ᐅ Wohnmobil-Inspektion nach Offroad-Strecken in Portugal

Nach den ganzen portugiesischen Rüttelpisten offroad und onroad steht mal eine Wohnmobil-Inspektion und Durchsicht des Fahrwerks an. Gibt schlimmere Plätze als einen zwar etwas sandigen, aber einsamen portugiesischen Strand am Atlantik.

Wohnmobil-Inspektion selber durchführen, Durchsicht Fahrwerk, Motorraum, Räder, elektrische Anlage

Erschwerte Bedingungen beim Offroad-Einsatz

Erstmal Matte unterlegen. Manno, der portugiesische Sturm. Schnell zwei Spaten drauf. Bordwerkzeug rauszerren. Meine Werkzeugkiste wird langsam immer schwerer. Und da ist der große Maulschlüsselsatz noch gar nicht mal dabei. Kann aber meine neuen Hochglanzschlüssel sowieso nicht einfach so in die Werkzeugkiste schmeißen. Erstens zu groß und zweitens zu schön. Das Set wäre auch als Wandschmuck geeignet.

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Wohnmobil-Inspektion, Teil 1: Motorraum

Kühlwasserstand prüfen

Motorklappe aufmachen. In Fahrtrichtung rechts ist der Kühlwasserbehälter. An der Seite gibt es Markierungen für den richtigen Kühlwasserstand. Falls zu viel drin ist, läuft das über den Schlauch selber raus. Zu wenig ist nicht gut. Hier muss man erstmal Kühlwasser auffüllen und dann den Verlauf beobachten. Durch die Rippen der Frontmaske kann man auch mal auf den Kühler schauen und groben Schmutz oder Insekten entfernen.

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Bremsflüssigkeit prüfen

In Fahrtrichtung links vom Luftfilterkasten sitzt der Behälter mit der Bremsflüssigkeit. Auch hier gibt es Markierungen für den Minimal- und Maximalstand.

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Lenkgetriebeöl überprüfen

Der letzte Flüssigkeitsbehälter ist der von der Servolenkung. Auch hier sollte man ab und zu den Ölstand kontrollieren. Ich allerdings prüfe wegen der erst vor kurzem erfolgten Reparatur des undichten Lenkgetriebes auch mal den Ölzustand und nehme den ganzen Deckel ab. Sollte hier keine Blasen geben. Das ATF-Öl im Lenkgetriebe  sieht gut aus. Normalerweise reicht natürlich, nur den Stab mit der Min/Max-Markierung rauszunehmen.

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Luftfiltereinsatz reinigen

Ein Blick in den Luftfilterkasten schadet auch nicht. Gut ist, den Luftfiltereinsatz auszuklopfen und den Kasten sauber zu machen. Muss ja nicht gleich ein neuer Luftfiltereinsatz wie im Bild sein.

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Keilriemenspannung prüfen

Die Keilriemenspannung prüfe ich mit dem Daumen. Das hat man schon im Gefühl. Wenn die Keilriemen zu locker sind, fängt es auch an zu quietschen. Die Keilriemen dürfen nicht beschädigt sein. Typische Anzeiger sind Querrisse oder Ausbrüche der Rippen. Aber passende Ersatzkeilriemen gehören sowieso immer ins Wohnmobil.

Sonstige Arbeiten bei betriebswarmem Fahrzeug

So früh am Morgen mit kaltem Motor kontrolliert man keinen Motorölstand. Das verfälscht das Ergebnis. Motoröl also immer bei betriebswarmem Motor kontrollieren. Ungefähr fünf Minuten nach dem Abstellen (Betriebsanleitung, S. 42).

Bei fast jedem Halt kontrolliere ich Reifenzustand, Reifentemperatur und Fremdkörper zwischen den Zwillingen. Lege dabei die Hand auch auf die Naben und Felgen, um festsitzende Radlager oder hängende Bremsen erkennen zu können.

Mit einem kleinen Infrarot-Thermometer kontrolliere ich nach einer langen Autobahnetappe auch mal die Temperatur der Gelenke der Kardanwelle.

Wohnmobil-Inspektion, Teil 2: Durchsicht Fahrwerk

Radmuttern kontrollieren

Zur Wohnmobil-Inspektion gehört unbedingt die Kontrolle der Radmuttern mit dem Drehmomentschlüssel. Eine rechtzeitig bemerkte, lose Mutter ist nicht schlimm. Wenn aber die Felge erstmal klappert, ist es zu spät. Also alle 24 Radschrauben auf das korrekte Drehmoment von 170 Newtonmeter (M14, Betriebsanleitung, S. 119) prüfen. Kleiner Aufwand, große Wirkung. Prüfe auch die Reifen auf Beschädigungen und Fremdkörper.

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Federaufhängung prüfen

Nach den Radmuttern schaue ich mir die Federn und Federaufhängung an. Mache eine Sichtprüfung der Federlagen auf Risse. Vorne ist alles okay.

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Hinten auch. Keine Beanstandungen.

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Federbriden prüfen

Im Zuge der Höherlegung sind bei mir auch neue, längere Federbriden verbaut. Auch die prüfe ich regelmäßig (140 Nm vorn und 220 Nm hinten, Betriebsanleitung, S. 116). Das sind auf Rüttelstrecken hochbelastete Bauteile.

Durchsicht Mercedes Transporter

Stabilisatoren an Vorder- und Hinterachse prüfen

Die Stabilisatoren sind oben am Fahrzeugrahmen in einem Gummilager verschraubt. Im Bild an der Hinterachse.

Durchsicht Mercedes Transporter

Unten an der Achse halten Stehbolzen die Stabilisatoren. Alles mal durchsehen und auf lose oder gar fehlende Schrauben überprüfen. Drehstabbefestigung am Hinterachskörper mit 25 Newtonmetern (Einführschrift Kundendienst, S. 163).

Durchsicht Mercedes Transporter

Befestigung der Stoßdämpfer inspizieren

Nach meinem Fahrwerksumbau mit neuen, verstärkten Stoßdämpfern muss ich natürlich auch die Stoßdämpferaufnahmen regelmäßig inspizieren. Denn mit den verstärkten Stoßdämpfern wirken hier jetzt andere Kräfte als bei der Serienausführung.

Nur sind die Schrauben zu lang. Kann daher die Muttern nicht mit Stecknuss und Drehmomentschlüssel prüfen. Mit dem normalen Maulringschlüssel merke ich aber schon, ob die Mutter locker ist oder nicht.

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Und für 120 Newtonmeter (Einführschrift Kundendienst, S. 163) muss ich den Schlüssel halt mal verlängern. Bin an der Stelle etwas beschämt. Aber die technischen Warnhinweise habt ihr ja alle gelesen.

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Merke jedenfalls, dass mein hinterer rechter Stoßdämpfer unten locker ist. Das ist gar nicht gut. Denn wenn die Klemmkräfte nicht hoch genug sind, wird die Schraube dynamisch belastet und irgendwann abreißen. Mache also die alte Mutter runter.

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Dann gibt’s zur Sicherheit Schraubensicherung und eine neue, selbstsichernde Mutter M14. Ein Satz diverser Muttern und Schrauben gehört natürlich zur Grundausstattung im Wohnmobil.

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Anziehen dann wieder mit einer ordentlichen Verlängerung. Hoffe, dass die Stoßdämpferbefestigung bis nach Hause hält. Muss da jetzt öfter nachschauen.

Prüfung Kardanwelle und Mittelgelenk

Die Kardanwelle darf kein Spiel haben. Auch am Mittelgelenk sollte man mal rütteln.

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Karosserieträger prüfen

Dann noch eine Sichtprüfung der Lenkungsbefestigung und Motoraufhängung. Eine Inaugenscheinnahme ist auch beim Schlussquerträger und der Aufbaubefestigung vorgeschrieben (Wartungsheft, S. 16)

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Wohnmobil-Inspektion, Teil 3: Durchsicht Anbauteile

Schraubverbindungen und festen Sitz prüfen

Hier prüfe ich alle Anbauteile unter dem Wohnmobil auf Vollständigkeit der Schraubverbindungen und festen Sitz. Beim Rütteln sollte nichts klappern oder Spiel haben. Prüfe also die folgenden Anbauteile:

Bei mir klappert der Auspuff. Die Schelle zum Krümmer ist lose.

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Ist ziemlich eng da unten. Kein Problem für meinen handlichen Microspeeder. SW 13.

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Dichtheit der Aggregate und Anbauteile prüfen

Zur Sichtkontrolle unter dem Fahrzeug gehören auch Spuren von Flüssigkeiten. Bis auf Fettspritzer von der Kardanwelle sollten unterm Fahrzeug keine Spuren von Öl, Diesel oder Kühlwasser zu finden sein.

Sehe, dass meine Entlüftungsleitung des linken Dieseltanks genau über der Kardanwelle leckt. Ziehe mal die Schelle nach. Zu Hause kommt dann ein neuer Schlauch drauf.

Am Ablasshahn des Urintanks hängt ein Tropfen. So ein Mist. Habe außer selbstgebauten Gummidichtungen noch kein Mittel gefunden, das dauerhaft urindicht ist.

Wichtig ist auch die Kontrolle der Felgen und Radnaben auf Spuren von Fett, Öl oder Bremsflüssigkeit. Nicht, dass da ein Radbremszylinder undicht ist. Aber es ist alles staubtrocken.

Schaue mir auch die Leitungen der Wasserstandheizung auf Undichtigkeiten an.

Dazu prüfe ich mit der Nase innen und außen die Verschraubungen der Gasleitungen.

Wohnmobil-Inspektion, Teil 4: Abschmieren

Abschmieren ist dann wieder ein Thema für sich. Aber das gibt es ja schon. Muss mich ja nicht ständig wiederholen. Aber gründliches Abschmieren gehört natürlich zu einer Wohnmobil-Inspektion dazu. Aller 5.000 km oder nach erschwertem Einsatz. Wichtig sind hier vor allem die Achsschenkel.

Wohnmobil-Inspektion, Teil 5: Elektrische Anlage

Die elektrische Anlage ist schnell geprüft. Und spart viel Stress, denn man wird schnell mal wegen einer Kleinigkeit wie einer fehlenden Umrissleuchte angehalten. Einem kleinen Jungen auf dem Fahrersitz macht es auch viel Spaß, die folgenden Elemente zu prüfen:

Alles okay bis auf die Leuchtweitenregulierung, die gestern Abend ausgefallen ist. In der Mitte des Bildes ist der Stellantrieb zu erkennen, der über ein hydraulisches System betrieben wird. Wahrscheinlich ist dieses System irgendwo undicht.

Nach einem Tipp von den Busfreaks gehe ich mit bisschen mehr Kraft ran und schaffe es, die Leuchtweitenregulierung von Hand rauszudrehen. Das ist aber nur ein Provisorium. [Und funktioniert auch nicht so.] Muss ich zu Hause mal richtig machen und die LWR auf elektrisch umbauen.

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Weitere Infos zur Wohnmobil-Inspektion

Wohnmobilausstattung für bzw. gegen schmutzige Hände

So eine Wohnmobil-Inspektion macht schmutzige Hände. Hab da in meinen Türstaufächern griffbereit eine Dose Handwaschpaste. Und ein Außenwasserhahn ist auch nicht schlecht. Da verrate ich aber jetzt mal nicht öffentlich, wo der ist. Auf alle Fälle geht es nach der Wohnmobil-Inspektion mit frisch gewaschenen Schrauberhänden direkt ins Kloster Batalha.

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Werkzeug-Grundausstattung im Wohnmobil nach ISO 4014

Die Wohnmobil-Inspektion ist werkzeugmäßig eigentlich kein großes Ding. Brauche für die beschriebenen Arbeiten am T2N eigentlich nur einen Drehmomentschlüssel, die üblichen Schlüsselgrößen 13, 17, 22 und ein paar kräftige Hände. Das ist eh alles an Bord.

Allerdings gibt es seit der ISO 4014 neue Schlüsselweiten. Und wer hat schon 16er Schlüssel für Schrauben M10, 18er für M12 und 21er Schlüssel für Schrauben M14 im Werkzeugkasten? Nach der alten DIN 931 waren das 17er, 19er und 22er Schlüssel.

Stand da letztens mit neu gekauften Schrauben blöd da. Brauchte plötzlich die Schlüsselweite SW16. Wieso 16 und nicht 17? Wer hat denn so einen Schlüssel? Ist mir zum Glück zu Hause passiert. Naja, jedenfalls bin ich jetzt maulringschlüsselmäßig wieder komplett. War für mich die Gelegenheit, endlich mal einen neuen Schlüsselsatz mit allen Schlüsselweiten zu bestellen. Meinen ersten richtigen. Hab zu meinem zeitgenössischen Grundbestand an Fahrrad- und Buswerkzeug sonst immer nur fehlende einzelne Schlüssel nachgekauft.

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  • Guter, kalt geschmiedeter Maulringschlüssel-Satz aus Chrom-Vanadium-Stahl mit nun wirklich allen Größen zwischen SW 6 und SW 28 sowie SW 30 und 32 mm (BGS 9290): Klick
  • Die warm geschmiedete Hobbyversion kostet mit ebenfalls 25 Maulringschlüsseln die Hälfte (BGS 1196) und reicht sicherlich auch für eine Wohnmobil-Inspektion: Klick
  • Nachträglich bestellt habe ich mir einen genialen Satz Tiefbettnüsse 10 bis 24 mm (BGS 2223). Kann da jetzt endlich auch solche Muttern an zu langen Schrauben mit Ratsche und Drehmomentschlüssel anziehen: Klick 

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13 Antworten

  1. Detlef sagt:

    Hallo, gut das Du so mal alles durch siehst. Aber bitte, seid wann nimmt man bei dem Servo öl den ganzen Deckel ab? Gerade in der Gegend, ein richtiger Windstoß mit fliegendem Sand, da ist die Gefahr so groß das da doch mal was rein fliegen kann.

  2. Roland sagt:

    Tom, super, hier mitlesen zu können !

    Eine Frage, welche Drehmomente müssen wir abdecken können? Mehr als 200Nm ? Ich habe den 609D und überlege welche Nm Schlüssel ich brauche.

    Grüße,
    Roland

    • Tom sagt:

      Ich habe einen Drehmomentschlüssel für 320 Newtonmeter (Klick). Das sollte für die meisten Schrauben reichen. Hatte aber am Lenkgetriebe auch schon Schrauben bis 480 Newtonmeter. Da muss man sich dann anders helfen.

  3. Heiko sagt:

    Hallo Tom, verfolge deinen Blog schon eine ganze Weile. Da bekomme ich richtig Lust, mir so ein Fahrzeug zuzulegen und nach meinen Vorstellungen zum Womo auszubauen, oder besser gesagt nach unseren Vorstellungen. Wir sind eine 4-köpfige Familie und wollen uns diesen Traum in naher Zukunft verwirklichen. Wir haben uns auch schon ein gutes Grundkapital angespart. Das Geld wächst bei uns trotzdem nicht auf den Bäumen, weshalb mir die laufenden Betriebskosten ein bisschen Kopfzerbrechen bereiten. Könntest du da mal ungefähre Zahlen nennen bei deiner Jahreskilometerleistung? Das würde mir die Entscheidung, ob es ein MB T2/Vario als Basisfahrzeug für uns werden kann, oder ob wir doch eher einen klassischen Kastentransporter in Betracht ziehen müssen.

    Grüße

    Heiko

    • Tom sagt:

      Sieh für die fixen Betriebskosten mal hier im Beitrag nach. Bedenke auch jährlichen TÜV bei Wohnmobilen über 3,5 Tonnen. Dazu kommen Wartungsarbeiten und Reparaturen. Kannst du das selber? Mercedes macht das gern. Aber nur für 138 €/h. Netto.

      Und denke daran, dass auch die Reisekosten nicht unerheblich sind. Hab ja mal die Diesel- und Mautkosten für die (einfache) Tour nach Griechenland vorgerechnet.

      Rechne also mal mit 1.500 € Fixkosten pro Jahr und 25 Cent pro Kilometer, wenn nichts weiter kaputt geht und du alles selber machst. Kaufe vielleicht lieber was kleineres, sparsameres als nun ausgerechnet den teuren Vario.

      • Heiko sagt:

        Danke für die Links, die hatte ich nicht (mehr) in Erinnerung.
        Ja, das habe ich fast schon befürchtet. Es muss nicht unbedingt ein Vario sein. Wenn es um die Auswahl eines Basisfahrzeug geht, gehe ich da ganz pragmatisch vor. Es muss groß genug sein für die Familie und halbwegs geländegängig sein, um quasi auf der “letzten Meile” zu einem schönen und ruhigen Stellplatz zu kommen. Die üblichen Verdächtigen a la Fiat Ducato, Peugeot Boxer, Citröen Jumber und wie sie alle heißen, scheinen da kategorisch schon mal auszuscheiden. Ein 4WD MB Sprinter sprengt definitiv die Kasse. Nachdem ich deine Antwort gelesen habe, ist mir da noch der Renault Master oder der Ford Transit eingefallen, die gibt es auch als Heckantrieb. Wenn man die höherlegt reicht es vielleicht für unbefestigte Straßen. Nur so ein Gedanke… Ansonsten ist mir auf die Schnelle keine Alternative zum Vario bekannt.

        • Tom sagt:

          Mit Verlaub, aber das ganze Gequatsche von der Geländegängigkeit nur wegen der letzten Meile zum perfekten Stellplatz ist ein großer Schmarrn. Klar ist es besser, eine geschotterte Bergpiste mit Heckantrieb oder gar Allrad zu fahren. Und klar sieht ein höhergelegtes Wohnmobil mit Stollenreifen cooler aus. Vor allem aber bleibt so das Heck nicht so oft im Dreck hängen.

          Aber noch viel cooler ist es, mit einem Fiat Ducato mit Frontantrieb da hinzukommen, wo ein hochgerüsteter Unimog steht. Und wenn der Fiat Ducato vorwärts nicht hochkommt, dann muss er halt rückwärts fahren. Also mir war der 1124er am Ende zumindest auf den europäischen Standardrouten regelrecht peinlich.

          Ich jedenfalls war in Europa auf noch keinem Übernachtungsplatz, den ich nicht auch mit dem Mercedes Vito angefahren wäre. Der Vito kommt im Zweifel sogar weiter, weil er kleiner ist. Auch wenn es vielleicht im Detail mehr Arbeit macht. Früher Sandbleche erfordert. Man eher mal ein paar Steine wegräumen muss.

          LKWs haben nur den Vorteil der größeren Robustheit. Gerade die drei Generationen des Mercedes T2 sind da tatsächlich die ideale Mischung aus robuster und langlebiger LKW-Technik, viel Platz, großer Zuladung und moderatem Verbrauch bei akzeptablen Fahrleistungen.

          Doch für das gesparte Geld aufgrund des halben Dieselverbrauchs kannst du im Notfall einige Reparaturen, Bergungen oder vielleicht mal einen gemieteten Geländewagen im Funpark bezahlen. Rechne doch mal, was fünf gesparte Liter Diesel und die halbe Maut auf dem Weg zum portugiesischen Strandparkplatz ersparen.

          Nein, nur für ein kurzes Stück zum Stellplatz lohnt sich die ganze Geländegängigkeit nicht. Wüstenpisten, Gebirgspässe, Flussdurchquerungen – nur dafür braucht man den ganzen Aufwand. Wer das aber sowieso nicht vorhat, dem reicht auch ein Fiat Ducato.

  4. Sitt sagt:

    Moin,schöne Anleitungen zeigst du hier ,immer wieder super !
    Nun sehe ich bei dir den Kühlwasserstand ? Der MAX Stand ,ist doch das kleine Dreieck,unter dem MAX Aufdruck ? Oder genau ,bis an das MAX Zeichen ? Ich hatte immer nur bis zum kleinen Dreieck gefüllt . Oder fahre ich mit zu wenig ?

    • Tom sagt:

      Auch hier gilt: Ich habe keine 49 Jahre Berufserfahrung als Mercedes-Meister und weiß das alles aus dem Eff-Eff. Vielmehr hab ich nach Kauf des Mercedes 711 als erstes sämtliche verfügbaren Werkstattdokumente zum Bus aufgekauft. Da gibt es einiges noch gebraucht. Dann lese ich jeden Schritt nach und handle danach. Das ist doch das Schöne bei Mercedes, dass die so gute Anleitungen und Werkstattunterlagen haben.

      Und so steht bei mir in der Betriebsanleitung auf Seite 107 oben: “Kühlmittel bis zur Maximalmarkierung am Kühlmittelausgleichsbehälter einfüllen. ” Wo das nun genau ist, weiß ich auch nicht. Scheint so, als ob bei mir 1 cm zu viel drin ist. Glaube aber nicht, dass es beim Kühlwasserstand auf 1 cm ankommt.

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