ᐅ Kaufberatung Familien-Kanu: Kanadier oder Kajak? Festrumpf, Falter oder Luftboot?

Ein neues Familien-Kanu kaufen will wohlüberlegt sein. Brauche für den Sommerurlaub 2 weitere Paddelboote. Also Kaufberatung in eigener Sache.

Faltkajak als Reisezweier mit Spritzverdeck

Historisches Faltkajak als Reisezweier mit Spritzverdeck

Kaufberatung fürs Familien-Kanu

Warum ein Kanu kaufen und nicht mieten?

Mit dem Wohnmobil groß im Ausland herumfahren ist dieses Jahr nicht. Fliegen sowieso. Also mit der ganzen Familie die Heimat erkunden. Wanderschuhe haben wir für alle. Fahrräder auch. Allerdings muss ich noch zwei Familien-Kanus kaufen. Denn ich denke, dass es in diesem Corona-Sommer kaum noch Mietboote geben wird.

[Und 2 Monate, nachdem ich diesen Artikel zur Kaufberatung von Familien-Kanus in eigener Sache angefangen und die neuen Boote schon das erste Mal getestet habe, sind sogar schon Kaufboote knapp. Das wird wohl mit der Mehrwertsteuersenkung zum 01.07.2020 nicht besser.]

Sowieso sind Mietkanus zwar schön und gut. Aber auf Dauer auch teuer und unflexibel. Mit einem gekauften Familien-Kanu können wir fahren, wann und wohin wir wollen. Das ist zu den üblichen Stoßzeiten über Himmelfahrt und Pfingsten ein unschätzbarer Vorteil. Auf “Papaurlaub” mit den Kindern genauso wie unterwegs im Gesamtfamiliensommerurlaub. Und wenn ein (Bundes-) Land uns wegen Corona nicht haben will, paddeln wir eben auf dem Fluss vor der Haustür. Notfalls im Stadtgebiet hin und her.

Aber auch ohne Coronabeschränkungen hab ich im Urlaub keinen Bock auf Recherchen, Vereinbarungen und Vorbuchungen. Boot vom Dach und los. Das will ich. Und so ist ein eigenes Familien-Kanu die ideale Ergänzung zum Wohnmobil. Wüsste auch gar nicht, wo ich z. B. auf den Lofoten hätte so schnell ein Boot mieten können. Irgendwo im nächsten Hafen vielleicht. Oder auf ‘nem Campingplatz. Hier am Traumstrand jedoch zählt nur ein eigenes Boot, wenn man mal schnell rüber zur vorgelagerten Papageitaucher-Insel will.

Kaufberatung Familien-Kanu: Vorteile eigener Paddelboote. Mit Wohnmobil auf den Lofoten

Kaufberatung Familien-Kanu: Vorteile eigener Paddelboote. Mit Wohnmobil auf den Lofoten

Unsere Erfahrungen mit Familien-Kanus

Da wir schon genügend Erfahrung mit den verschiedensten Booten haben, kann ich den Kauf der beiden neuen Familien-Kanus ganz planmäßig angehen. Muss mir also erstmal Gedanken über unsere Voraussetzungen und Wünsche machen. Dann Vor- und Nachteile der verschiedenen Familien-Kanus zusammentragen. Und schließlich Entscheidungen treffen.

So mache ich die Kaufberatung für unser neues Familien-Kanu primär nur für mich selbst. Denn mir hilft das Schreiben beim Gedanken sortieren. Aber ich kann das ja mal so angehen, dass sich vielleicht auch andere Familien wiederfinden.

Wie ich also diesen Artikel mit Tipps zur Kanukaufberatung anfange zu diktieren, weiß ich noch lange nicht, was hinten für eine Entscheidung rauskommt. Also: Was haben, wollen und können wir?

  • Kanu-Transport: Öffentliche Verkehrsmittel, Wohnmobil, Auto (in dieser Reihenfolge)
  • Lagerung der Boote: Keine Einschränkungen, aber Platz ist immer knapp
  • Sitzplätze im Kanu: 7 gesamt
  • Paddeltouren: Meist autarke Mehrtagestouren mit kompletter Wasserwanderausrüstung
  • Strecken beim Paddeln: Eher kleine Flüsse als große Seen, dafür auch Meeresküsten
  • Umtragehäufigkeit: Manchmal 5 Wehre am Tag
  • Paddelzeit: Ostern bis Oktober bei jedem Wetter
Die Kinder lieben unsere Touren im Familien-Kanu Sevylor Ottawa und Gumotex Twist

Die Kinder lieben unsere Touren im Familien-Kanu Sevylor Ottawa und Gumotex Twist

Familien-Kanu als Kajak oder Kanadier kaufen?

Kanu ist der Oberbegriff für kleine, mit Blick voraus handgepaddelte Boote. Die Kanus gliedern sich in Kanadier und Kajaks.[1]Mehr Infos zum Kanu: Wiki Und da fängt die erste Auswahlentscheidung schon an: Was ist das bessere Familien-Kanu: Kanadier oder Kajak?

Kanadier

Der offene Kanadier ist traditionell das Lastenboot nordamerikanischer Indianer.[2]Geschichte zum Kanadier: Wiki Ein Kanadier wird mit Stechpaddeln gepaddelt. Also nur auf einer Seite. Normalerweise paddelt man im Sitzen. Die ganz sportlichen Paddler treiben ihr Boot natürlich mit einem Knie auf dem Bootsrumpf voran.

Kanadier als robuste Aluminiumboote zum Mieten in Schweden

Kanadier als robustes Aluminiumboot zum Mieten in Schweden

Vorteile des Kanadiers

Der Kanadier ist für den Transport schwerer Lasten über Flüsse und Seen gemacht. Und genau das ist immer noch seine Stärke. Da passen zwei große Kunststofftonnen nebeneinander. Oder die großen 89-l-Ortlieb-Taschen quer ins Boot. Mehr Transportvolumen geht nicht.

Die große nutzbare Breite eines Kanadiers macht dieses Kanu besonders für Familien sehr interessant. Schließlich passen auf die mittleren Sitzbänke auch zwei Kinder nebeneinander. Zudem müssen kleinere Kinder auch nicht die ganze Zeit sitzen, sondern können auch mal in der Mitte des Kanadiers spielen. Dennoch bin ich so einen Kanadier auch schon alleine gepaddelt.

Dazu sind die Kanadier als Festboote extrem vielseitig. In Schweden sind wir mal 7 Tage durch ein Naturschutzgebiet gepaddelt. Mit Aluminiumkanadiern. In die riesigen Boote passen bis zu 4 Personen mit Gepäck. Oder auch mal 5 Kinder.

Ein eingespieltes Team paddelt so einen Kanadier auch ziemlich schnell. Und bei Regen ergibt so ein Kanadier sogar mal einen passablen Unterstand.

Alu-Kanadier sind äußerst robuste Familien-Kanus

Alu-Kanadier sind äußerst robuste Familien-Kanus

Ein Vorteil kann die aufrechte Sitzposition auf einer stabilen Bank sein. Das allerdings ist Geschmackssache.

Nachteile des Kanadiers

Manche mögen die Sitzposition im Kanadier gar nicht. Doch solche Vorlieben kann nur jeder für sich selbst klären. Ich habe meine Familie befragt. Und da ist das Votum eindeutig: Die Sitzposition und die einseitige Belastung im Kanadier lehnen 85% der Befragten ab.

Tatsächlich ist die Sitzposition im Kanadier viel höher als im Kajak und ohne Lehne auf Dauer unbequem. Dazu kommt der höhere Schwerpunkt. Die Kanadier sind zwar auch recht kippsicher. Aber es fühlt sich unsicherer an als im Kajak.

Für gelegentliche Paddler ist ein Nachteil vom Kanadier, dass die Steuerung nicht unbedingt intuitiv ist. Immer lustig, wie wir mit Mietbooten zunächst erstmal nur Runden fahren. Aber da kommt man schnell rein. Und auf so einem schwedischen See ist ja Platz.

Ein Traum mit eigenem Familien.Kanu: Paddelrevier in Schweden

Ein Traum mit eigenem Familien.Kanu: Paddelrevier in Schweden

Kajak

Ein Kajak ist die sportliche, hochseetaugliche Variante eines Kanus, natürlich erfunden und perfektioniert von den Inuit.[3]Infos zum Kajak: Wiki Das Kajak paddelt man mit Doppelpaddeln. Also auf beiden Seiten.

Vorteile eines Kajak

Das Beste am Kajak ist die tiefe Sitzposition fast genau auf der Wasseroberfläche. Dadurch liegt der gefühlte und tatsächliche Schwerpunkt des Kajaks sehr tief. Selbst Wellen machen da keine Angst.

Durch das Paddeln mit dem Doppelpaddel ist auch für eine gleichmäßige Belastung beim Paddeln gesorgt. Das fühlt sich irgendwie besser an als beim Kanadier. Vor allem bei nur gelegentlichem Paddeln.

Und so kommen auch Kinder sofort mit einem Kajak klar. Paddeln und Steuern funktionieren beim Kajak einfach intuitiv.

Kaufberatung Familien-Kanu: Einer-Schlauchkajak Gumotex Twist auf der Lahn

Kaufberatung Familien-Kanu: Einer-Schlauchkajak Gumotex Twist auf der Lahn

Noch einmal besser ist der Geradeauslauf bei einem Kajak mit Steueranlage. Sowas Feines gibt es beim Kanadier nicht.

Achtet beim Kauf eines Familien-Kanus auf die Steueranlage (Grabner Riverstar)

Achtet beim Kauf eines Familien-Kanus auf die Steueranlage (Grabner Riverstar)

Nachteile des Kajaks

Ähm, gibt es Nachteile eines Kajak? Mir fallen gerade keine ein. Achso, doch: Kajaks sind wesentlich kleiner als Kanadier und bieten weniger Platz und Zuladung.

Festboot, Faltboot oder Luftboot als Familien-Kanu?

Kanadier und Kajaks gibt es in unterschiedlichen Bauweisen. Die haben alle ihre besonderen Vor- und Nachteile, die man beim Kauf eines Familien-Kanus beachten sollte.

Festrumpfboote

Unter einem Festrumpfboot verstehe ich jedes Kanu, dessen Rumpf aus einem Stück besteht. Das kann ein Kanadier oder Kajak sein. Festboote sind vor allem als Kanadier die Standardmietboote in Mecklenburg oder Schweden. Haben wir schon oft genutzt. 

Alternative zum Kauf eines Familien-Kanus: Kanadier als Festboot mieten in Mecklenburg

Alternative zum Kauf eines Familien-Kanus: Kanadier als Festboot mieten in Mecklenburg

Vorteile von Festrumpfbooten

Nichts ist so robust wie ein Festboot. Am besten aus Aluminium. Diese Aluboote sind quasi unzerstörbar. Wenn ich daran denke, wie die Alu-Mietboote in Schweden aussahen. Was die für Dellen und Beulen hatten. Und wie die behandelt wurden. Das spricht echt für ein Aluboot. Aber auch die typischen Kunststoffboote beeindrucken mich mit ihrer Stabilität.

Dazu kommt, dass die Festrumpfkanus absolut sauber durchs Wasser laufen. Da gibt es keine Unebenheiten durch Aussteifungen oder schief aufgepumpte Lufthüllen. Ein Festboot wird immer schneller sein und besser laufen als ein Falt- oder Luftboot. Das macht sich vor allem auf großen Flüssen und Seen bemerkbar.

Nicht zu verachten ist auch der Preisvorteil von einteiligen Festrumpfbooten. Vor allem Kunststoffboote sind einfach und preiswert herzustellen und dementsprechend wesentlich billiger als die technisch aufwändigeren Boote zum Falten, Aufpumpen oder Zerlegen.

Schnell und sportlich, aber kein Familien-Kanu: Prijon Festrumpfkajak als Einer

Schnell und sportlich, aber kein Familien-Kanu: Prijon Festrumpfkajak als Einer

Erstaunlich gut funktioniert das Wandern mit Festrumpfbooten. Mit einem stabilen Bootswagen unten drunter sind wir schon kilometerweit über schwedische Gravelroads von See zu See gelaufen. Da können sich sogar noch ein oder zwei Kinder ins Festboot setzen.

Wanderung mit dem Familien-Kanu in Schweden

Wanderung mit dem Familien-Kanu in Schweden

Nachteile von Festbooten

Was für mich aber auf alle Fälle gegen ein Festboot spricht, ist der Zick beim Transport. Mit einem oder gar zwei Festrumpf-Kanadiern ist der öffentliche Personenverkehr genauso tabu wie mit einem festen Kajak. Der Bootstransport funktioniert dann nur auf dem Dach von Auto oder Wohnmobil. Natürlich geht das. Aber die Funktionalität des Aufstelldachs leidet ein wenig. Der arme Vito. 

Nachteil bei Kauf von Festrumpfbooten: Transport geht nur auf dem Auto bzw. Wohnmobil

Nachteil beim Kauf von Festrumpfbooten: Transport geht nur auf Auto/Wohnmobil

Und wenn es nicht gerade nur ein schlankes Einer ist, wird so ein Festboot auch schwer. Dafür gibt es zwar Bootswagen. Aber das Problem ist immer das Aussetzen aus dem Wasser. Da braucht es an steileren Ufern oder gar Schotterböschungen immer ordentlich Manpower. Das ist nicht machbar, wenn ich allein mit Kindern unterwegs bin.

Schließlich muss ich ein eigenes Festboot auch irgendwo lagern. Klar kann man das in der Garage an die Decke hängen. Vielleicht auch draußen aufs Dach legen. Oder am besten gleich in der Halterung auf dem Wohnmobildach lassen. Aber letztlich liegt ein Festboot immer im Weg herum.

Auch die Gefahr des Sinkens soll nicht unerwähnt bleiben. Auftriebskörper verhindern zwar, dass so ein Festboot wie ein Stein auf den Grund sinkt. Aber wenn ein Festboot kentert, ist es auf dem Wasser mit eigener Kraft quasi nicht mehr zu bergen. Freunde mit Kindern fahren ihren Familien-Kanadier deswegen mit Ausleger.

Ein Nachteil von Festrumpfbooten ist auch die fehlende Flexibilität im Wildwasser und bei großen Wellen. Da, wo sich das Luftboot sanft an die bewegte Wasseroberfläche schmiegt, taucht ein Festboot gnadenlos in die nächste Welle ein. Und läuft ohne Verdeck voll.

Nein, ein reines Festboot ist zwar auf großen Seen super. Kommt aber bei unserem Nutzungsprofil nicht infrage. Wir sind beim Paddeln einfach zu oft mit Bus und Bahn unterwegs. Und paddeln mehr Oneway auf kleinen Flüssen als im Kreis über große Seen.

Ein Familien-Kanu muss auch mal Sturm und Regen abkönnen: Paddelrevier Schweden

Ein Familien-Kanu muss auch mal Sturm und Regen abkönnen: Paddelrevier Schweden

Zerlegbare Festboote

Wegen der Hauptprobleme von Festbooten gibt es mittlerweile einige in Segmente zerlegbare Kanus. Wobei ich nur zerlegbare Kajaks kenne, keine Kanadier.

Vorteile zerlegbarer Festboote

Zerlegt werden die Boote in Segmente, die meist unter zwei Meter lang und damit noch bahntransportfähig sind. Auch zu Hause lassen sich die Segmente gut verstauen. Die Bootsteile passen zudem selbst in kleine Autos.

Am besten finde ich die Idee von Pakayak aus den USA. Hier werden die einzelnen Segmente ineinander gestapelt. Damit bleibt am Ende nur ein einziges Packstück übrig. Aber gesehen habe ich das bis jetzt nur für den Einer. Keine Ahnung, ob man das Mittelsegment mit der Paddelluke auch doppelt und damit ein Familien-Kanu zusammenbauen könnte.

Zerlegbares und stapelbares Segmentboot von Pakayak

Zerlegbares und stapelbares Segmentboot von Pakayak

Nachteile zerlegbarer Festboote

Zwar sind  solche zerlegbaren Festboote ganz nett bei der Lagerung. Denn Boote wie das Starlight GT2 von Lettmann oder das Backyard von Klepper sind für den Transport auf einer Fußwanderung, in der Bahn oder im Taxi selbst zerlegt immer noch zu sperrig. Sinn würde das nur machen, wenn das Gepäck in den Segmenten bleiben könnte. Dazu bräuchte es dann Räder oder ein Tragesystem.

Und obwohl ich vom Pakayak prinzipiell begeistert bin, bleiben auch die ineinander gestapelten Segmente sperrig und schwer zu transportieren. Vor allem muss ich bei einer mehrtägigen Wasserwanderung in Familie ja noch jede Menge Gepäck transportieren. Und zwar sowohl an Land, als auch auf dem Wasser.

Das Pakayak bietet aber aufgrund der Schotts zwischen den kleinen Segmenten, der schlanken Bauform und der aufwändigen Verriegelung nur wenig Stauraum. Ist halt ein Sportboot. Kein Wasserwanderkahn.

Innenschott beim zerleg- und stapelbaren Segmentboot von Pakayak

Innenschott beim zerleg- und stapelbaren Segmentboot von Pakayak

Und auch das dann aus den Segmenten zusammengebaute Familien-Kanu wird dann ein riesiges Geschoss. Zudem schwer. Und auch richtig teuer.

Nein, die Idee der zerlegbaren Festboote und vor allem ineinander stapelbaren Segmente finde ich wirklich genial. Aber das ist keine Lösung für eine Familie, sondern nur für Singlepaddler und Tagestouren.

Faltboote

Faltboote sind die historische Lösung für das Lager- und Transportproblem beim Paddeln. Das erste moderne Faltboot stammt von 1905. Und schon seit 1907 produziert Klepper Faltboote in Serie.[4]Übersicht und Geschichte der Faltboote: Wiki

Vorteile von Faltbooten

Der volle Vorteil von Faltbooten entfaltet sich für alle, die kein eigenes Auto und kaum Platz in der Wohnung haben. Für ein gepflegtes Faltboot ist es auch kein Problem, mal 10 Jahre in der Ecke zu stehen. So ein ausgegrabenes Faltboot war auch unser Einstieg ins Wasserwandern. Dieses Foto von der fröhlichen Faltboottruppe ist nun 20 Jahre alt.

Historisches Faltbootvergnügen im Faltboot Pouch RZ 85 (Reisezweier)

Historisches Faltbootvergnügen im Faltboot Pouch RZ 85 (Reisezweier)

Für mich ist so ein Faltboot einfach auch ein Stück klassisch schöner Technik. Faltboote sind die historisch sauberste Variante, auf dem Wasser unterwegs zu sein. Dazu auch die schönste.

Zudem ist durch das stabile Gerüst eine Besegelung von Faltbooten überhaupt kein Problem. Ebensowenig wie die Ausstattung mit einer Steueranlage. Hier kommt wirklich eine Technik zum Einsatz, die seit über 100 Jahren erprobt und ausgefeilt wurde. Die besseren Faltboote sind sogar salzwasserfest.

Und auch wenn ich bei Faltbooten immer zuerst an Kajaks denke, gibt es Faltkanadier wie das norwegische Ally. Dieses Faltboot besteht aus einem Gerüst aus Aluminiumstäben und übergezogener Bootshaut aus LKW-Plane.

Das Ally bietet gigantischen Stauraum und ist zusammengelegt noch gut transportabel. Aber die ganzen Alustangen sehen doch nach einer ganz schönen Puzzlearbeit beim Auf- und Abbauen aus.

Auch ein gutes Familien-Kanu: Innenaufbau des Faltkanadiers Ally

Auch ein gutes Familien-Kanu: Innenaufbau des Faltkanadiers Ally

Nachteile von Faltbooten

Bei aller Liebe zur Technik. Aber bei Faltbooten muss man schon Fan sein. Die meist aufwändige, hölzerne Technik der klassischen  Faltboote benötigt doch einiges an Pflegeaufwand. Da muss man das Faltboot dann nach der Paddeltour zu Hause erstmal trocknen, putzen und ölen. Dann wieder trocknen. Und anschließend säuberlich in den Packsack stapeln.

Auch der Aufbau eines Faltboots ist aufwändig und dauert ziemlich lange. Profis erledigen das natürlich in ein paar Minuten. Aber ich bin mir nicht sicher, ob ich da nach 6 Monaten ohne Übung dazu gehöre. Oder nicht doch wieder die Hälfte vergessen habe.

Und auch unterwegs war ich mit dem Faltboot immer in Sorge. Die schöne Hülle des Faltboots verträgt schon mal etwas Grundberührung. Schon ein übersehener Ast im Wasser kann ganz schnell einen unangenehmen Riss verursachen. Und so treidelt der Faltbootbesitzer flache Abschnitte und vermeidet kleine Flüsse.

Beschädigungen kann man unterwegs zwar reparieren. Und moderne Faltboote haben auch Auftriebskörper. Aber für mich ist so ein Faltboot immer wie ein rohes Ei. Auch wenn die Sorge sicherlich unbegründet ist.

Letztlich ist mir die Entscheidung schwer gefallen. Aber ein Hauptnachteil von Faltbooten ist nun einmal auch der hohe Preis. Früher, in den Zeiten ihrer größten Erfolge, waren Faltboote ein Freiheitsversprechen für den kleinen Mann. Heute sind neue Faltboote echte Liebhaberstücke, die man sich leisten können muss. Nein, für ein eigenes Faltboot ist die Zeit wohl noch nicht reif.

Historisches Faltkajak als Reisezweier mit Spritzverdeck

Historisches Faltkajak als Reisezweier mit Spritzverdeck

Luftboote

Luftboote sind alle diejenigen Kanus, die mit Luftkammern am Schwimmen gehalten werden. Paddelboote mit Luftkammern gibt es in allen Preisklassen als breite Schlauchboote zum Rudern, Schlauchkanadier zum Stechpaddeln und natürlich als Schlauchkajaks zum beidseitigen Paddeln.

Die ultraleichten Packrafts lasse ich mal außen vor. Wir suchen ja ein Familien-Kanu zum Wasserwandern. Und kein Rucksackboot für Extremtouren.

Vorteile von Luftbooten

Hauptvorteil ist der einfache Aufbau von Luftbooten. Ausrollen, Aufpumpen, Starten. Das ist selbst für Anfänger ohne Bedienungsanleitung in 5 Minuten erledigt.

Auch nach dem Paddeln sind Luftboote schnell verstaut: 14:21 Uhr. Wir landen mit den Luftbooten im Stadtspreewald von Cottbus.

14:21 Uhr: Familien-Kanu Schlauchkajak Sevylor Ottawa und Gumotex Twist beim Anlanden

14:21 Uhr: Familien-Kanu Schlauchkajak Sevylor Ottawa und Gumotex Twist beim Anlanden

Schon 18 Minuten später liegen Paddelausrüstung und Luftboote im Taxi.

14:39 Uhr: Die beiden Luftboote der Familie sind im Taxi verstaut

14:39 Uhr: Die beiden Luftboote der Familie sind im Taxi verstaut

Dazu sind Luftboote leicht. Unser Einer-Schlauchkajak kann ein 10-jähriger Junge ganz alleine tragen. Und auch beim Zweier-Schlauchkajak können Kinder tragen helfen.

Unser erstes Familien-Kanu: Schlauchkajak Sevylor Ottawa auf den Lofoten

Unser erstes Familien-Kanu: Schlauchkajak Sevylor Ottawa auf den Lofoten

Zudem finde ich Luftboote aufgrund der weichen Schläuche auch ziemlich bequem. Es ist angenehm, beim Paddeln einfach mal vom Sitz zu rutschen, Arme und Beine auf den Rand zu legen und zu relaxen. Durch die Luftkammern isolieren Luftboote zudem gegen Kälte von unten. Sehr gemütlich.

Die besseren Einhüllenluftboote sind pflegeleicht, lassen sich formstabil aufpumpen und leicht reparieren. Selbst mit einem nur provisorisch mit Kaugummi und Pflaster gestopften Loch schwimmt ein Luftboot noch lange. Und lässt sich auch nach einer Kenterung leicht aufrichten und ausleeren. Auf der Neiße selbst erlebt.

Provisorisch geflicktes Familien-Kanu: Gumotex Twist nach Beschädigung durch einen Nagel am Steg

Provisorisch geflicktes Familien-Kanu: Gumotex Twist nach Beschädigung durch einen Nagel

Die meisten Luftboote werden nur mit 0,2 (Gumotex) bis 0,3 bar (Grabner) aufgepumpt. Drop-stich-Boote hingegen mit bis zu 1 bar. Bei dieser Technik stabilisieren kleine Fäden die Luftkammern. Diese noch ziemlich neuen Drop-Stitch-Luftboote bieten Stabilität und Innenmaße fast wie ein Festrumpfboot. Aber ich weiß nicht, wie sich so ein Boot paddelt.

Letztlich ist ein großer Vorteil von Luftbooten auch der Preis. Mal abgesehen von Billigbooten gibt es familientaugliche Einsteigerboote schon für 600 €. Und das Sevylor Ottawa dient uns nun schon 3 Jahre zuverlässig als Wanderkajak.

Nachteile von Luftbooten

Je dicker die Luftschläuche sind, umso mehr Platz fehlt im Luftboot. Umgekehrt sind die Luftboote bei gleichem Innenraum natürlich wesentlich breiter und damit schwerer durchs Wasser zu treiben. Kein Sportler würde auf die Idee kommen, mit einem Luftboot an einem Wettbewerb teilzunehmen.

Schlauchkajak Gumotex Twist1: Kein Problem für einen 10jährigen

Schlauchkajak Gumotex Twist1: Kein Problem für einen 10jährigen

Problematisch ist auch die Windanfälligkeit von Luftbooten. Beladen geht es ja noch. Aber wenn das Boot leer oder schlecht getrimmt ist, kann der Wind ganz schön angreifen.

Und ja, der Luftschlauch bekommt eher mal ein Loch als ein Festboot. Lässt sich dafür aber unterwegs besser reparieren. Vor allem bei den klassischen Niederdruckbooten.

Bisschen nervig sind zweilagige Luftboote. Unser Sevylor Ottawa ist so ein Boot mit einer äußeren Schutzhülle und inneren PVC-Schläuchen. Nachteil ist, dass Wasser zwischen den Hüllen nur schwer rauskommt. Vor allem aber fürchte ich einen Schaden an einer Schweißnaht der PVC-Schläuche im Inneren. Da ist nix mit reparieren. Das wäre ein Totalverlust.

PVC-Schläuche im zweilagigen Familien-Kanu: Schlauchkajak Sevylor Ottawa

PVC-Schläuche im zweilagigen Familien-Kanu: Schlauchkajak Sevylor Ottawa

Außerdem vertragen die PVC-Schläuche einfacher Zweilagen-Boote keinen hohen Luftdruck. Dadurch sind die Luftschläuche immer etwas labbrig. Das ist nicht schlimm, führt aber zu mangelhafter Richtungsstabilität und Mehraufwand beim Paddeln über große Flüsse oder Seen.

Kaufberatung Familien-Kanu: Lasch aufgepumtes Schlauchkajak Sevylor Ottawa

Kaufberatung Familien-Kanu: Lasch aufgepumtes Schlauchkajak Sevylor Ottawa

Offenes oder geschlossenes Familien-Kanu kaufen?

Über diesen Punkt habe ich beim Kauf unseres ersten Familien-Kanus überhaupt nicht nachgedacht. Aber in der Paddelpraxis macht es schon einen Unterschied, ob ein Boot ein festes, geschlossenes Verdeck hat. Oder ob es offen ist. Am besten ist aber ein abnehmbares Planen- oder Stoffverdeck mit Spritzschürzen.

Geschlossene Boote mit Paddelluken

Prinzipiell sind Kajaks geschlossen und werden durch eine feste Paddelluke gepaddelt. Ein Paddelboot mit geschlossenen Spitzen vorn und hinten zählt für mich eher zu offenen Booten.

Vorteile geschlossener Kajaks

Das feste Oberdeck eines Kajaks schützt vor Wasserspritzern. Nicht nur auf dem Meer und bei Wildwasser. Sondern auch beim Paddeln mit Kindern. Ist sehr entspannend, wenn es nichts ausmacht, wenn der Vordermann mit Wasser spritzt. Zumal es sich schon bei ein bisschen Wind gar nicht spritzerfrei paddeln lässt. Hab das selbst gemerkt, als ich im Käseloch sitzen musste.

Ein Verdeck schützt auch bei Regen. Bei einem Boot mit festem Spritzverdeck bleiben nur die Luken offen. Da noch eine Schürze drüber, eine Regenjacke und ein Regenhut. Und schon kann es regnen. Kein Problem.

Auf dem festen Verdeck kann auch ziemlich bequem und sicher Gepäck verzurrt werden. Meistens gibt es sogar extra Verzurrpunkte auf dem Oberdeck.

Über den Vorteil von Eskimorollen will ich jetzt mal nicht referieren. Ich mache mir hier Gedanken über ein Familien-Kanu zum Wasserwandern für mindestens zwei Personen. Nicht über ein Sportgerät für extremes Wildwasser.

2er Familien-Kanu Gumotex Seawave mit abnehmbaren Spritzverdeck und 1er Festboot vorn

2er Familien-Kanu Gumotex Seawave mit abnehmbaren Spritzverdeck und 1er Festboot vorn

Nachteile geschlossener Kajaks

Nachteil des festen Spritzverdecks ist für mich ein schwieriges Beladen des Kajaks. Um den Raum optimal zu nutzen und den Schwerpunkt zu senken, muss man eigentlich vor allem das schwere Gepäck lose in die Spitzen stopfen. Wenn aber dann doch mal Wasser ins Boot kommt, ist alles nass. Natürlich gibt es auch wasserdichte Schotts und speziell geformte Transporttaschen. Aber die verkomplizieren den Transport noch mehr, sind teuer und eigentlich für nichts anderes alles zum Paddeln zu gebrauchen.

Problematisch ist bei einem Wanderkajak mit festem Verdeck das Umtragen an Wehren. Da muss man jedes Mal das komplette Gepäck mühsam unter dem festen Verdeck ausräumen. Oder halt ein doppelt schweres Boot schleppen.

Noch ein Nachteil des festen Verdecks ist das feucht-warme Klima unter dem Kajakverdeck an heißen Tagen. Das Material atmet ja nicht und lässt sich auch nicht abnehmen. Ich stelle mir das recht schwitzig vor.

Zudem hat ein Boot mit festem Verdeck und vorgegebenen Paddelluken eine unflexible Sitzverteilung. Für Familien ist das in der Regel schlecht. Denn mal fahren zwei Erwachsene mit einem Kind. Mal ein Erwachsener mit zwei Kindern, mal die Eltern zu zweit. Da ist es gut, wenn man die Sitze beliebig verteilen kann.

Auf längeren Touren ist ein festes Spritzverdeck auch unbequem. Da kann man nicht mal eben die Beine aufstellen und dann wieder flach machen. Es gibt eigentlich immer nur eine Zwangsposition. Dazu sind bei vielen Booten die Verdecke sehr flach. Besser wäre, die würden gewölbt nach oben sein. Dann steigt aber wieder die Angriffsfläche für den Wind.

Und letztlich ist das Einsteigen ins geschlossene Boot schwieriger. Da muss man sich erst einfädeln. Habe schon einige Paddler gesehen, die ihr Sportkajak beim Einsteigen umgeschmissen haben.

Offene Boote

Der Standardfall eines offenen Familien-Kanus ist ein Kanadier. Aber auch die Familien-Kajaks sind mittlerweile meist offen. Selbst Faltboote haben keine Paddelluken, sondern nur eine große Öffnung in der Mitte.

Vorteile eines offenen Familien-Kanus

Das offene Boot lässt sich beim Paddeln schnell be- und entladen. Und das kommt auf kleinen Flüssen mit vielen Wehren oft vor. Dazu können einfache, wasserdichte Ortlieb-Taschen vom Fahrrad oder Wandern verwendet werden. Ich jedenfalls mag Dinge, die man universell für alles mögliche verwenden kann. Ist ein klarer Pluspunkt für ein offenes Boot.

Das Gepäck befindet sich im offenen Kanu immer automatisch so tief wie möglich. Und wird nicht oben auf das Verdeck geschnallt. Dadurch liegt der Schwerpunkt von beladenen, offenen Kanus sehr tief.

Unsere beiden Familien-Kanus Grabner Riverstar und Gumotex Seawave mit Beladung

Unsere beiden Familien-Kanus Grabner Riverstar und Gumotex Seawave mit Beladung

Zudem lassen sich in offenen Booten Anzahl und Position der Sitze leicht ändern. Unser offenes Luftboot kann man zu dritt und zu zweit paddeln. Die Sitze lassen sich anders einhängen.

Offene Kanadier mit Sitzbänken sind noch flexibler, weil breiter. Da können 2 Erwachsene und 2 Kinder in einem Boot paddeln.

Beim Einsteigen kann man sich in das offene Boot einfach reinfallen lassen. Das passt schon irgendwie. Ist jedenfalls sehr unkompliziert.

Ein offenes Paddelboot hat eine wesentlich flexiblere Sitzposition. Gerade beim Langstreckenpaddeln kann man da öfter mal die Beinstellung wechseln. Beine lang machen, anstellen, raushängen lassen. Alles ist drin. Wesentlich bequemer.

Offenes Schlauchkajak Sevylor Ottawa in der Mitternachtssonne auf den Lofoten

Offenes Schlauchkajak Sevylor Ottawa in der Mitternachtssonne auf den Lofoten

Nachteile eines offenen Familien-Kanus

Ein offenes Boot ist nicht seetüchtig. Schon kleine Wellen rollen über das Boot und lassen das offene Kanu volllaufen. Das kann auch schon auf kleinen Flüssen im leichten Wildwasser passieren. Oder auf großen Flüssen bei Schiffsverkehr oder Gegenwind. Wir haben uns auf der letzten Elbetour bei Regen immer mit Mülltüten geholfen.

Kaufberatung Familien-Kanu: Wetterschutz bei offenen Paddelbooten mit Mülltüten

Kaufberatung Familien-Kanu: Wetterschutz bei offenen Paddelbooten mit Mülltüten

Aber in einem offenen Paddelboot gibt es dennoch kaum sinnvollen Regenschutz. Da säuft man bei Regen regelrecht ab. Auch irgendwelche übergeworfenen Planen funktionieren nie richtig. Irgendwo läuft immer etwas rein. Und dann sitzt man im Nassen.

Das muss das Familien-Kanu abkönnen: Starkregen auf der Elbe

Das muss das Familien-Kanu abkönnen: Starkregen auf der Elbe

Im offenen Boot ist auch der Windschutz problematisch. Bei starkem Wind erhöht sich die Angriffsfläche. Geschlossene Boote sind auch hier im Vorteil.

Entscheidung für unser Familien-Kanu

Luftkajak mit abnehmbarem Spritzverdeck

Ich finde, dass ein Kanadier viele Vorteile hat. Aber nach der Umfrage zur Sitzposition und zu den Paddelwünschen war zumindest bei uns die Sache klar: Kajaks sind besser. Wie gesagt, für unsere Familie. Wer sich da nicht sicher ist, dem empfehle ich auf alle Fälle einen Blick auf das Ally, einen offenen, robusten Faltkanadier für vier Personen. Dafür gibt es sogar ein Spritzverdeck.

Für uns jedenfalls fiel die Entscheidung auf ein offenes Wanderkajak mit abnehmbarem Spritzverdeck. Werde wohl für unsere beiden offenen Luftboote ohne Verdeckoption (Gumotex Twist und Sevylor Ottawa) die Spritzverdecke aus LKW-Plane selber nachrüsten. Damit ist zumindest der Regenschutz gewährleistet. Wasserdicht ist dann zwar etwas anderes. Aber zumindest kann auch mal eine Welle über das provisorische Verdeck rollen. Schon die aufgetapten Mülltüten haben ja etwas Regenschutz gebracht.

Provisorischer Wetterschutz beim offenen Paddelboot Gumotex Twist1

Provisorischer Wetterschutz beim offenen Paddelboot Gumotex Twist1

Aber neu kaufen werde ich nur Boote, für die es auch ein abnehmbares Spritzverdeck gibt. Denn so ein individuell anpassbares, offenes Kajak ist wesentlich flexibler als ein Kajak mit festem Spritzverdeck. Man muss sich halt nur ein passendes Spritzverdeck kaufen.

Bei guten Booten gibt es Spritzverdecke immer als Zubehör. Das ist ein ganz einfaches Auswahlkriterium für Qualität und lange Paddelfreude mit einem Familien-Kanu.

Sinnvolles Zubehör zum Familien-Kanu

Bei den verschiedenen Anbietern haben die Familien-Kanus auch verschiedenen Serienumfang. Ich habe den Eindruck, dass bei den billigeren Booten meist mehr dabei ist. Bei den ohnehin schon teuren Booten ist dafür die Aufpreisliste umso länger. Doch dieser Zusammenhang gilt auch umgekehrt: Die besseren Boote lassen sich immer mit Spritzdecken und Ruderanlagen aufrüsten. Die billigeren Boote eher nicht. Deswegen kommt die Liste mit dem notwendigen Zubehör auch vor der Liste mit den gekauften Familienbooten.

Zur fundamentalen Ausstattung eines Familien-Kanus gehört auf alle Fälle das folgende Zubehör. Prüft also, ob dieses Paddelzubehör zum Serienumfang gehört oder extra bestellt werden muss:

Selbst gebauter Bootswagen mit Lufträdern vom Kinderrroller

Selbst gebauter Bootswagen mit Lufträdern vom Kinderrroller

Und dann gibt es noch sinnvolles, aber nicht unbedingt notwendiges Paddelzubehör. Achtet hier darauf, dass das Zubehör überhaupt für das gewählte Boot verfügbar ist. Da kann man erstmal so losfahren und dieses Zubehör später eventuell nachbestellen:

  • Steueranlage
  • Spritzdecke
  • Spritzschürzen

Wenig sinnvolles bzw. gar überflüssiges Zubehör hat meist keinen rechten Nutzen und liegt beim Paddeln nur rum. Oder ist in jedem Haushalt sowieso vorhanden:

  • Bootspolitur
  • Leinen
  • Fähnchen
  • Packsack

Warum ich welche Familien-Kanus gekauft habe

Familien-Kanu 1: Sevylor Ottawa 2/3-Sitzer

Abgesehen von einigen längeren Paddeltouren in ausgeliehenen Faltbooten waren wir bis 2017 eigentlich immer mit gemieteten Kanadiern unterwegs. Das Sevylor Ottawa war dann 2017 der erste Test mit einem eigenen Familienluftkajak. Das Boot haben wir seitdem fast immer im Wohnmobil oder auf dem Dachträger dabei. Während der ganzen Paddeltouren über nun ca. 400 km sind wir immer gut mit dem Ottawa gefahren.

Durch die robuste Außenhülle des Sevylor Ottawa gab es bislang trotz zahlreicher Touren auf Seen, großen und kleinen Flüssen keine Beschädigungen. Die inneren PVC-Schläuche halten auch jetzt noch die Luft über den Tag. Aber ich muss schon jeden Morgen Luft nachpumpen.

Ich finde zudem die Sitze und die hohen Bordwände des Ottawa sehr bequem. Die Seiten bestehen nämlich nicht aus einem einzelnen, runden Schlauch, sondern aus 2 miteinander verschweißten Doppelschläuchen. Dadurch sind die Bordwände trotz nur eines gemeinsamen Ventils recht schmal und hoch. Das Ottawa bietet dadurch innen viel Stauraum.

Allerdings wird man mit dem Sevylor Ottawa auf Paddeltouren von “richtigen” Paddlern mit “richtigen” Booten eher belächelt. Mir ist das egal. Aber natürlich haben die gestandenen Paddler recht, denn das Ottawa läuft wahrlich nicht so leicht und spurtreu wie ein Falt- oder Festboot. Und durch die doppelten Hüllen kriegt man das Ottawa nie so richtig trocken verpackt.

Doch für den Anfang und zum Aufdengeschmackkommen ist das Ottawa ein gutes Familien-Kanu. Und die Sitze mit den hohen Rückenlehnen sind die bequemsten von all unseren Booten.

  • Sevylor Ottawa incl. 3 Sitzen: Klick
Das Familienluftkajak Sevylor Ottawa auf den Lofoten

Das Familienluftkajak Sevylor Ottawa auf den Lofoten

Familien-Kanu 2: Gumotex Seawave 1/2/3

Unsere tschechischen Nachbarn waren schon immer ein outdoor- und sportbegeistertes, erfinderisches Völkchen. Und so produzieren die Tschechen nicht nur einzigartige LKWs, sondern seit 60 Jahren auch solide Luftboote. Also habe ich 2017 unser erstes Luftkajak von Gumotex gekauft. Ein kleines Twist1 als Einer für die Kinder. Das Urlaubs- und Badeboot ist dann aber ein richtiges Langstreckenboot geworden.

Das Twist1 wurde von uns jetzt ca. 500 km gepaddelt. Und immer noch überzeugt mich das robuste Material und die gute Verarbeitung beim Gumotex Twist. Dabei wurde das Boot wirklich nicht geschont: Über die Steine ans Ufer paddeln, durchs Gras zur Einsatzstelle schleifen oder beladen über die Stege ans Land ziehen. All das hat das kleine Gumotex Twist klaglos mitgemacht.

Was liegt also näher, als sich auch für das zweite Familien-Kanu im Sortiment von Gumotex umzuschauen. Gekauft habe ich dann das Gumotex Seawave, weil es mit einem durchgehenden, abnehmbaren Spritzverdeck mit Spritzschürzen für 1 oder 2 Paddler sowie mit einer Ruderanlage ausgestattet werden kann. Auch drei Sitze sind kein Problem.

Und nach jetzt schon mehr als 500 km Paddelstrecke bin ich vom Seawave immer noch begeistert: Das Luftkajak läuft selbst ohne Ruderanlage absolut sauber und schnell geradeaus, ist robust sowie mit 18 kg handlich und leicht. Das Seawave war eine gute Wahl.

Unser Familien-Kanu Gumotex Seawave mit Spritzverdeck an der Elbe

Unser Familien-Kanu Gumotex Seawave mit Spritzverdeck an der Elbe

Familien-Kanu 3: Grabner Riverstar 2-Sitzer

Das Grabner Riverstar ist König der Luftboote. Mich hat da schon immer die haptische Anmutung begeistert. Denn das Riverstar besteht nicht aus PVC, sondern aus innen mit Naturkautschuk und außen mit EPDM beschichtetem Polyester. Und dann diese Materialdicke. Dieses Luftkajak ist wirklich unglaublich stabil und wertig. Ein echtes Expeditionsboot.

Mittlerweile sind wir auch schon knapp 500 km im Grabner Riverstar gepaddelt. Zum Glück habe ich mich auch überwunden und gleich ein Spritzverdeck sowie die Ruderanlage mitbestellt. Das sichert unter solch spritzigen Bedingungen den Familienfrieden im Boot. Und ist bei Regen absolut genial.

Allerdings ist das Riverstar tatsächlich der Star auf dem Fluss und wurde an jedem Liegeplatz intensiv beäugt. Sowas kenne ich ja schon von unserem Mercedes 1124 Expeditionsmobil. Genauso wie dieser Allrad-LKW steht auch das Grabner Riverstar irgendwie für den Traum von Expeditionen in unerforschte Breiten und wirkt als Besuchermagnet.

Davon abgesehen ist das einzige, was mich am Grabner Riverstar stört, die Angst. Und zwar nicht die Angst vor dem Kentern oder einer Beschädigung bei Grundberührung. Sondern die Angst, dass nach einer Nacht im Zelt oder einem Restaurantbesuch das schöne Boot weg ist. Das ist kein Scherz – ich habe sogar schon extra eine Alarmanlage für das Grabner bestellt.

Familien-Kanu 3: Grabner Riverstar mit Spritzverdeck und Steueranlage

Familien-Kanu 3: Grabner Riverstar mit Spritzverdeck und Steueranlage

Preissenkung fürs Familien-Kanu?

Jedenfalls freue ich mich, nach der Kaufberatung für ein Familien-Kanu in eigener Sache endlich mal Nägel mit Köpfen gemacht zu haben. Muss da jetzt nicht mehr tagelang über die richtigen Paddelboote nachdenken. Sondern kann mich ganz ungestört auf den Familiensommerurlaub in unseren eigenen Paddelbooten freuen. Langsam schon mal die beste Paddel-Ausrüstung zusammensuchen.

Nun habe ich beim Kauf unserer Familien-Kanus die Mehrwertsteuersenkung zum 01.07.2020 verpasst. Aber mal sehen, ob die sich überhaupt auf den Kaufpreis für Paddelboote auswirkt. Denn wenn ich mir die Lieferzeiten anschaue, gibt es bei Familien-Kanus mittlerweile eher ein Nachschub- als ein Verkaufsproblem. Werde mal die Preise für unsere 3 Wanderkajaks beobachten:

Familien-Kanu Anbieter 11.06.2020 18.06.2020 01.07.2020
Sevylor Ottawa Amazon 599 € 535 € 599 €
Gumotex Seawave Arts-Outdoors 1.099 € 1.099 € 1.099 €
Grabner Riverstar Hersteller 3.500 € 3.500 € 3.500 €
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Einzelnachweise

1 Mehr Infos zum Kanu: Wiki
2 Geschichte zum Kanadier: Wiki
3 Infos zum Kajak: Wiki
4 Übersicht und Geschichte der Faltboote: Wiki

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16 Antworten

  1. Claudia sagt:

    Guten Morgen Tom,

    vielen, vielen Dank für den Post. Ich hatte ja Anfang Juni schon mal nachgefragt. Da hat sich das Warten wirklich gelohnt. Aber wir müssen nur ein 3er Paddelboot kaufen. Ansonsten sieht es bei uns ähnlich aus. Wir sind gern auf der Havel und in Mecklenburg unterwegs. Haben aber keinen Platz in der Wohnung

    Welches von den 3 Luftbooten, die ihr habt, würdest du empfehlen?

    LG Claudia

    • Tom sagt:

      Na ja. Wenn du ein 3er Familienkanu brauchst und auch noch Gepäck mitnehmen willst, kommt eigentlich nur das Gumotex Seawave infrage.

      Klar, das Ottawa schwimmt auch. Aber wenn Du das erste Mal im Regen abgesoffen bist und dir ein Verdeck wünschst, gibt es halt nichts zum Nachrüsten. Und gerade wenn du viel auf den ruhigen, Mecklenburger Seen unterwegs bist, würde mich irgendwann die mangelnde Richtungsstabilität stören. Ruderanlage gibt es ja auch nicht für das Sevylor.

      Das Grabner Riverstar ist zwar ein tolles Boot, aber nicht für drei Personen geeignet. Das geht höchstens mit einem Erwachsenen und zwei kleinen Kindern, die nebeneinander sitzen.

      Wenn du aber ein absolut hochwertiges Familien-Kanu ohne großen Wertverlust für drei Personen suchst, würde ich das Riverstar XXL nehmen. Das ist einfach noch einmal die entscheidenden 50cm 95 cm länger.

      Also ich würde die Entscheidung für den Kauf eines Familien-Kanus von der Häufigkeit des Umtragens abhängig machen. Liebt ihr kleine Flüsse und macht euch häufiges Umtragen nichts aus, dann immer das leichte Gumotex Seawave mit Verdeck. Wenn ihr eher auf großen Flüssen oder Seen unterwegs seid, das schwere, riesige, hochwertige Grabner Riverstar XXL.

      Pro Paddelsaison ist das Grabner wahrscheinlich sogar billiger als das Sevylor Ottawa.

  2. Klaus sagt:

    Wieder mal ein Super-Beitrag. Danke.
    Immer mehr wird die alte Volksweisheit wieder aktueller denn je: Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah.

    Das XXL ist übrigens 95 cm länger ….

    Was hat Dich bewogen das Riverstar zu wählen? Das Mega von Grabner ist leichter bei gleicher Nutzlast und gleichen Abmessungen, gleichem Material, gleichem Druck, gleicher Tauglichkeitsbewertung, hat 5 statt 4 Luftkammern und ist dabei knapp 1.000 EUR günstiger.
    Einziger Unterschied scheinen die Sitze zu sein und daß es nicht für die Küste geeignet ist.

    • Tom sagt:

      Oh, den Fehler mit der Länge des Riverstar Kajaks XXL habe ich gerade korrigiert. Danke. Ich kann heute Abend mal noch was zur Kaufberatung für unser Kanu schreiben. Jetzt gerade stehe ich am Herd und koche für die ganze Familie.

    • Tom sagt:

      So, jetzt habe ich mehr Zeit, um mich deiner Frage zur Bootsauswahl Mega oder Riverstar Kajak zu widmen.

      Bei Grabner auf der Webseite kann man die Boote ja vergleichen. Und abgesehen von den offensichtlichen Unterschieden bei den einfachen Sitzen gibt es tatsächlich nur Unterschiede beim Gewicht und bei der Anzahl der Luftkammern. Die Aussage, dass das Unterschiff das gleiche sein soll, glaube ich aber bei diesem Gewichtsunterschied nicht so richtig. Oder ist vielleicht mit Unterschiff nur die unterste Lage des Kajaks gemeint?

      Jedenfalls deutet das Fehlen des Einsatzspektrums Küste beim Mega Kajak von Grabner darauf hin, dass dieses Boot nicht salzwasserfest ist. Und da wir schon mit dem Ottawa auf den Geschmack gekommen sind, an Meeresküsten zu paddeln, habe ich mich für das Riverstar entschieden. Die Lofoten oder Kroatien vom Meer aus sind einfach traumhaft.

      Na ja, und natürlich habe ich dieses Großkajak auch gekauft, weil das Riverstar als bestes Boot von Grabner gilt. Aber irgendwo werden die 1000 € Preisunterschied zum Mega schon herkommen. Doch woher genau? Das ist mir auch jetzt noch nicht so richtig klar.

      Ich könnte ja mal Grabner anschreiben. Das ist zwar im Nachhinein egal. Aber neugierig bin ich da jetzt auch geworden. Denn wenn ich das hier schon eine Kaufberatung fürs Familien-Kanu nenne, wäre dieser Punkt natürlich interessant zu wissen. Ich schreibe denen Morgen mal eine Mail. Mal sehen, was passiert.

      • Klaus sagt:

        Hallo Tom, danke für die Infos, die Gedanken hatte ich auch, mal gespannt wie Grabner antwortet.. Dann kommt mir eine weitere Idee in den Sinn. Wenn Du in Deinem Blog auf diese Weise Werbung für ein Produkt machst, wäre es doch angemessen, wenn das Unternehmen sich z. B. an Deinem Hilfsprojekt beteiligen würde. Auf der Seite von Grabner gibt es ein Video, in dem ein Vater mit seiner erwachsenen Tochter und zwei Hunden samt Zelt- und Kameraausrüstung in Skandinavien auf einer Reise mit zwei Grabner-Schlauchbooten ist. Nicht jeder, der ein e-Rad kauft, will damit 14 Tage kreuz und quer durchs Land reisen. Und hier setzen m. E. Deine Reiseberichte an. Und nicht nur die.

        • Tom sagt:

          Puh. Natürlich ist dieser Beitrag mit der Kaufberatung für das Familien-Kanu 1A Werbung für Grabner, Gumotex und die anderen besprochenen Bootshersteller. Und noch viel mehr Werbung sind wahrscheinlich die Berichte vom Paddeln. Aber ich schaue mir schon genau an, für wen oder für was ich solcherart Werbung mache.

          Insofern ist deine Idee nicht schlecht. Aber irgendwie ziere ich mich da noch. Spenden für mein Hilfsprojekt sollen schon freiwillig sein. Und nicht das Ergebnis von Wegelagerei.

  3. Tom sagt:

    Cool. Hier ist die Antwort von Grabner auf meine heutige Frage zu den genauen Unterschieden zwischen den beiden Familienkajaks MEGA und RIVERSTAR, am selben Tag per E-Mail eingegangen. Ich zitiere:

    “Das Material ist identisch, die Bodenluftkammer sowie die Seitenschläuche sind auch identisch. Die Unterschiede sind:

    – Das Verdeck ist beim RIVERSTAR eine große durchgehende Luftkammer – auch seitlich – und beim MEGA zwei kleinere getrennte Luftkammern (Bug/Heck). Dadurch ist der RIVERSTAR torsions-stabiler und man sitzt “geschützter” im Boot, da auch seitlich Luftkammern dem Boot einen geschlossenen Charakter verleihen.

    – Die seitliche Lochleiste hat beim RIVERSTAR wesentlich mehr Ösen, da dort auch die Spritzdecke fixiert werden kann. Beim MEGA müssen für die Fixierung der Spritzdecke zusätzliche Beschläge aufgeklebt werden.

    – Die Sitze sind beim RIVERSTAR aus Gummi-Bootshaut aufblasbar gefertigt. Der MEGA hat Kajaksitze aus Schaum.

    – Der RIVERSTAR hat an Bug und Heck zusätzlich 8 Beschläge für die Fixierung von Gepäcks-Taschen. “

    Also ist das Grabner RIVERSTAR doch deutlich hochwertiger als das MEGA. War schon gut so.

    • Anonymous sagt:

      Hab mir das Riverstar mal angeschaut. Sicher ein Klasseboot.
      Nur sollte einem bewußt sein, daß die 3.500 EUR allein nur für das nackte Boot mit zwei Sitzen anfallen.
      Weder Paddel noch Luftpumpe noch Spritzdecke noch sonst ein erforderliches Teil etc. sind im Preis inbegriffen.
      Für die im Beitrag beschrieben Aussattung fallen dann nochmals ca. 1.000 EUR an –https://www.grabner.com/produkt/zubehoerset-riverstar-professional/
      und für einen Bootswagen nochmals 200 EUR
      https://www.grabner.com/produkt/bootswagen-karre/

      Also unter dem Strich summa summarum rund 4.750 EUR.

      Das sollte m. E. nicht unerwähnt bleiben.

      • Tom sagt:

        Also ich finde das Zubehörset für das Grabner Riverstar überflüssig. Da ist (zumindest in unserem Fall) vieles dabei, das man nicht braucht, aber mitbezahlt. Ich habe das auch nicht gekauft. Und deswegen oben extra nach unverzichtbarem, sinnvollem und überflüssigem Zubehör getrennt.

        Mittlerweile würde ich das Grabner Riverstar sogar erst einmal ohne Steueranlage kaufen. Das Boot läuft einfach auch so super geradeaus. Und bei der Beladung des Boots ist die Pedalanlage eher im Weg.

        Dafür hat sich die Spritzdecke mit den Spritzschürzen im Regen auf der Elbe schon sehr bewährt. Die würde ich als Schlechtwetter- oder Wanderpaddler auf alle Fälle mitkaufen.

        Und die Moll-Paddel habe ich bei Globetrotter für günstige 55 € gekauft (Playa 2). Ist oben im Text verlinkt. Wichtig bei dem breiten Grabner finde ich die Länge für die Paddel von 240cm.

        Unseren Bootswagen habe ich zwar selber gebaut. Aber der von Grabner ist sein Geld sicherlich wert. Wichtig beim schweren Riverstar ist, dass der Wagen sowohl das Boot als auch das Gepäck tragen kann.

  4. Anonymous sagt:

    Dagegen ist generell ja auch nichts einzuwenden. Wer kauft nicht gerne zumindest gleichwertige Ausrüstung zum Bruchteil des Preises, zu dem es beim Hersteller im Zubehör angeboten wird.

    Nur ist ein Paddelboot ohne Paddel wie ein Auto ohne Reifen.

    Bei einer Luftmatratze für 50 EUR gehe ich nicht davon aus, daß da eine Luftpumpe dabei ist, bei einem Luft- oder Schlauchboot für 3.500 EUR dagegen sehr wohl.

    Im Fachhandel wird man bei Kauf dahingehend sicher umfassend informiert, doch bei Bestellung via Grabner direkt kann das auch zu unliebsamen Überraschungen führen.

    • Tom sagt:

      Klar, aber im Fachhandel geht mir das immer zu schnell. Da komme ich wegen den netten Verkäufern meist mit mehr Zeug raus, als ich eigentlich kaufen wollte. Insofern ist es schon gut, sich für ein neues Familienkanu mal eine Kaufberatung im Internet anzuschauen. Da habe zumindest ich mehr Ruhe zum Nachdenken. Erst recht beim Schreiben.

      Und du hast völlig recht: Bei den billigen Booten ist in der Regel mehr Zubehör dabei. Das sind halt Einsteiger-Boote für Leute, die noch nie groß gepaddelt sind. Wer ist schon so konsequent und kauft als erstes Paddelboot zum Ausprobieren das Grabner Riverstar?

      Bei den hochwertigen Kanus gehen die Hersteller wohl davon aus, dass die sich erfahrene Paddler kaufen, die alles mögliche Zubehör schon haben. So wie wir eben. Ich brauche nicht die dritte Pumpe oder den zweiten Bootswagen.

      Schließlich haben wir uns bei unseren eigenen Familienkanus auch langsam hochgearbeitet. Vom geborgten Faltboot über Mietboote und das Sevylor Ottawa bis jetzt eben zu den hochwertigen Booten von Grabner und Gumotex. Klar wäre es besser gewesen, gleich die richtigen Familien-Kanus zu kaufen. Was ich da alleine an Kosten für die gemieteten Kanadier gespart hätte.

      Aber wann weiß man schon alles vorher. Und selbst nach all den Jahren Wasserwandern gibt es immer noch neue Überraschungen, neue Erfahrungen und neue Wünsche. Gut war, dass wir irgendwann einfach mit dem Paddeln in Familie angefangen und nicht auf den St. Nimmerleinstag und die perfekte Lösung gewartet haben. Das ist alles, was zählt.

  5. Anonymous sagt:

    Der Seitenhieb ging auch mehr in Richtung Grabner, deren Internetauftritt sicher noch enormes Entwicklungspotential hat. Auf der anderen Seite liebt der Fachhandel es überhaupt nicht, wenn der Hersteller sich über einen 1a-Internetauftritt zu hohe Verkaufszahlen sichert …

    Heute bietet jeder Fahrradhersteller für jedes seiner Modell einen Konfigurator auf seiner Internetseite an.
    Zumindest aber wäre es wünschenswert, wenn Grabner explizit darauf hinweisen würde, daß sich der Preis OHNE Paddel und OHNE Luftpumpe versteht.

    Einsteiger sind ebenso wie Umsteiger oder Wiederholungstäter eine sicher nicht zu unterschätzende Zielgruppe, die man nicht durch unliebsame Überraschungen zwei Tage vor Abreise noch mit Suche nach geeigneten Paddeln und Luftpumpe verärgern sollte …

    Wie siehst Du eigentlich die für das Riverstar im Zubehör angebotenen Sitzstützen für langes, ermüdungsfreies und komfortables Sitzen? Braucht es die? oder sitzt man in den Seriensitzen schon so, auch als Erwachsener …?

    • Tom sagt:

      Je höher ein Kajaksitz ist, desto bequemer. Aber auch desto unsportlicher. Ich habe jedenfalls die Zubehörsitze für das Grabner Riverstar nicht gekauft. Die sind mir zu sperrig. Und letztlich auch ein bisschen zu peinlich.

      Meistens belade ich das Kajak so, dass hinter dem Sitz eine hohe Tasche steht. Dann noch der Bootswagen oben drauf und ich kann mich prima anlehnen. Wenn es denn mal sein muss.

  6. Aline sagt:

    Ihr Blog ist ein Erfolg, sehr voll. Wenn die Leidenschaft da ist, ist alles 🙂 Aline

    • Tom sagt:

      Ok, aufgrund der französischen E-Mail-Adresse (die hier aber niemand eingeben muss) gehe ich mal von einem etwas überschwänglichen Google Übersetzer aus. Ansonsten ist es manchmal schwierig, Spam von einem normalen Kommentar wie hier zur Kaufberatung des Familien-Kanus zu unterscheiden.

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