ᐅ Umbau der Achsübersetzung am Mercedes LK Allrad – LKW

Umbau der Achsübersetzung: Beschreibung der Vorgehensweise, Kosten und der Erfahrungen im Betrieb bei meinem Mercedes MB 1124 AF (LK). 

Ausgangszustand vor Umbau der Achsübersetzung

Drehzahl vor Achsumbau: 2.500 Umdrehungen bei 80 km/h

Drehzahl vor Achsumbau: 2.500 Umdrehungen bei 80 km/h

Original war unser Basisfahrzeug sehr kurz übersetzt. Die Achsübersetzung des Mercedes-Benz MB 1124 AF (Leichte Klasse LK) betrug ca. 6,1. Das bedeutet, dass ich bei der Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h trotz der großen Räder (14.5 R 20) auf dem Gas stand. Der Motor drehte derweil mit 2500 rpm, also nahe an der Abregeldrehzahl.

Drehzahl vor Achsumbau: 2.500 Umdrehungen bei 80 km/hEine derart kurze Achsübersetzung ist zwar gut im Gelände, aber ansonsten materialmordend, unwirtschaftlich und laut. Langsam sowieso. Der Verbrauch betrug dann auch 27 l auf 100 Kilometer (später sollten es bei 100 km/h nur noch 20 Liter werden). Die Geschwindigkeit wäre in Deutschland zwar kein Problem, da sind ja ohnehin nur max. 80 km/h erlaubt. Aber z. B. in Frankreich, den USA und Australien liegen die erlaubten und gefahrenen Höchstgeschwindigkeiten von schweren Wohnmobilen bzw. LKW’s bei ca. 100 km/h und darüber.

Optionen für die Änderung der Übersetzung: Einzelbereifung, Splitgetriebe, Achsdifferentiale

Letztlich gibt es 4 Optionen für die Änderung der Achsübersetzung und eine Erhöhung der Endgeschwindigkeit bzw. Absenkung der Drehzahl bei gleicher Geschwindigkeit.

1. Umbereifung auf Einzelbereifung

Die erste Option ist eigentlich immer die Umbereifung auf größere Einzelbereifung. Größere Räder bedeuten einen größeren Abrollumfang und damit eine längere Übersetzung. Da die meisten Fahrgestelle ohnehin auf Einzelbereifung umgerüstet werden sollen, werden in diesem Zug auch größere Räder montiert.

Die Materialkosten für eine Umbereifung eines Allrad-LKW’s (4×4) betragen je nach Felge und Reifen ca. 5.000 €. Dieser Weg schied bei mir aus, da der Mercedes LK bereits ab Werk mit der seltenen Einzelbereifung in der Dimension 14.5 R 20 ausgerüstet ist.

2. Einbau eines Splitgetriebes

Die zweite Variante ist der Einbau eines Getriebes mit einer längeren Übersetzung bzw. eines Splitgetriebes GV4-65, das über eine schnelle und eine langsamere Ganggruppe verfügt. Gebrauchte Splitgetriebe sind sehr gesucht und dementsprechend selten. Die Preise für ein gebrauchtes Splitgetriebe (GV4-65) bewegen sich um 3.000 € – ohne Einbau, versteht sich.

Wer was ganz exotisches sucht – das G4/65 gibt es auch als 7-Gang-Getriebe (G4/65-7/11,0). Allerdings ist auch dieses 7-Gang-Getriebe wie fast alle “normalen” Getriebe von Mercedes im letzten Gang direkt übersetzt, also mit 1,0. Damit hat das Getriebe zwar 7 Gänge. Der LKW wird mit 7 Gängen aber auch nicht schneller. Der zusätzliche Gang ist jedoch ein Kriechgang mit der Übersetzung 11,0. Das ist zwar nett, aber überflüssig bei der im Allrad-Verteilergetriebe sowieso vorhandenen Untersetzung. Mehr Gänge bringen bei Mercedes also nicht mehr Geschwindigkeit.

3. Umbau der Achsdifferentiale

Schließlich kann man die Übersetzung auch durch einen Umbau der Achsdifferentiale verlängern. Den Weg, die Achsübersetzung zu ändern, habe ich gewählt, weil ich damit bei meinem Mercedes LK / LN2 den größten Effekt erzielen konnte. Der Einbau gebrauchter langer Achsen wäre auch möglich, scheidet aber aufgrund der mangelnden Verfügbarkeit langer gebrauchter Achsen so gut wie aus. Auch neu sind komplette Achsen für die Baureihe LK / LN2 von Mercedes (MB 917, MB 1117, MB1120 oder MB 1124) nicht mehr lieferbar. Gekostet hätten neue Achsen mit Wunschübersetzung für den Mercedes LK (MB 917, MB 1120, MB 1124 u.ä.) ca. 6.000 € pro Stück.

4. Einbau eines APA-Splitgetriebes

Ganz exotisch und selten ist eine Änderung des Übersetzungsverhältnisses durch APA-Splitgetriebe. Diese APA-Getriebe (Additional Powertrain Adjustment) werden bei Allradfahrzeugen zwischen Getriebe und Verteilergetriebe und bei Hecktrieblern zwischen Getriebe und Hinterachse eingebaut. Das APA-Getriebe hat 2 Gänge mit einer elektropneumatisch geschalteten Untersetzung oder Übersetzung. Ob das Getriebe übersetzt oder untersetzt, also das Fahrzeug schneller oder langsamer wird, entscheidet die Einbaurichtung.

In den neunziger Jahren Cetoni solche APA-Getriebe bei ZF fertigen lassen und vertrieben. Leider ist die Firma schon lange insolvent. Die Restbestände an den APA-Getrieben wurden restlos über einen Autoteilehändler in Bayern verkauft. Abgesehen von der Verfügbarkeit dürfte diese Variante beim Mercedes LK aber auch wegen des kurzen Abstandes zwischen Getriebe und Verteilergetriebe schwierig werden.

Mein Umbau der Achsübersetzung durch Umbau der Differentiale

Zur Verlängerung der Übersetzung habe ich 2 neue Radsätze mit der längsten lieferbaren Übersetzung (4,3) fertigen und einbauen lassen. Der Radsatz (43:10) für die Hinterachse vom Mercedes LK kann von der Firma Euroricambi geliefert werden. Die Lieferzeit beträgt ca. 10 Werktage. Preis 350 € netto zuzüglich Versand. Der Radsatz (43:10) für die Vorderachse wird von Mercedes auf Bestellung gefertigt. Der Preis für die Radsätze der Vorderachse betrug Ende 2014 ca. 1.750 € netto bei einer Lieferzeit von 8-10 Wochen ab Bestelldatum bei Mercedes. Den Radsatz für die Vorderachse gibt es nur noch bei Mercedes. Euroricambi bietet den Radsatz für die Vorderachse nicht an. Leider habe ich die Bestellnummern verschlampt – bzw. bin mir nicht mehr sicher.

Umbau der Achsübersetzung am Mercedes LK: Tellerrad, Radlager, Kegelrad

Umbau der Achsübersetzung am Mercedes LK: Tellerrad, Lager, Kegelrad

Wenn die Differentiale schon einmal zerlegt sind, sollten nicht nur die Radsätze, sondern auch die Verschleißteile, Gummidichtungen, Wellendichtringe und Radlager überprüft und gegebenenfalls gewechselt werden. Diese Teile sind bei Mercedes recht preiswert, für die LK / LN2 fast durchgängig noch lieferbar und ohne großen zusätzlichen Aufwand zu tauschen.

Erfahrungen mit den langen Achsen

Seit dem Umbau der Achsen bin ich jetzt ca. 5000 km gefahren (Oktober 2015) und mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Ortsdurchfahrten lassen sich sehr gut im fünften Gang im grünen Bereich realisieren. Vor allem aber lohnt sich der Umbau der Übersetzung in Verbindung mit der 240-PS-Maschine (OM 366 LA) auf der Autobahn. Bei der deutschen Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h liegen mit den längsten Achsen jetzt im sechsten Gang nicht mehr 2500, sondern angenehme 1800 Umdrehungen an. Wenn der sechste Gang an steileren Bergen doch einmal zu lang ist, kann man 80 km/h notfalls auch noch im fünften Gang fahren.

Mit 90 bis 100 km/h läuft der MB 1124 allerdings wesentlich besser die Berge hoch als mit 80 km/h. Ideal ist die Übersetzung somit in Ländern, in denen man schneller fahren darf, zum Beispiel in Frankreich, Australien oder den USA: 100 km/h ist hier eine ideale Reisegeschwindigkeit bei etwa 2.250 Umdrehungen pro Minute. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt nun theoretisch 125 km/h, allerdings sind die MPT-Reifen nur bis 110 km/h freigegeben.

Perfekte Übersetzung nach Umbau der Achsübersetzung, Einzelbereifung ist original Mercedes

Perfekte Übersetzung nach Umbau der Achsübersetzung, Einzelbereifung ist original Mercedes

Zwar ist der Umbau der Radsätze am MB 1124 Allrad aufwändig, hat sich aber auch deutlich im Verbrauch bemerkbar gemacht: Statt 27 l  (mit 6 Tonnen Leergewicht vor dem Um- und Ausbau) verbraucht der Lkw nun im Schnitt nur noch 20 l pro 100 km, und das bei 10 Tonnen Reisegewicht (+ 4 to), aufgrund des Zwischenrahmens mehr Luftwiderstand (+12 cm), deutlich erhöhter Durchschnittsgeschwindigkeit (+ 20 km/h) und einem großen Gebirgsanteil.

Umbau der Achsübersetzung bei anderen Fahrzeugen

Ich kann jedem nur empfehlen, sich damit zu befassen, wie man die Achsübersetzung ändern kann. Keine andere Maßnahme verspricht vor allem bei den regelmäßig kurz übersetzten Allrad-LKWs einen so hohen Effekt wie der Umbau auf lange Achsen.

Die richtigen Radsätze sowie die zugehörigen Teilenummern müssen auf jeden Fall für das konkrete Fahrzeug geprüft werden, da Mercedes auch in der als LK (oder LN2) bezeichneten Leichten Klasse der Baujahre 1984 bis 1998 (MB 914, MB 1114, MB 1117, MB 1317, MB 917, MB 1120 oder MB 1124 mit verschiedenen Ausführungen des 6-l-Sechszylinders OM 366) durchaus unterschiedliche Achsen verbaut hat. Möglicherweise spielt es hier auch eine Rolle, ob die Achsen über Differenzialsperren verfügen. Im Prinzip lassen sich natürlich auch die Achsen der anderen Baureihen von Mercedes (Mercedes Kurzhauber wie der MB 911 oder der MB 1113, NG wie der MB 1017 oder MB 1222 oder SK wie z. B. der MB 1625) umbauen, ganz gleich ob bei Allrad- oder 4×2-Fahrzeugen. Die entsprechenden Teilenummern kann jede Mercedes-Werkstatt über das EPC (Electronic Parts Catalog) heraussuchen.

Nach dem Umbau der Achsübersetzung: Ausgebauter Radsatz mit Tellerrad und Triebling

Nach dem Umbau der Achsübersetzung: Ausgebauter Radsatz mit Tellerrad und Triebling

Problematisch ist hier nur, dass vor allem für die original leistungsschwachen Motoren die längste Übersetzung nicht angeboten wurde und daher auch im EPC nicht als Option angeboten wird. Dies heißt aber nicht, dass diese Übersetzung nicht aus einem anderen, stärkeren Modell mit identischen Achsen verfügbar wäre – die Bestellung ist dann halt nur mit mehr Mühe und Unsicherheiten verbunden und erfordert eine gewisse Risikobereitschaft. Insofern betreffen alle Angaben nur meinen LK (Mercedes MB 1124 AF) und sind natürlich ohne Gewähr.

Weiterführende Literatur: “Der” Trzebiatowsky

Wer mehr zum Aufbau der Achsen, der Differentiale und der Differentialsperren an alten LKW wissen will, sollte sich das Standardwerk zur historischen LKW-Technik leisten: “Der” Trzebiatowsky aus 1961 wird nicht umsonst wieder als hochwertiger Reprint verkauft (siehe auch meine Liebeserklärung zum Buch). Auf S. 845 wird erläutert, worauf beim Einstellen des Zahnflankenspiels zu achten ist. Aber Achtung: Es gibt verschiedene Verzahnungen.

Zahnflankenspiel einstellen (entn. aus Trzebiatowsky: Die Kraftfahrzeuge und ihre Instandhaltung, S. 849)

Zahnflankenspiel einstellen (entn. aus Trzebiatowsky: Die Kraftfahrzeuge und ihre Instandhaltung, S. 849)

Jedenfalls hat man durch den Umbau der Achsübersetzung und die anderen Differentiale plötzlich einen ganz anderen LKW. Also von mir gibt es für den Umbau und vor allem das wesentlich bessere Fahren 5 Sterne. Doch vergesst nicht, dass nach dem Umbau der Achsübersetzung eine Tachoanpassung mit einem anderen Winkelgetriebe nötig ist.

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34 Antworten

  1. Bernhard sagt:

    Guten Tag,
    auf Umwegen bin ich auf Eure Webseite gestoßen. Respekt: Viel Arbeit und sehr gut gemacht:
    Nun zu meinem Anliegen.
    Ich habe einen Mercedes 914AK, der inzwischen ein 924AK mit 6-Gang Splitgetriebe ist und der mehrmals Libyen, Island usw. gesehen hat.
    Nun steht die nächste Baustelle an, die langen Achsen 43:10.
    Nach ersten, nicht sehr erfolgreichen Recherchen bei MB und im Internet bin ich auf der Suche nach Bezugsquellen für die Radsätze, die im Bereich des finanziell Sinnvollen liegen.
    Vielleicht könne wir mal dazu mailen.

  2. Tom sagt:

    Danke, Bernhard, für den Bericht über aktuelle Lieferprobleme der Radsätze für die lange Übersetzung (43:10) der Vorderachse (Stand Oktober 2015).

  3. Ulrich sagt:

    Hallo,
    ich besitze seit 20 Jahren einen Kurzhauber LA 911B mit original OM 353A. Mit Interesse habe ich deinen Umbaubericht der Achsübersetzung gelesen. Zu der von dir angegebenen Bestellnummer für den Radsatz 43:10 habe ich eine Frage.
    Die Übersetzung 43:10 wurde nie im 911 angeboten. Die längste Übersetzung war 39:8. Im 911, 1017 und im LN sind die Achsen AL 3 und HL 4 verbaut. Es gibt wohl verschiedene Achausführungen – für Zwillings- und Einzelbereifung – doch sind nach meinen Nachforschungen die Differentialgehäuse alle gleich. Ich möchte dich bitten, mir die Bestellnummern der 43.10 Übersetzung zu nennen. Mir sind folgende bekannt:
    VA A 676 330 0039
    HA A 383 350 0439 wurde ersetzt durch A 301 350 0839. Diese wird auch durch Euroricambi angeboten. Hierzu wird von dir die Bestellnummer 60.17.0386 angegeben. Die VA bietet Euroricambi nicht an. Ist dir vielleicht bekant wer den Radsatz für die VA außer Mecedes noch anbietet?
    Vielen Dank für deine Bemühungen!
    Mit freundlichen Grüßen
    Ulrich

    • Tom sagt:

      Hallo Ulrich, auch meine Recherchen haben ergeben, dass der Radsatz für die Vorderachse nur von Mercedes extra auf Bestellung gefertigt wird. Mit den Bestellnummern ist das immer so eine Sache – da kommt es wirklich genau auf den Achstyp an. Andere Nummern als die genannten habe ich aber nicht. Auch ist mein LK insofern recht besonders, da er bereits ab Werk mit Einzelbereifung 14.5 R 20 ausgeliefert wurde und insofern das gesamte Fahrwerk und die Achsen bereits auf die Einzelbereifung abgestimmt sind.
      Viel Erfolg beim Umbau – es lohnt sich wirklich.

  4. Frank sagt:

    Hallo miteinander,

    ich lese schon eine ganze Weile hier mit und hole mir einige Anregungen für den Umbau von meinem 90-16 zum Expeditionsmobil. Nun würde ich auch gern die Übersetzung ändern. Das müsste doch ganz ähnlich vom funktionieren. Kann mir da vielleicht jemand Auskunft geben?

    Viele Grüße

    Frank

    • Tom sagt:

      Zwar kann ich zum Thema IVECO leider keine fundierten Auskünfte geben, aber was soll da groß anders sein? Teile recherchieren, bestellen, einbauen (lassen), fertig. Oder etwa nicht?

  5. Axel K sagt:

    Moin moin,
    danke für die Einblicke auf deine Seite,
    hat mich gefreut mal dort zu stöbern.
    Bin eigentlich drauf gekommen weil ich eine andere Übersetzung für meine Hinterachse meines Düdos gesucht habe… mit dem 86Ps Diesel und der “normal”schnellen Übersetzung ist es halt so ne Sache…
    Na werde mal weiter suchen.
    Viel Spaß noch, auch bei den vielen “Ausgrabungen” im Wüstensand ;))
    Gruß
    Axel k.

  6. Dirk sagt:

    Hallo,
    das ist genau das wo nach ich gesucht habe! Würde gerne das Differential von meinem MB 613 von 4,3 auf 3,6 umbauen lassen oder die ganze Hinterachse tauschen. Wo bekommt man die Teile und wer führt solche Umbauten durch? Ich bin für jeden Hinweis dankbar!
    VG
    Dirk

    • Tom sagt:

      Die Teile gibt es bei Euroricambi oder Mercedes. Den Umbau sollte jede Landmaschinenwerkstatt können. Allerdings dürfte es wesentlich billiger sein, eine komplette Achse oder sogar ein komplettes Fahrzeug zu kaufen.

  7. Cemil sagt:

    Hallo,

    konntest Du mitlerweile eigentlich die passenden Teilenummern finden? 🙂

    • Tom sagt:

      Ich war mir halt nicht ganz sicher und habe die Nummern daher wieder gelöscht. Aber ich kann im September noch mal nachschauen. Müsste ja eigentlich irgendwo auf der Rechnung stehen.

      • Cemil sagt:

        Weiss jemand ob die Achssgehäuse denn wirklich gleich sind? Ich würde gerne wissen ob A383 330 1839 (39:8 Vorderachse) in meinen 1120AF LN2 LK BJ1987 passt.

        • Tom sagt:

          Warum willst Du eigentlich halbe Sachen machen und 4,9er Achsen verbauen? Nimm doch gleich die längste Übersetzung, die es gibt (4,3). Der MB 1124 fährt sich damit jedenfalls wunderbar. Und für Geländefahrten ist ja die Untersetzung noch da. Oder ist der MB 1120 AF so viel schwächer?

          • Cemil sagt:

            Ein bisschen schwächer ist er schon, aber nicht eklatant. Ich hatte das Mal durchgerechnet und visualisiert und kam zum Entschluss, dass diese Übersetzung wohl die schönste ist für unseren Einsatzzweck.

  8. Cemil sagt:

    Hallo,

    ich war heute bei Mercedes am Teileschalter – dort konnte man auf Anhieb erstmal nicht gut helfen.

    Weiss jemand ob Teilenummer A383 330 1839 39 in den 1120AF LN2 LK (BJ: 87)an die Vorderachse passt? Sind denn nun die Achsgehäuse gleich vom Prinzip?

  9. Tom sagt:

    Also, ich hatte seinerzeit bestellt: Das Tellerrad für die Hinterachse mit der Übersetzung 4,3 als Nachbau der Firma Euroricambi mit der Teilenummer 60170386 (ca. 350 €). Das Tellerrad für die Vorderachse und Übersetzung 4,3 war über Mercedes nicht mehr lieferbar und wurde auf Nachfrage von Mercedes nachgefertigt (Teilenummer A6763300039, ca. 1750 € netto). Umtausch natürlich ausgeschlossen. Und ohne Gewähr. Vor allem war mein MB 1124 AF original einzelbereift und hatte dadurch die breiteren Achsen verbaut.

  10. Sebastian sagt:

    Hallo,

    auch von mir zunächst ein großes Lob für die informative Homepage, in der ich schon viel Zeit beim Stöbern verbracht habe.

    Wir erwägen zur Zeit, einen Mercedes Vario als WoMo-Basis anzuschaffen. Da wir mit unseren Reise-Freunden, die mit einem Buschtaxi (Toyota HZJ78) unterwegs sind, planen wir zwar keine harten Offroad-Einsätze oder Wüstentouren, aber zumindest abgelegene Plätze zum Campen, wo man auch mal Geröll oder eine Böschung überwinden muss, sollten erreichbar sein.

    Es stellt sich uns die Frage, ob wir einen 4×4 kaufen sollten oder ob es auch ein Vario mit reinem Hinterachsantrieb, mehr Bodenfreiheit und große Räder mit Geländetauglichen Reifen für den geplanten Einsatz tut.

    Ich schreibe hier, da es hier um die Hinterachse des T2 geht. Meine Überlegung ist, eine aus dem 4×4 stammende Hinterachse mit zuschaltbarer Differentialsperre in einen 4×2 einbauen könnte/sollte. (Dass das mit viel Aufwand geht, steht vermutlich außer Frage.)

    Mich würde interessieren, ob es Erfahrungen mit diesem Umbau gibt, der sicherlich zu wesentlich mehr Traktion als mit einer HA mit Lamellen-Diff-Sperre führt, da das Differential ja komplett gesperrt werden könnte.

    Vorteile aus meiner Sicht:
    – Weniger Gewicht und mechanischer Widerstand als beim 4×4
    – Ungleich mehr Traktion als bei sonstigen 4×2
    – Man wäre nicht auf die eher seltenen 4×4 als Basisfahrzeug angewiesen

    Über ein Kommentar zu meiner Idee/Frage würde ich mich sehr freuen.

    • Tom sagt:

      Also das sind ja zwei Fragen. Zur ersten hinsichtlich der Differentialsperre kann ich mangels eigener Sperre am T2 nichts beitragen. Aber eure Offroad-Anforderungen sind schon nicht ohne. Eine Geröllböschung ist so ziemlich das blödeste, was man mit einem Wohnmobil fahren kann. Da fehlt nur noch die 100m Sanddüne. Da wirst du wohl mit dem Vario nicht glücklich werden. Weder mit Allrad noch ohne.

      Sicher, eine Differentialsperre stört nicht. Aber nur dann, wenn die Achse auch lang übersetzt ist. Denn am längsten ist man doch mit der Anreise beschäftigt.

      Aber für ein ganz normales Europawohnmobil reicht der Vario auch ohne Differentialsperre vollkommen aus. Höherlegung und vernünftige Reifen sind schon wichtig. Aber das Limit setzt doch meistens die Größe.

  11. Sebastian sagt:

    Hallo Tom,

    besten Dank für Deine Antwort. Die Anforderung war Geröll oder eine Böschung. Die Kombination beider Umstände in Form einer Geröllböschung wollen wir schon meiden.

    Mal sehen, ob sich noch jemand meldet, der die zuschaltbar gesperrte HA in einen 4×2 eingebaut hat. Nächste Woche werde ich mal bei Iglhaut anfragen, ob die damit Erfahrung haben.

    Achsübersetzung ist natürlich auch ganz entscheidend. Nun bin ich (noch) kein T2-Spezialist, aber ich gehe mal davon aus, dass es auch in oder für die zuschaltbar gesperrten Hinterachsen lange Übersetzungen gibt.

    Dank und Gruß
    Sebastian

  12. Rico sagt:

    Hallo,

    wir fahren seit 6 Jahren einen 508D T2 Kasten mit 3,5t Zulassung. Nix Allrad, nix Sperre, viel zu lange Übersetzung für 79PS und glaube um die 150Nm. Habe ne Zeit in Schweden darin gelebt und Lappland im Winter erkundet, sind bis an Pazifik , durch die Mongolei, durch den Kaukasus etc. Wenn man bereit ist mal zu schippen und n ordentlichen Wagenheber dabei hat, dann kommen die Dinger echt weit im Gelände, egal welche Achse. Problematisch ist der Überhang hinter der Hinterachse im leichten Gelände, da sind die “kurzen” deutlich weniger reparaturintensiv 🙂
    Wer höher als 3000müNN Pässe fahren will, sollte ne größere Maschine wählen, ich habe öfter unser Hab und Gut mit Muskelkraft geschleppt, weil dem 2,3l Maschinchen dann doch die Luft ausgeht und nur Leergewicht fahrbar ist…
    Was ich damit sagen will: das sind super Schlecht-Wege Fahrzeuge, man kann mit großen Reifen, Höherlegung, großem Motor etc. noch gut was raus holen, aber n Geländewagen wird es nie.

    • Tom sagt:

      Kann ich alles voll unterschreiben. Vor allem auch das mit der Motorleistung. Fand auch selbst den Sprung in der Geländegängigkeit vom kurzen MB 407 auf einen mittellangen MB 508 mit dem größeren OM 314 schon sehr beachtlich. Der MB 508 (Düdo) ging vor allem im Sand wesentlich besser. Und die Böschungswinkel habe ich jetzt beim ohnehin schon höheren MB 711 mit der Höherlegung drastisch verbessert. Bin immer wieder begeistert von der Geländegängigkeit des T2N. Erst zuletzt im tiefen Schnee mit selbst gebastelten Schneeketten. 🙂

  13. Tom sagt:

    Hab mal die Variante 4 zum Ändern der Gesamtübersetzung mit Infos zum APA-Getriebe von Cetoni ergänzt.

  14. johann sagt:

    Hallo Tom, grosses Lob für diese Seite. Schon an vielem hier Freude gehabt!
    Das Ausgleichsgetriebe HL2/15-5.8 mit 43/11 Var. 1HK218 an meinem 711D 1989 möchte lieber mit 41:13 übersetzt sein.
    Könntest Du etwas zum Umbauaufwand sagen?
    Nur für den Fall das euroicambi das Passende liefern kann.

  15. johannes sagt:

    Wollte die Endübersetzung des 711D LF8 von 3.9 auf 3.15 verändern. A 670 350 03 39. 41:13. Fa. Lambert (gehört jetzt Euroicambi.it und brillieren mit klasse pre und after-sale-service und großen know how) lieferte auch. Leider hat Mercedes in der Produktion, aber ohne Dokumentation, und äußerlich nicht erkennbar anderes Ausgleichsgetriebe verbaut. Passt also nicht. Also Obacht mit den äusserlichen Daten. 400€ Teile und 1000€ Montage vergeudet. Hmmpf

    • Tom sagt:

      Schade. Aber bei solchen Umbauten ist immer ein Restrisiko dabei. Eigentlich müsste man das Differenzial erst auseinander bauen und dann Ersatzteile bestellen. Aber wer macht das schon. Aber zumindest die Radsätze kannst du doch bestimmt wieder verkaufen.

  16. Kurt sagt:

    Hallo Johannes , Ich habe bei mir alle Teile die Du brauchst. Ich habe von 3.15 auf 3,9 übersetzt und die Achse in einen 508 eingebaut wegen der Sperre. jetzt kann ich 285 -75 – 16 Reifen fahren. Wenn Du Sie brauchen kannst
    mach mir ein Angebot.
    grüße Kurt

  17. Bernhard sagt:

    Das mit dem Umbau zur langen Achse gefaellt mir gut. Allerdings bin ich totaler Laie und habe dewegen keine Peilung was du genau beschreibst. Ich moechte meinen alten Setrabus S120 (Bj 76) eine laengere Uebersetzung spendieren (ehemaliger Buecherbus, 80km/h bei Vollgas 2800 Upm, ich hab schon einen Motor ruiniert). Welche Teile einer langen Achse brauche ich (am besten mit Skizze)? Genuegt es z.B. das Innenleben des Differentials auszutauschen? Danke im Voraus.

    • Tom sagt:

      Na, da sind wir schon zwei Laien beim Umbau einer Setra-Achse. Davon habe ich überhaupt keinen Plan. Aber was soll schon groß anders sein? Du brauchst halt “nur” die passenden Zahnräder. Bei Mercedes zumindest wird nur das Tellerrad und das Kegelrad getauscht.

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