ᐅ Praga V3S 6×6: Steilhangkraxler mit Portalachsen

Der Praga V3S 6×6 ist ein hochgeländegängiger, tschechischer Allrad-LKW mit 3 Portalachsen. Fotos, technische Daten, Varianten und Ausführungen.

Baujahr 1983 bis 1987: Praga V3S M1 im Forsteinsatz

Baujahr 1983 bis 1987: Praga V3S M1 im Forsteinsatz

Technische Daten des Praga V3S

Motor und Verbrauch des Praga

Den Praga V3S 6×6 habe ich immer schon gemocht. Schließlich kommt der hochgeländegängige tschechische Allrad-LKW Praga V3S zierlich und schlank daher. Gar nicht so wuchtig und monströs wie seine russischen Kollegen.

Mein Standardnachschlagewerk für die technischen Daten derlei (nichtrussischer) LKW-Exoten ist der Typenkompass von Ralf Kunkel. Schön systematisch mit vielen guten Originalfotos und allen technischen Daten. Demnach holt der Ur-Praga 98 luftgekühlte Pferdestärken aus 6 Zylindern mit 7,4 l Hubraum.

Und das bei einem Dieselverbrauch des Praga von “nur” 27 l/100 km bei 45 km/h.[1]Kunkel, S. 12 Im Werkstatthandbuch allerdings stehen schon mal 27 Liter.[2]Werkstatthandbuch, S. 15 Wahrscheinlicher sind jedoch 35 Liter bei 65 km/h.

Interessant ist beim Praga das Leergewicht. Kunkel belegt ein Leergewicht des Praga Tankwagens von nur 5.470 kg.[3]Kunkel, S. 12 Und zwar mit dem Tankaufbau. Das ergibt selbst dann 5.330 kg bzw. rekordverdächtige 97 % Zuladung im Straßenbetrieb.

Portalachsen am Praga V3S

Der Praga V3S ist einer der ganz wenigen 6×6-LKW mit serienmäßig 3 Portalachsen. Dies zeigt ganz deutlich das Foto vom linken Hinterrad.

Praga V3S 6x6 Portalachse hinten links

Praga V3S 6×6 Portalachse hinten links

Und auch vorn erhöht beim Praga die Portalachse die Bodenfreiheit auf 40 cm. Trotz der kleinen Räder. Dazu gibt es aber eine merkwürdige Einkreis-Bremsanlage.

Praga V3S 6x6 Portalachse vorn links

Praga V3S 6×6 Portalachse vorn links

Geländegängigkeit des Praga V3S 6×6

Durch die serienmäßigen Portalachsen erinnert die Geländegängigkeit des Praga V3S an den frühen Unimog. Nur eben mit drei Achsen serienmäßig. Und da wird mir auch klar, warum der Praga selbst von der Sowjetunion importiert wurde: Es gibt schlichtweg keinen russischen (oder damals sowjetischen) leichten, hochgeländegängigen Dreiachser mit Portalachsen.

Und genau deswegen hat der Praga V3S eine riesige Stärke: Der militärischer Dreitonner Spezial (vojenský třítunový speciálist) ist ein Kraxler vor dem Herrn. Vor allem in der Ausführung als Fäkalienwagen habe ich ihn oft an Steilhängen gesehen, die nicht einmal mehr vom W50 Allrad befahren wurden. Selbst mit 3,1 t Zuladung beträgt die Steigfähigkeit noch 77 %.[4]WHB S. 16 Na gut, der Unimog hat 100 %. Aber der schafft keine 3 Tonnen Zuladung.

Möchte insofern behaupten, dass ein gleich schwerer Praga im Vergleich zum Unimog mit gleicher Bereifung steilere Berge bezwingt. Aber das wird nicht passieren. Denn der Praga hat meist nur die recht kleine Zwillingsbereifung. Da ist der Unimog schon weitaus besser aufgestellt.

Dazu hat der Praga eine Querstabilität bis zu 40° Hangneigung.[5]vgl. KFT 01/1961, S. 25 und Werkstatthandbuch 1958, S. 15 Das sind 2° mehr Querneigung als beim Unimog.Gibt eine schöne Zeichnung im tschechischen Werkstatthandbuch mit der maximal zulässigen Querneigung des Praga.[6]Werkstatthandbuch 1958, S. 15

Praga V3S, Querneigung bis 40°, entnommen aus: Werkstatthandbuch Praga, S. 15

Praga V3S, Querneigung bis 40°, entnommen aus: Werkstatthandbuch Praga, S. 15

Ursprünglich hatte das Militär eine Watfähigkeit von 2 m gefordert. Aufgrund technischer Probleme wurden es dann aber nur 0,8 m. Das ist nun wieder deutlich weniger als beim Unimog.

Probleme des Praga mit der Höchstgeschwindigkeit

Allerdings beträgt die Höchstgeschwindigkeit des Ur-Praga nur 65 km/h. Mehr läuft der nicht. Ich habe da mal eine Geschichte gehört, dass der Praga ab 85 km/h (die er nur bergab im Leerlauf erreicht) dazu neigt, das hintere Kreuzgelenk zu zerlegen und die Kardanwelle des Durchtriebs zur 3. Achse abzuwerfen (siehe Foto). Wenn die dann in den Asphalt spießt, gibt es einen schönen Satz. Doch wer weiß, ob das stimmt.

Praga V3S: Durchtrieb zur 3. Achse

Praga V3S: Durchtrieb zur 3. Achse

Varianten des Praga V3S

Praga als Militärpritsche

Initiator für die Entwicklung und Hauptabnehmer für den Praga V3S war die tschechische Armee. Insgesamt sind ca. 40.000 Praga als Pritschenwagen mit Plane an das tschechische Militär ausgeliefert worden. Gibt da lustige Bilder mit einer Menge Soldaten auf der Ladefläche.[7]Frýba, S. 31 Der von mir gesichtete Praga M1 ist dagegen schon eine neuere, zivile Ausführung und ganz verwaist.

Praga V3S M1 6x6 Pritsche

Praga V3S M1 6×6 Pritsche

Praga V3S mit Ganzstahlkoffer

Primär auch für das tschechische Militär entwickelt wurde der Praga mit Ganzmetall-Aufbau von Karosa Vysoké Mýto. Der Einheitskoffer wurde in vielen Varianten als Krankenwagen, Funkstation, Labor oder Werkstatt ausgeliefert.

Beim Praga Werkstattwagen konnte in zwei Ringe auf der vorderen Stoßstange eine Hebeanlage mit 1000 kg Tragfähigkeit einhängt werden. Dieser Kran war im Prinzip ein Zweibein, dass über die beiden vorderen Kofferecken bis zwischen die beiden hinteren Achsen abgespannt wurde.

Im kleinen und feinen Buch über importierte, nichtrussische DDR-Lastwagen werden Bilder gezeigt und Belege genannt, wonach die von der DDR importierten Werkstatthilfswagen vor allem im Tagebau zur Reparatur der Großgeräte eingesetzt worden sind.[8]Kunkel, S. 10 f.

Dieser Praga V3S 6x6 bräuchte mal etwas Pflege

Praga V3S 6×6 Werkstattwagen

Praga mit ČKD Autodrehkran AD 080

Der tschechische Maschinenbauer ČKD hat den Praga V3S mit einem Autodrehkran AD 080 ausgerüstet. Die Traglast des Praga Autokrans beträgt 8 t.

Praga V3S Kranwagen CKD AD 080

Praga V3S Kranwagen CKD AD 080

Praga V3S Kipper

Darüber hinaus wurden auch Praga-Kipper als Hinterkipper S-1 mit Mulde oder Dreiseitenkipper S-3 mit Kasten gebaut. In Tschechien ist der Praga V3S noch regelmäßig im Arbeitseinsatz zu sehen. So wie hier als Dreiseitenkipper S-3.

Praga V3S Kipper im Einsatz

Praga V3S Kipper im Einsatz

Praga V3S FEK Fäkalienwagen

Auf einem tschechischen Bauernhof habe ich den Praga noch vor ein paar Jahren als Fäkalienwagen im Routineeinsatz gesehen. Schön blau lackiert, voll funktionsfähig und hoch geländegängig. Anders wäre er an die Entnahmestelle auch nicht herangekommen. Meine Kinder waren jedenfalls begeistert und durften einer nach dem anderen in diesem schönen alten Praga Probe sitzen. Hab allerdings vor lauter Kinderfreude und Gequatsche mit dem Fahrer kein Gesamtfoto von diesem Praga V3S 6×6 Fäkalienwagen gemacht.

LKW Praga V3S 6x6 FEK Fäkalienkraftwagen im Kindereinsatz

LKW Praga V3S 6×6 FEK Fäkalienkraftwagen im Kindereinsatz

Sonstige Varianten des Praga V3S

Im Buch von Jiří Frýba (Legendární Praga V3S) sind noch zahlreiche weitere Spezialvarianten des Praga V3S aufgeführt. Natürlich immer mit zahlreichen Fotos. So gab es den Praga auch als Artillerieschlepper, Dekontaminationseinheit, Zweiwegefahrzeug oder Tankwagen.

Praga V3S 6x6 Blinker und Schweinwerfer

Praga V3S 6×6 Blinker und Schweinwerfer

Modernisierungen des Praga V3S 6×6

Der Praga wurde zum Ende seiner Bauzeit noch zweimal überarbeitet, wobei die modernisierten Versionen M1 ab 1983 und M2 ab 1984 parallel gebaut wurden. Dazu gab es nach Stopp der Produktion 1990 noch einige Versuche, mit dem Praga M6 alte Armeebestände zu reaktivieren.

Erste Modernisierung ab 1983: Praga V3S M1

Ab 1983 bis 1987 wurde vor allem der stärkere Motor Tatra 912-4 mit nun 120 PS verbaut. Dadurch konnte die Übersetzung verlängert und die Höchstgeschwindigkeit von 65 auf 75 km/h erhöht werden. Zu erkennen ist die erste Modernisierung M1 des Praga V3S an den nicht mehr klappbaren Frontscheiben.

Hochgeländegängiger tschechischer LKW: Praga V3S Pritsche

Hochgeländegängiger tschechischer LKW: Praga V3S-1 mit dem neuen Motor Tatra 912-4

Hab im Vergleichsbild des Ur-Praga (links) und des Praga V3S M1 (rechts) mal die beiden Frontscheiben nebeneinander gestellt. Deutlich zu sehen sind links im Bild die Scharniere am oberen Scheibenrahmen, die beim Praga ab 1983 entfallen sind. Also kein Frischluftspaß mehr im M1. Die eckigen Blinker am M1 sind allerdings nicht original.

Praga V3S 6x6 Vergleich alt zu modernsierter Version M1

Praga V3S 6×6 Vergleich alt zu modernsierter Version M1

Zweite Modernisierung ab 1984: Praga V3S M2

Parallel zum M1 wurde ab 1984 bis zum Ende der Serienproduktion 1990 die nochmals verbesserte Version Praga V3S M2 gebaut. Von außen ist dieser Praga M2 gut an den Frontscheinwerfern in der Stoßstange, dem Batteriekasten unter der Fahrertür und an der Reduzierung auf nur ein Ersatzrad hinter dem Fahrerhaus zu erkennen.

Der zum M1 fast unveränderte Motor Tatra T912-5 brachte auch nur 120 PS, lief aber nun auf 24 Volt. Weitere Verbesserungen des Praga M2 waren eine Zweikreisbremsanlage, Schalldämmung im Motorraum und mehr “Komfort” in der Fahrerkabine: Der Fahrer saß nun nicht mehr auf dem Batteriekasten, sondern auf einem ordentlichen Luftsitz.

Ich habe leider kein Foto vom Praga M2. Muss halt noch mal der M1 herhalten. Als M2 hätte dieser Praga runde Scheinwerfer in der Stoßstange.

Aktiver Praga V3S 6x6 Pritschenwagen

Aktiver Praga V3S 6×6 M1 Pritschenwagen

Nutzwertgesteigerte Praga V3S M6

Im Vergleich zur Landesgröße gibt es in Tschechien derartig viele Praga, dass ab Mitte der Neunzigerjahre alte V3S aus Lagerbeständen der Armee zum M6 modernisiert worden sind. Zu erkennen ist der M6 an ovalen Scheinwerfern in der Stoßstange und einem komischen Gitter zwischen den Kotflügeln. Die wichtigste Modifikation waren neue wassergekühlte Vierzylindermotoren von Daewoo bzw. später Sechszylinder von VM Motori.

Laut der tschechischen Wikipedia ist der Motor des Praga M6 bei unveränderter Gesamtmasse leichter, sodass die Nutzlast der Pragas gesteigert wurde. Dazu erreichte der Praga mit den Daewoo-Motoren Euro 2. Mit den seit 2001 in Lizenz von VM Motori gefertigten Dieselmotoren sogar Euro 3 und endlich auch mal die 80 km/h.

Produktion und Export des Praga V3S

Produktionsort und Hersteller des Praga V3S wechselten laut tschechischer Wikipedia mehrfach:

  • 1953 – 1964 Praga-Werk AZKG in Prag-Vysocany
  • 1964 – 1988 Avia-Werk in Letňany bei Prag
  • 1968 – 1988 NC Vinoř bei Prag (60.000 Praga)
  • 1986 – 1990 BAZ Bratislavské Automobilové Závody in Bratislava / Slowakei

In den 37 Jahren Serienproduktion von 1953 bis 1990 wurden vom Praga V3S insgesamt 130.000 Exemplare gebaut. Dieser Kletterkünstler ist damit nicht nur der am längsten produzierte, sondern knapp vor dem Tatra 148 auch der meistgebaute tschechische LKW. Das ist eine beachtliche Stückzahl, auch wenn die Produktionszahlen nur ein Fünftel des IFA W50/L60 betragen.

Selbst die DDR, die eigentlich nix im Ausland kaufen wollte, hat insgesamt 200 Praga als Werkstattfahrzeuge, Kipper und Fäkalienwagen gekauft.[9]Kunkel, S. 9 Grund war sicherlich nicht das gefällige Aussehen. Sondern der Praga kam halt dorthin, wo ein IFA W50 zu groß, zu hoch und zu schwerfällig war.

Praga V3S 6x6 M1 Pritsche

Praga V3S 6×6 M1 Pritsche

Praga kaufen und zum Expeditionsmobil umbauen?

Eher nicht. Das Beste am Fahrgestell sind noch die beiden nach oben ausstellbaren Frontscheiben im alten Modell. Ansonsten ist der Praga selbst in der Version M2 mit 75 km/h viel zu langsam, zu unbequem und zu laut. Sicherlich ist das Fahrgestell auch “etwas” zu exotisch für einen Kauf und den Umbau zum Expeditionsmobil.

Nach der Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes gibt es in Deutschland per 01.01.2019 nicht einen einzigen regulär zugelassenen Praga. Mit der Einkreisbremsanlage wird die Zulassung der alten Militärlaster auch schwer funktionieren. Wenn überhaupt, dann kommen für den Versuch einer Zulassung des Praga in Deutschland nur bereits in Tschechien zugelassene Praga infrage. Schließlich war der Praga V3S in der DDR ja schon mal zugelassen.

Nach einem Hinweis in den Kommentaren und einem Anruf beim Besitzer kenne ich nun zumindest einen in Deutschland zugelassenen Praga V3S mit der HSN 0900. Dies ist aber eine Sammelnummer für alle unbekannten oder nicht geschüttelten Fahrzeuge, deren Bestand nicht veröffentlicht wird. Das KBA hat schlichtweg keine Ahnung, was sich alles unter dieser Nummer verbirgt. Alles einzelzugelassene Einzelfahrzeuge.

Aber der Werkstattkoffer des Praga V3S ist interessant. Von außen konnte ich leider nicht erkennen, ob und wie die Ausführung des Koffers erfolgt ist. Doch das abgerundete Dach sowie die Anordnung der Fenster und Türen sind schon einmal optimal. Auf der linken Seite scheint sogar so etwas wie eine Markise montiert zu sein.

Aber trotzdem würde ich den Praga nicht kaufen. Dann schon eher den Tatra 148 6×6. Auch wenn für beide tschechische Geländemonster uneingeschränkt die Warnhinweise für den Kauf von alten Allrad-LKW‘s gelten.

Praga V3S Werkstattwagen mit interessantem Ganzstahlkoffer für ein Expeditionsmobil

Praga V3S Werkstattwagen mit interessantem Ganzstahlkoffer für ein Expeditionsmobil

Quellen und Infos zum Praga V3S 6×6

  • Deutsche Wikipedia zum Praga V3S: Wiki
  • Viel besser ist natürlich die tschechische Wikipedia: Wiki CZ
  • Aus der tschechoslowakischen Automobilindustrie. In: Kraftfahrzeugtechnik 01/1961, S. 25
  • Tschechisches Werkstatthandbuch (Dílenská příručka) für den Praga V3S 6×6 von 1958 (Download 53 MB): PDF-Datei
  • Jiří Frýba: Legendární Praga V3S. Praha, 2016. ISBN 978-80-247-5724-7 (Lesbar bei Google Books)
  • Ralf Kunkel: Typenkompass DDR-Lastwagen – Importe aus der Tschechoslowakei, Polen, Rumänien und Ungarn: Klick

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (38 votes, average: 4,87 out of 5)
Loading...

Einzelnachweise   [ + ]

1. Kunkel, S. 12
2. Werkstatthandbuch, S. 15
3. Kunkel, S. 12
4. WHB S. 16
5. vgl. KFT 01/1961, S. 25 und Werkstatthandbuch 1958, S. 15
6. Werkstatthandbuch 1958, S. 15
7. Frýba, S. 31
8. Kunkel, S. 10 f.
9. Kunkel, S. 9

Das könnte dich auch interessieren …

29 Antworten

  1. Christian sagt:

    Ich exportierte den fast neuen VS35 1995 nach Palawan, Philippinen. Der Aufbau ist als Funkstation ebenfalls wie neu, konnte ihn problemlos nach Palawan verschiffen.
    Den nackten Truck musste ich ersteigern. Danach
    Zog er Rattan aus dem Dschungel. Jetzt will ich ihn
    am Nagtabonbeach stationieren. Im Folgejahr kaufte ich die letzten Ersatzteile wie Lenkgetriebe, Einspritzpumpe,
    Kupplungsscheiben, Achsmanschetten und so weiter.
    Abenteuerliche Dschungelfahrten

    E

  2. Krause sagt:

    Der Praga V3S ist unschlagbar mit Schneeketten auf den Reifen im Gelände und Schnee. Toller Abschlepper.
    Und sollte der Motor mit Rußpartikeln voll sein kleine Kompression, da hilft Tetrachlor aus den Feuerlöscher.
    Das Auto ist eine Abbildung vom GMC. Es gibt einen Zweiachser S5T. Und wenige 805 Tatras Bäckerfahrzeuge.
    Es gibt Werkstatwagen mit Maschinen, PAD 1-5 auf dem Praga V3S Fahrzeug mit Stromzentrale.

  3. Tom sagt:

    Es gibt neue Fotos, technische Daten und das Werkstatthandbuch des Praga V3S als Downloadlink.

  4. Tlat sagt:

    Moin!

    Habe deinen wunderbaren Blog nun schon seit einigen Wochen gewälzt und bin dabei auch auf den Praga gestoßen.
    Letztens habe ich dann einen Anbieter gefunden, der scheinbar auf direktem Wege alte Fahrzeuge aus dem tschechischem Militär aufkauft, instandsetzt und über eBay verkauft. Auch zwei PV3S sind gerade dabei. Für 3500 gibts einen ohne Pritsche/Koffer, also nur als Fahrgestell. Komplett versiegelt, sieht super aus. Ich frage mich jetzt, ob der was als mobile Homebase taugt. Der gute soll also kein Reise/Weltreisemobil oder “ExMo” sein (dafür ist er mir viel zu durstig und laut) sondern eher als Haus auf Rädern dienen.

    Ich bin seit einigen Monaten mit zwei Freunden in einem VW LT28 auf Weltreise, bin also an beschränkten Platz und das Leben im Fahrzeug gewöhnt.

    Zwar habe ich noch keine Erfahrung mit Lkw, aber sowohl Zeit als auch Motivation zum Schrauben und Instandhalten.

    Warum solls ein Praga sein? Tatsächlich vor allem wegen des Angebots. Ich habe bisher keine vergleichbaren LKW mit ähnlichen Preisen gesehen. Außerdem ist mir die Ästhetik sehr ans Herz gewachsen.

    Was sagst du dazu? Macht das mit dem Praga keinen Sinn? Kann das für 3500 überhaupt was gutes sein? Ist der Aufwand der Instandhaltung zu groß?

    Ich freu mich deine Meinung zu hören!

    LG Tlat

    • Tom sagt:

      Lass bloß die fixe Idee mit dem Praga schnell wieder in der Versenkung verschwinden. Vom Praga ist gemäß der Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes kein einziges Fahrzeug in Deutschland zugelassen.

      Denn bis auf die späteren Modernisierungen M1 und M2 hat der Praga eine Einkreisbremsanlage. Die bekommst du ohne Vorzulassung niemals durch den TÜV.

      So ein Praga ist eine hübsche Trailer Queen fürs Truck Trial oder meinetwegen ein immobiler Untersatz fürs Tiny House. Aber nichts für jemanden ohne Geld, der mit dem Praga auch fahren will. Kauf dir für mehr Geländegängigkeit als mit dem LT 28 einen einfachen Düdo wie den MB 508 und bloß keinen Allrad-Lkw. Oder pimpe halt den LT.

      • Tlat sagt:

        Hey, danke für deine Meinung!

        Ich schätze ich sollte mich zuerst an etwas kleinerem probieren. Besonders reizvoll finde ich halt die Menge an Platz, die man im selbstgezimmerten Koffer so hätte.

        Aber wie immer ist es eigentlich eine Frage des Verzichts oder des Geldes… Viel Platz haben und gleichzeitig mobil sein ist halt auch etwas utopisch.

        Bzgl. TÜV: Der Anbieter meinte, die wären auf Nachfrage auch mit TÜV oder H-Kennzeichen zu haben. Da kann man jetzt natürlich spekulieren ob das wirklich möglich ist…

        Lg

    • Marco sagt:

      Ahoj!
      Ein Kumpel und ich haben uns mal mehrere dieser alten Armee-Praga angeschaut, auf einem Gelände bei Mlada Boleslav. Wird derselbe Anbieter sein, den du auch meinst, es gibt da nur einen großen, hier in Tschechien.
      Der Praga ist schon optisch und auch technisch verdammt cool. Wir haben uns unrestaurierte mit Koffer angeschaut, waren für umgerechnet 1200€ zu haben. Die waren allerdings auch in dem entsprechenden Zustand. Der Kumpel wollte den nur als mobilen Schiedsrichterstand/Umkleidekabine/Büro für seinen Criket-Klub haben, der Wagen wäre also nur auf privatem Grund gelaufen.
      Das Hauptproblem für dich wäre wohl, wie Tom schrieb, die Zulassung. Die Firma wird sich darauf berufen, dass alle Fahrzeuge, die einmal in der EU zugelassen wurden, auch in anderen Ländern zulassungspflichtig sein müssen. Das ist richtig, aber: Die Militär-Pragas waren nie in Tschechien zugelassen, es waren ja Militärlaster und daher hatten die Platten vom Verteidigungsministerium…
      Zwar gab und gibt es noch jede Menge Zivil-Pragas, jedoch wird dir der deutsche TÜV da einen Strick draus drehen – oder zumindest dir das Leben sehr schwer (sehr teuer) machen…
      Einzig möglich wäre evt. den Wagen mit tschechischen Exportkennzeichen zu holen und auf Privatgrund zu parken – aber dann spätestens ist es eine Trailerqueen.
      Beste Grüße aus Prag,
      Marco

      • Tom sagt:

        Hast du vielleicht mal einen der modernisierten Praga M2 oder M6 gesehen? Die ließen sich mit einer frühen Erstzulassung vielleicht gerade noch so in Deutschland zulassen. Aber die alten Armeelaster in der Urversion sicherlich nicht.

  5. Tom sagt:

    Hab gleich noch den Artikel aus Februar 2017 überarbeitet und mit dem über die Portalachsen des Praga zusammengelegt. Neues Wissen um die Modernisierungen und die Variante M6 ergänzt. Dazu alle Fotos jetzt mit höherer Auflösung neu eingestellt.

  6. Tlat sagt:

    Danke nochmal! Das mit dem M6 wusste ich noch nicht. Auch wenn ich mich erstmal mit etwas kleinerem beschäftige, bleibt der Praga trotzdem ein kleiner Traum 🙂

  7. Philipp sagt:

    Hallo Tom,

    sehr interessanter Artikel. So ein Praga würde mir auch gefallen. Vorerst bleib ich aber beim 711er Fensterbus:)
    Auf ebay-kleinanzeigen wird momentan ein Praga angeboten. Der scheint sogar eine deutsche Zulassung zu haben.

    Gruß Philipp

    • Tom sagt:

      Hm, theoretisch sollten die 200 Praga V3S aus der DDR ja Bestandsschutz haben. Praktisch aber finde ich keinen zugelassenen Praga in der Zulassungsstatistik des KBA. Zumindest nicht zum 1. Januar 2019. Aber der Praga in einer Anzeige scheint wirklich ein deutsches Nummernschild zu haben. Keine Ahnung, wie das wieder gelaufen ist. Aber auf alle Fälle ist die Zulassung eines importierten Praga V3S in Deutschland nur was für Leute mit starken Nerven, dickem Portemonnaie und guten Kontakten.

    • Marco sagt:

      Ahoj!
      Was macht euch so sicher, dass der Praga aus der Anzeige tatsächlich eine deutsche Zulassung hat? Die Kennzeichen sind unkenntlich gemacht und die Aufschrift auf der geöffneten Hecktür im zweiten Bild ist tschechisch.
      Mich macht auch die Aussage “ist natürlich H-Kennzeichen fähig” stutzig, den sollte er eine deutsche Zulassung haben, wäre das doch sicher direkt eine H-Zulassung, sonst könnte sich doch fast Niemand das Hubraummonster leisten.

      Natürlich könnte man den Verkäufer auch kotaktieren, aber das wäre wohl zu einfach ;-).

      Beste Grüße aus Prag.

      PS: gestern abend erst ein Bild von einem M1 der Prager Verkehrsbetriebe gemacht, im Einsatz für einen Bautrupp beim nächtlichen Schienenschleifen! Fotos kann man hier ja leider nicht hochladen!

      • Tom sagt:

        Also ich meine den Praga V3S in der Urversion aus Augsburg. Der hat offenbar deutsche Nummernschilder. Aber wie gesagt – in der KBA-Statistik finde ich keinen Praga. Ich verlinke zwar ungern auf Anzeigen, kann hier aber mal eine Ausnahme machen. Wer dort anruft, sollte aber bitte mal zurückmelden, wie das mit der deutschen Zulassung des offenbar tschechischen Import-Praga gelaufen ist. Hier ist die Anzeige: Kleinanzeige

        Mir jedenfalls sind schon die komisch verschmierten Fotos vom Praga V3S suspekt.

        • Marco sagt:

          Ah so! Diese Anzeige hatte ich gar nicht gesehen, ich hatte da einen M1 mit Koffer in Kleinanzeigen gesehen, komplett restauriert für viel Geld…
          Scheint tatsächlich anmeldebar zu sein, faszinierend!
          Grüße
          Marco

          • Tom sagt:

            Ich hab mir die Verkaufsanzeige des Praga V3S aus Augsburg nochmal genauer angesehen. Und durch die restlichen 300 Anzeigen des Verkäufers gescrollt. Derselbe Praga wird gleichzeitig in 5 Anzeigen beworben:

            Eine mit Preis (7.999 €, siehe hier) und zwei mit Tauschangebot vom 18.01.2016. Das scheint auch das Jahr der Zulassung des Praga in Deutschland zu sein, denn der Verkäufer schreibt davon, dass der Praga 2016 auf 7,5 t abgelastet wurde.

            Dann gibt es eine Anzeige vom 13.11.2018 für 15.000 €: Klick

            Und aktuell wird der Praga V3S mit derselben Augsburger Nummer auch in einer Anzeige vom 24.07.2020 angeboten – nun neu lackiert und für 13.000 €: Klick

            Trotzdem frage ich mich, warum dieser Praga mit offenbar deutscher Zulassung und TÜV nicht in meiner KBA-Statistik aus 2019 auftaucht. Vielleicht steht dieser Praga einfach nur unter einer komischen (oder falschen) Hersteller- bzw. Typschlüsselnummer und ich finde ihn unter den 57.333.713 Fahrzeugen in Deutschland nicht. Oder der Praga wurde spätestens 2018 abgemeldet.

            Klar, die ganzen Spekulationen könnte man durch einen einfachen Anruf beim Verkäufer des Praga aufklären. Aber ich will niemanden grundlos nerven.

            • Klaus sagt:

              Hier spricht der Design-Oberguru persönlich!
              Wer auf derart grottenhässlichen Gelsenkirchener Barock abfährt, der muß zwangsläufig ein so spannendes Design wie das des Tekne Graellion derart ablehnen.
              Ungeachtet, daß ein Blogbetreiber zu Dingen, wie das Design eines gerade erst auf den Markt gekommenen Fzg. eines Kleinserienherstellers, etwas mehr Zurückhaltung in seinen Aussagen walten lassen! Denn Geschmack hat man oder hat ihn dringend nötig.

            • Tom sagt:

              Wegen der Zulassung des Praga V3S in Deutschland konnte ich nun doch nicht innehalten und hab den Verkäufer angerufen. Obwohl ich gleich gesagt habe, dass ich den Praga nicht kaufen werde, war er super nett. Jedenfalls ist die Zulassung schwierig und nur mit guten Tschechischkenntnissen zu realisieren, weil für die Zulassung eines Praga in Deutschland irgendwelche tschechischen Ministerien irgendwelche Papiere für den deutschen TÜV ausstellen müssen. Der Schlüssel für die Zulassung sind jedenfalls die 200 von der DDR importierten Praga.

              • Marco sagt:

                Oh wow! Da hat dich aber die Neugier gepackt! Aber interessant, dass es wohl doch eine Möglichkeit des Anmeldens gibt.
                Gnerell gilt ja: einmal in der EU angemeldet, damit dann überall möglich – so importieren ja findige Händler aus Tschechien auch den UAZ 459 (Buchanka) nach Deutschland.
                Interessant ist übrigens das tschechische H-Kennzeichen: es wird aufgrund eines Gutachtens eines historischen Autoklubs und einer technischen Prüfung vergeben – dafür sind nicht einmal Papiere nötig. D.h. ein Fahrzeug erhält seine Zulassung nur aufgrund des Gutachtens des Klubs. Aber ob man aufgrund einer solchen Zulassung wiederrum ein Fahrzeug nach Deutschland bekäme, bezweifele ich doch stark.
                Beste Grüße,
                Marco

                • Tom sagt:

                  Ja, das mit der Zulassung des Praga interessiert mich. Vor allem aber, warum der V3S aus Augsburg nicht in meiner KBA-Statistik auftaucht. Und da mir der Verkäufer freundlicherweise die Herstellernummer seines Praga gegeben hat, konnte ich heute beim KBA anrufen. Demnach ist die HSN 0900 eine Sammelnummer für alle nicht geschlüsselten Fahrzeuge mit der TSN 0000 sowie diejenigen Fahrzeuge, für die ein Hersteller nicht bekannt oder nicht zuordenbar ist. Fahrzeuge mit der HSN 0900 werden damit ebenso wie die Daten von Einsatzfahrzeugen nicht veröffentlicht. Daher taucht der Praga in der Statistik nicht auf.

                  Mein Problem ist damit erstmal gelöst. Und es kann also durchaus noch mehrere zugelassene Praga in Deutschland geben. Aber halt nicht in meiner KBA-Statistik.

                • Tom sagt:

                  Zu den historischen Kennzeichen in Tschechien weiß ich nur, dass diese grün auf weißem Grund sind und entweder mit einem V für Veteranenfahrzeug beginnen oder davor noch 2 Ziffern für den Zulassungsbezirk haben. Aber da gelten selbst in Tschechien Einschränkungen und man kann nicht wie in Deutschland mit dem H-Kennzeichen das Fahrzeug ganz normal nutzen. Das ist also keine normale Zulassung in einem EU Staat, die man hier einfach so ummelden kann. Aber wenn der LKW in Tschechien schon mal zugelassen war, dann sollte sich der LKW vielleicht in Tschechien erneut regulär anmelden und dann nach Deutschland exportieren lassen.

      • Tom sagt:

        Achso Marco, wegen der Bilder vom Praga M1: Hier kann man sich halt nicht registrieren oder Bilder hochladen. Das ist mir für so einen kleinen privaten Blog zu viel Verwaltungsaufwand.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.