ᐅ Preise für Mercedes Allrad-LKW: Was kostet der Atego neu und gebraucht?

Die Preise für Mercedes Allrad-LKW neu und gebraucht unterscheiden sich kaum. Ich bin immer wieder überrascht, was für einen gebrauchten Atego bezahlt wird.

Preise für Mercedes Allrad-LKW neu und gebraucht: Atego MB 1018 A

Preise für Mercedes Allrad-LKW neu und gebraucht: Atego MB 1018

Preise für Mercedes Allrad-LKW der Bundeswehr: Atego MB 1018

Gerade sind 21 Mercedes Allrad-LKWs Atego MB 1018 A der Bundeswehr über die VEBEG an Händler verkauft worden. Die Fahrzeuge stammen aus 2008 und sollen beim Händler bis zu 46.000 € brutto bringen.

Für einen 10 Jahre alten Mercedes Allrad-LKW mit 10.000 km auf der Uhr, EURO-4-Motor, ABS, Allrad, 3 Differentialsperren, Klima, Standheizung und Tempomat klingt das erst einmal nicht schlecht. Aber nur, wenn man sich scheut, bei Mercedes mal nach einem Preis für ein neues Fahrgestell zu fragen.

Preise für Mercedes Allrad-LKW: Mercedes Atego MB 1018 A der Bundeswehr für 50 T€?

Preise für Mercedes Allrad-LKW: Mercedes Atego MB 1018 A der Bundeswehr für 50 T€?

Preise für Mercedes Allrad-LKW: Atego 1018 Neufahrzeug

Als ich mir einen gebrauchten Mercedes-Benz LKW als Basis für mein Expeditionsmobil kaufen wollte, habe ich mal bei Mercedes nachgefragt. Was kostet denn so ein neuer Allrad Atego?

Nun wollte ich sowieso lieber einen elektronikfreien Mercedes LK kaufen. Brauchte nur mal ein Gefühl. Einen Preisvergleich zwischen neuen und gebrauchten Allrad LKW. Insofern habe ich versucht, beim Händler nicht viel Arbeit zu produzieren. Es gab also keine Preisverhandlungen.

Angeboten wurde ein Listenpreis für einen Mercedes Atego MB 1018 A 4×4 in der Baustellenausführung mit langem Fahrerhaus und als Siebensitzer zum Bruttopreis von genau 66.337,66 €. Wie gesagt: Unverhandelt.

Preise für Mercedes Allrad-LKW: Was kostete 2014 ein neuer Mercedes Allrad-LKW Atego MB 1018 A?

Preise für Mercedes Allrad-LKW: Was kostet ein neuer Mercedes Allrad-LKW Atego MB 1018 A?

Dann lieber einen neuen Mercedes Atego Allrad kaufen

Warum aber sollte man sich einen 10 Jahre alten, gebrauchten Mercedes-Benz Allrad-LKW vom Schlage eines Atego MB 1018 der Bundeswehr kaufen? Euro 4 wird nicht mehr lange von Relevanz und bald ebenfalls von Fahrverboten in europäischen Umweltzonen betroffen sein.

Währenddessen schwenkt der 50 Jahre alte Mercedes Kurzhauber dank H-Kennzeichen unverdrossen weiter seine Dieselfahne. Das ist auch in Ordnung so, denn als Stadtfahrzeug wird er wohl in den seltensten Fällen missbraucht werden.

Wer allerdings in Größenordnungen von 50.000 € allein für ein unbearbeitetes, gebrauchtes Allrad-LKW Basisfahrzeug vorstößt und den Komfort eines modernen Fahrzeuges wie dem Atego nicht vermissen will, dem empfehle ich mal einen Besuch beim Mercedes LKW-Händler.

Denn der Preis für einen neuen Allrad-Atego wird sich nicht wesentlich von meinem Euro 6 Atego-Angebot aus 2014 unterscheiden. Doch diese Euro-6-Lösung ist wesentlich zukunftssicherer. Zumindest für die heutzutage üblichen Fernreiseziele der Normalurlauber. Zur Nordsee, auf die Lofoten und nach Portugal fährt man nun mal besser mit einem Euro-6-Expeditionsmobil.

Mercedes Atego MB 1022 A Bimobil Expeditionsmobil

Mercedes Atego MB 1022 A Bimobil Expeditionsmobil

Seien wir doch mal ehrlich – die meisten neuen und teuren Expeditionsmobile fahren maximal in Europa, nach Marokko, in die Mongolei, in die USA oder auf der Panamericana nach Südamerika. Vielleicht wird auch mal nach Südafrika oder Australien verschifft. Alles Gegenden, in denen die Versorgung mit sauberem Diesel und Adblue im Prinzip auch jetzt schon einigermaßen gewährleistet ist.

Und so erleichtert ein neues Fahrzeug ganz wesentlich die Einreise und Versicherung eines Allrad-Expeditionsmobils in den USA, denn auch die zeitweise Einfuhr von Fahrzeugen, die älter sind als 10 Jahre, ist in den USA mittlerweile offenbar ziemlich problematisch. Also sind 50.000 € für einen 10 Jahre alten, gebrauchten Elektronik-Atego ziemlich viel, ziemlich schlecht angelegtes Geld. Da gibt es wesentlich bessere Fahrgestelle. So wie diesen MB 1424.

Mercedes Atego MB 1424 AK Allrad Kipper Einzelbereifung

Mercedes Atego MB 1424 AK Allrad Kipper Einzelbereifung

Vorteile der elektronikfreien Mercedes LKW

Dann lieber für die gleichen Kosten einen gebrauchten Mercedes LK kaufen, sanieren und umbauen. Der elektronikfreie Mercedes LK wird auch dann noch fahren, wenn der gebrauchte Bundeswehr-Atego den 25. Kabelbaum bekommen hat, weil wieder einmal ein Sensor spinnt. Und mit Einbau eines Dieselpartikelfilters bekommt der Mercedes LK (MB 917, MB 1120 oder MB 1124) auch Euro 4 und die grüne Plakette. Ganz ohne Adblue.

Aber einen 10 Jahre alten Atego MB 1018 kaufen? Zu einem Preis für einen Mercedes Allrad-LKW von knapp 50.000 €? Ich weiß nicht. Dann lieber ganz neu und ganz sauber. Die paar Prozent Mehrkosten sollten das Gesamtbudget dann auch nicht mehr sprengen. Ganz abgesehen von 3 Jahren / 250.000 km Neufahrzeug-Gewährleistung von Mercedes-Benz. Dieser Gewährleistungszeitraum sollte doch für eine Weltreise mit dem Euro-6-Atego reichen.

Schickes Mercedes Atego Expeditionsfahrzeug mit Einzelbereifung

Schickes Mercedes Atego Expeditionsfahrzeug mit Einzelbereifung

Preise für Mercedes Allrad-LKW: Ausstattung des Atego 1018 A

Bei meiner Preisanfrage für einen neuen Mercedes Allrad-LKW wollte ich vor allem einen Vergleich zu den Ategos MB 1018 A der Bundeswehr haben. Und so habe ich einen relativ einfachen Atego 1018 A als kurzes, wendiges Allrad-LKW-Fahrgestell für 7 Personen in Euro 6 konfiguriert. Tatsächlich würde ich natürlich einige Dinge anders bestellen. Die Einzelbereifung oder die vordere und mittlere Differentialsperre fehlt zum Beispiel. Der Motor ist mit 177 PS zu lahm für 10 t Gesamtgewicht. Aber es gibt ja auch Mercedes Atego 1424.

Doch ein am wirklichen Bedarf konfiguriertes Neufahrzeug ist ja erst mal nicht das Thema dieses Beitrages über die Preise von gebrauchten und neuen Mercedes Allrad-LKW. Es geht um eine gewisse Vergleichbarkeit zwischen den Preisen für neue und gebrauchte Basisfahrzeuge für Expeditionsmobile.

Für meinen Einstieg in die LKW-Welt hatte ich mir für einen neuen Allrad-LKW die folgenden Ausstattungen für einen neuen Mercedes Atego 1018 A herausgesucht:

Fahrgestellausführung

  • V1G Atego Neu Bau
  • C1L Radstand 3260 mm
  • T1H Gewichtsvariante 10,5 t (4,3/6,7)

Motor OM 934

  • M1I Motor OM934, Reihen-Vierzylinder R4, Hubraum: 5,1 l, Leistung: 130 kW (177 PS), 750 Nm
  • M5Z Motorausführung Euro VI
  • M5U Motorbremse, Standardsystem

Kupplung & Getriebe G 71-6

  • G1C Getriebe G 71-6/9,20-1,0
  • G4I Verteilergetriebe VG 1000-3W/1,61-0,98 zuschaltbar
  • G0W Fahrprogramm offroad
  • G5G Mercedes PowerShift 3

Achsen & Aufhängung

  • A1P Vorderachse,4,7t
  • A2L Hinterachse, Tellerrad 390, Hypoid, 11,0t
  • A2Z Differenzialsperre Hinterachse
  • A5X Achsübersetzung i=4,300
  • Q1E Vorderfeder 4,4t, Parabel
  • Q2E Hinterfeder 7,1t, Parabel
  • C6Y Stabilisator unter Rahmen, Hinterachse

Räder & Reifen 7.50×22.5

  • R1M Steilschulterfelgen 7.50×22.5
  • 1.A. 2 x 10R22,5 Straße/Gelände Bridgestone M840
  • 2.A 4 x 10R22,5 Straße/Gelände Bridgestone M840

Tanks, Rahmen & Rahmenanbauteile

  • K0E Kunststofftank 120 l, links
  • K3T AdBlue-Tank 25 l
  • K7L Abgasanlage, Endrohr zur Fahrbahnmitte
  • C7H Schutzvorrichtung, seitlich
  • C7A Heckunterfahrschutz (ECE)

Bremsanlage

  • B2B Trommelbremse, an VA und HA
  • B1Z ABS, abschaltbar

Fahrerhaus außen: L-Fahrerhaus BigSpace

  • F1U L-Fahrerhaus BigSpace, 2,30 m, Tunnel
  • F3E Fahrerhauslagerung, hinten, verstärkt
  • F6F Seitenwandfenster
  • D8N Hebedach, elektrisch
  • F7V Fahrerhauseinstieg, zweistufig
  • F6I Frontspiegel, heizbar
  • F6J Hauptspiegel, elektrisch, Fahrerseite
  • F5L Sonnenblende außen, transparent
  • F8L Wegfahrsperre, mit Transponder

Fahrerhaus innen: 7 Sitzplätze

  • D1B Fahrer-Schwingsitz, Standard
  • D1T Beifahrer-Starrsitz, klappbar
  • D1W Sitz-/Liege-Kombination, 1 Liege
  • J1R Tachograf digital, EG, Drehzahl, ADR
  • J2A CD-Radio
  • D6Y Pollenfilter

Elektrik / Elektronik

  • E1H Batterien, 2 x 12 V/165 Ah, wartungsarm
  • E0Y Batterieabdeckung
  • L1B Tagfahrlicht
  • L1H Nebelscheinwerfer, Halogen
  • S5A Geschwindigkeitsbegrenzer 90 km/h
  • S5Z Tempomat

Weitere Lieferumfänge

  • M0S Geräuschkapselung, nach ECE
  • M0S Geräuschkapselung, nach ECE
  • X3O Mercedes-Benz OnRoadService
  • X3Z ATS-Gewährleistung nach AGB, 3 Jahre/250.000 km
  • Auf-/ Um-/ Ausbau inclusive Mittelsitz und TÜV Gutachten

Mein Fazit zu den Preisen für Mercedes Allrad-LKW

  • Ich habe mich angesichts der Neu- und Gebraucht-Preise für Mercedes Allrad-LKW entschieden, lieber einen Mercedes LK zu kaufen, zu sanieren und umzubauen.
  • Man hat sicher länger Freude an einem LK als an einem 10 Jahre alten Atego, bei dem ständig irgendwelche Sensoren defekt sind.
  • Ein selbst konfiguriertes Neufahrzeug ist aber eine echte Alternative, wenn man den eingeschränkten Komfort eines alten Allrad-LKW scheut.
  • Im LKW-Konfigurator von Mercedes-Benz könnt ihr aktuelle Preise für Mercedes Allrad-LKW wie den Atego ermitteln: Klick
  • Man muss nur darauf achten, dass die Gewährleistung eines Neufahrzeugs reisezielweit gilt und erst mit Fertigstellung des Gesamtfahrzeugs beginnt.

Oder was sagt ihr angesichts der Preise für Mercedes Allrad-LKW der Bundeswehr? Lohnt sich das? Oder eher nicht? Ich freue mich immer auf eure Kommentare, denn da habe ich auch mal was zum Lesen.

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9 Antworten

  1. Benelli sagt:

    Leider ziemlich viele Falschinformationen und auch gefährlicher Blödsinn: mit elektronisch geregelten Motoren und add blaue +Euro 6 in Südamerika zu fahren wird ganz schnell enden.wir fahren dort seit 9 Jahren!

    • Tom sagt:

      Was, in Südamerika gibt es noch kein AdBlue? Und keinen sauberen Diesel? Dachte doch glatt, dass es da zivilisiert zugeht. Also danke für den Hinweis. Und wenn jemand noch mehr Erfahrungsberichte hat, immer her damit.

  2. Fabian sagt:

    Hallo Tom,
    interessanter Artikel, aber ich muss leider Benellis Einschätzung bestätigen, auch wenn ich es wohl etwas anders formuliert hätte. 🙂
    Das hat weder etwas mit AdBlue, noch etwas mit der “Sauberkeit” des Diesels zu tun, sondern nur mit dem Schwefelgehalt. Und der ist nach wie vor eigentlich überall ausserhalb von Europa, Nordamerika, Russland (mit Einschränkungen) und Australien nicht Euro VI – tauglich, siehe https://www.unenvironment.org/resources/report/global-sulphur-levels (Euro VI = max. 10ppm!).
    Ein gravierender Unterschied der meisten Euro VI-Motoren zu den älteren Generationen ist übrigens die Abgasrückführung (AGR). Während man bei Euro IV und V Motoren im Wesentlichen “nur” den Partikelfilter zusetzt und den SCR-Kat zerstört, handelt man sich beim Betrieb von AGR-Motoren mit zu viel Schwefel innermotorische Probleme ein.
    Das Thema ist übrigens so ernst, dass MB Umrüstkits für den Export von Euro-VI Fahrzeugen in solche Länder anbietet. Leider geht das nur “One-way” und ist damit nicht für Reisefahrzeuge geeignet.
    Siehe: https://roadstars.mercedes-benz.com/content/dam/mercedes-benz-trucks/landing-pages/ultralowsulfurdiesel/downloads/ultralowsulfurdiesel/ultra_low_sulfur_diesel_de.pdf

    Auch zum Thema Einreise in die USA muss ich Dir leider widersprechen. Ich bin letztes Jahr 2x mit einem 17 Jahre alten Euro II Atego in die USA eingereist, ohne irgendwelche Probleme.
    Im Gegenteil: Wäre das Fahrzeug schon 25 Jahre alt gewesen, hätte ich es sogar in den USA zulassen können.

    Beste Grüße
    Fabian

  3. Fabian sagt:

    Eine Anmerkung noch zu Benellis Beitrag: Mit der elektronischen Motorregegelung hat das Ganze absolut garnichts zu tun.
    Ein elektronisch geregelter Euro II oder III Motor ist aus meiner Sicht aktuell mit Abstand der beste Kompromiss aus Schwefeltauglichkeit auf der einen und Zuverlässigkeit, Umweltverträglichkeit und Leistung auf der anderen Seite.
    Motorsteuergeräte sind so ungefähr das robusteste und unauffälligste Stück Elektronik, dass man sich vorstellen kann. Die teils immer noch unter Reisenden verbreitete Angst vor Steuergeräten in ihren Fahrzeugen steht in einem schon irgendwie lustig anmutenden Widerspruch zu den hunderttausenden Fahrzeugen, die mit ebensolchen in allen Ecken der Erde rumfahren. Die Themen Steuergerätephobie und fernreisetaugliche Abgastechnik sollte man deshalb sauber trennen.

    Beste Grüße
    Fabian

  4. Klaus sagt:

    Wie ich bereits erwähnte, fährt eine mittelständische Spedition aus Baden-Württemberg zwar in Russland, nicht aber NACH Russland. Zudem erwähnte der Techn. Leiter der Firma, daß er nicht empfehlen würde, mit EU6-Diesel-Fzg. nach Russland zu reisen.
    MB bietet für Unimog und Co m. W. heute auch eine Umrüstung auf EU3 bei Neukauf an.
    Dergleichen gilt wohl auch generell für Militärfzg. Schaut mal den ‘Boxer’ von Rheinmetall an.

    Die auf MB spezialisierte Firma ORC aus Holzgerlingen bietet solche Umrüstungen, auch hin- und her, an. Je nach Motortyp fallen dafür so ca. 5000 EUR an.

    • Tom sagt:

      Deswegen unterscheide ich ja immer den Europatourismus vom Welttourismus. In Europa macht es schon Sinn, auf moderne, komfortable Euro 6 Fahrzeuge wie den Atego zu gehen. Zumindest solange man noch Garantie auf das Fahrzeug hat.

      Und die meisten Wohnmobile kommen doch sowieso nicht nach Russland.

  5. Tom sagt:

    Fotos von ein paar Mercedes Allrad-Atego mit und ohne Koffer ergänzt.

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