ᐅ Steyr 12M18 Off-Road: Echtes Expeditionsmobil unter 7,5 Tonnen?

Hab in der Off-Road einen Artikel über den Steyr 12M18 als “leichten Globetrotter” gelesen. Aha, wieder mal ein 7,5-Tonnen-Versuch.

Das ist zwar ein Steyr 12M18, aber nicht der aus der Off-Road

Steyr 12M18, aber nicht der aus der Off-Road

Ist der Steyr 12M18 jetzt Mainstream?

Das Team von der Pistenkuh mit ihrem Steyr 12M18 ist schuld. Schuld daran, das ich den Steyr überhaupt kenne. Ich mag ja Exoten. Aber der Steyr 12M18 ist schon gar kein Exot mehr. Sondern mit 2.500 gebauten Exemplaren fast schon ein Einzelstück. Ist keine Schande, den nicht zu kennen.

Mein erster Kontakt zum Steyr 12M18 als Expeditionsmobil ist noch gar nicht so lange her. In Marokko hatte mich mein Ältester bei einer unserer Touren gefragt, was das für ein LKW sei, der da in der Wagenburg an den Sanddünen steht. Oder im Offroad-Camp direkt neben dem Campingplatz. Je nachdem, wer was für eine Story erzählt. Jedenfalls wusste ich es nicht. Wie peinlich.

Aber macht nichts, man kann ja fragen. Hi, was ist das für ein LKW? Ein Schteier. Ein was? Ein S-T-E-Y-R. Hä? SSS-TTT-EEE-YYY-RRR. Mit nur einem E. Ah, jetzt. Steht ja auch auf dem Kühlergrill. Waren echt nett, die Leute aus dem Steyr 12M18. Haben mir Unkundigem das wirklich buchstabiert. Damals. In der Wüste.

Heute kennt jeder angehende Expeditionsmobilist den Steyr. Der Steyr 12M18 des österreichischen Bundesheers wird sogar in einem Atemzug genannt mit dem Unimog. Und auch hier sind die Pistenkuhtreiber schuld. Ganz eindeutig. Schuld, dass der Steyr 12M18 das ewige Expeditionsmobil sein wird. Dass plötzlich jeder so einen Steyr haben will. Vor allem in der Militärversion Steyr 12M18. Wenn man den erstmal hat, steht man schon so gut wie sicher in der Lut und macht Drohnenfotos.

Aber so sieht man wenigstens, dass der lila Steyr 12M18 als echtes Expeditionsmobil wirklich offroad unterwegs ist. Dieser Steyr gehört zu den berühmten 0,1%, die die Statistik versauen. Die man auch mal in der Wüste trifft. Dennoch sind Burkhard und Sabine derzeit in Europa nicht mit dem Allrad-LKW, sondern mit dem Land Rover unterwegs. Vielleicht gerade jetzt auf der Eisenstraße durch Steyr.

Steyr 12M18 – wirklich ein leichter Globetrotter?

Aber ich wollte ja den Artikel in der Off-Road über den Steyr 12M18 als leichten Globetrotter besprechen. Hat mich gefreut, dass der Geländewagenzeitschrift ein richtiger LKW einen richtigen Artikel wert ist. Wenn auch auf dem Titelblatt etwas eingeklemmt zwischen 2 elektrischen SUVs und 2 martialischen Pickups. Aber so ist halt der Modegeschmack.

Und zum Modegeschmack gehört auch, dass ein Expeditionsmobil unter 7,5 Tonnen wiegen sollte. Das meine ich zwar auch. Aber nicht wegen des fehlenden Führerscheins. Sondern wegen zahlreicher Vorteile. Bis hin zum reduzierten Eintrittspreis in afrikanischen Nationalparks. Was, das ist euch egal? Geht es doch nur um den Führerschein?

Das ist ein ganz dünnes Eis. Denn die Anbieter von Expeditionsmobilen versprechen zwar alles, was der Kunde hören möchte. Aber jeder, der lesen und rechnen kann, sollte den Fehler bemerken: Auch dieser Steyr 12M18 wird die 7,5 Tonnen Gesamtgewicht nicht einhalten. Noch nicht einmal auf dem schönen, bunten Papier der Off-Road.

Selbstbetrug mit teurem Leichtbau

Denn in dem informativen Artikel der Off-Road steht ganz klar, dass der Steyr 12M18 als Expeditionsmobil mehr als 7,5 Tonnen wiegt. Ein bisschen versteckt im Text, aber es steht da:

  • … Leergewicht von rund 5,2 Tonnen … (S. 35)
  • … trocken bringt der Steyr knapp 6,7 Tonnen auf die Waage … (S. 38)
  • … die beiden Alutanks mit einem Gesamtvolumen von 550 Litern … (S. 35)
  • … 390 Liter großen Brauchwassertank … (S. 38)
  • … 79 l großen Abwassertank … (S. 38)
  • … Gasversorgung 2 x 11 kg … (S. 39)

Da kommt der Steyr 12M18 also inklusive der Betriebsflüssigkeiten auf 7.731 kg gemäß dem eigenen Sachvortrag der Delinquenten (6.700 + 550 + 390 + 79 + 22 kg). Und bei dieser Rechnung steht im Kühlschrank noch nicht ein Joghurtbecher. Gibt es weder Fahrer noch Beifahrer. Keinen Hund und kein Hundefutter. Keine Klamotten und keine Kameraausrüstung. Keine Drohne und keine Laptops. Und auch kein Werkzeug. Keine Sandbleche und kein Bergezeug. Keine Campingstühle und keine Reiseführer. Und der “ausziehbare Motorradträger” ist da ebenso leer wie die Trockentrenntoilette. Ähm, und heißt trocken eigentlich auch ohne Motoröl?

Real wird also auch dieser Steyr eher mit 8,5 bis 9,5 als mit 7,5 Tonnen Reisegewicht unterwegs sein. Wie jedes andere Expeditionsmobil der 10-Tonnen-Klasse halt auch.

Das deutsche Nummernschild am angeblichen Leichtbau-Steyr wird im Aufmacherfoto jedenfalls gleich mitgeliefert. Da kann man nur hoffen, dass die Kontrollbeamten die Off-Road nicht lesen. Hey, wie kann man so einen LKW auf 7,5 Tonnen zulassen? Da hat der Hersteller wohl ein paar Versprechen nicht eingehalten. Und der Eigner macht alle Augen zu.

Jeder Steyr 12M18 mit Wohnmobilzulassung darf hier durch

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Steyr 12M18 mit 7,5-Tonnen-Zulassung? Ein sehr gewagtes Unterfangen

Und auch in der Off-Road wird das Fahrzeug als Leichtgewicht propagiert, mit dem mann (mit viel Aufwand) eine Führerscheinprüfung oder den Arztbesuch umgehen kann. In dieser Hinsicht finde ich den Artikel ein wenig unkritisch. Wer da die Details überliest, steht möglicherweise nach Investitionen von geschätzt mindestens 150.000 €, wahrscheinlich eher 200.000 € da mit einem Expeditionsmobil, das er eigentlich gar nicht fahren darf.

Aber immerhin ist dieses Problemchen mit der 7,5-Tonnen-Zulassung des Steyr 12M18 der Off-Road im allerletzten Satz einen bildungsbürgerlich verschlüsselten Rechtsvorbehalt wert: Man nennt die ganze Ablastung ein Vabanquespiel. Da versteckt man sich also in einem schlammigen, matschigen, erdigen Offroad-Magazin hinter der Bildungssprache. So, so.

Im Klartext heißt das aber nichts anderes, als dass so ein Steyr 12M18 mit einer 7,5-Tonnen-Zulassung eine “mit einem hohen Risiko verbundene Vorgehens- oder Verhaltensweise und ein sehr gewagtes Unterfangen” ist (Duden). Besser hätte man den Selbstbetrug mit dem 7,5-Tonnen-Expeditionsmobil eigentlich nicht ausdrücken können. Mit einem Wort ist alles gesagt. Aber sicherlich hat niiieeemand die Absicht, mit diesem Steyr auf der Straße unterwegs zu sein.

Der Artikel über den Steyr 12M18 als Expeditionsmobil steht in der aktuellen Off-Road, dem “4×4 Magazin für die Freiheit auf Rädern”. Heft 11/2019. Seite 34 bis 39: Klick

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16 Antworten

  1. Frank sagt:

    Naja, ich bin da nachsichtig,, wer die 7,5 glaubt, möchte nicht genau hinsehen und wo das Auto wirklich bewegt werden kann, schaut auch tatsächlich niemand auf die Gewichte ( ist beides auch bei der Pistenkuh niedergelegt). Ein Führerschein ist auch nur ein Stück Papier…

    Den Hype um den Steyr verstehe ich allerdings nicht…. sowohl Pistenkuh wie auch ein Offroadmagazin sind schon unflickbar liegengeblieben.

    Gruß Frank

    • Tom sagt:

      Nun ja, viele Expeditionsmobile werden doch hauptsächlich im europäischen Umland bewegt. Und da sollte man sich nicht von der deutschen Gelassenheit im Umgang mit überladenen Wohnmobilen leiten lassen. In Österreich oder der Schweiz wird gnadenlos ausgeladen und abkassiert. Schweden ist auch nicht zimperlich. Und die Länder messen zum Teil automatisch. Ich jedenfalls bin da vorsichtig und fahre wenigstens einmal im Jahr voll beladen über die Waage.

      Und der Steyr 12M18 ist sicherlich wirklich überbewertet. Klar ist das ein schöner LKW. Aber so viel schöner, wie er mehr kostet? Ich weiß nicht. Der Vorteil liegt vielleicht darin, dass es nur eine standardisierte Basis mit ausgesucht sinnvoller Militärausstattung gibt und keine Wundertüte. Da tut sich natürlich auch eine auf den Steyr spezialisierte Firma mit der Aufbereitung leichter.

  2. Klaus sagt:

    Endlich mal wieder ein Beitrag, der mein Herz vor Freude hüpfen läßt.
    In der ‘Pistenkuh’ fahren deren Anhänger auch im 4×4 Off-Road-ExMo-LKW von BRD nach Marokko in die Wüste, eigens um ein asbachuraltes Flugzeugwrack zu besichtigen und sind dann total empört von den Socken, daß junge Einheimische in Soldatenkluft mit einem Toyo Pickup samt montierten Maschinengewehr 50 EUR für das Fotografieren verlangen und das, nachdem man sich zuvor im nächstgelegenen Ort offiziell hat versichern lassen, das das problemlos sicher möglich sei. Ist es ja auch gewesen, für 50 EUR. Not macht halt auch in den Gegenden erfinderisch. Dekadenz in Potenz!

    Steyr 12M18 hin Unimog oder 917 her, was dem einen recht, ist dem anderen billig. Mir muß auch die Frau meines Nachbarn nicht gefallen. Der muß mit ihr leben und auskommen und vieles in dem Segment der ExMo ist oftmals reine Ansichts- oder Philosophiesache, mal vom GG und der Unterbringung der Gewichte abgesehen.
    Auch Ulrich Doldes ExMo (Selbstausbau) soll die 7,5 t problemlos unterschreiten, so es unbetankt und unbeladen ist.
    Dergleichen wird wahrscheinlich auch für den U2450-3850 von Gelber Unimog gelten mit seinen 800-900 l Dieseltanks und einer aufwendig ausgebauten Kabine von 4.500 mm Länge.

    Zuletzt hat mir ein Fahrer eines Sprinter 316 ExMo mit Werksallrad und 6 m Gesamtlänge bei leichtem Kabinenausbau erzählt, daß er den von 3,5 t auf 3,88 t habe auflasten lassen, um vom Gewicht nunmehr auf der sicheren Seite zu sein. Man habe ihn in Frankreich angehalten, wo er während einer Kontrolle nur mit seehr viieel Glück einem Wiegen des Fzg. entgangen sei. Seinen Recherchen zufolge hätte ihn das eine hohe 4-stellige EUR-Summe gekostet. Die Kassen von Kommunen, Land und Staat nicht nur in Süd-Europa sind mehr als klamm.

    Wenn eine 75 jährige Frau mit einem ‘stinknormalen’ Standard Ducato-Kastenwagen-WoMo durch Marokko tourt und überall problemlos hinkommt, wo sie hinkommen will, dann muß mir niemand mehr etwas von der unabdingbaren Notwendigkeit eines Hardcore-Allrad-Off-Road-LKW als ExMo erzählen, mit dem man Touren abfährt, die andere zuvor gefahren sind und aufgezeichnet haben. 40-50 l Diesel auf 100 km nur um im großen Sandkasten zu wühlen oder Bergziegen über Stock und Stein ins Gebirge zu folgen, ist das noch zeitgemäß? Ist die Natur nicht überall schon am Anschlag?

    Natürlich soll es auch die geben, die als Junge nie im Sandkasten haben spielen können, dürfen.
    Manche Männer sollen, Aussagen von Frauen zufolge, nur max. 16 werden. Danach würden sie nur noch älter. Oder, ich habe drei Kinder zuhause, 2 Minderjährige und 1 Erwachsenes.
    Ob die Männer die Bibel völlig falsch verstanden haben.
    Mir dreht sich der Magen um, höre ich derartiges von Frauen.

    Doch, doch, diese besagten ExMo fahren sehr wohl auf Europas Straßen, wie TvS von seinem Kumpel zu berichten wußte. Wollte der nicht auch mit einem Steyr und 14R20 Michelins in der CH spätabends auf mehrere Campingplätze und hatte in der Folge richtig Streß mit seiner Frau …. weil man ihn dort mit dem Teil hat abblitzen lassen ….
    Kleine Anekdote aus anderer Zeit gefällig?
    Zwei alte Ostfriesen sitzen abends gemütlich am Strand und schauen aufs Meer. Plötzlich entdecken sie weiter draußen jemanden der im Wasser mit den Armen rudernd um Hilfe ruft. Die beiden schauen weiter ungerührt aufs Meer. Der dem Ertrinken nahe Mann ruft um wieder und wieder Hilfe, zuerst in deutsch, dann in englisch, französisch und noch in vielen anderen Sprachen, bis er schließlich ertrinkt. Da meint der eine Ostfriese zum anderen, ‘Mensch Hein, hast gehört, der konnte aber viele Sprachen.’ Darauf Hein, ‘und, was hat’s ihm genutzt? Hätt mal besser Schwimmen gelernt.’

    Nichts für ungut. Ich gönne jedem sein Gefährt, so wie ich jedem seine Frau gönne.
    Aber ich bin dankbar, auf den Blog von Tom gestoßen zu sein.

    Lach ….

    • Tom sagt:

      Ach, ich will nur Augen öffnen. Sonst nichts. Das Gesehene verarbeiten muss dann schon jeder selbst. Aber es sollte tatsächlich niemand glauben, einen ausgewachsenen Allrad-LKW wie den 12M18 unter 7,5 Tonnen bewegen zu können, ohne Abstriche zu machen. Steht ja auch so im Artikel der Off-Road. Man muss nur genau lesen.

  3. Klaus sagt:

    Nun ja, da montiert man auf der Pritsche eine abschließbare Kiste als Staufach, daneben ein Dixi-Klo (Toi-Toi-Toi) und dahinter ein über den Druckluftkompressor aufblasbares Haus-Zelt. Nomaden der westlichen Neuzeit.

    Wohnkabinen, das ist doch nur etwas für Campingplatz-Abenteurer und Lauduscher.

  4. Wolfgang sagt:

    Ich frage mich bei diesem 7,5to Thema immer wieder, wo das Problem liegen soll,, auch in “höherem ” Alter noch den Führerschein Klasse C zu machen?

    Der sollte bei langjähriger Klasse B Erfahrung nicht mehr als €1.000 kosten, sofern man nicht – wie ich – noch während des theoretischen Unterrichts übermütig wird, und dann gleich den CE (LKW mit Anhänger) macht – (rückwärts Einparken mit einem Zweiachs-Anhänger ist anfangs doch etwas herausfordernder als man zuerst denkt 🙂 Aber was solls – wenn man sich das (aus Feigheit – oder welch sonstigem Grund?) nicht zutraut, dann sollte man ernsthaft darüber nachdenken, ob man sich auch mit “echten” 7,5to nicht zuviel zumutet. Ganz ehrlich – ich muss zugeben, dass ich zumindest beim theoretischen Fahrunterricht tatsächlich noch einiges Neues dazu gelernt habe.

    Hintergrund dazu war übrigens eine eher amüsante Erfahrung mit unserem MAN 10.220: auf zwei Mautstrecken hintereinander in China (Ja, wir sind mit unserem Vehikel schon einiges herumgekommen). Da stand auf einer LED Tafel “8.250”. Ich dachte erst, wir sind das 8.250ste Fahrzeug in dieser Woche oder so, bis dann bei der nächsten Station etwas wie “8,210 ” zu lesen war. Zurückgekommen bestätigte sich der Verdacht nach Abwiegen ziemlich schnell – natürlich war das unser Gewicht. Bevor man sich da völlig unnötigen Ärger holt… besser sofort nach eine günstigen Fahrschule suchen.

    Und wenn man sich dann immer noch nicht traut, einfach mal x-beliebige “Ritter der Landstrasse” unterwegs auf den Autobahnen ansehen und zum Schluss kommen, “wenn der das schafft, schaffe ich das auch”… Das gilt übrigens ganz generell – die meisten schaffen in Wirklichkeit tatsächlich sehr viel mehr als sie sich zutrauen (und oft sogar mehr, als andere ihnen zutrauen :-)…

    • Tom sagt:

      Naja, eine 7,5 Tonnen Zulassung (nun nicht gerade beim Steyr 12M18) hat schon Vorteile. Aber ohne Lügengeschichten klappt das nur bei ganz wenigen LKWs oder eben serienmäßig beim Mercedes Vario.

  5. Peter sagt:

    @Wolfgang, da gebe ich dir 100%ig Recht!
    Meine Herzensdame hat sich zur Klassenerweiterung auf D1E angemeldet, um mit unserem Brummi zu fahren, wenn er dann fertig ist.
    Sie ist jetzt 53 und hätte niemals gezweifelt, das zu schaffen.
    Es geht weniger um Notwendigkeit, sondern vielmehr Will sie das und wenn sie sich das mal in den Kopf gesetzt hat, dann ist das einen Selbstläufer.
    Vor zwei Jahren hätte sie natürlich niemals daran gedacht, aber ich kenne mein Schatz 😀
    Gruss Peter

    • Tom sagt:

      Ich weiß nicht, wie die Führerscheinregelung bei 7,5 Tonnen in der Schweiz ist. Aber hier in Deutschland haben wohl mehr Lkw-Fahrer Bammel vor der Gesundheitsprüfung aller 5 Jahre als vor der Führerscheinprüfung.

      • Klaus sagt:

        Aus eigener Erfahrung weiß ich, so das nicht zwischenzeitlich geändert worden ist, daß der alte deutsche Klasse 3 FS, der mich berechtigt einen LKW mit zGG 7,5 t mit einachsigem Hänger (wobei eine Tandemachse mit Radstand bis 1 m beim Hänger als Einachser gilt) mit zGG 7,5 t, also 15 t Zuggewicht zu fahren, beim Umschreiben auf einen CH-FS nur noch ein Zuggewicht bis 7,5 t erlaubt bzw. LKW bis zGG 3,5 t..

        Die Gesundheitsprüfung für den ‘C’-FS an sich ist an sich wohl nicht die Welt, da lediglich Hören, Sehen und allgem. Wahrnehmung getestet werden, besonders, wenn man den ‘C’ nur privat und nicht als BKF einsetzt.

        Besonders F soll bei Gew.-Überschreitungen richtig hinlangen und abkassieren.

      • Wolfgang sagt:

        Richtig
        Hörprüfung und Sehprüfung muss gemacht werden und man muss sich dabei halt konzentieren. Wer nicht schwerhörig ist (und das ja vermutlich auch weiß), sollte kein Problem damit haben.
        Die Sehprüfung umfaßt – natürlich – Sehschärfe, die man notfalls per neuer Brille ausgleichen kann, Seitliche Wahrnehmung > 90° beim Geradeaus-Sehen und Reaktionsgeschwindigkeit. Wenn man das letztere vermurkst, sollte man ohnehin überlegen, ob man zur eigenen Sicherheit und der Sicherheit anderer ohnehin nicht besser generell auf’s Fahren verzichten sollte.

        Tom, du hast natürlich recht, dass 7,5 to durchaus Vorteile haben- aber mit “Lügengeschichten” kommt man bei einer Abwiegeaktion (relativ häufig in AT aber auch in DE) nicht sehr weit

        “Weniger Bammel vor der Führerscheinprüfung als vor der Gesundheitsprüfung”….
        Na ja, wie heißt es so schön? “Nicht für die Schule sondern für das Leben lernen wir” und da ist für manchen altgebackenen PKW Fahrer bei der LKW Ausbildung doch noch einiges drin, was man wirklich wissen sollte. Mir ging’s zumindest so.

        • Tom sagt:

          Mit Lügengeschichten meinte ich die Saga vom Steyr 12M18, der reisefertig nur 7,5 Tonnen wiegt. Aber andererseits ist zumindest der Artikel in der Offroad keine Lügengeschichte. Da steht ja alles drin.

  6. Anonymous sagt:

    Nur zur Info ….
    Will man heute einen 7,5 t, egal mit welchem Logo auf der Front, kaufen, gibt es diese nur noch mit 17,5″ Bereifung und als 4×2. Vielleicht findet noch jemand ab Werk die Nadel im Heuschober, doch das ist die Realität im LKW-Sektor.
    Ein neuer DAF LF mit 260 PS-6Zyl.-Motor, 2m langen Fahrerhaus und 19,5″ Rädern als 4×2 mit Zwillingsbereifung hinten bringt vollausgestattet knapp 5 t Leergewicht auf die Waage bei 200 l Diesel und 25 l AdBlue. Vom ca. 250 kg leichteren 210 PS – 4 Zyl.-Motor rät man im Verkauf eher ab. Wir sprechen dann von einem als 12 t konfiguriertem 14 t, der auf 7,5 t abgelastet wird.

    Bezüglich Steyr 12M18, den bekommt man heute bei einem Veredler, der den Markt wohl aufgekauft haben soll, für den man dann 100.000 Euronen auf den Tisch legt. Dafür bekommt man einen 17 t Scania 4×4 mit 370 PS 22,5″ Rädern, vollausgestattet mit Garantie und allem, was das Herz begehrt.

    • Tom sagt:

      Solche Dinge wie der 7,5-Tonnen-Steyr 12M18 entstehen ja auch deswegen, weil der Vario so eine Lücke unter den potentiellen Reisefahrzeugen hinterlassen hat und gleichzeitig eine Menge Klasse-3-Besitzer einen alten Allrad LKW kaufen wollen und dafür gern jedes Märchen glauben und jeden Preis bezahlen.

      Aber die 7,5 Tonnen Grenze ist halt für die gewerbliche LKW Nutzung kaum noch relevant. Und die Besitzer der alten Klasse 3 werden auch nicht jünger…

      • Anonymous sagt:

        Ja, die LKW-Szene ist im Umbruch. Du willst z. B. einen MAN TGE 3,5 t aufgelastet auf 4,0-4,5 t als Fensterbus? Vergiß es.
        Ungeachtet all dessen, wohin will man denn heute überhaupt noch mit einem alten oder neuen Allrad-LKW-Monstrum reisen? Die mutieren allesamt zu Garagen-Fzg. mit Standschäden.
        Dem Verkauf in der LKW-Szene graut es bereits vor weiteren, einschneidenden und realitätsfremden Verordnungen.

        Eine äußerst preisgünstige, leistungsoptimierte Alternative ist z. B. der Iveco Daily 4×2 als 7,0-7,5 t mit dem bewährten 3,0 l – 210 PS Motor und Automatik, der mit Telma-Retarder, HA-Diff-Sperre und zwillingsbereifter Voll-Luftfederung an der HA mit 225/75R16 (auch als Nokian Rotiiva AT erhältlich) samt Komfort-Schwingsitzen, Klima, Standheizung etc. ab WERK auf ca. 50 tEUR kommen mag inkl. Werksgarantie.
        Natürlich kann man sich für den Preis auch einen extralangen blauen Vario 818 von 2013 mit 500 km bei mobile-de rauslassen oder einen entsprechenden Ex-Feuerwehr-Vario beim Explorer-Markt. Ohne Garantie, versteht sich.

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