ᐅ Offroad-Einsatz: Achsschenkel und Kardanwelle am T2 richtig abschmieren

Eigentlich ist mir das Thema schon peinlich. Denn jeder Mercedesbusfahrer wird ja wohl wissen, wie er seinen T2 richtig abschmieren sollte. Ist also eher für mich. Denn ich kann mir immer nicht merken, bei welchen Schmiernippeln ich das Rad nun aufbocken soll und bei welchen nicht. Muss jedes Mal neu nachdenken. Das ist ab sofort vorbei.

Bei Offroad-Einsatz häufiger abschmieren

Stellplatz am Schildkrötensee. Die Kinder sind beschäftigt. Der Bus steht auf einer Wiese. Naja, fast zumindest. Jedenfalls bessere Arbeitsbedingungen als am griechischen Strand. Hier kann ich den Bus mal richtig abschmieren. Schließlich soll man seinen Mercedes Transporter nach besonderen Beanspruchungen und längeren Offroad-Strecken öfter als üblich abschmieren. Und Pisten hatten wir ja einige in Griechenland.

Fettpresse und Mundstücke

Normalerweise schmiere ich den Bus alle 5000 km ab. Im Urlaub allerdings herrschen manchmal erschwerte Einsatzbedingungen. Und so habe ich meine (neue) Fettpresse und zwei 500-g-Kartuschen Langzeitfett immer dabei. Dazu zwei verschiedenen Mundstücke. Hab da allerdings noch keine richtige Lösung gefunden. Und zusätzlich zu meinem 25 Jahre alten Mundstück extra noch ein spezielles Greifmundstück gekauft. Zwar teuer, aber irgendwie auch nicht so richtig sicher. Mir quetscht es da immer zu viel Fett am Schmiernippel raus. Vor allem aber komme ich mit dem Greifmundstück nicht in die Gelenke der Kardanwelle. Und so muss ich halt jedesmal den Schlauch auf der Fettpresse abschrauben und anschrauben. Muss da bei meiner Werkstattausrüstung noch ein bisschen experimentieren.

Mercedes Achsschenkelbolzen richtig abschmieren

Teure Reparatur ausgeschlagener Achsschenkel

Vor allem die Achsfäuste mit den Achsschenkelbolzen an der Vorderachse brauchen frisches Fett. Gut geschmiert halten die ewig. Trocken nur ein paar 100 Kilometer. Und eine Reparatur ausgeschlagener Achsschenkel ist teuer. Lässt sich unter Feldbedingungen nicht mal nebenbei machen. Damit jeder Achsschenkelbolzen richtig geschmiert wird, gibt es auf jeder Seite der Vorderachse zwei Schmiernippel.

Achsschenkelbolzen unten

Wichtig ist, vor dem Abschmieren des unteren Schmiernippels am Achsschenkelbolzen die Achse aufzubocken, um das untere Achsschenkellager zu entlasten. Nur so schafft es das Fett auch bis in die druckbelasteten Bereiche. Wer sich hier die Mühe mit dem Wagenheber spart, zahlt später doppelt und dreifach drauf. Eher hundertfach.

Mercedes Transporter T2 richtig abschmieren, MB 508, MB 609, MB 711, MB 814 D, Düdo, Vario

Komme von unten ganz gut mit der Fettpresse ran. Kann also das große Greifmundstück nehmen.

Mercedes Transporter T2 richtig abschmieren, MB 508, MB 609, MB 711, MB 814 D, Düdo, Vario

Dann solange abschmieren, bis frisches Fett austritt. Damit ich den Unterschied gut sehe, habe ich extra so hübsches blaues Langzeitfett.

Mercedes Transporter T2 richtig abschmieren, MB 508, MB 609, MB 711, MB 814 D, Düdo, Vario

Achsschenkelbolzen oben richtig abschmieren

Das obere Achsschenkellager wird im normalen Zustand abgeschmiert. Also Vorderachse wieder runterlassen. Schmiernippel sauber machen. Und Fett einpressen. Erst drückt es das alte Fett raus. Irgendwann kommt das neue, frische Fett. Dann ist es gut.

Mercedes Transporter T2 richtig abschmieren, MB 508, MB 609, MB 711, MB 814 D, Düdo, Vario

Ich stelle mir immer eine Büchse daneben und streife das Fett mit dem Finger ab. Ansonsten verbackt sich das alte, rausgedrückte Fett mit dem Staub und Sand der Straße zu einem festen Klumpen, der der Schmierung nicht besonders zuträglich ist. Im nächsten Foto ist gut zu sehen, dass auch das ausgepresste Langzeitfett noch in einem ganz guten Zustand ist. Mercedes Transporter T2 richtig abschmieren, MB 508, MB 609, MB 711, MB 814 D, Düdo, Vario

Das war der erste Streich. Die andere Seite der Vorderachse nicht vergessen. Hier läuft das Abschmieren natürlich genauso.

Gelenkwelle abschmieren

Kreuzgelenke an der Kardanwelle abschmieren

Jetzt kommt der schwierigere Teil. Die Gelenke der Kardanwelle abschmieren. Eine Fummelei ohnegleichen. Für die Kardanwelle sollte das Mundstück der Fettpresse so schlank wie möglich sein. Sonst wird das nichts. Notfalls muss man sogar den Bus noch ein wenig hin und her rollen, bis die Schmiernippel in der besten Position sitzen. Oder ein Hinterrad aufbocken und dort drehen.

Um an den Getriebeausgang zu kommen, muss ich bei meinem MB 711 D dazu noch die untere Motorabdeckung demontieren. Sind aber auch nur 4 Schrauben.

Wenn das Mundstück auf dem Schmiernippel sitzt, das Mundstück am besten mit einer Hand festhalten. Dann mit den beiden anderen Händen die Fettpresse bedienen. Und solange Fett einpressen, bis frisches Fett an den Kreuzgelenken austritt. Sehne mich in so einer Situation immer nach einer Einhandfettpresse. Aber die bringt halt nur den halben Druck.

Schiebestück an der Kardanwelle

Das Schmiernippel am Schiebestück ist, wenn es nicht gerade nach oben zeigt, leicht zu erreichen. Aber trotzdem Vorsicht. Nur 2-3 Hübe mit der Fettpresse, da sonst zu viel Druck aufgebaut und die Dichtung beschädigt oder rausgedrückt werden kann. Das Fett kommt hier nirgendwo raus. Sondern landet in der Gelenkwelle.

Weitere Infos zum Abschmieren

Ich habe lange mit meiner alten Fettpresse für 400-g-Kartuschen gearbeitet. Die geht auch, veranstaltet beim Befüllen aber immer eine ziemliche Sauerei. Und so habe ich mir nach 25 Jahren mal eine neue Zweihandfettpresse für 500-g-Schraubkartuschen gekauft. Man wird ja älter. Und da darf es schon mal ein bisschen bequemer werden. Nur der alte Druckschlauch mit dem schlanken Mundstück ist nach wie vor beim Abschmieren meines T2 im Einsatz. Und ich halt.

  • HD-Zweihandpresse (System-Reiner) mit 400 bar und Hochdruckschlauch M10x1: Klick [Habe leider nur die indische Kopie]
  • GRANIT Langzeitfett LZR2 als 500-g-Schraubkartusche: Klick
  • Sicherheits-Greifmundstück safeLOCK: Klick

Und bei jeder 3. Wartung sollte man dann noch den Zahnkranz am Schwungrad einfetten.

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2 Antworten

  1. Michael sagt:

    Bzgl. Füllmengen und der richtigen Fett/Oele gibt es hier gute Infos : xxx . Alles Gute

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