ᐅ GAZ-66 Schischiga: Kleiner Satansbraten fürs Gelände

Der GAZ-66 Schischiga ist ein kleiner, russischer Allrad-LKW mit V8-Otto-Motor und einem Gewicht von unter 7,5 Tonnen. Und einer meiner Lieblinge.

GAZ-66 Schischiga mit Allrad und kippbarem Fahrerhaus

GAZ-66 Schischiga mit Allrad und kippbarem Fahrerhaus

GAZ-66 Schischiga: Sumpfhexe oder Satansbraten?

Wegen der vermeintlich satanischen 66 heißt der GAZ-66 (ГАЗ-66) in Russland auch Schischiga (Шишига).[1]https://ru.wikipedia.org/wiki/ГАЗ-66 Die Bedeutung von Schischiga[2]Englisch transkribiert auch Shishiga, vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Kyrillisches_Alphabet hat im Deutschen aber keine richtige Entsprechung. Der Spitzname des GAZ-66 ist weiblich und lässt sich vielleicht mit Teufelsweib oder Sumpfhexe übersetzen. Die Schischiga erscheint dem russischen Bäuerchen hinter der Scheune, im Wald oder eben im Sumpf, verdreht ihm den Kopf und bringt ihn um Verstand oder Leben.[3]https://ru.wikipedia.org/wiki/шишига

So eine satanisch-böse Schischiga als Namenspatronin für den GAZ-66 kann jung und schön wie die mythische Waldfrau sein. Aber auch alt und hässlich wie die Baba Jaga (Ба́ба-Яга́), die gern wild und schnell auf ihrem heißen Ofen durch die russischen Sümpfe reitet.[4]https://de.wikipedia.org/wiki/Baba_Jaga In Deutschlands Sagenwelt könnten vielleicht die Meerjungfrau[5]https://de.wikipedia.org/wiki/Meerjungfrau und die Loreley[6]https://de.wikipedia.org/wiki/Loreley Schwestern der Schischiga sein.

GAZ-66 Allrad, Seitenansicht mit linkem Benzintank

GAZ-66 Allrad, Seitenansicht mit linkem Benzintank

Allerdings fehlt dem GAZ-66 Schischiga eine 6 zur vollends satanischen 666[7]Lutherbibel, Offenbarung 13, Vers 18 und damit das Zeug für einen richtig bösen LKW. Doch so genau hat es in der Sowjetunion sowieso niemand mit der Bibel genommen. Mit dem altrussischen Aberglauben aber schon. Also Schischiga. Für mich aber ist der GAZ-66 am ehesten ein Satansbraten.

Glaube, dass die sehr freie Übersetzung als Satansbraten die Bedeutung von Шишига/Shishiga für den kleinen GAZ-66 im Deutschen am besten trifft: Auch dieser russische LKW ist anfangs jung und schön. Kann aber auch alt und hässlich werden. Und bleibt dabei zwar verführerisch, doch immer unberechenbar und gefährlich. Vor allem aber ist der GAZ-66 wie die Schischiga im tiefen Wald, Schlamm, Morast und Sumpf zu Hause.

Allerdings hoffe ich nicht, dass der Spitzname für den GAZ-66 aus dem afghanischen Abenteuer der Russen herrührt. Denn dort wurde der kleine LKW zur leichten Beute von Minen und Sprengfallen. Bald nahmen die russischen Opferzahlen solche Ausmaße an, dass die GAZ-66 komplett aus den Kampftruppen herausgezogen und durch schwere Ural- und ZIL-Dreiachser mit besserem Insassenschutz ersetzt wurden.[8]https://ru.wikipedia.org/wiki/ГАЗ-66 Und das will bei der nicht gerade zimperlichen Armee mit dem roten Stern was heißen.

GAZ-66 Schischiga der Sowjetarmee

GAZ-66 Schischiga der Sowjetarmee

Technische Daten des GAZ-66 Schischiga

Cooler V8-Motor im GAZ-66

Lauschen wir vor den trockenen technischen Daten doch erstmal dem Blubbern des V8-Otto-Motors im GAZ-66. Könnte stundenlang zuhören.

 

GAZ-66 Allrad, Motorsound, Foto vom Auspuff

GAZ-66 Allrad, Motorsound, Foto vom Auspuff

Wie zu hören, ist der Motor im GAZ-66 ein V8. Jedoch mit nur 4,2 Liter Hubraum. Wenn Vergaser und Zündung richtig eingestellt sind, bringt der Motor ZMZ-66 immerhin 115 PS und 284 Nm.[9]Kunkel, S. 39 Ab 1985 leistet der überarbeitete Motor im GAZ-66 nunmehr 120 PS.[10]https://de.wikipedia.org/wiki/GAZ-66

Von 1993 – 1995 wurde ein GAZ-66-41 mit Dieselmotor GAZ-544.10 produziert.[11]http://aviaros.narod.ru/gaz-66.htmI Nur wird der GAZ-66-41 selten sein. Ansonsten gab es den GAZ-66 immer nur als Benziner. Es gibt wohl ein weißrussisches  Umbaukit auf Dieselmotor. Aber ob ein gängiger Dieselmotor wie der OM 364 A überhaupt ohne größere Umbauten unter das kleine Fahrerhaus passt? Dazu kommt das Drehzahlproblem. Die H-Zulassung wird dann auch schwierig. Ich weiß nicht. Aber bei den Russen gibt es sicherlich einige Diesel-Umbauten. Denn die dortigen Schrauber bauen ihre LKWs gern auf Mercedes-Motoren um.

Für den Zugang zum Triebwerk wurde der GAZ-66 als Frontlenker mit Kippfahrerhaus gebaut. Das war 1964 sowohl für Russland als auch für den internationalen Lkw-Bau eine Besonderheit. Ich denke, dass die Russen einfach einen kleinen, luftlandefähigen LKW mit ausgewogener Gewichtsverteilung  brauchten. Deswegen sind Zylinder und Zylinderkopf des V8 aus Aluminium.[12]http://aviaros.narod.ru/gaz-66.htmI Der ganze Motor wiegt nur 333 kg[13]Mist, ich finde die Quelle für das Gewicht des Motors ZMZ-66 nicht mehr. Wenn man nicht alles gleich aufschreibt… und damit sogar 6 kg weniger als mein hubraum- und leistungsmäßig fast identischer Dieselmotor OM 364 A im Mercedes T1/LN2.

Verbrauch und Höchstgeschwindigkeit des GAZ-66

Für einen V8 Benzinmotor ist der Verbrauch des GAZ-66 mit angegebenen 20-24 Litern regelrecht moderat. Allerdings ist das der Normverbrauch bei 60 km/h.[14]https://ru.wikipedia.org/wiki/ГАЗ-66

Die mögliche Höchstgeschwindigkeit des Tachos im GAZ-66 zeigt hingegen, dass 60 km/h erst die halbe Miete sind. Nun läuft der kleine Russe zwar keine 120. Aber die tatsächliche Höchstgeschwindigkeit des GAZ-66 von 90 km/h ist für einen serienmäßigen Allrad-LKW schon okay.

Doch bei höherer Geschwindigkeit steigt auch der tatsächliche Verbrauch des GAZ-66. Rechnet also bei 80 km/h lieber mit 30 Litern. Im Gelände noch mehr. Nicht umsonst sind beim GAZ-66 serienmäßig gleich zwei 105-Liter-Tanks verbaut. Volltanken heißt also 210 Liter. Super.

GAZ-66 Allrad, Armaturenbrett

GAZ-66 Allrad, Armaturenbrett

Bei diesem Exemplar hier fehlt der rechte Tank. Aber an der Pritsche ist die Aussparung für den Tankeinfüllstutzen des rechten Benzintanks immer noch gut zu erkennen.

GAZ-66 Allrad Pritsche ohne rechten Benzintank

GAZ-66 Allrad Pritsche ohne rechten Benzintank

Antriebsstrang des GAZ-66 Schischiga

Das Getriebe im GAZ-66 Schischiga (коробка передач) hat vier Vorwärtsgänge und wird über einen komischen Schalthebel rechts hinter der Motorabdeckung geschalten. Das gebogene Ding hat sogar extra eine Ausbeulung in der Fahrerhausrückwand. Interessant ist übrigens auch der Thermosbehälterhalter.

Schalthebel für Getriebe und Verteilergetriebe mit Thermoshalter

Schalthebel für Getriebe und Verteilergetriebe

Mit der Untersetzung im Verteilergetriebe (rаздаточная коробка) kommen sogar acht Vorwärtsgänge zusammen. Rückwärtsfahren kann der GAZ-66 natürlich auch.

Der Allradantrieb der Vorderachse ist zuschaltbar. Die Differentialsperren der Vorderachse und der Hinterachse funktionieren selbsttätig.

Was ich aber nie verstanden habe, ist die unterschiedliche Spurweite am GAZ-66. Die Vorderachse ist 50 mm breiter als die Hinterachse, die mit ihren 1.750 mm regelrecht zierlich ist.[15]Kunkel, S. 38

GAZ-66 Allrad, Hinterachse

GAZ-66 Allrad, Hinterachse mit Differentialsperre

Reifendruckregelanlage RDA am GAZ-66

Typisch für russische Allrad-LKWs ist die seit 1968 auch im GAZ-66 verbaute Reifendruckregelanlage. Mit dieser RDA kann der Reifendruck während der Fahrt recht komfortabel an den Untergrund angepasst werden. Also niedriger Luftdruck in Sand und Morast. Normaler Luftdruck auf Hartpisten und Asphalt.

Die Reifendruckregelanlage im GAZ-66 funktioniert durch eine mit Druckluft beaufschlagte Achse. Von der Achse führt eine drehbar gelagerte Luftleitung zum Reifenventil. Solange die Wellendichtringe der Druckluft standhalten, funktioniert das auch ganz gut.

Im Fahrerhaus ist ein RDA-Hebel zum Luft aufpumpen und Luft ablassen. Kann alles bis 60 km/h während der Fahrt bedient werden. Meistens ist die RDA aber auch der Grund, warum die russischen Allrad-LKWs mit relativ geringem Luftdruck betrieben werden. Die Wellendichtringe in den Achsen halten einfach nicht mehr ab. Und auch die Reifen hängen bei geöffnetem Ventil ja direkt am Druckkessel.

GAZ-66 Allrad mit Reifendruckregelanlage

GAZ-66 Allrad mit Reifendruckregelanlage

Gewicht des GAZ-66 Schischiga

Das Leergewicht des GAZ-66 liegt bei 3,6 t und ist somit nichts für eine Ablastung auf 3,5 t. Die Frage ist nur, ob zum “offiziellen” Leergewicht des GAZ-66 schon eine Pritsche oder ein Koffer gehört. Wahrscheinlich ist das aber das Leergewicht für das nackte Fahrgestell. Denn der Koffer alleine wiegt 1,2 Tonnen.

Das genaue Leergewicht des GAZ-66 mit Kofferaufbau würde dann bei 4,8 Tonnen liegen. Da wäre bis zum zulässigen Gesamtgewicht der Schischiga von 5.970 kg[16]Kunkel, S. 39 sogar noch 1,2 t Luft. Auf alle Fälle bleibt der GAZ-66 unter 7,5 Tonnen.

Anleitungen und Ersatzteilversorgung GAZ-66

Ein bisschen Russisch schadet nicht bei der Ersatzteilversorgung des GAZ-66. Die meisten Verkäufer von Ersatzteilen sitzen halt im Osten. Freaks und Händler gibt es schon in Polen oder im Baltikum. Vor allem aber natürlich in Russland selbst.

Und mit ein paar Russischkenntnissen ist auch das Verstehen der Bedienungsanleitung der Schischiga kein Problem. Auf der Tafel im Fahrerhaus ist das Wichtigste zur Bedienung der Hauptaggregate schon aufgeschrieben:

  • Getriebe (коробка передач),
  • Verteilergetriebe (rаздаточная коробка),
  • Nebenabtrieb für die Seilwinde (коробка отбора мощности при наличии лебедки),
  • Reifendruckregelanlage (кран подкачки) und
  • Umschalter für die Benzintanks (бензобаки)

Und natürlich darf ein Verbot (запрещается) in der Bedienungsanleitung des GAZ-66 nicht fehlen: Es ist verboten, den Reifendruck unter 50 KPa abzusenken (запрещается снижать давление в шинах ниже 50 кпа).

GAZ-66: Tafel mit der Bedienungsanleitung im Fahrerhaus

GAZ-66: Tafel mit der Bedienungsanleitung im Fahrerhaus

KUNG-Kofferaufbau auf dem GAZ-66

Was ist ein russischer KUNG-Koffer?

Der GAZ-66 mit Kofferaufbau trägt einen von zwei möglichen KUNG-Sandwich-Koffern. Die KUNG-Kofferaufbauten der russischen Armee-LKWs entsprechen dem westeuropäischen Eisenbahn-Lichtraumprofil für 1.435 mm Spurweite[17]In Russland mit seiner breiteren Spur von 1.520 mm wird das europäische Normalmaß als “Nullspur” bezeichnet. Vgl. Maxim Schelepenkow: Was ist KUNG? Artikel auf gruzovikpress.ru Die Abkürzung КУНГ (KUNG) steht im unübertroffenen russischen Abkürzungsfimmel für кузов универсальный[18]кузов универсальный = Universalkofferaufbau, vgl. Russisch-deutsches Wörterbuch нулевого габарита[19]нулевого габарита = Lademaß für Nullspur, vgl. Russisch-deutsches Wörterbuch und bedeutet damit etwa “Universalkofferaufbau für die Nullspur”.

Übrigens schreibe ich gerne mal die russischen Begriffe hier auf, weil die Google-Suche nach den kyrillischen Originalbegriffen wesentlich ergiebiger ist. Macht doch mal den Test und googelt nach KUNG. Und vergleicht das dann mit den Suchergebnissen für КУНГ. Dank Google Translate muss man für einen groben Überblick nicht mal Russisch können.

Allerdings führt Google Translate dann auch zu solchem Unsinn wie der falschen Bezeichnung der Russenkoffer als “Universalaufbau mit einheitlichen Abmessungen”. Denn es ging der Sowjetarmee bis auf die Einhaltung des Lichtraumprofils ja gerade nicht um einheitliche Maße oder Wechselaufbauten wie im Westen. Sondern um genau passende Koffer für jeden einzelnen Fahrzeugtyp. Nur Inneneinrichtung und Bauteile der KUNG-Koffer waren standardisiert.

Zeichnung des GAZ-66 mit Kofferaufbau K66

Ich habe mir mal die Mühe gemacht, eine technische Zeichnung aus dem Handbuch für den Kofferaufbau KUNG K66 auf dem GAZ-66 zu entziffern, zu übersetzen und neu zu beschriften.[20]Zeichnung entnommen aus: кузов-фургон K66 на шасси автомобилия ГАЗ-66 – ТЕХНИЧЕСКОЕ ОПИСАНИЕ И ИНСТРУКЦИЯ ПО ЭКСПЛУАТАЦИИ К66 (Technische Beschreibung und Gebrauchsanweisung für den K66), Moskau 1981, S. 5 Ein bisschen sprachliche Weiterbildung kann schließlich nie schaden.

Zeichnung GAZ-66 mit Kofferaufbau KUNG K66

Zeichnung GAZ-66 mit Kofferaufbau KUNG K66[21]Zeichnung entnommen aus: кузов-фургон K66 на шасси автомобилия ГАЗ-66, Moskau 1981, S. 5; Eigene Übersetzung und Beschriftung

Die Tabelle zeigt noch einmal die Originalbezeichnungen für die einzelnen Bauteile der Schischiga aus dem russischen Blueprint des GAZ-66 mit KUNG-Koffer K66 und meine Übersetzungen. Wer einen Fehler findet, darf mich gern korrigieren.

кузов-фургон K66 на шасси автомобилия ГАЗ-66 Kofferaufbau auf dem Fahrgestell GAZ-66
1 ящики аккумуляторные Batteriekästen
2 кроиштэйи для ДК4 Halter für das Entgiftungsgerät DK_4
3 ящики багажные Gepäckboxen
4 площадка обслуживания Dachluke (Beobachtungsplattform)
5 шесть окон в скосе Sechs abgeschrägte Fenster 215 x 520 mm
6 четыре окна глухих Vier stehende Fenster 360 x 520 mm
7 два окна открывающихся Zwei Fenster zum Öffnen 360 x 520 mm
8 отопитель ОВ-65Б Heizung OV-65B
9 ФВУА-1ООН-12 Фильтровентиляционная установка автомобильная агрегатированная ABC-Filteraggregat FVUA-100N-12
10 топливный бак отопителя Kraftstofftank der Heizung
11 канистра 20 литровая 20-Liter-Kanister
12 ящик панели электроввода и вывода  220/380 В Elektroanschlusskasten 220/380 V
13 трап задний Hintere Treppe
14 световозвращатели Rücklichter
15 установка запасного колеса Reserveradhalter
16 клапан избыточного давления Überdruckventil
17 дверь задняя двустворчатая 1305 x 1570 проем в свету, угол открывания 100° Hintere Doppeltür 1305 x 1750 lichte Maße, Öffnungswinkel 100°

Und da die alten sowjetischen Zeichnungen des GAZ-66 mit dem KUNG-Koffer kaum noch zu entziffern sind, gibt es noch einen kleinen Service für unsere russischen GAZ-66-Freunde: Eine auch auf russisch neu beschriftete Zeichnung.[22]Zeichnung entnommen aus: кузов-фургон K66 на шасси автомобилия ГАЗ-66 – ТЕХНИЧЕСКОЕ ОПИСАНИЕ И ИНСТРУКЦИЯ ПО ЭКСПЛУАТАЦИИ К66, 1981, S. 5

[Дорогие российские друзья: Я надеюсь, что я правильно скопировал оригинальный русский текст. Вы можете копировать и использовать графику с рисунком и надписью ГАЗ-66 шишига. Приветствую вас из Германии и желаю вам много веселья с прекрасными ГАЗ-66 и КУНГ К66.]

GAZ-66, Blueprint КУНГ кузов-фургон K66 на шасси автомобилия ГАЗ-66

GAZ-66, Blueprint КУНГ кузов-фургон K66 на шасси автомобилия ГАЗ-66

Gewicht und Innenmaße der Russenkoffer KUNG K66 und K66N

Gebaut wurden die isolierten Russenkoffer in vielen verschiedenen Varianten. Interessant (und selten) sind vor allem die Koffer mit Seitentür. Die KUNG-Kofferaufbauten für die großen russischen Dreiachser an den größeren Radausschnitten zu erkennen. Es gibt sogar isolierte Wohnkoffer als Sattelauflieger.[23]Abbildung mit Maßen und Fotos aller Varianten der KUNG-Koffer auf gruzovikpress.ru: Klick

Für den GAZ-66 sind zwei relativ kleine Kofferaufbauten K66 und K66N gebaut worden. Wände und Dach beider KUNG-Koffer sind wärmebrückenfreie Aluminium-Holz-Sandwich-Konstruktionen mit außen 1 mm Aluminium, dann 26 mm Dämmschaum und innen 3 mm Sperrholz. Der Kofferboden des K66 besteht von außen nach innen aus 1 mm Aluminiumblech, 26 mm Dämmschaum und 18 mm Holzdielen. Dazu 5 mm Fußbodenbelag. Das Grundgerüst ist verzinkter Stahl.[24]Technische Beschreibung und Gebrauchsanweisung für den K66, Moskau 1981, S. 10

Der kleine, flache und für Wohnmobile dadurch nur bedingt taugliche KUNG-Koffer K66N ist innen 3.380 lang, 2.250 mm breit und nur 1.430 mm hoch. Oft sind das ehemalige Funkkoffer. Diese Koffer K66N sind nicht höher als das Fahrerhaus des GAZ-66.

Der reguläre, höhere KUNG-Kofferaufbau K66 für den GAZ-66 mit abgeschrägtem Dach hat mit innen 3.680 x 2.250 x 1.800 mm schon interessantere Maße für den Umbau zu einem kompakten, hochgeländegängigen Wohnmobil.[25]Maße und Fotos der KUNG-Koffer auf gruzovikpress.ru: Klick

Das Leergewicht des KUNG-Koffers K66 beträgt laut Handbuch mit allen technischen Einbauten wie der Heizung, der ABC-Schutzanlage und der elektrischen Ausrüstung 1.280 kg.[26]Technische Beschreibung und Gebrauchsanweisung für den K66, Moskau 1981, S. 4 Völlig leer wiegt so ein kurzer Russenkoffer K66 knapp 900 kg.[27]https://www.allrad-lkw-gemeinschaft.de/phpBB3/viewtopic.php?f=16&t=4201&start=240#p337745

Der Russenkoffer im nächsten Foto stammt aber wahrscheinlich von einem ZIL-131, denn die typischen Radausschnitte vom GAZ-66 fehlen. Der Koffer ist auch länger. Aber das Bauprinzip ist gleich.

GAZ-66 Allrad, KUNG-Koffer, Ersatzradträger mit Seilzug

KUNG-Koffer KM131 vom ZIL-131 (?), Ersatzradträger mit Seilzug

Koffer des GAZ-66 für Wohnmobilumbau?

Markantes Merkmal der russischen KUNG-Kofferaufbauten K66 auf dem GAZ-66 sind die schrägen Oberlichter. Anzahl und Position der Fenster der Russenkoffer können aber selbst für die Schischiga je nach Verwendungszweck ganz unterschiedlich sein.

Interessant finde ich auch die klappbaren Fenster der Russenkoffer mit der praktischen Regenrinne obendrüber. Sowas gibt es bei den westlichen Schönwetter-Sheltern nicht.

Anordnung der Fenster im KUNG-Koffer des GAZ-66

Anordnung der Fenster im KUNG-Koffer des GAZ-66

Trotz der archaischen Anmutung mit den genieteten Alublechen sind die russischen KUNG-Koffer in Sandwichbauweise prinzipiell eine gute Basis für den Umbau zum Wohnmobil. Ich persönlich finde die innere Sperrholzschicht wesentlich wohnlicher als die Aluminiumflächen im Zeppelin-Shelter FM2. Auch die Ecken und Übergänge von Wand zu Boden sind sauber konstruiert und fast kältebrückenfrei.[28]Zeichnungen und Schnitte: Technische Beschreibung und Gebrauchsanweisung für den K66, Moskau 1981, S. 10

Da die Kung-Koffer in Osteuropa noch weit verbreitet und relativ billig sind, wundert es mich eigentlich, dass die osteuropäischen  Autohändler auf ihren herzu leeren Anhängern keine Kung-Koffer mitbringen und hier verkaufen. Es wäre zwar historisch nicht korrekt. Aber gerade der kleine Koffer K66 des GAZ-66 würde von den Maßen her gut zum Unimog passen.

Genietete Ecken am russischen KUNG-Koffer mit Alu-Holz-Sandwichaufbau

Genietete Ecken am russischen KUNG-Koffer mit Alu-Holz-Sandwichaufbau

Klappbarer Reserveradträger am Koffer

Interessant an den Russenkoffern ist auch der integrierte Reserveradträger am Aluminium-Sandwich-Koffer des GAZ-66. Der Ersatzradträger an den Koffern für GAZ oder ZIL ist im Gegensatz zum hydraulisch angetriebenen Reserveradhalter auf dem URAL immer mechanisch mit Kurbel und Seilzug angetrieben.

Die Konstruktion des Ersatzradhalters an den Russenkoffern ist einfach und die Bedienung genial. Der hier leere Träger wird abgeklappt, dann das Rad obendrauf gelegt und wieder hochgezogen. Der zweite Flügel der Hecktür lässt sich dann nur mit abgelassenem Ersatzrad öffnen. Finde ich einen guten Ansatz.

Ersatzradträger mit Seilzug am KUNG-Koffer vom GAZ oder ZIL (Ural: hydraulisch)

Ersatzradträger mit Seilzug am KUNG-Koffer vom GAZ oder ZIL (Ural: hydraulisch)

GAZ-66 Schischiga als wahres Expeditionsmobil

Geländegängigkeit des GAZ-66

Nun heißt der GAZ-66 ja nicht nur wegen der satanischen 66 Schischiga. Sondern er fliegt im Gelände seiner wesentlichen schwereren russischen Konkurrenz leichtfüßig davon. So wie auch der Baba Jaga niemand durch den Sumpf folgen kann.

Und so ist der GAZ-66 im Gelände ein wirklicher Satansbraten. Wühlt sich dank seines niedrigen Gewichts, tiefen Schwerpunkts sowie des zuschalt- und voll sperrbaren Allradantriebs in Verbindung mit großen Rädern leichtfüßig und unaufhaltsam durch Schlamm, Morast und Sumpf.

Dazu ist der GAZ-66 mit Servolenkung und dem kurzen Radstand äußerst handlich. Der sieht zwar auf den Fotos so groß und erwachsen aus. Aber in Wirklichkeit hat der GAZ-66 mit dem “großen” KUNG-Kofferaufbau K66 Traummaße. Einschließlich der breiten Frontstoßstange und des Ersatzradträgers am Heck ist der GAZ-66 mit dem Kofferaufbau K66 nur 6.029 mm lang, 3.150 mm hoch und 2.400 mm breit.[29]Vgl. Technische Beschreibung und Gebrauchsanweisung für den K66 auf dem GAZ-66, Moskau 1981, S. 5 Mit der Spurweite von 1,80 m hat der kleine GAZ-66 einen Wendekreis von nur 9,5 m.[30]https://ru.wikipedia.org/wiki/ГАЗ-66, in der deutschen Wikipedia und auf einigen anderen Seiten steht 19 m Das Fahrerhaus ist auch nur 2,45 m hoch. Im Prinzip ist die Schischiga ein besserer Geländewagen.

Und wenn es wirklich mal nicht weitergeht, gibt es eine fest verbaute, über einen Nebenabtrieb mechanisch angetriebene Seilwinde am GAZ-66. Bei diesem GAZ allerdings fehlt die Seilwinde. Das Loch in der Stoßstange ist aber noch da.

GAZ-66 Allrad, Stoßstange mit fehlender Seilwinde im Drive-by

GAZ-66 Allrad, Stoßstange mit fehlender Seilwinde im Drive-by

GAZ-66 als Basisfahrzeug kaufen?

Mit seiner Geländegängigkeit und den Selbstbergemöglichkeiten ist so ein GAZ-66 mit Kofferaufbau schon von Haus aus ein echtes Expeditionsmobil. Da ist schon alles dran, was das Herz zweier Reisender begehrt. Sowohl von Seiten des Fahrgestells, als auch des Kofferaufbaus. Das spart viel Umbauaufwand.

Im praktischen Reisealltag weniger relevant ist sicherlich die Luftlandefähigkeit des gut ausbalancierten GAZ-66. Aber dafür könnte der GAZ mit dem flachen Funkkoffer in einen Standardcontainer passen.[31]https://de.wikipedia.org/wiki/ISO-Container#Standardcontainer Wenn auch knapp. Man müsste den GAZ-66 wirklich mal auf die Felgen stellen, niederzurren und dann die Höhe am Fahrerhaus messen. Auch die Breite von 2,40 m scheint mir mit Anbauteilen gemessen zu sein. Vielleicht kann man da noch 5 cm rausholen, damit der Koffer durch die 2,35 m breite Containertür passt.

Im GAZ-66 als dem geborenen Offroad-Expeditionsmobil gibt es im Fahrerhaus sogar so etwas wie ein Hängebett. Das ist ein Stück Stoff mit vorn eingezogener Holzstange. Das Fahrerbett aus Segeltuch wird mit Spanngurten in 4 Stahlhaken auf Mitte der A- und B-Säule eingehängt. Ziemlich bequem. Und serienmäßig.

Aufnahmen für das Hängebett im Fahrerhaus des GAZ-66 Schischiga

Aufnahmen für das Hängebett im Fahrerhaus des GAZ-66 Schischiga

Doch der GAZ-66 ist kein Expeditionsmobil, das den heutigen Geschmack trifft. Er ist unbequem, laut und wartungsintensiv wie eigentlich jeder alte Allrad-LKW dieser Zeit. Alleine der Blick ins Fahrerhaus sagt alles. Auf diesem Stuhl kann man zwar mal sitzen. Aber nicht bequem reisen. Dazu die komische Schaltung rechts hinter dem Fahrersitz. Eine Zumutung.

Unbequemer Fahrersitz im GAZ-66 Allrad

Unbequemer Fahrersitz im GAZ-66 Allrad

Zulassungszahlen des GAZ-66

Produktionszahlen und Verbreitung des GAZ-66

Von 1964 bis 1999 wurden insgesamt 965.941 Exemplare des GAZ-66 Schischiga gebaut und in den gesamten Ostblock sowie einige russenfreundliche Länder exportiert.[32]https://ru.wikipedia.org/wiki/ГАЗ-66 Hier mal ein bulgarisches Exemplar. Übrigens ist es nicht so, dass die Reifen 12,00-18″ besonders groß wären. Das täuscht. Es ist das Fahrerhaus, dass so klein ist.

Nach Bulgarien exporteirter GAZ-66 Allrad

Nach Bulgarien exporteirter GAZ-66 Allrad

Bestand an GAZ-66 Schischiga in Deutschland

In Deutschland sind derzeit ganze 6 GAZ-66 zugelassen. Ausgerechnet 6 Stück. Und dann auch noch mit der Typschlüsselnummer TSN 001.[33]Kraftfahrt-Bundesamt Flensburg, Bestand an Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeuganhängern nach Herstellern und Typen am 1. Januar 2019, Klick

Seit 2014 hat die VEBEG nicht einen einzigen GAZ-66 verkauft. Woher auch. Die GAZ-66 der NVA sind doch längst verscherbelt. Dafür aber hat die VEBEG am 04.06.2019 eine GAZelle 4×4 als 2,6-t-Kipper verkauft. Und zwar für genau 6.666,66 € netto.

Diese Häufung der 6 beweist ganz eindeutig, dass beim GAZ-66 satanische Mächte am Werk sind. Und der Spitzname шишига / Schischiga völlig verdient ist.

GAZ-66 Allrad Pritsche mit ZIL-131 im Hintergrund

GAZ-66 Allrad Pritsche mit ZIL-131 im Hintergrund

Quellen und weitere Infos zum GAZ-66 Schischiga

Nun muss ich mich aber erstmal selbst beherrschen, keinen GAZ-66 mit Kofferaufbau K66N zu kaufen. Denn der kleine Russe ist wirklich geil. Naja, vielleicht meldet sich ja mal einer der sechs Besitzer eines in Deutschland zugelassenen GAZ-66 und berichtet von den hoffentlich vollkommen ernüchternden, praktischen Reiseerfahrungen mit dem GAZ-66 als Expeditionsmobil.

Auf alle Fälle solltet ihr vor dem unüberlegten Kauf eines GAZ-66 Schischiga an meine Warnhinweise zu alten Allrad-LKWs denken. Gerade der GAZ-66 sieht zwar schön aus, ist aber winzig klein und säuft wie ein richtig großer LKW. Nur eben Benzin.

Weitere Infos und Unterlagen zum GAZ-66 gibt es natürlich im russischen Internet. Keine Angst. Google Translate funktioniert da ganz gut.

  • Russische Wikipedia zum GAZ-66: Wiki RUS
  • Download von Reparaturanleitungen, Gebrauchsanweisungen und Werkstatthandbüchern zum GAZ-66 im russischen GAZ-66-Forum: Klick
  • Ralf Kunkel: Typenkompass DDR-Lastwagen – Importe aus der UdSSR, Motorbuchverlag, 2015: Klick
  • Meine Sammlung von Allrad-LKW’s aus dem Osten gibt es hier in der passenden Kategorie.

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Einzelnachweise   [ + ]

1. https://ru.wikipedia.org/wiki/ГАЗ-66
2. Englisch transkribiert auch Shishiga, vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Kyrillisches_Alphabet
3. https://ru.wikipedia.org/wiki/шишига
4. https://de.wikipedia.org/wiki/Baba_Jaga
5. https://de.wikipedia.org/wiki/Meerjungfrau
6. https://de.wikipedia.org/wiki/Loreley
7. Lutherbibel, Offenbarung 13, Vers 18
8. https://ru.wikipedia.org/wiki/ГАЗ-66
9. Kunkel, S. 39
10. https://de.wikipedia.org/wiki/GAZ-66
11. http://aviaros.narod.ru/gaz-66.htmI
12. http://aviaros.narod.ru/gaz-66.htmI
13. Mist, ich finde die Quelle für das Gewicht des Motors ZMZ-66 nicht mehr. Wenn man nicht alles gleich aufschreibt…
14. https://ru.wikipedia.org/wiki/ГАЗ-66
15. Kunkel, S. 38
16. Kunkel, S. 39
17. In Russland mit seiner breiteren Spur von 1.520 mm wird das europäische Normalmaß als “Nullspur” bezeichnet. Vgl. Maxim Schelepenkow: Was ist KUNG? Artikel auf gruzovikpress.ru
18. кузов универсальный = Universalkofferaufbau, vgl. Russisch-deutsches Wörterbuch
19. нулевого габарита = Lademaß für Nullspur, vgl. Russisch-deutsches Wörterbuch
20. Zeichnung entnommen aus: кузов-фургон K66 на шасси автомобилия ГАЗ-66 – ТЕХНИЧЕСКОЕ ОПИСАНИЕ И ИНСТРУКЦИЯ ПО ЭКСПЛУАТАЦИИ К66 (Technische Beschreibung und Gebrauchsanweisung für den K66), Moskau 1981, S. 5
21. Zeichnung entnommen aus: кузов-фургон K66 на шасси автомобилия ГАЗ-66, Moskau 1981, S. 5; Eigene Übersetzung und Beschriftung
22. Zeichnung entnommen aus: кузов-фургон K66 на шасси автомобилия ГАЗ-66 – ТЕХНИЧЕСКОЕ ОПИСАНИЕ И ИНСТРУКЦИЯ ПО ЭКСПЛУАТАЦИИ К66, 1981, S. 5
23. Abbildung mit Maßen und Fotos aller Varianten der KUNG-Koffer auf gruzovikpress.ru: Klick
24. Technische Beschreibung und Gebrauchsanweisung für den K66, Moskau 1981, S. 10
25. Maße und Fotos der KUNG-Koffer auf gruzovikpress.ru: Klick
26. Technische Beschreibung und Gebrauchsanweisung für den K66, Moskau 1981, S. 4
27. https://www.allrad-lkw-gemeinschaft.de/phpBB3/viewtopic.php?f=16&t=4201&start=240#p337745
28. Zeichnungen und Schnitte: Technische Beschreibung und Gebrauchsanweisung für den K66, Moskau 1981, S. 10
29. Vgl. Technische Beschreibung und Gebrauchsanweisung für den K66 auf dem GAZ-66, Moskau 1981, S. 5
30. https://ru.wikipedia.org/wiki/ГАЗ-66, in der deutschen Wikipedia und auf einigen anderen Seiten steht 19 m
31. https://de.wikipedia.org/wiki/ISO-Container#Standardcontainer
32. https://ru.wikipedia.org/wiki/ГАЗ-66
33. Kraftfahrt-Bundesamt Flensburg, Bestand an Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeuganhängern nach Herstellern und Typen am 1. Januar 2019, Klick

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15 Antworten

  1. Anonymous sagt:

    Hallo Tom,

    ich lese schon länger hier mit und freue mich immer, wenn ein neuer Artikel erscheint. Obwohl ich als Ossi den Gas 66 natürlich kenne, habe ich wieder etwas gelernt. Den Spitznamen Schischiga kannte ich noch nicht.

    Vielen Dank für die immer sehr fundierten Artikel. Frohe Ostern!

    Matthias

    • Tom sagt:

      Ach, ich lerne auch ständig dazu. Gerade eben bei der Nachrecherche über den GAZ-66-41 mit Dieselmotor. Man kann nie alles wissen. Aber das macht solcherart Forschung doch erst interessant.

  2. Klaus sagt:

    Hierzu hochinteressant Videos auf Youtube zu Sibirien, die die Bedingungen in diesem so vielfältigen Land zu allen Jahreszeiten zeigen.
    Vielleicht auch deshalb der Benzinmotor, da Diesel Kälte nicht unbedingt mag.
    Würde gerne einmal sehen, wie die hochgezüchtete und elektronisierte westliche Technik dort mit den Bedingungen klar kommen würde…

    • Tom sagt:

      Klaus, deinen letzten Halbsatz habe ich gelöscht. Sowas will ich hier nicht verbreiten. Auch wenn ich weiß, was du meinst – aber wenn hier mal einer unserer russischen Freunde auf der Suche nach einer Zeichnung für den GAZ-66 vorbeikommt und sich die Sache von Google Translate übersetzen lässt, entstehen nur Missverständnisse.

      Und zum Thema Youtube: Wenn ich anfange, mir Filme vom GAZ-66 im Gelände anzuschauen, muss ich etwas anderes sein lassen. Geht also nicht, auch wenn ich natürlich dadurch tolle Dinge verpasse. Aber da gibt es anderes, was weitaus wichtiger ist, als russischen LKWs im Schlamm zuzusehen.

      • Klaus sagt:

        Ich kann mich an besagten Halbsatz zwar schon gar nicht mehr erinnern, was solls….
        Ungeachtet manch vielleicht kritisch anmutender Hinweise, finde ich Deinen Blog mit das Beste, auf das ich bislang im Netz gestoßen bin. Und das sage ich nicht, weil ich Dir Honig um den Bart schmieren will.
        Durch Deinen Blog ist bei mir erstmal ein Umdenkprozeß eingeleitet worden. Wenn ich heute an einem normalen Baustellen-Atego stehe mit seinen ganz normalen Reifen, weiß ich zwar, wie ‘cool’ das ist, so einen LKW zu fahren und wie ‘cool’ es sein muß, einen noch größeren zu fahren. Doch die eigentliche Frage ist dann genau die, die Dich zum T2N geführt hat – brauche ich so einen großen LKW zum Reisen überhaupt, besonders, wo ich absolut kein Schrauber bin…
        Aber besonders Deine nicht nur in meinen Augen sehr kompetenten Berichte über Lösungen und damit selbst gemachten Erfahrungen überzeugen mich. Auf diesem Weg dafür ein herzliches Danke.

    • Tom sagt:

      Es sind die Fahrer und die Notwendigkeiten, die in Sibirien anders sind. Denn so ein GAZ-66 fährt auch nicht besser oder schlechter als ein Unimog. Selbst die Russen haben ja, als sie mal richtig zuverlässige LKWs für ihre sibirischen Bauprojekte brauchten, 10.000 LKWs bei Magirus gekauft. Und das ganz bestimmt nicht, um in Ulm Arbeitsplätze zu sichern.

      Kannst ja mal nach dem Delta-Projekt googeln. Da ist keiner auf die Idee gekommen, den GAZ-66 zu kaufen. Auch die anderen russischen Armee-Laster sind unzuverlässig und laufen nicht lang.

  3. Marius sagt:

    Schöner Blog und schöner Bericht über den 66er. Ich habe einen mit hohem Kung. Will ihn und seinen Sound auch nicht mehr missen 😉

    • Tom sagt:

      Na super. Da meldet sich doch glatt der erste von sechs Besitzern eines zugelassenen GAZ-66 in Deutschland. Ja, den Motor finde ich auch super. Vor allem die Konstruktion im Rahmen. Da wäre ein Diesel-Umbau des GAZ-66 wirklich Frevel.

      Aber sag mal, kannst du mal die Breite des hohen KUNG-Koffers nachmessen? Die Frage ist ja, ob man den Kung Koffer vielleicht mit der Demontage von Anbauteilen durch die 2,35 m breite Tür eines Standard-Containers bekommt. Vermaßt ist der Koffer K66 mit 2,40 m. Aber ich bin mir nicht sicher, was da alles mit gemessen wurde.

  4. Geri sagt:

    Hallo Tom!
    Danke für die vielen Anregungen und Tipps bedanken, die ich von deinen Seiten schon verwerten durfte.
    Ich bin übrigens auch stolzer Besitzer eines zugelassenen GAZ 66 und scheue mich nicht ihn auch zu benutzen! Wenn du also Fragen hast bezüglich original Motor, Dieselumbau, Getriebeumbau, Übersetzungsänderung, Reise- und Geländetauglichkeit (z.B. Sahara), etc…
    SG auch an Marius!

    • Tom sagt:

      He, super. Und ja, ich interessiere mich für alles. Also immer her mit deinen Informationen. Und wenn du einen auf Diesel umgebauten GAZ-66 hast, würde mich mal der Verbrauch mit Benziner und Diesel interessieren. Oder ist das gar ein seltener GAZ-66-41?

  5. Joe sagt:

    Hallo Tom
    Danke für deinen beachtlichen Bericht vom kleinen Monster, ja auch ich bin ein Stolzer Besitzer eines GAZ66,
    und auch wenn es merkwürdig klingt ich baue den Funkkoffer gerade zum Überschaubaren Übernachtungsraum um, da ich und meine Frau eher in die Liga “Hobbits” fallen, geht das ganz gut, gibt auch eine kleine Fotostrecke auf der Seite von Ulrich Dolde, Also ich habe den Innenraum der Fahrekabine extrem Gedämmt was wirklich schon einges an Komfort gebracht hat, und da ich alleine wegen der Spritkosten nie weter als ca 200-300 Km fahre passt das Prima nach Dänemark (Römo) oder eben nach Skt. Peter Ording.
    und im Sand ist er einfach Zuhause…Als Kleinen Hinweis noch: Alle Werkstatt und Wartungshandbücher gibt es auch in Deutsch für wenig Geld als Nachdruck außerdem tolle Sprengzeichnungen der Einzelnen Bauteile..usw Ersatzteile besorg ich mir im Osten oder wenns mal etwas schneller sein soll auch hier in Deutschland, es gibt wirklich noch alles, jede Schraube und an die Preise kommt nicht mal mein alter Clio ran…
    Freu mich das Ihr den Kleinen Racker hier in die Ahnenbank aufgenommen habt.
    Gruß Joe

    • Tom sagt:

      Mensch, mit dir haben sich hier ja schon 50% der GAZ-66-Besitzer in Deutschland gemeldet. Und danke auch für die Infos zur Ersatzteilversorgung. Das ist natürlich ein wichtiger Punkt in so einer Ahnenbank. Und der kleine KUNG-KOFFER K66N gefällt mir auch super. Wofür gibt es schließlich Hubdächer?

  6. Frank sagt:

    Hallo Tom,
    Und ich habe auch einen. Jetzt fehlen Dir nur noch 2 Gaz 66 Besitzer. Nun hast Du ja bald alle zusammen. Bei welchem Fahrzeug gibt es das noch?
    Meiner ist ein NVA-Fahrzeug, ehemalige R142 von den Raketentruppen mit dem Flachkoffer mit Trennwand. Habe ihn als Reisemobil für eine Person ausgebaut und dabei so wenig wie möglich verändert. Statt der Seilwinde ist bei mir ein Generator auf der Stoßstange für die Kofferbatterie..
    Bei Interesse kann ich Dir mal Bilder schicken
    Viele Grüße
    Frank

    • Tom sagt:

      Cool. Ja, wenn du willst, kannst du mir natürlich gerne ein paar Fotos von deinem GAZ-66 schicken. Am besten per E-Mail an tom@7g…

      Schreib dazu, ob ich die hier veröffentlichen darf. Dann würde ich sogar mal eine Ausnahme machen und fremde Bilder herzeigen.

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