ᐅ Mercedes MB 1124 AF 4×4: Geländetest auf der Panzerfahrstrecke

Bericht zum Test der Geländegängigkeit unseres Mercedes MB 1124 AF sowie des Zwischenrahmens auf dem Geländefahrplatz Mahlwinkel.

Offroad auf einer Sandrampe: Keine Chance, ohne Differentialsperren das Expeditionsmobil hier hoch zu bekommen

Offroad auf einer Sandrampe: Keine Chance, ohne Differentialsperren das Expeditionsmobil hier hoch zu bekommen

Geländetest Expeditionsmobil: Reifen

Wichtig im Gelände ist der richtige Luftdruck

Wichtig im Gelände ist der richtige Luftdruck

Unmittelbar nach Übernahme unseres Expeditionsmobils auf Basis eines Mercedes MB 1124 AF aus 1996 haben wir eine 3000-km-Testreise unternommen. Dabei wurde der Allrad LKW und der Wohnmobilausbau unter Straßenbedingungen getestet. Der echte Geländetest stand dann auf dem Offroad-Parcour bei Mahlwinkel an. Im Gelände haben wir die 3 Differentialsperren und die Untersetzung in Verbindung mit dem permanenten Allrad getestet. Und zwar nicht nur beim Ausprobieren in der Werkstatt, sondern auch bei der Arbeit im Gelände. Aber alles tut, was es soll und funktioniert unauffällig und zuverlässig. Zudem hat sich die Auswahl echter Geländereifen (Continental MPT 80) bewährt. Die Reifen sind so konstruiert, dass sich der Luftdruck problemlos auf unter 2 bar absenken lässt. Das geht zwar auch bei Reifen mit einem Baustellenprofil. Allerdings fehlt dann in Extremsituationen der nötige Grip für den Allrad LKW. Und schlammige Feldwege sind häufig.

Schonender Materialeinsatz durch rechtzeitiges Schaufeln

Gute Reifen allein helfen nicht immer. Natürlich schafft es der Allrad LKW mit seinen 240 PS, sich mit 3 eingelegten Differentialsperren und 4 durchdrehenden Rädern auf der Stelle stehend einzugraben – aber welchen Sinn soll das machen? Viel besser ist es, nach spätestens einer halben traktionslosen Radumdrehung mal eine Runde ums Auto zu machen und ein bisschen Boden zu bewegen.

Offroad mit dem Expeditionsmobil: Nicht ohne meine Schaufeln

Offroad mit dem Expeditionsmobil: Nicht ohne meine Schaufeln

Wichtig ist die Mitnahme einer ausreichenden Anzahl von robusten Spaten sowie von genügend Personal zur Bedienung – rechtzeitiges Schaufeln spart die Winde und schont das Material. Den Jungs hat das Graben zudem Spaß gemacht und wir konnten uns aus jeder Situation selbst befreien.

Der alte Panzerfahrplatz Mahlwinkel: Offroad Strecke auch für Allrad LKW

Der alte Panzerfahrplatz Mahlwinkel: Offroad Strecke auch für Allrad LKW

Expeditionsmobil: Motor und Getriebe

Der Motor mit 240 PS aus 6 Litern Hubraum ist nicht nur auf der Autobahn ein Traum, sondern auch im Gelände. Durch das schaltbare Verteilergetriebe und die umgebauten, nun langen Achsen läuft der Lkw im 6. Straßengang locker die z. B. in Frankreich erlaubten und für die Reifen freigegebenen 110 km/h. Und das noch im grünen Drehzahlbereich.  Gleichzeitig ist aber der 1. Geländegang kurz genug übersetzt für jede Offroad-Rampe.

Expeditionsmobil offroad: Nervenkitzel für den Vater und die Kids mit dem MB 1124 AF

Expeditionsmobil offroad: Nervenkitzel für den Vater und die Kids mit dem MB 1124 AF

Die Geländegängigkeit war für ein KAT-3-Fahrzeug ganz gut und ließe sich eigentlich nur noch durch eine Demontage des klappbaren hinteren Unterfahrschutzes verbessern – dies allerdings auf Kosten der Sicherheit etwaig unaufmerksamer PKW-Fahrer auf der Autobahn.

Expeditionsmobil offroad: 3 Differentialsperren helfen aus dem Dreck

Expeditionsmobil offroad: 3 Differentialsperren helfen aus dem Dreck

Expeditionsmobil offroad: Geländetest für den Zwischenrahmen

Wichtig ist eine verwindungsfreie Kofferlagerung auf dem Allrad LKW. Dafür ist ein möglichst großer freier Federweg wichtig, der durch nichts behindert wird. Hinten ist bei uns ein schubfestes Lager des Zwischenrahmens verbaut. Am vorderen Loslager sorgen ausreichend dimensionierte seitliche Führungslaschen für eine Aufnahme der Seitenkräfte und für eine sichere Rückkehr des Zwischenrahmens an seinen vorgesehenen Platz. Für das vordere Loslager sind bei uns Gewindestangen in Überlänge verwendet, so dass ich die Federspannung auch nachträglich noch verändern konnte. Ich habe ein wenig experimentiert und festgestellt, dass es für Straßenfahrten überhaupt keinen Unterschied macht, wie stark die Federn vorgespannt werden. Im letzten Urlaub war ich mit einer Vorspannung von vielleicht 20 kg unterwegs – also gerade nur soviel, dass die Bolzen nicht klappern. Der Aufbau auf dem Allrad LKW hat sich auch in schnell gefahrenen Kurven nicht bemerkbar gemacht.

Ausreichender Federweg für den Zwischenrahmen

Ausreichend dimensionierte Federwege (mind. 15 cm) und eine geringe Vorspannung ermöglichen aber ein frühes und sicheres Verwinden des Fahrgestells unter dem Koffer. Und das ist genau der vorgesehene Einsatzzweck: Verwindungskräfte vom Koffer fernzuhalten. Da ich ein Fan von Lösungen „mit Gürtel und Hosenträger“ bin, verfügt der Koffer zudem über eine eingebaute Dreipunktlagerung auf dem Zwischenrahmen. Im Normalbetrieb ist die Wippe mit dem federgelagerten Zwischenrahmen verschraubt.
Bei extremen Offroad-Einsätzen kann die Dreipunktlagerung durch Lösen zweier Schrauben zusätzlich zur Federlagerung aktiviert werden. Aufbau und Fahrgestell sind dann fast völlig getrennt. Wenn ich mir da manche „professionelle“ Lösung mit Gummilagern oder ähnlichem ansehe, die 3 cm Federweg bieten, habe ich so meine Bedenken, was die auftretenden Kräfte am Fahrgestell oder am Koffer langfristig anrichten werden.
Die federverspannte Dreipunktlagerung des Koffers  hat beim Geländetest in Mahlwinkel jedenfalls dafür gesorgt, dass sich das Fahrgestell unabhängig vom Kofferaufbau verwinden und so den unterschiedlichen Geländeanforderungen gerecht werden konnte. Auch im Koffer selbst hat sich nichts bewegt: Alle Türen, Schubladen und Schränke blieben ordentlich verschlossen.
Expeditionsmobil offroad: Böschungswinkel des MB 1124 AF am Limit

Expeditionsmobil offroad: Böschungswinkel des MB 1124 AF am Limit

Allerdings gibt es immer noch etwas Besseres, hier einen MAN KAT 1 (Danke fürs Mitnehmen).

Nochmal eine ganz andere Hausnummer: MAN KAT 1 - souverän im Gelände

Nochmal eine ganz andere Hausnummer: MAN KAT 1 – souverän im Gelände

Aber eigentlich ist in Mahlwinkel eine alte Liebe wieder entflammt: Mercedes Kurzhauber sind doch die schönsten LKW, die je gebaut wurden.

Letztlich geht aber auch Spintires, ein nebenwirkungsfreies Simulationsspiel für Fans russischer Allrad LKW. Ach so, für das Spiel sollte man auch vernünftige Boxen am PC haben, damit so ein schöner V8 auch richtig zur Geltung kommt.😃

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3 Antworten

  1. Paul sagt:

    Coole Fotos. Vielen Dank fürs teilen.

  2. aufallenvieren sagt:

    Kann man in Mahlwinkel denn regulär mit dem eigenen Geländefahrzeug fahren?
    Auf der Internetseite finde ich nur was über Miet -Ostblock-LKW und Panzer.

    • Tom sagt:

      Ähm, keine Ahnung – ich habe das Wochenende nicht organisiert. Aber es war natürlich legal und bezahlt. Ruf doch einfach mal dort an und frage nach den aktuellen Konditionen.

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