ein Richtwert für ein voll ausgerüstetes Fahrzeug und 3 Personen zu je 100 kg in der Kabine[24]
Der ZIL-131 hat eine hydraulische Lenkhilfe

Der ZIL-131 hat eine hydraulische Lenkhilfe

Gelände-LKW ZIL-131

In Russland ist es eigentlich egal, ob ein LKW ein Gelände-LKW ist. Was muss, das muss. Und so wird auch mit dem allradlosen ZIL-130 zum Holzmachen in den Wald gefahren. Um den ZIL-131 fit fürs Gelände zu machen, haben sich die Konstrukteure aber ein paar hübsche Besonderheiten ausgedacht: Neben serienmäßiger Einzelbereifung, zuschaltbarem Allradantrieb und kräftiger Seilwinde machen vor allem der flexible Zwischenrahmen, die Watfähigkeit und die Reifendruckregelanlage den Unterschied im Gelände.

Zwischenrahmen für Koffer und Pritsche

Holzbalken als Zwischenrahmen

Eine typische russische Lösung ist der Zwischenrahmen des ZIL-131. Da befindet sich doch tatsächlich ein Holzbalken zwischen Rahmen und Pritsche oder Rahmen und Koffer auf dem ZIL-131. Da ist nichts aufwendig mit CAD konstruiert oder millimetergenau geschweißt. Da gibt es keine aufwändigen Lager und dreidimensionalen Verwindungsmodelle.

Nein, der russische Zwischenrahmen besteht aus einem Holzbalken sowie ein paar Gewindestangen, Stahlblechen und Stahlwinkeln. Dazu eine handvoll Normteile. Wenn dieser Zwischenrahmen irgendwann einmal aufgeben oder morsch werden sollte, lässt der sich in wirklich jedem Dorf einfach instandsetzen. Da braucht es noch nicht einmal eine Schmiede. Ein paar kräftige Kanthölzer reichen vollkommen. Notfalls ein Baum und die zum Werkzeug gehörende Säge.

Dieser Holzzwischenrahmen am ZIL-131 wird mit Briden und Stahlwinkeln je nach Aufbau mehr oder weniger flexibel auf dem Fahrzeugrahmen verschraubt. Auch bei diesem ZIL sitzt die Pritsche mit U-Profilen auf einem Holzbalken. Der Holzrahmen wiederum ist mit mehreren Rahmenbügeln auf dem LKW-Rahmen befestigt. Bei dieser Pritsche bis zur mittleren Achse sogar fest.

Hilfsrahmen zwischen Pritsche/Koffer und dem Fahrzeugrahmen am ZIL-131

Hilfsrahmen zwischen Pritsche/Koffer und dem Fahrzeugrahmen am ZIL-131

Konstruktion des Loslagers am Hilfsrahmen

Das vordere Loslager am ZIL-131 mit Pritsche ist besonders interessant konstruiert. Klar, die Pritsche ist wieder mit einem Stahl-U-Winkel auf dem Holzrahmen verschraubt. Dieser liegt vorn aber vollkommen lose auf dem Fahrzeugrahmen auf. Schubkräfte werden über zwei einfache Winkel abgefangen.

Gleichzeitig ist das ein Gleitlager, sodass sich der Fahrzeugrahmen relativ frei unter der Pritsche verwinden kann. Damit der hölzerne Hilfsrahmen seitlich nicht ausbricht, gibt es ein dreidimensional abgewinkeltes Führungsblech – das komplizierteste Bauteil am Hilfsrahmen.

Befestigung Pritsche LKW ZIL-131 Zwischenrahmen Konstruktion Loslager vorn

Befestigung Pritsche LKW ZIL-131 Zwischenrahmen Konstruktion Loslager vorn

Russischer Hilfsrahmen und deutscher TÜV

Und so ist diese Konstruktion am ZIL-131 wiedermal das Musterbeispiel eines soliden, leicht zu reparierenden Hilfsrahmens mit federverspannter Loslagerung. Ich hab ja nun für unseren Mercedes 1124 auch einen Hilfsrahmen konstruiert. Da gibt es nicht umsonst gewisse Ähnlichkeiten.

Am ZIL ist das vordere, massive und aufgekantete Führungsblech jedenfalls besser gelöst. Auch das vordere Schublager am ZIL finde ich elegant. Aber einen vorn frei beweglichen Holzrahmen ohne federverspannte Loslagerung hätte ich mir nicht gewagt, beim TÜV vorzustellen.

Watanlage am ZIL-131: Wattiefe bis 1,5 m

Technische Details der Watanlage

Kein westeuropäischer LKW erreicht die Wattiefe des ZIL-131 von 1,4 m, kurzzeitig sogar bis 1,5 m. Und zwar ohne Schnorchel und serienmäßig. Bei einer Wasserdurchfahrt (Преодоление брода) mit 1,50 m Wattiefe im ZIL-131 steht das Wasser dann knapp unter den Luftzufuhrschlitzen an der Motorhaube.

Wasserdurchfahrt mit 1,50 m Wattiefe im ZIL-131

Wasserdurchfahrt mit 1,50 m Wattiefe im ZIL-131

Dabei ist das große Problem bei Wasserdurchfahrten mit dem ZIL-131 nicht nur das über den Luftfilter in den Motor eindringende Wasser, sondern vor allem der Temperaturunterschied zu den Aggregaten. Beim ZIL-131 bestehen daher die besonders gefährdeten Motorkrümmer nicht aus Grauguss, sondern aus duktilem Gusseisen, das durch mehr freien Grafit elastischer ist und damit nicht so schnell reißt wie Grauguss.

Dazu hat ZIL alle Elektroanlagen, Leitungen und Anschlüsse mit einer speziellen Versiegelungspaste UN-25 versiegelt. Bei einer Wasserdurchfahrt wird noch die Entlüftung des Kurbelgehäuses geschlossen und der Lüfter ausgeschaltet.[25]

Für das Durchfahren von Wasserhindernissen empfiehlt die Bedienungsanleitung folgende Vorgehensweise:[26]

Vorbereitung für das Durchfahren von Wasserhindernissen

  1. Ein- und Ausfahrtstelle sorgfältig wählen.
  2. Furt prüfen: Tiefe Löcher, große Steine, sumpfige Stellen meiden.
  3. Reifendruck passend zum Untergrund der Ausfahrtstelle auf 1,5 bis 0,5 bar einstellen.
  4. Ventil am Kurbelgehäuseentlüftungsrohr schließen.
  5. Batterie sollte in einem wasserdichten Kasten oder mit wasserdichtem Verschlussstecker montiert sein. Die Übersetzung ist mir aber nicht ganz klar. Ist da vielleicht ein Verschlussstopfen für die Batterieentlüftung gemeint? Im Original heißt es: В аккумуляторную батарею следует установить гидра-статические пробки.
  6. Vor der Einfahrt ins Wasser muss der Motor 3 bis 5 min bei normaler Drehzahl laufen. Dabei entsteht bei geschlossenem Belüftungsventil im Kurbelgehäuse Überdruck.

Anleitung zum Furten mit dem ZIL-131

  1. Einfahren in die Furt im zweiten Gang des Getriebes und im ersten Gang des Verteilergetriebes. Also in der Untersetzung.
  2. Beim Einfahren in die Furt Türen öffnen, damit das Wasser die Kabine schnell überflutet und der LKW nicht aufschwimmt und die Vorderachse entlastet.
  3. Langsam einfahren, um keine große Bugwelle zu erzeugen.
  4. Furten bis 1,4 m Wassertiefe einschließlich Wellenhöhe sind möglich. Für kurze Zeit auch bis 1,5 m.
  5. Motor nicht abstellen und Manövrieren vermeiden.
  6. Nicht anhalten, da die Wasserströmung sonst sofort den Boden unter der Fahrspur auszuwaschen beginnt und der LKW wegsackt.
  7. Möglichst gerade fahren und scharfe Kurven vermeiden.
  8. Die Fahrtstrecke im Wasser ist nur durch die Zeit von ca. 10-15 Minuten begrenzt.
  9. Wenn der Motor beim Furten ausgeht, zwei oder drei Versuche zum Starten des Motors unternehmen. Wenn der Motor nicht anspringt, muss der LKW sofort aus dem Wasser gezogen und das gesamte Öl gewechselt werden.
  10. Schon beim Verlassen der Furt Kabinentüren öffnen, damit das Wasser schneller herausfließt.

LKW-Pflege nach dem Durchfahren von Flüssen

  1. Nach dem Verlassen der Furt 2 bis 3 Mal bremsen, damit das Wasser austreten kann.
  2. Bei Tauchtiefen von mehr als 1,4 m unmittelbar nach dem Verlassen des Wassers den Schlamm ablassen und den Ölfilter reinigen.
  3. Kurbelgehäuseentlüftung nach dem Verlassen des Wassers öffnen.
  4. Wasser im Kupplungsgehäuse ist zulässig.
  5. Nach der Überwindung der Furt es ist notwendig, die angegebenen Stecker zu wechseln. Keine Ahnung, was damit genau gemeint ist. Vielleicht sollen die wasserdichten Verschlussstopfen von der Batterie entfernt werden. Oder sind damit Erinnerungsmarker gemeint? Weiß das jemand genauer? In der Bedienungsanleitung, S. 238 steht: После преодоления брода необходимо указанные пробки поменять.
  6. Nach jeder Furt Zustand des Öls in allen Aggregaten durch leichtes Öffnen der Ablassstopfen prüfen. Sobald unten das schwerere Wasser statt Öl austritt, so schnell wie möglich, aber nicht später als am selben Tag das Öl wechseln. Öl-Wasser-Gemische können auch durch andere Farbe und Konsistenz identifiziert werden.
  7. Wasser aus dem Gehäuse der Seilwindenbremse ablassen.
  8. Unverzüglich, spätestens am selben Tag Fahrzeug abschmieren.
  9. Wenn die Motorhaube mit den Luftschlitzen unter Wasser lag, Motorluftfilter entwässern.
Transport- und Ladefahrzeuge 2T7 der NVA auf ZIL-131

Transport- und Ladefahrzeuge 2T7 der NVA auf ZIL-131

Reifendruckregelanlage im ZIL

Bedienung der Reifendruckregelanlage

Die Reifendruckregelanlage des ZIL-131 erhöht drastisch die Geländetauglichkeit des LKWs auf den für Russland typischen, weichen Böden. Nicht nur während der Schlammperiode (Rasputiza) bleibt so der Bodendruck trotz 5 Tonnen Zuladung extrem niedrig. Klar kann man den Luftdruck bei jedem LKW auch von Hand anpassen. Aber jeder, der schon mal mit dem Druckluftschlauch in Schlamm oder Sand um seine 4, 6 oder 8 Räder herumgehopst ist, weiß so eine Reifendruckregelanlage im LKW zu schätzen.

Vor allem, wenn die RDA wie im ZIL-131 ganz komfortabel aus dem Fahrerhaus zu bedienen ist. Ganz links am Armaturenbrett ist ein Schieberegler für den Reifendruck. Hebel nach rechts, und die Reifen werden aufgepumpt. Hebel nach links, und der Reifendruck sinkt. Der Reifendruck ist dabei im Rundinstrument obendrüber abzulesen.[27]

Anzeige und Schieberegler der Reifendruckregelanlage ZIL-131

Anzeige und Schieberegler der Reifendruckregelanlage ZIL-131

Aufbau der Reifendruckregelanlage am Rad

Konsequent sind nicht nur die “gepanzerten” Luftzufuhrschläuche zum Reifen am ZIL-131, sondern auch die Sprengringfelgen. Der verschraubte Ring klemmt die Reifenwülste auf den Felgen fest, sodass der Reifenluftdruck bis zu 0,5 bar abgesenkt werden kann, ohne dass der Reifen von der Felge springt.[28]

ZIL-131 mit Reifendruckregelanlage

ZIL-131 mit Reifendruckregelanlage

Die Zeichnung aus der Bedienungsanleitung zeigt das System der Reifendruckregelanlage des ZIL-131N am Rad. Die Druckluftversorgung der RDA erfolgt dabei ganz elegant durch die Achswelle und einen Luftzufuhrschlauch zum Reifen. Wenn da alles dicht ist, ein wirklich tolles System zur bequemen Reifendruckanpassung.[29]

System der Reifendruckregelanlage des ZIL-131N am Rad

System der Reifendruckregelanlage des ZIL-131N am Rad [29]

Probleme mit der Reifendruckregelanlage

So schön, wie die Reifendruckregelanlage am ZIL-131 in der Theorie aussieht. Aber in der Praxis wird das System aufgrund der typischerweise minderwertigen russischen Gummiteile und Dichtungen schnell undicht. Und so lernen die Kraftfahrer schnell, bloß nicht an diesem RDA-Hebel links unten im Armaturenbrett herumzufummeln. Mangelnde Benutzung verstärkt das Problem aber nur noch.

Die russische Lösung für Probleme mit der Reifendruckregelanlage war dann eher deren Deaktivierung als eine fachgerechte Reparatur. Wäre mal interessant zu wissen, ob man mit heutigen Mitteln und Möglichkeiten die Reifendruckregelanlage am ZIL-131 so instandsetzen kann, dass diese dauerhaft und zuverlässig funktioniert.

Modelle des ZIL-131

Pritschen-LKW statt Kipper

Leider habe ich keine Statistik, wie oft der ZIL-131 mit Mannschaftspritsche, Koffer oder Sonderaufbauten ausgestattet worden ist. Aber der 131er war definitiv das häufigste Fahrzeug in der Sowjetarmee. Und davon wieder ist gefühlt die Mannschaftspritsche am verbreitetsten. Und obwohl der ZIL-131 mit Pritsche ein ausgewachsener 6×6-LKW ist, kommt der mit seiner Höhe von 2,51 m fast ins Parkhaus.[30]

Jedenfalls entspricht der ZIL-131 mit Pritsche (und Plane) am besten dem ursprünglich vorgesehenen Verwendungszweck als universelle Zug- und Transportmaschine für die Artillerie. Und da es vom ZIL-131D als Kipper nur einen einzigen Prototypen gibt, der nie in Massenproduktion gegangen ist, wurde die Pritsche halt von Hand be- und entladen.[31]

ZIL-131 mit Pritsche als universelle Zug- und Transportmaschine

ZIL-131 mit Pritsche als universelle Zug- und Transportmaschine

KUNG-Koffer K-131 und KM-131

Während der Westen eher auf universelle Kofferaufbauten gesetzt hat, haben die russischen Entwickler spezielle, auch für den ZIL-131 maßgeschneiderte Kofferaufbauten für verschiedene Verwendungszwecke und LKWs entwickelt. Die Konstruktion der KUNG-Kofferaufbauten auf dem ZIL-131 (Кузов-фургон КМ-131) nutzt dabei das westeuropäische Eisenbahn-Lichtraumprofil für 1.435 mm Spurweite voll aus.

Zur Anpassung an die europäische Nullspur sind die KUNG-Koffer immer oben abgeschrägt. Die Abkürzung KUNG (КУНГ) und heißt dann auch “Universalkofferaufbau für die Nullspur” (кузов универсальный нулевого габарита, da in Russland mit seiner breiteren Spur von 1.520 mm das europäische Normalmaß als “Nullspur” bezeichnet wird. Genau genommen gibt es auch Koffer, die eigentlich keine KUNG-Koffer sind. Im russischen aber ist KUNG der Gattungsbegriff für alle oben abgeschrägten, bahntransportfähigen Sandwichkoffer.[32]

Für den ZIL-131 wurden die beiden Grundkoffer KUNG K-131 und KM-131 entwickelt. Diese Koffer wurden mit verschiedenen Details in verschiedenen Werken mit verschiedener Ausrüstung gebaut. Bei KUNG-Koffern durchzusehen, ist echte Wissenschaft. Gibt dazu ausufernd detaillierte Beschreibungen von Kochnev im Buch Fahrzeuge der Sowjetarmee 1946 – 1991.[33]

KUNG-Koffer auf dem ZIL-131

KUNG-Koffer auf dem ZIL-131

Die Russenkoffer Kung K-131 und KM-131 auf dem ZIL-131 mit der Sandwichkonstruktion aus genieteten, fugenversiegelten Aluminiumblechen, Polystyrol-Dämmung und innenliegendem Sperrholz sind eigentlich die ideale Basis für den Ausbau zum Expeditionsmobil. Hier sind noch einige Angaben und Besonderheiten zum Koffer auf dem ZIL-131:[33]

  • Nahezu wärmebrückenfreie Konstruktion für Temperaturen von -50° bis +50° C
  • Gewölbte Dächer, überlappende Außenbleche und Regenrinnen für hohe Luftfeuchte
  • Innere Grundfläche des K-131: 4.000 mm x 2.250 mm
  • Innenhöhe des K-131: 1.800 mm in der Mitte und 1.500 mm an der Außenwand
  • Der KUNG-Koffer K-131 hat keine Radkästen.
  • Die Koffer sind (bzw. waren mal) gegen Staub und radioaktive Kontamination dicht
  • Auslegung der Abdichtung, Heizung und Fensterscheiben für Höhen bis 4.500 m
  • Benzingetriebene Heizungs- und Lüftungsgeräte OV-65, OV-65B, OV-70 oder OV-95
  • Elektrische Filter- und Lüftungssystemen FVUA-50, FVUA-100A und FVUA-100N-12
  • Integriertes 12-V-Netzteil und Anschlusskasten für 220 oder 380 V
  • Klappbare Reserveradhalterung an der linken Koffertür, bei ZIL und GAZ mit Seilzug
  • Gewicht des K-131 ohne Ausrüstung: 1.450 kg
  • Nutzlast: 2.900 kg
Russenkoffer Kung K-131 und KM-131 für den ZIL-131

Russenkoffer Kung K-131 und KM-131 für den ZIL-131

Militärische Sonderaufbauten auf ZIL-131

Hauptverwendungszweck waren natürlich zahlreiche militärische Sonderaufbauten auf ZIL-131. Aus dem dunkelgrünen Kapitel des ZIL-131 in der NVA sind u.a. die folgenden Aufbauten aktenkundig:[34]

  • ABC-Entgiftungsfahrzeuge ARS-14
  • Bekleidungsentgiftungsanlage AGW-3U aus 4 ZIL-131[35]
  • Benzintanker ZIL-131 MA-4A
  • Raketentankfahrzeug 9G29M
  • Drucklufttanker VZ-20-350
  • Bergungsfahrzeug ZIL-131 MTO-AT 
  • Mehrfachraketenwerfer BM-51
  • Kabellegefahrzeug 9S441
  • Empfangskabine KPZ 9S417 auf ZIL-131
  • Funkmesswerkstatt KRAS-1R / KRAS-1RSchM / MRTS
  • Schallmesskomplex AZK-5
  • Mechanische Werkstatt KRAS-1M
  • Messtechnisches Prüflabor PKPP
  • Gerätefahrzeug mit Koffer K4.131 zur Rundblickstation P-19
  • Antennenfahrzeug auf ZIL-131 der Rundblickstation P-19
  • Raketentransporter 2T7 auf ZIL-131 mit je 3 SA-6 / 2K12 Kub
  • Raketentransportfahrzeug 2T3M1 mit angetriebenem Sattelauflieger 8×8
  • Raketentransportfahrzeug 9T238 / 9T420 mit angetriebenem Sattelauflieger 10×10
  • Kontroll- und Prüfstation 2W8M1 / 2W8M2 mit Koffer KUNG-1M aus dem System 2K12 Kub[36]

So ein Transport- und Ladefahrzeug 2T7 der NVA auf ZIL-131 wird im Foto übrigens gerade angekurbelt.

Transport- und Ladefahrzeuge 2T7 der NVA auf ZIL-131

Transport- und Ladefahrzeuge 2T7 der NVA auf ZIL-131

Feuerwehraufbauten auf ZIL-131 / AZ-40

Vor allem in den Tagebaugebieten der DDR gab es einige Feuerwehrfahrzeuge auf ZIL-131. Das waren entweder originale AZ-40 mit Doppelkabine oder ausgemusterte Militärfahrzeuge. Ein paar wurden dann an Freiwillige Feuerwehren weitergereicht, wo sie aber alle bis spätestens kurz nach der Jahrtausendwende ausgemustert wurden.

Im Museum der Neumannmühle im Kirnitzschtal bei Bad Schandau steht eine Fototafel mit Erinnerungen an das Hochwasser vom 07.08.2010. Unten rechts ist das Tanklöschfahrzeug TLF 24 auf ZIL-131 der Freiwilligen Feuerwehr Bad Schandau im Hochwassereinsatz zu sehen. Das ist allerdings erst die halbe Wattiefe.

Tanklöschfahrzeug TLF 24 auf ZIL-131 im Hochwassereinsatz (rechts unten)

Tanklöschfahrzeug TLF 24 auf ZIL-131 im Hochwassereinsatz (rechts unten)

Dokumentiert sind die folgenden Feuerwehrfahrzeuge auf ZIL-131:[37]

  • Tanklöschfahrzeug TLF 24 AZ-40 der Freiwilligen Feuerwehr Schönfließ, Amt Lebus/Oder
  • Tanklöschfahrzeug TLF 24-AZ 40 der Freiwilligen Feuerwehr Pouch, Landkreis Bitterfeld
  • Tanklöschfahrzeug TLF 24 ZIL-131 des Feuerwehrvereins Boblitz
  • Tanklöschfahrzeug TLF 24 der Freiwilligen Feuerwehr Hasenfelde, Gemeinde Steinhöfel
  • Tanklöschfahrzeug TLF 24 der Freiwilligen Feuerwehr Borna
  • Tanklöschfahrzeug TLF 24 der Freiwilligen Feuerwehr Terpe, Stadt Spremberg
  • Tanklöschfahrzeug TLF 24 Werkfeuerwehr LMBV, heute Blaulichtmuseum Beuster bei Wittenberge
  • Tanklöschfahrzeug TLF 16/24,5-1,5 der Freiwilligen Feuerwehr Schöneck / Vogtland
  • Tanklöschfahrzeug TLF 24 ZIL-131 der Freiwilligen Feuerwehr Bad Schandau, Sächsische Schweiz
  • Tanklöschfahrzeug TLF 24 AZ-40 der Freiwilligen Feuerwehr Welzow Ortswehr Proschim
  • Tanklöschfahrzeug TLF 24 des Traditionsvereins der Freiwilligen Feuerwehr Boxberg/Oberlausitz
  • Tanklöschfahrzeug TLF 24 ZIL-131 der Feuerwehr Kirchhain, Stadt Doberlug-Kirchhain
  • Tanklöschfahrzeug TLF 8/25 Landesbetrieb Forst Brandenburg, Amt für Forstwirtschaft Templin
  • Tanklöschfahrzeug TLF 8/25 auf ZIL-131 der Freiwilligen Feuerwehr Berggießhübel
  • Tanklöschfahrzeug TLF 24 auf ZIL-131 der Feuerwehrtechnischen Sammlung Zeithain
  • Tanklöschfahrzeug TLF 24 AZ-40 des Feuerwehrmuseums Welzow, ehemals Haidemühl, Klick
  • Tanklöschfahrzeug TLF 24 der Freiwilligen Feuerwehr Sehmatal, Ortsfeuerwehr Sehma
  • Tanklöschfahrzeug TLF 24 der Freiwilligen Feuerwehr Teutschenthal / Dornstedt
  • Tanklöschfahrzeug TLF 24 der Freiwilligen Feuerwehr Treuen, Vogtland
  • Tanklöschfahrzeug TLF 24 Werkfeuerwehr LAUBAG- im Tagebau Seese / Ost

Bohrgerät auf ZIL-131

In Litauen, Lettland und Estland erinnert kaum noch was an die russische Besatzung. Gibt auch nur noch wenige russische LKWs. Die einzige Fotoausbeute unserer Reise ins Baltikum war dann auch ein ZIL-131N mit Bohrgerät URB 2A2.

ZIL-131N mit Bohrgerät URB 2A2 Lettland, Riga

ZIL-131N mit Bohrgerät URB 2A2 Lettland, Riga

Wohnmobil ZIL-131

ZIL-131 kaufen und als Wohnmobil-Basis herrichten?

Nun ist bei allen ZIL-131 die Garantiezeit von 10 Jahren fürs Militär und 2 Jahren fürs Volk abgelaufen.[38] Dennoch dürften die wenigsten Militärfahrzeuge die Garantieleistung von 30.000 km überschritten haben. Und niedrige Tachostände sind natürlich die große Versuchung für angehende Expeditionsmobilisten. Dazu noch der Nimbus der Geländegängigkeit und Unzerstörbarkeit russischer LKW-Technik.

Der ZIL-131 ist bei geringen Kilometerleistungen auch recht zuverlässig. Und selbst wenn er nicht anspringt, gibt es immer noch die Kurbel zum Anwerfen des Motors. Voraussetzung für die Zuverlässigkeit ist aber eine Generalüberholung und permanente Pflege. Allerdings ist der LKW erst ab dem ZIL-131N ab 1986 für 250.000 km ausgelegt und wird auch in Russland nicht im Fernverkehr benutzt.

Vor allem aber aufgrund des durstigen und schwachen Benzinmotors ist der ZIL-131 sicher keine geeignete Basis für ein normales Wohnmobil. Doch was ist schon normal. Wenn der ZIL-131 einen Dieselmotor und nicht diesen Nimbus russischer Besatzung hätte, würde er mir fast so gut wie der Mercedes Kurzhauber gefallen. Denn obwohl dieser schöne LKW so in der Mitte zwischen dem kleineren GAZ-66 und dem größeren Ural-375 einschubladisiert wurde, ist an ihm überhaupt nichts Mittelmäßiges.

Geboren unter dem roten Stern: ZIL-131

Geboren unter dem roten Stern: ZIL-131

ZIL-131 auf Dieselmotor umbauen

In der DDR wurde statt des äußerst trinkfreudigen V8-Benzinmotors im ZIL-131 gern der Dieselmotor 4VD aus dem W50 nachgerüstet. Natürlich ist der ZIL-131 mit einem Dieselmotor aus dem IFA W50 keine richtige, originale Variante. Ich hab die Quelle noch nicht gefunden, aber es muss in den achtziger Jahren sogar einen Umbausatz vom ZIL-131 auf den 4VD vom IFA W50 gegeben haben. In der Liste der Feuerwehren sind einige auf den Dieselmotor aus dem IFA W50 umgerüstete ZIL-131 dabei.[39]

Der Umbau des ZIL-131 auf den Dieselmotor aus dem W50 ist meiner Meinung nach sogar mit dem originalen Getriebe und Antriebsstrang erfolgt. Da der Diesel aus dem W50 aber nur 2.300 U/min bringt [40], wird der ZIL-131 mit Dieselmotor dann aber aufgrund der niedrigeren Nenndrehzahl des Diesels natürlich wesentlich langsamer sein. Genau genommen sinkt die Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h bei 3.200 rpm [41] auf nur noch 57,5 km/h bei Abregeldrehzahl von 2.300 rpm im 4VD (80 km/h / 3200 rpm x 2.300 rpm = 57,5 km/h).

Und schwächer ist der Dieselmotor 4VD aus dem W50 auch noch. Nur 125 PS statt 150 PS im ZIL-131. Nee, ein Umbau des ZIL-131 auf den 4VD ist keine Option. Besser wäre ein schnelllaufender Diesel. Vom Minsker Motorenwerk gibt es einen Umbausatz für den ZIL-131 auf den Dieselmotor D-245.9 mit 136 PS bei zumindest 2400 Umdrehungen.[42] Aber mit dem belarussischen Dieselmotor aus Minsk läuft der ZIL auch nur 60 km/h.

Vielleicht wäre beim Dieselumbau des ZIL-131 noch ein anderes Getriebe sinnvoll. Wenn man aber sowieso nur zur Kiesgrube und zurück fährt, kommt es auf die paar Liter Sprit auch nicht mehr an. Dann lieber Original.

Einer von 2 zugelassenen ZIL-131 mit der HSN 9323

Einer von 2 zugelassenen ZIL-131 mit der HSN 9323

ZIL-131 als Basisfahrzeug fürs Wohnmobil

Wer also jetzt mit dem Gedanken spielt, sich einen ZIL-131 zu kaufen und zum Expeditionsmobil umzubauen, kann das gern machen. Aber bitte nur dann, wenn man mit dem Grundprinzip Eine-Stunde-fahren-eine-Stunde-schrauben vertraut ist. Wobei dieses Prinzip nach dem Kauf eines ausgemusterten ZIL-131 wahrscheinlich erst nach 1000 Stunden Grundüberholung beginnt. Denn die große Schwäche russischer LKWs ist nicht deren Spritverbrauch, sondern die mangelhafte Qualität nahezu sämtlicher Bauteile.

Wie wenig selbst das Herstellerwerk auf die Haltbarkeit des ZIL-131 gibt, ist schon an der stolzen Mitteilung von 1986 zu erkennen, dass der modernisierte ZIL-131N nunmehr für 250.000 Kilometer ausgelegt ist.[43] Wer sich also tatsächlich von irgendeinem polnischen, tschechischen oder bulgarischen Händler einen ZIL-131 kauft, sollte sich auf eine Generalsanierung der Bremsanlage sowie mindestens aller Dichtungen, Gummiteile und Leitungen gefasst machen. Dazu Zündverteiler, Vergaser und Zündkerzen. Ist aber alles nichts, was man nicht mit viel Zeit, ein paar billigen Ersatzteilen und einem westlichen Nusskasten lösen könnte. Ach so, ein paar Brocken Russisch wären nicht schlecht.

Auch wenn er also noch so schön und noch so besonders ist: Der ZIL-131 ist keine Basis für ein reiseorientiertes Expeditionsmobil. Eher eine Feierabendbeschäftigung für engagierte Schrauber. Und dann ein Spaßmobil für Kiesgrube und Eisdiele. Vielleicht auch ein Reisefahrzeug für die große Reise nach Osten. Wobei ich eine Übernachtung auf der geraden und fast durchgehenden Sitzbank im ZIL-131 nur empfehlen kann. Ein Kissen, eine Decke, und fertig ist das Expeditionsmobil.

ZIL-131 ist keine Basis für ein reiseorientiertes Expeditionsmobil

ZIL-131 ist keine Basis für ein reiseorientiertes Expeditionsmobil

Bestand und Preise

Bestand an ZIL-131 in Deutschland

In Deutschland sind derzeit ganze zwei ZIL-131 regulär zugelassen.[44] In der Statistik des KBA sind beide als Kofferfahrzeuge des Herstellers “ZIL-WERKE (SU)” mit der Herstellerschlüsselnummer HSN 9323 und der Typschlüsselnummer TSN 001 angegeben.

Darüber hinaus kann es aber durchaus noch einige andere ZIL-131 mit normaler Zulassung und allgemeiner Herstellerschlüsselnummer 0900 geben. Sicherlich werden auch welche mit roten Nummernschildern bewegt. Und wer weiß, wie viele ZIL-131 in Deutschland noch in irgendwelchen Hallen oder gar draußen auf der Wiese darauf warten, wieder mal ausgefahren zu werden. Wie viele genau, lässt sich aus der Statistik des KBA nicht entnehmen.

Vielleicht aber melden sich ja hier wie beim Beitrag zum GAZ-66 auch die respektablen ZIL-Besitzer zu Wort. Und erzählen ein bisschen von ihren praktischen Erfahrungen.

ZIL-131 Koffer der NVA bei der VEBEG kaufen

Seit 2014 hat die VEBEG keine ZIL verkauft. Doch gerade, wie ich diesen Beitrag zu Weihnachten nun endlich mal abschließen und veröffentlichen will, ist doch tatsächlich bei der VEBEG ein ZIL-131 mit Koffer zu kaufen. Ein ehemaliges NVA-Fahrzeug mit der Fahrgestellnummer 448.116 und Baujahr “ca. 1980”. Am originalen, runden Seitenblinker unter den seitlichen Luftschlitzen der Motorhaube ist ein Baujahr zwischen Dezember 1977 und November 1986 zu erkennen. Die geschätzte Angabe der VEBEG zum Baujahr passt also.

Der Koffer auf dem Foto der VEBEG von dem zu verkaufenden ZIL-131 ist allerdings nicht der originale, eckige KUNG-Koffer K-131 mit seitlichen Dachschrägen, sondern gehört eigentlich auf ein “Krokodil”, also den ZIL-157.[45] Wie sich später herausgestellt hat, ist der von der VEBEG verkaufte ZIL-131 der NVA eine Kontroll- und Prüfstation 2W8 mit Koffer KUNG-1M aus dem Fla-Raketen-System 2K12 Kub.[36]

Die alten Russenkoffer KUNG-1M sind an dem runden Tonnendach gut zu erkennen. Der mit dem ZIL der VEBEG zu verkaufende, typische ZIL-157-Koffer KUNG-1M ist sogar eine der selteneren Ausführungen mit Tür auf der rechten Seite.

Runder Koffer KUNG K1M wie beim VEBEG-Verkauf eines ZIL-131

Runder Koffer KUNG K1M wie beim VEBEG-Verkauf eines ZIL-131

Wer sich den ZIL-131 der NVA bei der VEBEG kaufen oder anschauen will, hat noch bis zum 18.01.2021 Zeit. Der ZIL steht in Hermeskeil bei Trier. Aber Leute, kauft euch nicht so ein Gerät. Fangt vielleicht erst einmal mit einem Buch über russische LKWs an.

Wer es nicht lassen kann, sollte als Preis für diesen ZIL-131 mit Koffer KUNG-1M der NVA aber höchstens 4.000 € netto bieten. Denn der ZIL-131 ist eine Million Mal gebaut worden und in Osteuropa aus diversen Armeerestbeständen noch gut, billig und original verfügbar. Aber selbst in Polen oder Bulgarien will so einen spritfressenden Dinosaurier keiner mehr kaufen.

  • Link zur Versteigerung des ZIL-131 bei der VEBEG (nur anschauen, nicht kaufen!): Klick
  • Mängel des ZIL-131: Gasgestänge, Teile der Kraftstoff- und Lenkanlage defekt, Gebrauchsspuren, Stand- und starke Korrosionsschäden mit teilweisen Durchrostungen, alters- und nutzungsbedingter Verschleiß. NVA-Fahrzeug ohne Straßenzulassung.[46]
  • Verkaufspreis des ZIL-131 bei der VEBEG: 3.787,92 € netto = 4.507,62 € brutto, Zuschlag vom 18.01.2021

Weitere Infos zum ZIL-131

Selbst ich muss bei aller Begeisterung für den ZIL-131 immer an meine Warnhinweise denken: Alte Allrad-LKWs sind schön, haben aber auch viele, viele Nachteile. Ihr müsst euch also nicht gleich so ein Monstrum wie den ZIL-131 kaufen. Lesen, Gucken und Träumen aber kosten nichts. Insofern empfehle ich gern ein paar Quellen für nahezu endlose Lektüre.

Russische Internetseiten

Das russische Internet ist voll mit Informationen und Unterlagen zum ZIL-131. Dabei lohnt es sich immer, die Suchbegriffe in Russisch einzugeben und Google Translate zu bemühen.

  • Russische Wikipedia zum ЗИЛ-131: Wiki RU
  • Infos zum ZIL-Werk (Zawod imeni Lichatschowa / Завод имени Лихачёва): Wiki D
  • Russische Infoseite mit allen technischen Änderungen am ZIL-131 von 1956 bis 1985: Klick
  • Liste der technischen Änderungen am ZIL-131N von 1986 bis 1993: Klick
  • Download von Bedienungsanleitungen, Ersatzteillisten und Reparaturhandbüchern im russischen ZIL-131-Forum: Klick

Bücher und Anleitungen zum ZIL-131

Zum ZIL-131 gibt es quasi alle Bedienungsanleitungen, technische Beschreibungen und Werkstatthandbücher online zum Download als PDF-Datei. Ihr müsst nur nach den russischen Originaltiteln suchen. Google Translate allerdings ist bei den PDF-Dateien keine Hilfe. Wer sich also einen ZIL-131 kaufen will, sollte sich ins Russische einarbeiten. Oder Handbücher der NVA zum ZIL-131 kaufen.

  • Fotos und Beschreibungen (russisch) aller in der Sowjetunion/UdSSR/GUS/Russland gebauten Fahrzeuge: Gljomin / Melnikow / Tretjakow, Geschichte der heimischen Automobilindustrie, Bijsk im Altai, 2013 (А.М. Глёмин, Ф.П. Мельников, А.М. Третьяков: История отечественного автомобилестроения, Бийск, 2013)
  • Bedienungsanleitung (russisch): LKW ZIL-131N und seine Modifikationen. Moskau, 1990 (Автомобиль ЗиЛ-131Н и его модификации. Руководство по эксплуатации, Москва, 1990)
  • Bedienungsanleitung KUNG KM-131 (russisch): Koffer KM-131 auf dem Fahrgestell ZIL-131, (Кузов-фургон КМ131 на шасси автомобиля ЗИЛ-131)
  • Reklameprospekt ZIL-131 (mehrsprachig, u.a. deutsch): Avtoexport, Lastkraftwagen ЗИЛ-130, ЗИЛ-131, Moskau, ~1980 (Автоэкспорт: Автомобили ЗИЛ-130, ЗИЛ-131, Рекламный проспект, Москва, ~1980)
  • Wartungs- und Reparaturanleitung (russisch): ZIL-131, ZIL-131N u.a.:, Moskau, 2004 (ЗИЛ-130, 131Н, 431510… Руководство по техническому обслуживанию и ремонту, Москва, 2004)
  • Infos zu wirklich allen Koffern und LKWs der Sowjetarmee (russisch): Kochnev, Fahrzeuge der Sowjetarmee 1946 – 1991 (Евгений Дмитриевич Кочнев: Автомобили Советской Армии 1946-1991: Klick
  • Technische Daten zum ZIL-131 (mal auf deutsch): Kunkel, Ralf: Typenkompass DDR-Lastwagen – Importe aus der UdSSR, Motorbuchverlag, 2015 /S. 26 ff.): Klick
  • Die ganze Geschichte von AMO/ZIS/ZIL und deren Fahrzeugen erzählt der ehemalige Direktor des Verkehrsmuseums Dresden: Michael Dünnebier, Lastwagen & Busse Osteuropas, 2019 (S. 219 ff.): Klick

Einzelnachweise

[1] Schuenke, IFA und ZIL – zwei Marken, ein Ziel. In: Motorkalender 1987, S. 7

[2] Dünnebier, Lastwagen & Busse Osteuropas, S. 219 und Gljomin, Melnikow, Tretjakow: Geschichte der heimischen Automobilindustrie, S. 21

[3] ZIL-131: Das Arbeitstier der Sowjetarmee, Klick und Евгений Дмитриевич Кочнев: Автомобили Советской Армии 1946-1991, Klick

[4] Wikipedia zum Moskauer Automobilwerk ZIL: Wiki D und Dünnebier, Lastwagen & Busse Osteuropas, S. 219

[5] Beitrag auf aviaros.narod.ru zum ZIL-131: Klick

[6] Geschichte des Fahrzeugwerks AMO/ZIS/ZIL: Wiki

[7] Schuenke, IFA und ZIL – zwei Marken, ein Ziel. In: Motorkalender 1987, S. 11

[8] Schuenke, IFA und ZIL – zwei Marken, ein Ziel. In: Motorkalender 1987, S. 6 u. 11

[9] Deutsche Wikipedia zum ZIL-131: Wiki

[10] Webseite des russischen Automodellbauers denisovets.ru zum ZIL-131: Klick sowie zum 131N: Klick

[11] Beitrag auf aviaros.narod.ru zum ZIL-131: Klick, ebenso die deutsche Wikipedia, Wiki-D

[12] Russische Wikipedia zum ZIL-131: Wiki-RU

[13] ZIL baute 7.853.985 LKWs von 1924 bis 2006, vgl. Melnikow, Tretjakow: Geschichte der heimischen Automobilindustrie, S. 28 und Wiki zur Geschichte von ZIL: Wiki

[14] Infos zu Novouralsk, dem Standort des Uraler Automobilwerks: Wiki

[15] Wikipedia zum Fahrzeughersteller Amur in Novouralsk: Wiki und Internetarchiv mit der AMUR-Webseite vom 17.03.2012: Klick

[16] Russische Modellbauerseite denisovets.ru zum ZIL-131N: Klick und deutsche Wikipedia zum ZIL-131: Wiki

[17] Bedienungsanleitung ZIL-131N, S. 14; Typenkompass DDR-Lastwagen, Importe aus der UdSSR, S. 27

[18] Bedienungsanleitung ZIL-131N, S. 13; Typenkompass DDR-Lastwagen, Importe aus der UdSSR, S. 27

[19] Fedorov: Das Arbeitstier der Sowjetarmee, Klick

[20] Bedienungsanleitung ZIL-131N, S. 21 und 203 f. sowie S. 12 (Gewicht der Seilwinde).

[21] Zeichnung entnommen aus der Bedienungsanleitung Автомобиль ЗиЛ-131Н, S. 23; Eigene Übersetzung und Beschriftung

[22] Bedienungsanleitung ZIL-131N, S. 14 und 128

[23] Bedienungsanleitung, S. 111, 12, 13

[24] Bedienungsanleitung ZIL-131N, S. 12, 11, 24

[25] Bedienungsanleitung, S. 238 und Modellbauseite denisovets.ru: Klick

[26] Übersetzung, Sortierung und Erläuterung von mir, also natürlich ohne Gewähr. Quelle: Bedienungsanleitung ZIL-131N, S. 238 ff.

[27] Bedienungsanleitung ZIL-131N, S. 120

[28] Bedienungsanleitung, S. 111

[29] Zeichnung entnommen aus: Bedienungsanleitung, S. 124; Übersetzung und Neubeschriftung von mir

[30] Russische Webseite aviaros.narod.ru: Klick; Bedienungsanleitung ZIL-131N, S. 13

[31] Deutsche Wikipedia: Wiki

[32] Maxim Schelepenkow: Was ist KUNG? Artikel auf gruzovikpress.ru

[33] Kochnev: Fahrzeuge der Sowjetarmee 1946 – 1991, Klick

[34] Webseite zum Raketen- und Waffentechnischen Dienst im Militärbezirk III der DDR: Klick

[35] Hinweis von Andreas in den Kommentaren. Danke dafür!

[36] Info von Christian, der den seltenen ZIL-131 mit KUNG-1M von der VEBEG gekauft hat.

[37] BOS-Fahrzeuge.de, Fahrzeugübersicht zum ZIL-131: Klick

[38] Автомобиль ЗиЛ-131Н, Москва, 1990, S. 305

[39] Beschreibung der technischen Daten zum ZIL-131 TLF-24 aus Boxberg auf BOS-Fahrzeuge.de: Klick

[40] Reparaturanleitung IFA W50, S. 32

[41] Bedienungsanleitung ZIL-131N, S. 14

[42] Minsker Motorenfabrik, Anleitung zur Umrüstung von Fahrzeugen ZIL-130 / ZIL-131 mit Dieselmotoren D-245.9, S. 2 / Инструкция по переоборудованию автомобилей ЗИЛ-130/-131 дизельными двигателями Д-245.9/9Е2 производства ОАО «Минский моторный завод»

[43] Angaben zum ZIL-131N auf denicovets.ru: Klick

[44] Kraftfahrt-Bundesamt Flensburg, Bestand an Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeuganhängern nach Herstellern und Typen am 1. Januar 2019: Klick

[45] Infos zum ZIL-157 als Vorgänger des ZIL-131: Wiki-D

[46] Angaben der VEBEG zu Ausschreibung/Los 2103140.021, natürlich ohne Gewähr

Was ist deine Geschichte zum ZIL-131?

Nun schreibe ich diesen Beitrag ja zu meinem Vergnügen. Eine besondere Freude machen mir aber all diejenigen, die die Kommentarfunktion für eigene Geschichten, Ergänzungen oder Hinweise rund um den ZIL-131 nutzen. Gern natürlich auch für Fragen und Meinungen.

In diesem Sinne wünsche ich mit meiner Geschichte vom ZIL-131 ein Frohes Fest!

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32 Antworten

  1. Arndt sagt:

    Morgen Tom,

    Ich möchte mich mal für den langen Beitrag bedanken. Ich bin bei der NVA einen Sil 131 mit rundem Koffer gefahren. Ist lange her. Es wundert mich, dass man so einen Sil noch von der Bundeswehr kaufen kann. Aber du schreibst es ja auch so. Kaufen würde ich mit den privat nicht.

    Viele Grüße und weiter so

    Arndt aus D.

    • Tom sagt:

      Ah, du schreibst den ZIL-131 als SIL-131. Ich bin mir gar nicht sicher, was die offizielle Bezeichnung des ЗиЛ-131 in der NVA war. Aber hast recht, eigentlich müsste es SIL gewesen sein.

      Aber egal, die Bundeswehr scheint einige dieser russischen LKWs übernommen und eingelagert zu haben. Vielleicht wollte das Militär mal ein Museum aufmachen. Und jetzt werden die ganzen Restbestände an russischen LKWs verkauft.

  2. Timo sagt:

    Wow. Auch von mir vielen Dank. Der Trend geht ja zum Zweit-LKW. Ich wollte im Frühling in Polen einen ZIL 131 kaufen. Aber dann kam Corona dazwischen. Die Grenzen waren zu. Ich wusste nicht, dass gerade ein ZIL-131 bei der vebeg zu verkaufen ist. Vielen Dank dafür.

    Timo

    • Tom sagt:

      Ich danke für den Dank und deine kleine Geschichte zum ZIL-131. Aber wenn du über einen Zweit-Lkw nachdenkst, bist du ohnehin in einem anderen Stadium. Darf ich mal raten, was der erste Lkw ist? Ein GAZ-66 wird es nicht sein, sonst wärst du von den Russen-LKWs geheilt. Aber vielleicht fährst du ja W50? Und willst jetzt ein dreiachsiges Wohnmobil auf ZIL-131 aufbauen? Oder wohl eher kein Wohnmobil, sondern ein Spielzeug kaufen.

      Aber nichts für ungut, kann jeder machen, wie er will. Ich bin nur mal gespannt, was der Verkauf des ZIL-131 bei der VEBEG einbringt.

      • Tom sagt:

        Ach so, und beim Kauf des ZIL-131 der VEBEG immer dran denken: Mehrwertsteuer kommt auf das erfolgreiche Gebot noch oben drauf. Also dann ja wieder 19%. Dazu vielleicht 1000 € Transportkosten. Und schon wird aus dem anempfohlenen Kaufpreis von maximal 4000 € netto ein Realpreis, zu dem du auch einen gut erhaltenen ZIL-131 in Polen kaufen kannst. Oder was wäre im Frühling der Preis für den ZIL in Polen gewesen?

        • Anonymous sagt:

          Ein ZIL-131N wurde in Polen für 4.500 € und ein ZIL-131 in Litauen für 3.900 € + Steuer verkauft. In Litauen ist eine 91er ZIL Pritsche für 3750 € plus Steuer zu verkaufen. Ich suche einen originalen koffer für ein Wohnmobil.

          VG Timo

          • Tom sagt:

            Danke für die Infos zu den Verkaufspreisen in Polen und Litauen. Ich sehe auch manchmal die Anzeigen aus Polen, Bulgarien oder Litauen, die einen ZIL-131 verkaufen wollen. Die üblichen Verdächtigen aus Tschechien sind natürlich auch beim Verkauf mit dabei. Ich weiß allerdings nicht, wo die ihre ZIL-131 als Handelsware aufkaufen.

  3. Timo sagt:

    Mein erster LKW ist ein Robur LF8. Ich fahre aber nicht viel und nutze den mehr zum Holz machen. Der ZIL-131 mit koffer soll ein wohnmobil werden.

    VG Timo

    • Tom sagt:

      Ah, ein LO. Da ist der ZIL-131 mit der durchgehenden Sitzbank vorn natürlich bequemer. Aber genauso unvernünftig. Wenn nicht noch mehr. Treibe also beim Kauf den Preis für den ZIL-131 bei der VEBEG bloß nicht zu hoch.

  4. Tjarnwulf sagt:

    Ahoj auch hier nochmal!
    Ich bin vor zwei Jahren in der Karpaten-Ukraine gewesen, wandern. Die Gipfel dort sind oftmals kahl, von der früher legalen und heute illegalen Abholzung, dafür wachsen dort Unmengen Blaubeeren. Ein florierender Wirtschaftszweig, tausende unabhängige Pflücker bevölkern die Berge und sammeln was das Zeug hält. Und für den Abtransport sowohl der Pflücker als auch der Beeren sorgen meist die ZILs, sie fahren wie eine Omnibuslinie in unregelmäßigen Abstanden die Kämme der Berge ab.
    Bei einer Wanderung näherte sich ein Gewitter und wir ergatterten so einen Platz auf einem dieser Monster, man war sogar so freundlich, uns auf der Ladefläche sitzen zu lassen, während etliche sich noch aussen an der Pritsche festhielten. Interessante Reise, komfortabel jedoch nicht!
    Beste Grüße aus Prag.

  5. Anonymous sagt:

    Zum Thema der RDRA. Ich kenne sie vom ZIL-131 nicht persönlich, aber der Ural hat das selbe System und das hatte ich letztes Jahr komplett zu Revision auseinander.

    Grundsätzlich ist das clever gemacht. Es gibt aber zweierlei Schwachstellen: Den Bediener und die Abdichtung der rotierenden Achswellen gegenüber dem Gehäuse.

    Bzgl. Fahrer: Montiert man die Räder, ohne vorher den äußeren Schlauch der RDRA komplett abzubauen, ist der ziemlich schnell hin. Beim ZIL-131 geht der sogar leichter ab als beim Ural. Beim Ural muss man zusätzlich den Nabendeckel (6x M8) abschrauben, um den Schlauch auch achsseitig abbauen zu können. Das bleibt einem beim ZIL-131 erspart. Ist man dazu zu faul, macht man sich mit dem inneren Felgenrand beim herunternehmen des Rads gerne den Luftschlauch kaputt. Klassischer Fehler bei 95% der Fahrzeuge.

    Bzgl. Abdichtung: Wie beim Ural auch ist beim ZIL-131 die Steckachse außen hohl gebohrt. Nach einigen Zentimetern in Richtung Diff. erfolgt eine radiale Bohrung zu einem Luftkanal im Achsgehäuse, an dem letztlich der innere Schlauch zur Entkopplung der Achse vom Rahmen angeschlossen ist.
    Nun muss diese Bohrung und der Luftraum zwischen Steckachse und Achsrohr sowohl gegenüber dem inneren Achsgehäuse als auch gegenüber dem Achsrohr nach außen in Richtung Rad abgedichtet werden. Sonst würde ja die Druckluft bzw. die Reifenfüllung ins Nirvana verschwinden. Das geschieht mit beim ZIL mit 2 und beim Ural mit 4 Wellendichtringen und einer Fettpackung. Prinzipiell funktioniert das gut, wenn das System entsprechend gepflegt ist. Ist es das nicht und es ist kein/falsches/zu viel Fett vorhanden, gibt es immer irgendwelche Probleme:
    Zu viel Fett verstopft die Luftkanäle und Schläuche.
    Zu wenig sorgt eventuell für Mangelschmierung und damit für Überhitzung. Sind die Steckachsen auf Höhe des Dichtungspakets blau angelaufen, hat da schon einmal jemand geschlafen.
    Falsches Fett verträgt sich u.U. nicht mit dem Gummi oder den auftretenden Belastungen, hat die falsche Viskosität usw.
    Man sieht es in der Zeichnung oben ganz gut. Unter 6 findet das ganze Paket mit den Dichtringen.

    Am einfachsten diagnostizieren lässt sich ein entsprechender Fehler, wenn man die RDRA betätigt (aufpumpen) und an den Achsentlüftungen lauscht. Kommt einem da Druckluft entgegen, ist die Wellenabdichtung defekt und die Druckluft wird, statt in den Reifen, an der Steckachse vorbei in den Achskörper gedrückt. Im fortgeschrittenen Stadium kommt einem an der Achsentlüftung bereits Öl entgegen, das durch die Luft mit hinaus befördert wurde.

    Die regelmäßige Wartung der RDRA ist im Schmierplan und im Serviceplan verzeichnet. Sie ist aber mit etwas Arbeit verbunden, weil man die Steckachsen ziehen und beim ZIL scheinbar auch die Bremstrommeln runterbauen muss. (Hört sich schlimm an, ist es eigentlich nicht.) Oft ist das bei den Fahrzeugen 30 Jahre lang nie gemacht worden, dann geht auch die Anlage nicht. Logisch. Und fährt man die Wellendichtringe lange genug ohne Fett, sind die auch kaputt.

    Die Qualität der sowjetischen Wellendichtringe ist übrigens erstaunlich gut. Ich habe originale, noch in altem Packpapier bekommen, Herstellungsjahr 1980. Ich hatte meine Zweifel, aber die sind bisher unauffällig. Im Gegensatz zu den üblichen Dichtungen, die wirklich nix taugen, kann ich hier nichts Schlechtes sagen.

    Gruß…

    • Tom sagt:

      Endlich mal ein echter Erfahrungsbericht zur russischen Reifendruckregelanlage. Ich kenne halt nur die Regel: Bloß nicht rumspielen. Aber bei meinem eigenen LKW wollte ich schon, dass die Reifendruckregelanlage funktioniert. Denn das ist wirklich ein echter Vorteil der russischen Allrad-LKWs wie hier des ZIL-131.

      Und woran spielst du? Ural-375? Oder eher Ural-4320? Ich bin schon dabei, aus meinem Fotoarchiv die Urals rauszusortieren. Denn die Reihe über russische/sowjetische Allrad-LKWs wird ja nicht mit dem ZIL-131 enden…

  6. Anonymous sagt:

    Hauptsächlich Ural-4320. Wobei der Kontakt zu den Benzinern nicht ganz ausgeblieben ist. Du ließt doch sicher Allrad-Lkw-Gemeinschaft mit. Dann weißt du doch auch, wer hier so tippt. Meine Ausführungen zum Vebeg-ZIL-130 hast du ja sicher dort auch entdeckt. 🙂
    Wenn du Material zum Ural brauchst, egal welcher, melde dich gerne.

    Grüße…

    • Tom sagt:

      Ah, jetzt ist mir, als ob jemand eine helle Lampe halten würde. Der ZIL-131-Beitrag lag bei mir ja schon fast ein Jahr auf Eis und diente eher meinem privaten Wissenserwerb. Aber dein Tipp war für mich der Anlass, den Artikel zum ZIL-131 dann doch mal zu veröffentlichen.

      Jetzt bin ich nur gespannt, wie die Auktion bei der VEBEG ausgeht. Also zumindest wir beide können uns nichts vorwerfen und haben immer ausdrücklich vor dem Kauf eines derartigen, alten Allrad-LKWs gewarnt.

      Danke auch für dein Angebot. Aber zum Ural-375 habe ich eigentlich alles zusammen. Einschließlich diverser Übernachtungserfahrungen. Den Rest muss ich jetzt selber zusammenschreiben. Soll ja meine eigene Geschichte werden und kein Wikipedia-Artikel.

      Und zum Ural-4320 fehlen mir sowieso eigene Fotos und Erfahrungen. Da kann ich also bei aller Freundschaft zum Diesel-Ural auch nichts schreiben. Aber meinen Respekt hast du auf alle Fälle. So ein Projekt so hochenergetisch anzugehen, alle Achtung!

      • Anonymous sagt:

        Dankeschön. Ja, so schreibt jeder so seins. Der eine Wikipedia-Artikel und ab und zu mal was in irgendwelchen Foren, der andere Blogeinträge. Die Szene der russischen Fahrzeuge ist ja doch eher übersichtlich, man trifft sich also immer mal wieder.

        Nein, wir haben uns da nichts vorzuwerfen. Ich habe bestimmt schon einem Dutzend Leuten versucht plausibel zu machen, dass das eine ganz blöde Idee ist, ausgerechnet einen russischen Lastwagen als WoMo oder ExMo umbauen zu wollen. Und ich mag diese Autos wirklich sehr. Bei mir ist es aber ein reines Spaßmobil fürs Brötchenholen und den Baggersee. Vielleicht fahre ich mal nach Russland einen Koffer voll Ersatzteile holen. Von der Ersparnis kann ich mir dann den Diesel für den halben Rückweg kaufen.

        Bei der Vebeg wird sich schon irgendeiner finden, der viel zu viel Geld für den ZIL-131 bietet. Bisher war das immer so. Mir fehlt da etwas das Verständnis. Es gibt Fahrzeuge wo ich es verstehe. Modelle die in Deutschland selten sind oder noch irgendeinen Nutzwert haben. Ein GAZ-67, ein Ural-4320, vielleicht noch ein KamAZ-4310. Und es gibt Fahrzeuge – dazu gehört auch der ZIL-131 – die würde ich auch heute nur zum Kilopreis kaufen. Ich kenne nicht einen Lkw aus NVA-Bständen, der die Zeit einfach so und nur mit routinemäßiger Wartung unbeschadet überlebt hat, dass man ohne Komplettsanierung damit losfahren könnte. Selbst bei russischen Ersatzteilpreisen buttert man den Kaufpreis auf jeden Fall nochmal hinein, in manche Kisten auch 2x oder 3x. Das scheint aber selten wer auf dem Schirm zu haben.

        Wie dem auch sei. Viel Spaß beim Artikel rund um den Ural-375. Ich gehe Dir dann dort mit meinen Kommentaren und Amerkungen weiter auf den Geist. 🙂 Grüße…

        • Tom sagt:

          Hey, du gehst mir doch hier beim ZIL-131 nicht auf den Geist. Ganz im Gegenteil. Deine kritische Durchsicht, die Hinweise und die Diskussion sind eine echte Bereicherung. Für mich und für den Beitrag. Insofern freue ich mich schon auf die weiteren Lektorate.

  7. Tom sagt:

    Preis für den verkauften ZIL-131 der NVA ergänzt. 4.507,62 € brutto hat die VEBEG eingenommen. Aber der Kaufpreis ist bei diesem Spritfresser sowieso nur Nebensache.

  8. Andreas sagt:

    Moin moin,
    ich habe grad den Bericht über den SIL-131 mit Begeisterung gelesen. Hatte selbst 5 dieser Fahrzeuge bei der NVA. Eine Ergänzung zum Thema “verschiedene Varianten”, es gab eine Anlage zur Bekleidungsentgiftung AGW-3U. Diese basierte auf 4 SIL-131, bestehend aus einem Aggregatefahrzeug (Blechaufbau mit Kessel zur Dampferzeugung und Moskwitschmotor für die Pumpe), 2 Kofferfahrzeugen (sahen aus wie fahrende Tresore, dort wurden die Klamotten entgiftet mit Dampf und Ammoniumhydrogencarbonat) und einem Zubehörfahrzeug (Pritsche mit Plane). Gab es einmal im Militärbezirk 3 und einmal im MB5 und das MfS hatte glaube ich auch noch solch eine Anlage. Und den Spritverbrauch von 65-70 Litern kann ich bestätigen; auf der Straße.
    Grüße
    Andreas

    • Tom sagt:

      Andreas, ich danke dir für Info und Erfahrungen zum ZIL-131. Gerade die Angabe zum Verbrauch aus der Praxis ist viel wert.

      Aber sag mal, wie wurde der 131er eigentlich offiziell in der NVA bezeichnet? Du schreibst ja auch ganz selbstverständlich vom SIL-131. In meinem Motorkalender steht aber auch ZIL-131. Oder hat man das einfach nicht so genau genommen?

  9. Anonymous sagt:

    Hallo Tom, wir haben, wenn man es denn mal schreiben musste, tatsächlich SIL-131 geschrieben. Habe aber grad nochmal in der DV zum ARS-14 nachgesehen und da steht ZIL 131, also mit Z und ohne Bindestrich. In meinem Wehrdienstausweis steht aber bei der Berechtigung zum Führen dieses Fahrzeuges Sil 131 (Sil in Schreibschrift), also war man da wohl eher kreativ, denn das kleine l in diesem Fall ist ja definitiv falsch. Und der Verbrauch von ca. 65l bezieht sich auf eine ruhige Straßenfahrt. Im Gelände, wenn man mal ein bisschen verrückt gespielt hat, waren es gerne auch gegen 100l. Durch das Führen des Fahrtenbuchs und den peniblen Tankwart im Park konnte man den Verbrauch ganz gut abschätzen. Aber ein bisschen Spaß musste man sich ja auch mal gönnen…

  10. Andreas sagt:

    Also die 65l haben wir verbraucht, wenn wir normal in Kolonne gefahren sind, also meistens um die 50-60, aber auch Strecken mit 80+. Da kamen dann im Mix die ca. 65l raus.

  11. Christian sagt:

    Hallo!
    Ich habe den besagten Spritfresser bei der Vebeg ersteigert.Er steht mittlerweile zu Hause und erfreut sich eigentlich bester Gesundheit.Der Koffer befand sich übrigens schon immer auf diesem Fahrzeug,denn es handelt sich um eine Kontroll- und Prüfstation 2W8. Aktuell habe ich noch mit 2 bis 3 kleinen Problemen zu kämpfen,aber vielleicht könnt ihr mir ja hier helfen.

    Gruss Chris

    • Tom sagt:

      Ich weiß noch nicht, ob ich dir zum ZIL-131 gratulieren soll. Aber wenigstens war er nicht überteuert. Und wenn du nicht viel fährst, ist das doch ein schönes Spielzeug.

      Technisch kann ich dir außer mit meinen Lesefähigkeiten in der Reparaturanleitung wenig helfen. Russisch wirst du ja können und den Link oben zum russischen ZIL-131-Forum hast du ja sicher auch schon gefunden. Dort gibt es eigentlich alles, was das Herz begehrt: Reparaturhandbücher, Bedienungsanleitungen, Teilelisten. Alles da zum Download. Nur eben auf russisch.

  12. Christian sagt:

    Viel fahren werde ich damit nicht,ist einfach ein schönes Spielzeug wie Du schon sagst.Die Betriebsanleitung war auch auf russisch dabei. Ich selbst kann kein russisch,aber ich habe eine sehr liebe Nachbarin,die mir beim übersetzen des Schaltplans geholfen hat.Laut diesem Plan hat der Zil nur einen 20 A Sicherungsautomat im Armaturenbrett und zwei 6A Streifensicherungen,wovon ich eine als defekt eingrenzen kann.(Kontrolleuchten und Temperaturanzeige funktioniert nicht,das hängt alles an einer Streifensicherung laut Plan.)Ich vermute die beiden Sicherungen irgendwo unter dem Instrumentenbrett,finde sie aber einfach nicht! Herkömmliche Sicherungen scheint der Zil ja nicht zu haben.Vielleicht könntest Du mal in der Reparaturanleitung nachsehen wo diese sich befinden,das würde mir sehr weiterhelfen.

    • Tom sagt:

      Eine fundierte Antwort zu deinen ZIL-131-Sicherungen hast du ja schon. Aber mein Tipp wäre, dass du dir im oben verlinkten ZIL-Forum die passende Reparaturanleitung runterlädst und in der PDF-Datei den russischen Text erkennen lässt. Dann kann man sich ganz gut mit dem Google Übersetzer das Inhaltsverzeichnis übersetzen lassen und gezielt die Seiten, die einen interessieren.

      Kyrillisch lesen könnte man sich aber schon als Ziel setzen, wenn man auf solche Spielzeuge steht. Das erleichtert schon vieles. Aber ich muss auch erst nachschauen, was Sicherung auf Russisch heißt.

  13. Anonymous sagt:

    Hallo Christian,

    herzlichen Glückwunsch zum Neuerwerb.
    Der ZIL-131 hatte (Stand meiner Anleitung 1978) ausschließlich Bimetallschalter und keine Streifensicherungen.

    1x 20A in Kombination mit dem Lichtschalter, der sich sinniger Weise um den Lichtkreis kümmert
    1x 20A für Blinker, Handlampensteckdose usw. sowie
    2x 6A Bimetallschalter zusammen mit einem Klemmstein und dem Blinkerrelais hinter der linken Seitenverkleidung im Fahrerfußraum, wohl für Heizlüfter, Instrumente usw.
    In der russischen Gebrauchsanweisung findet sich (bei mir auf Seite 248) ein entsprechendes Kapitel “предохранители”.

    Grüße…

    • Tom sagt:

      Super, dass es solche ZIL-131-Profis gibt. Da muss ich selbst nicht nachschlagen. Hätte sowieso nur die Bedienungsanleitung für den ZIL-131N von 1990 gehabt. Und der 131N könnte sicherungsmäßig schon anders aufgestellt sein.

  14. Anonymous sagt:

    Nebenbei, zur Prüfstation 2W8 (und 2W8M1 sowie später auch noch 2W8M2, russisch контрольно-испытательная подвижная станция – КИПС) gibt es eine ganz interessante Geschichte. Das Flugabwehrsystem 2K12 Kub, zu dem die Station gehörte, ist entwicklungstechnisch ein Kind der späten 1950er-Jahre. Zu Zeiten von Konstruktion und Erprobung gab es den ZIL-131 noch nicht, auch keine K131-Koffer (die da für gewöhnlich drauf gehören). Also bediente man sich dessen, was damals üblich war: Ein ZIL-157 mit KUNG-1M.
    In Dienst wurde das System aber erst 1967 gestellt. Da gab es den ZIL-131, aber die modernen Koffer noch nicht (der kam erst 1968 in Serie). Es wurde also das Fahrgestell gewechselt, nicht jedoch der Koffer. Das ist also ein Konstrukt aus einer eher kurzen Übergangszeit. Da die Koffer ja auch im Grundriss durchgeplant waren, hat man sich nach 1968 nicht mehr die Mühe gemacht, für einige hundert dieser Exemplare den Innenausbau an den neuen Koffer anzupassen. Der ZIL-157 war ja weiter in Serienproduktion, damit blieben auch die KUNG-1M-Koffer verfügbar.

    Gruß.

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