ᐅ Mercedes 917 Allrad kaufen: Technische Daten, Verbrauch und Preistrend

Technische Daten, Verbrauch und Ablastung des Mercedes 917, 1117 oder 1317 mit Allrad sprechen für einen Umbau zum Expeditionsmobil. Dazu kommen interessante Preise der VEBEG für gepflegte MB 917 AF LF16-TS mit langer Feuerwehr-Doka.

Mercedes 1317 AK Allrad Kipper

Mercedes 1317 AK Allrad Kipper

Was sagt das Typenschild über die technischen Daten?

Bei Mercedes LKWs ist es eigentlich ganz einfach, aus der Typbezeichnung die technischen Daten abzuleiten. Beim MB 917 zum Beispiel steht die 9 für das zulässige Gesamtgewicht von 9 Tonnen. Exakt sind es zwar 9200 kg, aber so genau kommt es da ja nicht drauf an.

Die letzten beiden Ziffern wiederum zeigen ein Zehntel der Motorleistung. Die 17 fasst also kurz und prägnant die technischen Daten des Motors zusammen: Der Mercedes 917 hat 170 PS.

Die Mercedes 817, 917, 1117, 1317 und 1517 gehören alle zur Leichten Klasse (LK) und unterscheiden sich also nur durch das zulässige Gesamtgewicht. Die Motorleistung ist immer gleich. 170 magere PS halt.

Für den Umbau zum Expeditionsmobil interessant sind allerdings nur die Allrad-Modelle MB 917, MB 1117 und MB 1317. Ein nachgestelltes AF steht für Allrad Feuerwehr, ein AK für Allrad Kipper.

Aus der 17 am Ende der Typbezeichnung kann allerdings nicht automatisch auf die LKW-Baureihe LK (Leichte Klasse) geschlossen werden. So ist der Mercedes 1017 A kein LK, sondern gehört zur Neuen Generation NG. Ist also älter, schwerer und schwächer, aber auch im Fahrerhaus breiter und größer als der wesentlich jüngere und modernere Mercedes 917.

Welche Motoren hat der Mercedes 917?

Ich fange mal mit dem Guten an: Der Mercedes 917 ist nicht die Vollsparversion wie der MB 914. Hat also zumindest einen OM 366 A mit Turbolader verbaut. OM heißt Oel-Motor. 366 ist die Baureihe. Und das A hinter der Motorbezeichnung steht mercedestypisch für aufgeladen. Der OM 366 A mit Euro1 bewegt den MB 917 mit 170 PS und 540 Nm eher gemütlich. Sind halt beim MB 917 gerade mal 19 PS pro Tonne. Beim MB 1517 schildkrötenmäßige 11 PS/t.

Ab 1995 bekam der Mercedes 917 den OM 366 LA mit Ladeluftkühlung. Zwar blieb die Leistung unverändert bei 170 PS. Allerdings hat der neue Motor nun 575 Nm und erfüllt die Norm Euro 2. Dieser Unterschied ist bei der Nachrüstung eines Dieselpartikelfilters wichtig, mit dem der MB 917 Euro 4 und eine grüne Plakette bekommt.

Ansonsten ist vor allem die Zuverlässigkeit der 300er Dieselmotorenbaureihe von Mercedes legendär und bedarf keines erneuten Lobgesangs. Angefangen vom OM 321 und dem OM 352 aus Kurzhauber oder MB 1017 bis zum OM 366 im Mercedes LK ist der Motor über Jahrzehnte vollkommen unauffällig.

Beim Mercedes 917 allerdings muss man ein wenig aufpassen. Schaut mal bei dem grünen Mercedes 917 Abrollkipper auf die linke obere Ecke des Kühlergrills. Da steht 917 EcoPower. Das heißt, dass hier schon der OM 904 LA aus dem Atego verbaut ist. Also eine frühere Version des späteren Standard-4-Zylinder Klein-LKW-Motors von Mercedes. Der OM 904 bringt zwar bei unverändert 170 PS nunmehr 680 Newtonmeter Drehmoment auf. Und auch sonst ist der OM 904 LA zuverlässig und sparsam. Aber eben von der Laufkultur her kein Vergleich zum OM 366 A mit 6 Zylindern und entsprechend unbeliebt.

Mercedes 917 AK Allrad Kipper EcoPower mit OM 904 LA und Euro 2

Mercedes 917 AK Allrad Kipper EcoPower

Was verbraucht der Mercedes 917?

Mit einem eigenen Expeditionsmobil kommt man oft mit anderen Leidensgenossen ins Gespräch. Die Frage nach dem Verbrauch der verschiedenen Fahrzeuge ist immer ein Standardthema. Da der Mercedes 917 Allrad recht leicht ist und sowieso keine hohen Geschwindigkeiten schafft, glaube ich den Berichten mit einem Verbrauch des MB 917 von 17-19 Liter pro 100 km. Bei sicherlich 85 km/h. Darüber geht der Verbrauch eines Expeditionsmobils wegen der ungünstigen Bereifung und des großen Koffers schnell nach oben. Allerdings hängt der Verbrauch bei LKWs vor allem von der Achsübersetzung ab. 

Allerdings glaube ich auch dem Gejammer von der geringen Leistung. 170 PS sind für einen LKW dieser Größenordnung einfach zu wenig. Wenn ich mit meinem MB 1124 AF am Berg unter 80 km/h abgesackt bin, hätte ich mir selbst mit der Topmaschine im LK mehr als die 240 PS gewünscht. Insofern ist eine Leistungssteigerung am MB 917 bis auf wenigstens 200 PS immer sinnvoll.

Die Leistungssteigerung am OM 366 A erfolgt in der Regel durch Optimieren der Einspritzpumpe. Aber natürlich muss da noch nicht Schluss sein. Weitere Optionen sind das Nachrüsten eines Ladeluftkühlers. Wer dann aber schon über Kolbenbodenkühlung und solche Späße nachdenkt, sollte sich lieber gleich einen passenden und besser motorisierten LKW für sein Expeditionsmobil kaufen.

Welche Fahrerhäuser des LK sind zum Umbau auf Expeditionsmobile geeignet?

Für 2 erwachsener und vielleicht noch ein Kind reicht eigentlich ein Mercedes 917 mit kurzer Einzelkabine. Die jedoch sind als Feuerwehr selten. In den letzten 5 Jahren waren es bei der VEBEG gerade einmal zwei Mercedes LK 917 AF mit kurzer Einzelkabine von der Feuerwehr. Ob man sich dann aber nur wegen dem Wunsch nach einer Einzelkabine gleich einen Mercedes 917 Allrad Kipper antun will, steht auf einem anderen Blatt. Der grüne 917er Abrollkipper sieht zwar auf den ersten Blick ganz gut aus und ist im täglichen Einsatz. Verkauft wird der aber wirklich erst am Ende der technisch sinnvollen Nutzungszeit.

Das ist bei einer Feuerwehr anders. Bisher sind von der VEBEG fast überwiegend Löschfahrzeuge mit langer Doka versteigert worden. Bis auf zwei Ausnahmen waren das Mercedes 917 AF LF16-TS 4×4, also Löschgruppenfahrzeuge mit 9 Sitzplätzen. Diese langen Dokas sind eher unbeliebt, weil die zusätzliche Länge im Koffer fehlt und das lange Fahrerhaus nicht richtig genutzt werden kann. Bei den Preisunterschieden zur Einzelkabine könnte man aber locker die Doka an der richtigen Stelle abschneiden oder die Doka gleich auf Kofferhöhe aufstocken. Gerade ein Dachbett über der Doka stelle ich mir super vor.

Einen Mercedes 917 mit kurzer Doka hingegen habe ich noch nicht gesehen. Diese kurze Doka wäre aber für Familien der ideale Kompromiss aus Platzangebot im Fahrerhaus und im Koffer.

Ganz und gar selten sind jedoch Mercedes 917 mit Fernfahrerhaus. Wer sollte diesen Verteiler-LKW auch mit dem großen Haus gekauft haben? Für die Langstrecke ist er zu schwach. Und wäre dann auch ohne Allrad. Für die Baustellenkipper hingegen ist der zusätzliche Platz sinnlos. Feuerwehrleute könnten da hinten auch nicht sitzen.

Aber für Expeditionsmobile ist das Fernfahrerhaus genau richtig. Da passt hinten sogar eine Sitzbank rein. Ist eng, geht aber. Hab selbst in solchen kommunalen MB 917 mit Fernfahrerkabine und 7-Personen-Zulassung gesessen.

Mercedes 917 AK Allrad Kipper mit Fernfahrerhaus und 7 eingetragenen Sitzplätzen

Mercedes 917 AK Allrad Kipper mit Fernfahrerhaus und 7 eingetragenen Sitzplätzen

Lässt sich ein Mercedes 917 Wohnmobil auf 7,5 t ablasten?

Eine Zulassung auf 7,5 Tonnen hat für ein Wohnmobil viele Vorteile. Der Führerschein Klasse 3 ist davon noch der kleinste. Selbst mit richtigem Führerschein hat die Ablastung auf 7,5 Tonnen den Charme, dass viele Überholverbote und Durchfahrtsbeschränkungen ab 7,5 Tonnen entfallen und auch in Wohngebieten geparkt werden darf.

Aus meiner Erfahrung mit einem gewichtsmäßig vergleichbaren Mercedes 1124 AF gehe ich davon aus , dass der noch mal leichtere Mercedes 917 als Expeditionsmobil mit kurzer Einzelkabine durchaus auf 7,5 Tonnen abgelastet werden kann.

Aber rechnen wir mal rückwärts. Voll betankt lag mein Mercedes 1124 bei 8,5 Tonnen. Voll reisefertig mit Gepäck und 7 Personen bei 9,5 Tonnen. Die größte Gewichtseinsparung ist also schon einmal die Personenanzahl. Für 2 reicht auch die kurze Einzelkabine. Die wiegt einschließlich des dann auch fehlenden Ausbaus sicher 300 kg weniger. Macht 8,2 Tonnen ohne Beladung.

Allerdings funktioniert die Ablastung eines Mercedes 917 nicht mit 500 kg Diesel und 500 kg Wasser an Bord. Da könnte man einschließlich der Tanks locker 700 kg einsparen. Da wären wir beim voll getankten Leergewicht von 7,5 Tonnen. Ohne Komforteinbußen im Expeditionsmobil. Also noch mit Kühlschrank, Herd, Backofen, Hubbett, Dusche und ausreichend (allerdings leerem) Stauraum. Alles in schick und nicht gewichtsoptimiert.

Fehlt allerdings noch ein bisschen Gewichtsreserve für die Mitfahrer und ihr Gepäck. 100 kg könnte ich bei den Batterieressourcen einsparen. 420 Amperestunden müssen ja nicht unbedingt sein. Macht 7,4 Tonnen.

Mit Verzicht auf große Einzelbereifung könnte der Mercedes LK nochmal leichter werden. Bei einer kleineren Bereifung als meinen 14.5 R20 lassen sich noch mal 100 kg einsparen. Macht 7,3 t.

Tja, und dann wird es schon knapp. Wüsste nicht, wo ich nochmal wenigstens 100 Kilogramm einsparen könnte. Selbst der Zwischenrahmen war schon ziemlich leicht gebaut. Gibt auch keine schweren Träger für Ersatzrad oder Dachgepäck. Keine Glasfenster. Da bleibt eigentlich nur noch die Gewichtseinsparung beim Koffer- und Möbelbau. Das wird teuer. Und ob da nochmal 100 kg rauskommen?

Doch selbst wenn sich das Leergewicht mit Flüssigkeiten vielleicht bis auf 7,2 Tonnen drücken lässt, bleibt eine Frage: Wozu hat man einen LKW, wenn man unterwegs nicht mal eine Palette Saft ohne das Risiko einer Überladung kaufen kann?

Mercedes 917 von der Feuerwehr kaufen: VEBEG-Verkaufserlöse

Die VEBEG hat die Mercedes 917 AF zwischen 2014 und 2018 zum mittleren Preis von 12.183 € netto verkauft. Der Ausreißer nach unten liegt bei 8.877 €, der Spitzenwert bei 20.138 €. Die Grafik mit der automatisch berechneten Trendlinie zeigt aber auch sehr schön, wie irreführend Statistik sein kann.

Mercedes 917 AF Basis für Expeditionsmobil VEBEG Preise 2014-2018

Der erste Verkaufspreis von 14.378 € netto stammt nämlich von einem Mercedes 917 Koffer ohne Doka. Einzelkabine und Koffer sind nun aber wesentlich begehrter und damit auch teurer als die durchschnittliche lange Doka der Feuerwehr.

Der nächste Ausreißer mit 20.338 € war ein Mercedes 917 AF RW1. Also ein kleiner Rüstwagen mit Einzelkabine. Und dieser Mercedes 917 ist damit quasi fertig für das Aufsetzen eines Koffers, Shelters oder einer GFK-Kabine. Kein Wunder, dass der fast das Doppelte kostet wie ein normaler Mercedes 917 von der Feuerwehr mit langer Doppelkabine.

Wenn man also diese beiden nicht vergleichbaren Werte rausnimmt, haben sich die Preise für Mercedes 917 mit langer Doka in nur einem Jahr um 33% erhöht.

Alle VEBEG-Auktionen MB 917, 1117 und 1317 mit Allrad seit 2014

Die öffentliche Hand hält Feuerwehrfahrzeuge oft mindestens 25 Jahre. Kein Wunder, dass die Verkäufe der ab 1985 eingeführten Mercedes LK mit Allrad eigentlich erst 2017 richtig starten. Nach meinen Listen sind seit 2014 insgesamt 13 Mercedes 917 AF über die VEBEG verkauft bzw. versteigert worden. Mercedes 1117 oder MB 1317 AF/AK waren keine dabei. Zumindest nicht mit Allrad. Die nächsten Jahre müsste das Angebot an Mercedes 917 AF steigen. Aber natürlich verkauft nicht nur die VEBEG Basisfahrzeuge.

  • 07.08.2015: 14.378 € netto / 17.110 € brutto (Lkw Mercedes 917 AF Koffer)
  • 06.04.2017: 8.877 € netto / 10.564 € brutto (Feuerwehrwagen Mercedes 917 AF)
  • 22.05.2017: 20.138 € netto / 23.964 € brutto (Feuerwehrwagen Mercedes 917 AF RW1)
  • 31.08.2017: 11.100 € netto / 13.209 € brutto (Feuerwehrwagen Mercedes 917 AF LF16-TS 4×4)
  • 13.09.2017: 10.000 € netto / 11.900 € brutto (Feuerwehrwagen Mercedes 917 AF LF 16 TS)
  • 16.07.2018: 11.001 € netto / 13.091 € brutto (Feuerwehrwagen Mercedes 917 AF LF16-TS 4×4)
  • 16.07.2018: 11.501 € netto / 13.686 € brutto (Feuerwehrwagen Mercedes 917 AF LF16-TS 4×4)
  • 16.07.2018: 11.300 € netto / 13.447 € brutto (Feuerwehrwagen Mercedes 917 AF LF16-TS 4×4)
  • 16.07.2018: 11.251 € netto / 13.389 € brutto (Feuerwehrwagen Mercedes 917 AF LF16-TS 4×4)
  • 19.07.2018: 11.830 € netto / 14.078 € brutto (Feuerwehrwagen Mercedes 917 AF LF16-TS 4×4)
  • 27.09.2018: 11.108 € netto / 13.218 € brutto (Feuerwehrwagen Mercedes 917 AF LF16-TS 4×4)
  • 01.11.2018: 12.600 € netto / 14.994 € brutto (Feuerwehrwagen Mercedes 917 AF LF16-TS 4×4)
  • 01.11.2018: 13.300 € netto / 15.827 € brutto (Feuerwehrwagen Mercedes 917 AF LF16-TS 4×4)

Weitere Infos zum Mercedes-Benz MB 917 AF

  • Liste der VEBEG mit den Zuschlagspreisen aller Auktionen der letzten 14 Tage: Klick
  • Datenbasis für Versteigerungspreise 2014-2017: Klick
  • Infos zum Löschgruppenfahrzeug LF16-TS: Wiki
  • Technische Infos zur Leichten Klasse von Mercedes-Benz (LK): Wiki

Eine Alternative zum Mercedes 917 AF mit langer Doka sind die Löschgruppenfahrzeuge auf Iveco 90-16. Gebraucht sind diese Allrad-LKW‘s wesentlich preiswerter. Nicht aber unbedingt schlechter.

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