ᐅ Radabdeckung nach StVZO: Größere Schmutzlappen am Mercedes Wohnmobil

Habe bei der Höherlegung und Umbereifung des MB 711 ganz die Größe der Radabdeckungen gemäß StVZO und die Funktion der Schmutzlappen am Mercedes Wohnmobil aus dem Blick verloren. Doch die Abstände zwischen Karosserie und Straße sind 10 cm größer. Die Reifen breiter. Da passt nix mehr.

Schmutzlappen am Mercedes T2 selbst bauen und Größe der Radabdeckungen nach § 36a StVZO

Die alten Schmutzlappen am Mercedes Bus sind zu klein

Derzeit sind die Schmutzlappen quasi ohne Funktion. Entsprechend sieht das Fahrgestell auch aus. Schlamm, Regenwasser und Dreck spritzen nahezu unkontrolliert herum. Nach vorn, nach hinten, zur Seite, unten drunter.

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Außerdem sind die Schmutzlappen schon eingerissen, weil ich im letzten Marokkourlaub beim Rückwärtsfahren die Lappen zu spät hochgebunden hatte. Wollte den Schwung ausnutzen. Ich wusste es und habe trotzdem rückwärts Gas gegeben. Ritsch ratsch, ab war er, der Schmutzlappen.

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Mindestgröße der Radabdeckungen nach § 36a StVZO und Richtlinie 78/549 EWG

Allerdings hat mein TÜV-Prüfer noch nicht gemeckert. Hätte er aber können. Denn es gibt einige und noch dazu unterschiedliche Vorschriften zur Größe der Radabdeckungen.

Da wäre erstmal § 36a StVZO und die Forderung nach einer hinreichenden Abdeckung der Räder. Vordere und hintere Kante der vorgeschriebenen, oberen Radabdeckung der Laufflächenbreite dürfen bis 150 mm oberhalb der waagerechten Radmittellinie enden. Und siehe da – nach der Höherlegung liegt die Unterkante der Karosserie bei mir exakt 15 cm über der Radmittellinie. Die Breite der Radabdeckung passt durch die Kotflügelverbreiterung auch. Kein Problem.

Dann gibt es aber noch die Richtlinie 78/549 EWG. Hier hat man sich zusätzlich zur 15-cm-Regel der StVZO ausgedacht, dass im Bereich von 30° vor und 50° hinter der Radmitte die Radabdeckung mindestens die Gesamtbreite des Reifens abdecken muss. Das ist bei mir nicht erfüllt. Zwischen 30° und 50° gibt es hinten ja nur den Schmutzlappen. Und der ist 4 cm zu schmal.

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Schmutzlappen am Mercedes selber bauen

Basis für neue Schmutzlappen: Gummimatten 5 mm

Hätte gern überobligatorisch breite und lange Schmutzlappen. Macht weniger Dreck. Und ergo beim Unterbodenschutz erneuern weniger Arbeit. Schont den Bus. Mindert die Rostanfälligkeit. Und so hatte ich irgendwann mal in weiser Voraussicht schon mal eine 5 mm dicke Gummimatte gekauft. Von der Rolle. 100 x 120 cm. Allerdings ohne vorher einen genauen Plan zu machen. Dachte, das würde reichen. Reicht aber nicht. Muss noch mal nachkaufen. 120 x 120 cm wären besser gewesen. Hätte ich mal nur nicht gespart.

Breite Schmutzlappen hinter den Zwillingen

Für den ersten Schmutzlappen hinten rechts ist die Gummimatte groß genug. Lässt sich mit dem Cuttermesser wie Butter schneiden. Befestigung am originalen Hängeblech. Ziehe allerdings den Schmutzlappen innen noch um die Federn herum. Befestigung dort nach oben am Rahmen. Die Zwillinge verschwinden hinter dem Gummi. So ist es gut.

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Muss die Schmutzlappen allerdings hinten noch hochbinden. Mache ich, wenn der Unterbodenschutz fertig ist. Hoffe insgeheim, dass ich noch einen Mercedes-Benz Schriftzug für die Schmutzlappen finde. Oder wenigstens eine untere Edelstahlabschlussleiste. Das gehört sich eigentlich so.

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Hochgezogene Schmutzlappen am Vorderrad

Nach der StVZO bräuchte ich auch am Vorderrad eigentlich keine Schmutzlappen. Der Abstand zur Karosserieunterkante reicht gerade so. Verstoße allerdings gegen die EG-Richtlinie. Na, egal. Ich will sowieso große Schmutzlappen. Merke aber jetzt, dass ich den Gummi zu knapp gekauft habe. Könnte ich nicht einen Satz noch rumliegender LKW-Überführungskotflügel anpassen? Mal anprobieren.

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Nee, das wird nichts. Die Radien sind zu unterschiedlich. Die Kotflügel sind zu steif.

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Gummi ist besser. Würde am liebsten das gesamte Radhaus innen mit Gummi verkleiden. Platz ist ja genug.

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Habe aber Schiss, dass sich dahinter Rostnester bilden. Und Löcher will ich hier auch keine bohren. Nicht im Spritzbereich. Nicht im guten Blech der Radhäuser. Das lässt sich mit Owatrol und Brantho gut schützen. Ziehe den Schmutzlappen also nur bis zum Bodenblech hoch. Schließe so die Lücke neben der Trittstufe. Die obere Halterung des rechten Unterdruckbehälters kann ein 6er Loch vertragen. Und muss ab sofort auch noch den vorderen Schmutzlappen halten.

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Der Schmutzlappen bekommt so das gleiche Maß wie hinten: 50 x 70 cm. Nur hochkant. Das Spritzwasser kann ablaufen. Dahinter ist noch Luft. Und der Unterboden ist auch geschützt.

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Muss natürlich auch den Schmutzlappen noch hochbinden. Aber sonst gefällt es mir. Sieht so ein bisschen nach Land Rover aus.

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Infos zur Gummimatte für vier große Schmutzlappen

Für meinen Geschmack sind vier Schmutzlappen im Maß 50 x 70 cm ideal. Hinten quer, vorn hochkant. Die ideale Gummimatte hätte also ein Maß von 120 x 120 cm. Daraus kann man sich schöne neue Schmutzlappen rund um den Bus basteln. Und es so dem Rost am Unterboden schwer machen. Denn der lebt von Dreck, Wasser und Nachlässigkeit. Und hier gibt es auch noch die Vorschriften zur Größe der Radabdeckungen zum Nachlesen:

  • Wortlaut von § 36a StVZO – Radabdeckungen, Ersatzräder: Klick
  • Richtlinie des Rates vom 12. Juni 1978 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Radabdeckungen von Kraftfahrzeugen (78/549/EWG): PDF-Datei

Nachtrag zum Test der Schmutzlappen

Hmm. Habe die Schmutzlappen jetzt das erste Mal auf der Autobahn getestet. Muss da noch ein bisschen nacharbeiten. Ab 100 km/h fangen die Schmutzlappen an zu flattern. Ist ja logisch, die sind so groß. Problem ist, dass sie nach hinten hoch gehen und dann wieder runter in die Halterung fallen. Das gibt so ein Flattergeräusch. Da muss ich noch einmal beigehen. Die Gummis müssen steifer werden. Oder ich muss mir mal anschauen, wie das bei Land Rover gelöst ist.

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1 Antwort

  1. Tom sagt:

    Habe mal die negativen Praxiserfahrungen mit meinen Schmutzlappen ergänzt.

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