ᐅ Moldawien: Kloster Hâncu hinter den 7 Bergen

Im tiefsten Wald Moldawiens liegt das Kloster Hâncu. Die Mineralwasserquellen ringsum speisen sogar einen kleinen Pool.

Moldawien: Pisten rund um Kloster Hâncu mit dem Mineralwasserbecken

Von Chişinău nach Norden

Chişinău ist hübsch. Die Stadtrundfahrt interessant. Selbst der Feierabendstau gefällt mir. Ständig kommen schöne LKWs entgegen. Hier ein GAZ-53.

Moldawien: Pisten rund um Kloster Hâncu mit dem Mineralwasserbecken

Was wird das wohl wieder sein? Ein ZIL-130, zu erkennen an zwei Achsen und vier Luftschlitzen seitlich an der Motorhaube.

Moldawien: Pisten rund um Kloster Hâncu mit dem Mineralwasserbecken

Pisten zum Kloster Hâncu (Mănăstirea Hincu)

Hab nach der Reiseführerlektüre als Hauptreiseziel für Moldawien das Kloster Hâncu auserkoren. Das Nonnenkloster liegt aber ziemlich versteckt. Auch mit dem sonst so detaillierten Straßenatlas von Moldawien finde ich kein Kloster Hâncu. Obwohl ich weiß, dass der nächstgrößere Ort Bursuc heißt.

Aber zum Glück stehen im Trescher-Reiseführer die GPS-Koordinaten aller Sehenswürdigkeiten in Moldawien. Tippe also die Daten ins Handy und nutze Google Maps. Das scheucht mich aber über immer kleinere Pisten.

Moldawien: Pisten rund um Kloster Hâncu mit dem Mineralwasserbecken

Bis ich schließlich an einer Schlammpiste steil bergan hängenbleibe. Was für ein Reinfall. Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass wir wegen Corona spätestens morgen früh 10 Uhr ganz Moldawien durchquert haben müssen?

Moldawien: Pisten rund um Kloster Hâncu mit dem Mineralwasserbecken

Da bleibt keine Zeit für Schneeketten und solchen Quatsch. Also zurück. Aber wir wissen jetzt, wo das Kloster Hâncu liegt und machen ein Kreuz im Atlas. Da kann ich wieder auf Kindernavigation umstellen. Denn ich fahre zwar gern auf kleinen Wegen über die Dörfer.

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Aber nicht, wenn es schon 16 Uhr ist, ich noch das Kloster Hâncu besichtigen und 400 km fahren will. Schade, dass wir nur per Transit durchs Land dürfen. Denn Moldawien ist ein schönes Land.

Moldawien: Pisten rund um Kloster Hâncu mit dem Mineralwasserbecken

Schön sind auch die Straßen zum Kloster Hâncu. Jedenfalls sind so breite Waldpisten besser als die Schlaglochstrecken im Süden von Moldawien. Und, was kommt uns hier entgegen? Drei Achsen, Allrad, Vier Luftschlitze seitlich an der Motorhaube? Ein ZIL-131N, vollgekracht mit Stämmen. Bestimmt 10 Tonnen. Nutzlast hat der 131er offiziell 3.750 kg im Gelände und 5.000 kg auf ebenem Asphalt. Und das macht der hier seit mindestens 31, vielleicht aber auch schon seit 35 Jahren.

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Am Ende der letzten Piste vor dem Kloster kaufen wir an der Straße eine Melone, 2 kg Weintrauben und 1 kg Pfirsiche für 56 moldawische Lei (2,50 €). Russischunterricht gibt матка (Mütterchen) kostenlos dazu.

MB 711 beim Obstkauf in Moldawien am Kloster Hancu

Kloster Hâncu / Hîncu

Das Kloster Hâncu scheint recht neu und pompös. Ist aber schon von 1678, als ein verzweifelter Vater namens Hîncu als Dank für die Rettung seiner Tochter vor den Tataren hier in der Wildnis ein Kloster errichten ließ. Original heißt es auch Kloster Hîncu. Auf Rumänisch werden aber â und î gleich als ü ausgesprochen. Also heißt das Kloster “Hünku”. Hîncu ist die alte, Hâncu die neue Schreibweise seit 1993 (Trescher Rumänien, S. 435).

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Ich will aber wegen der Übersättigung mit rumänischen Moldauklöstern gar nicht so sehr ins Kloster, sondern auf eine Empfehlung des Reiseführers für Moldawien (Trescher, S. 167) zum Mineralwasser-Schwimmbecken neben dem Kloster Hâncu. Aber der Pool ist gerade heute leer. Schade. Und dabei hatten wir extra das Badezeug dabei.

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Naja, gehen wir halt aus Gründen angemessener Bewegungszufuhr noch eine Runde ums Kloster. Zur Begrüßung läutet das Kloster Hâncu extra für uns ein schönes Glockenspiel ab.

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Mit den Blumenrabatten, Gartenzwergen und Drahtbambis ist es ganz schön kitschig hier im Kloster Hâncu.

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Naja, ist eben ein Nonnenkloster. Mich begeistert der blau-weiße ZIL-130 der Klosterkolchose Hâncu da schon mehr.

Blau-weißer ZIL-130 am Kloster Hancu (Hincu)

Schwierige Navigation durch die moldawischen Karpaten

Dann weiter. Ist gar nicht so einfach, vom Kloster Hâncu sinnvoll nach Norden zu kommen. Quasi alle Wälder und Berge, die das sonst eher flache und feldreiche Moldawien zu bieten hat, versammeln sich rund um das Kloster Hâncu. Dazu werden die Nebenstraßen immer schlechter, je weiter wir uns von der Hauptstadt Moldawiens entfernen.

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Google Maps ist auch keine Hilfe, denn da fehlen immer wieder mal Teilstücke im Straßennetz, sodass ich auf ganz verrückte Strecken durch die Hinterhöfe geschickt werde. Dann aber übernimmt mein Fünfter die schwierige Navigation durch die Berge und lotst mich mit dem Atlas für Rumänien und Moldawien wieder zurück auf richtige, nun sogar zweispurige Straßen voller KAMAZ-5511 Baustellenkipper.

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Trotz der vielen Baustellen rollt es wieder. Und da es hier im Überlandverkehr sehr viele Mercedes Vario gibt, sind wir wieder einmal mit eingebauter Vorfahrt unterwegs.

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Aber irgendwie führen hier alle Straßen von West nach Ost zur Hauptstadt. Wir müssen aber nach Norden und kreuzen daher von Călărași nach Bravicea nochmals auf kleinen Straßen die Berge. Navigation ist schwierig in Moldawien.

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Aber dann sind wir endlich auf der M14 und es geht jetzt mal in die richtige Richtung voran. Nur die alten sowjetischen LKWs bremsen ein bisschen den Verkehrsfluss.

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Hab noch keinen ZIL-130 gesehen, der schneller als mit 60 unterwegs war.

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Abend im Norden von Moldawien

Wird langsam Zeit fürs Abendbrot. Mein Vierter will erst eine Suppe mit dem Tauchsieder kochen. Das Ding wirft aber neuerdings Funken und er wechselt auf den Gasherd.

Moldawien: Pisten rund um Kloster Hâncu mit dem Mineralwasserbecken

Halte aufgrund des Gehoppers lieber mal an. Kommt sowieso kein Gas. Die moldawischen Schlaglöcher haben die Crashsicherung am Gastank ausgelöst, sodass ich die Gaszufuhr erst wieder aktivieren muss.

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Wir müssen uns ranhalten. Denn die Strecke bis zur ukrainischen Grenze zieht sich. Und es wird schon dunkel.

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Erst 23:00 Uhr sind wir im letzten moldawischen Dorf Criva. Mit dem Umweg über Kloster Hâncu sind es doch 700 km längs durch Moldawien.

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Vertanke nochmal die letzten moldawischen Lei und suche mit Apemap und der Wanderkarte einen Stellplatz. Halt, hier rechts rein. Treffer. Eine alte Kolchose verspricht eine ruhige Nacht. Die Jungs verschwinden direkt in den Betten. Ich hingegen gehe noch ein bisschen im Dunkeln spazieren und diktiere nebenbei diesen Text.

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Morgen früh können wir uns ein bisschen Zeit nehmen, denn wir müssen erst 10 Uhr an der Grenze zur Ukraine sein.

Infos zum Kloster Hâncu

  • Das Kloster Hâncu besteht aus einer riesigen Kathedrale und einer kleineren Kirche.
  • Die ganze Anlage ist nach der Sowjetzeit noch im Aufbau.
  • Offizielle Webseite zum Kloster Hâncu (Mănăstirea Sfânta Cuvioasa Parascheva): Klick
  • Trescher Reiseführer Moldawien (Kloster Hâncu: S. 166 ff.): Klick
  • Freytag & Berndt Straßenatlas Rumänien und Moldawien 1:300.000 (Kloster Hâncu bei Bursuc: S. 13, D18): Klick
  • Der Marker in der Karte zeigt den Mineralwasser-Swimmingpool am Kloster Hâncu.

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2 Antworten

  1. Rainer sagt:

    Hallo Tom! Ist dein Drehzahlmesser ausgefallen?

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