ᐅ Fußbodenheizung im Wohnmobil nachrüsten: Natürlich mit Kork

Eine Fußbodenheizung im Wohnmobil lässt sich bei vorhandener Diesel-Wasser-Standheizung zusammen mit der Korkdämmung des Bodens günstig nachrüsten.

Dreifachverteiler für die Fußbodenheizung von Alde

Dreifachverteiler für die Fußbodenheizung von Alde

Fußbodenheizung im Wohnmobil nachrüsten

Meine Familie findet es Klasse, das Wohnmobil auch im Winter zu nutzen. Also im richtigen Winter. Mit Schnee und so. Nicht auf der Winterflucht nach Süden. Folglich brauche ich eine Fußbodendämmung. Dann wäre der Bus besser auf nordische Winter vorbereitet.

Und wenn ich schon mal bei der Erhöhung des Fußbodenlevels im Wohnmobil bin, kann ich auch gleich noch eine Duschwanne und Rohre für eine Fußbodenheizung nachrüsten.

Denn im 711er Fensterbus gibt es die Wohnmobil-Fußbodenheizung fast zum Nulltarif. Diesel-Wasser-Standheizung, Verteiler, Pumpen und Heizkörper sind schon da. Alles was fehlt, sind zwei kleine Abzweige. Und ein paar Rohre für die FBH im Bus.

Die Skizze zeigt einen Schnitt durch meinen Fußbodenaufbau mit Fußbodenheizung. Auf den originalen Bodenbelag aus Linoleum klebe ich 10mm Korkplatten. Dann kommt die Zwischenschicht mit den Rohren für die Fußbodenheizung und 10 mm Korkdämmung. Und obendrauf schließlich klebe ich eine Deckschicht aus Corkoleum. Das ist ein äußerst strapazierfähiger, gummierter Fußbodenbelag aus Kork.

Fußbodenaufbau beim Nachrüsten einer Fußbodenheizung in der Korkdämmung

Fußbodenaufbau beim Nachrüsten einer Fußbodenheizung in der Korkdämmung

Dimensionierung der Fußbodenheizung im Wohnmobil

Maße der originalen Heizleitungen

Die standardmäßig verbauten Kühlwasserschläuche des OM 364 werden hinten im Bus zu Heißwasserschläuchen für die zusätzlichen Konvektionsheizkörper mit einem Innendurchmesser von 22 mm. Das ist zuviel für die Fußbodenheizung. Trotzdem darf der Querschnitt nicht verringert werden, damit die Durchflussleistung nicht sinkt. Bei zu viel Gegendruck stellt nämlich die Diesel-Wasser-Standheizung die Arbeit ein.

22 mm Innendurchmesser der Gummischläuche entsprechen einer Querschnittsfläche von etwa 380 mm² (π x 11²). Diesen Querschnitt muss ich auch für die Fußbodenheizung im Wohnmobil beibehalten. Das Limit sind aber genau genommen die Kupferleitungen, die einen Außendurchmesser von 22 mm haben. Und schon sind es bei 1,6 mm Wandstärke nur noch 18,8 mm Innendurchmesser und 278 mm² Leitungsquerschnitt (π x 9,4²).

Optimaler Querschnitt der Fußbodenheizung

Nun gibt es von Alde standardmäßig dreifache Rohrverteiler für die Fußbodenheizung im WoMo von 22 auf 12 mm (AL1900141). Die Maße sind jeweils Außendurchmesser. Die Alde-Verteiler sind perfekt für den Mercedes 711 Gruppenkraftwagen, weil die standardmäßigen Gummischläuche für die Heizung genau den richtigen Innendurchmesser von 22 mm haben.

Von Alde gibt es natürlich auch passende Aluminiumrohre für die Fußbodenheizung mit einem Außendurchmesser von 12 mm. Die sind optimal für ein Wohnmobil. Aber der Innendurchmesser liegt unter Abzug von 2x 1,6 mm Wanddicke der Rohre nur noch bei 8,8 mm.

Eine Reduzierung des gesamten Volumenstroms der Heizung auf drei Rohre mit je 8,8 mm Innendurchmesser bringt aber eine Querschnittsfläche von nur 182 mm² (3 x π x 4,4²). Also nur 65 % im Vergleich zum originalen Kühlkreislauf (182 mm² / 278 mm²). Das Heizwasser müsste damit für denselben Volumenstrom 35 % schneller fließen.

Der um 35 % verringerte Querschnitt der Rohre für die Fußbodenheizung könnte zwar noch in der Toleranz liegen. Aber ich lege mal lieber einen 22-mm-Bypass an der Fußbodenheizung vorbei. Zumal der Dreifachverteiler von Alde sowieso beidseitig offen ist. Dort könnte ich sogar einen Absperrhahn einbauen und damit die Durchflussleistung für die Fußbodenheizung grob regulieren.

Dreifachverteiler für die Fußbodenheizung von Alde

Dreifachverteiler für die Fußbodenheizung von Alde

Stranglänge und hydraulischer Abgleich

Wasser hat keinen Bock auf große Umwege. Also werden kurze Heizkreise warm und lange Rohrstränge der Fußbodenheizung relativ kalt. Normalerweise reguliert man das über den Querschnitt. Der hydraulische Abgleich ist nichts anderes, als die Ventile langer Heizstränge etwas zu schließen.

In meinem nicht regulierbaren System der Fußbodenheizung mit offenen Dreifachverteilern muss ich also darauf achten, dass alle Stränge ungefähr gleich lang sind. Im Prinzip sollten die Stränge auch dieselbe Anzahl an Biegungen haben. Aber wollen wir es mal nicht so genau nehmen. Wärme ist ja genügend da. Und so braucht es für diesen hydraulischen Abgleich keine komplizierten Berechnungen. Sondern nur eine kleine, halbwegs maßstabsgerechte Skizze. Ihr könnt ja mal die Kästchen und die Biegungen nachzählen.

Grundriss und Verlegeplan für die Nachrüstung meiner Fußbodenheizung im Wohnmobil

Grundriss und Verlegeplan für die Nachrüstung meiner Fußbodenheizung im Wohnmobil

Fußbodenheizung im Wohnmobil anschließen

Temperaturregelung der Fußbodenheizung

Die Kühlwassertemperatur bei meinem Mercedes 711 liegt bei voll aufgedrehtem Heizventil in der Regel bei knapp 90°C. Sowohl während der Fahrt, als auch im Stand durch die Dieselstandheizung. So heiß darf die Fußbodenheizung nicht werden.

Deswegen schleife ich die Fußbodenheizung in den Rücklauf nach den Heizkörpern ein. Davor hat sich das Wasser durch die drei Konvektionsheizkörper schon auf ca. 50-60°C abgekühlt. Ich gehe also davon aus, dass sich damit und durch die Verluste bei dieser Art der Verlegung der Fußbodenheizung eine Oberflächentemperatur des Fußbodens von unter 30 Grad einstellt.

Aber ich kann die Temperatur im Gesamtsystem aus Konvektionsheizkörpern und Fußbodenheizung natürlich auch mit dem regulären Heizventil im Amaturenbrett runterregeln. Doch die Fußbodenheizung im Wohnmobil sollte auch bei voller Heizleistung funktionieren. Naja, wird eh ein Experiment. Und ich will halt keinen zusätzlichen Mischer in die Fußbodenheizung einbauen. Wieder Technik, die kaputt gehen kann.

Nein, ich will einfach nur 2 Dreifachverteiler für die Fußbodenheizung einschleifen. Hab ja meine Heizkörper im Polizei-Fensterbus schon umgebaut. Das hier ist der letzte Heckheizkörper. Dessen Rücklauf trenne ich auf und baue den Verteiler für die FBH ein.

Einbau des Dreifachverteilers als Vorlauf der Fußbodenheizung in den Heizungsrücklauf

Einbau des Dreifachverteilers als Vorlauf der Fußbodenheizung in den Heizungsrücklauf

Entlüftung der Fußbodenheizung

Eine Fußbodenheizung, die nicht heizt, ist nutzlos. Muss also die Rohre so verlegen, dass am höchsten Punkt ein Entlüftungsventil sitzt. Ansonsten fängt sich Luft im System der FBH und es kommt keine Wärme durch. Gerade die dünneren Rohre der Fußbodenheizung sind stärker betroffen als die dicken Heizrohre mit 22 mm Innendurchmesser.

Wie im Bild oben schleife ich den Verteiler der Fußbodenheizung direkt in den Rücklauf des Heizkörpers ein. Dadurch ist der höchste Punkt der FBH das Entlüftungsventil des hinteren Heizkörpers. Den Rücklauf der Fußbodenheizung kann ich dagegen nach unten durch die Bodenplatte ziehen und dort in den bestehenden Rücklauf einbinden.

Dreifachverteiler mit Rücklauf der Fußbodenheizung unter dem Bus

Dreifachverteiler mit Rücklauf der Fußbodenheizung unter dem Bus

Unterschiedliche Metalle im Heiz/Kühlkreislauf

Gedanken muss ich mir auch über die unterschiedlichen Metalle im Kühl- bzw. Heizkreislauf machen. Denn die Rohre der Konvektionsheizkörpern sind aus Kupfer. Der Dreifachverteiler ist aus Edelstahl. Und die Alde Heizleitungen sind aus Aluminium.

Wenn aber die Dreifachverteiler aus reinem, unbehandelten Edelstahl bestehen, sollte es keinen Lochfraß durch Kupferionen geben. Problematisch wäre nur verzinkter Stahl. [1]Deutsches Kupferinstitut: Die fachgerechte Kupferrohr-Installation, S. 36: PDF-Datei

Vor allem aber ist Kühlwasser sauerstoffarm und erschwert damit wirksam die Bimetallkorrosion.[2]https://de.wikipedia.org/wiki/Bimetallkorrosion Mit anderen Worten: Ich versuch’s einfach mal. Aber die Übergänge zwischen dem Edelstahlverteiler und den Aluminiumrohren trenne ich galvanisch durch Gummischläuche. Mit ein bisschen Seifenwasser rutschen die Anschlüsse besser.

Eingeseift rutscht besser: Anschluss des Alde-Dreifachverteilers

Eingeseift rutscht besser: Anschluss des Alde-Dreifachverteilers

Nachrüsten der Fußbodenheizung im Wohnmobil

Richten und Biegen der Alde-Rohre

Die erste Lage aus 10 mm dicken Korkplatten ist verklebt. Jetzt kommen die Rohre der Fußbodenheizung. Nehme meinen Verlegeplan für die drei Stränge der Fußbodenheizung. Da habe ich zumindest einen groben Anhaltspunkt, was die optimale Aufteilung ist. Die bestellten 15 m Alde-Rohr kommen ja gerollt am Stück. Muss also alle 3 Stränge erstmal ablängen, richten und grob zurechtbiegen.

Die Radien der Rohre für die Fußbodenheizung lassen sich prima von Hand um irgendeinen runden Gegenstand biegen. Hier um meine Panzerbandrolle. Die Alu-Rohre sind aber recht weich und lassen sich auch Stück für Stück mit dem Daumen biegen. Geht eigentlich super. Nur bei zu engen Radien knicken die Alde-Rohre.

Biegen des Alde-Alu-Rohrs für die Fußbodenheizung von Hand

Biegen des Alde-Alu-Rohrs für die Fußbodenheizung von Hand

Verlegen der Heizungsrohre im Fußboden

Ich fange mit der Verlegung vorn am Rücklauf der FBH an. Hier laufen die drei Heizungsstränge unter dem Fahrzeugboden zusammen. Direkt neben den Heizsträngen (im Bild links oben). Dort trenne ich den Rücklauf auf und setze den Alde-Dreifachverteiler ein.

Rücklauf der Fußbodenheizung unter dem Bus

Rücklauf der Fußbodenheizung unter dem Bus

Dann verlege ich die Rohre und versuche, mein 25 cm Verlegeraster gemäß Verlegeplan einzuhalten. Da kann ich immer eine längs geschnittene Platte Korkfußboden dazwischen setzen.

Die Fußbodenheizung im Doppelboden unter dem Bad verlegt sich natürlich am besten vor der Montage. Jetzt im Nachhinein muss ich vier Löcher durch zwei Wände bohren und die Rohre durchfummeln. Da die Alde-Rohre ziemlich steif sind, geht das auch ganz gut. Das Raster der FBH liegt schon mal im Bus. Und liegt. Und liegt. Ich mache Homeschooling und habe keine Freizeit mehr.

Verlegung der Fußbodenheizung im Wohnmobil mit Korkdämmung

Verlegung der Fußbodenheizung im Wohnmobil mit Korkdämmung

Anschluss der Alde-Rohre an den Dreifachverteiler

Weiter jetzt. Rohre der Fußbodenheizung an die beiden Dreifachverteiler anschließen. Verteilerabzweig und Rohre haben 12 mm Außendurchmesser. Da passt super der normale, halbzöllige Heißwasserschlauch aus dem Wohnmobil drüber. Zwei Schlauchschellen und gut ist. Hätte natürlich auch Steckverbinder aus dem Alde-System nehmen können. Habe ich aber vergessen zu bestellen. Geht auch so.

Anschluss der Rohre für die Fußbodenheizung an den Alde-Dreifachverteiler

Anschluss der Rohre für die Fußbodenheizung an den Alde-Dreifachverteiler

Fußbodendämmung aus Kork an die FBH anpassen

Verlegen der Korkdämmung zwischen den Heizungsrohren

Am Anfang war ich etwas unsicher, wie ich die Rohre der Fußbodenheizung im Korkboden verlege. Könnte ja erstmal den kompletten Korkdämmboden verlegen und dann mit einer Fräse die Kanäle für die Fußbodenheizung schlitzen. Das wäre wahrscheinlich die beste Variante. Nur leider habe ich keine Fräse.

Halbiere also die großen Korkplatten (100 x 50 cm). Und klemme die Rohre der Fußbodenheizung zwischen die 25 cm breiten Korkstreifen. Für die notwendigen Radien lassen sich die Korkplatten leicht, schnell und sauber mit der Stichsäge bearbeiten.

Anpassen der Korkdämmung an die Biegeradien der Fußbodenheizung

Anpassen der Korkdämmung an die Biegeradien der Fußbodenheizung

Verklebe dann den Korkboden und die Rohre der Fußbodenheizung auf der ersten Korkdämmschicht. Bei Sikaflex und solchem Kleber ist es wichtig, die Rohre und die Korkplatten ordentlich zu beschweren, bis der Kleber anzieht. Als bester Kleber für die Korkplatten hat sich aber richtiger Korkkontaktkleber Wakol D 3540 herausgestellt. Da hat man nur halt immer 1 Stunde Wartezeit, bis der Kleber angetrocknet ist.

Nachrüsten der Fußbodenheizung im Wohnmobil: Zwischenlage mit Dämmung und Heizrohren

Nachrüsten der Fußbodenheizung im Wohnmobil: Zwischenlage mit Dämmung und Heizrohren

Beschädigung im Rohr der Alde Fußbodenheizung

Jetzt noch eine schmale Trittschutzleiste an der Einstiegskante verschrauben. Nicht aus Kork, sondern aus Holz. Muss ja ein bisschen stabil sein. Und da bricht mir doch tatsächlich eine von diesen dünnen, langen Schrauben ab. Ich knalle den Akkuschrauber mit dem spitzen Kreuzschlitz-Bit auf das Rohr. Und haue voll ein Loch in das Alde-Alu-Rohr der Fußbodenheizung. So ein Mist.

Da ist man fertig und will den letzten Fußbodenbelag verlegen. Und genau da geht das Rohr der Alde-Fußbodenheizung kaputt. Natürlich aus eigener Dummheit. Ich könnte mir den Pelz zerreißen.

Sieht zwar so aus. Aber nein, ich habe das Loch im Rohr der Fußbodenheizung nicht mit Absicht gebohrt. Da ist der Schrauber-Bit eingeschlagen.

Beschädigung im Alu-Rohr der Alde-Fußbodenheizung

Beschädigung im Alu-Rohr der Alde-Fußbodenheizung

Puhhh. Durchatmen. Eigentlich ist ja gar nichts passiert. Wäre schlimmer, wenn im Alde-System schon Kühlwasser zirkulieren würde. Das gäbe einen kleinen Springbrunnen mit Glykol aus dem Kühlwasserkreislauf. Aber noch ist die Fußbodenheizung trocken.

Ich könnte jetzt natürlich das beschädigte Alde-Rohr einfach flicken. Also auftrennen, einen EPDM-Schlauch drüberschieben und mit Schlauchschellen befestigen. Das würde in dem drucklosen System vollkommen ausreichen. Aber es ist halt genau am Einstieg. Und ich würde es jedes Mal sehen. Wissen sowieso. Nein, das wird Pfusch.

Was wäre mit Löten des Alde-Alu-Rohrs? Tja, wenn ich das könnte, würde es vielleicht gehen. Vielleicht könnte ich das Loch in der Fußbodenheizung sogar zukleben.

Ach, Quatsch. Ich wähle die große Lösung. Das Alde-Rohr dieses Strangs der Fußbodenheizung muss raus. Noch ist der Wechsel des beschädigten Rohrs der Fußbodenheizung kein Problem. Macht halt nur Arbeit. Und ich brauche nochmal 5 m Alde-Rohr. Egal, ich lasse diesen Strang frei und mache erst mal mit dem Rest weiter. Der Bus kann ja nicht ewig eine Vollbaustelle bleiben.

Rohre der Fußbodenheizung angleichen

Nun sind die Rohre der Alde-Fußbodenheizung 12 mm dick. Die Korkplatten aber nur 10 mm. Durch den Kleber sowie das leichte Übermaß der Korkplatten schließen die Rohre fast bündig mit der Korkdämmung ab. Aber eben nur fast. 1-2 mm fehlen. Daher wollte ich den Unterschied eigentlich mit noch einmal 2 mm selbstklebendem Kork ausgleichen.

Aber die Arbeit schenke ich mir. Klopfe lieber die Rohre der Fußbodenheizung mit dem Hammer etwas eckiger. Und schon passt der Fußbodenaufbau wieder. Das gibt eine glatte Oberfläche und kaum Überstand zu den Korkplatten.

Und nein, ich habe mir nicht vor Wut über die beschädigte Leitung der Fußbodenheizung mit dem Fäustel auf die Finger gehauen. Der Verband zeugt vom gescheiterten Versuch, ein Stück Korkdämmung “schnell mal” mit dem Taschenmesser zuzuschneiden, statt die Stichsäge zu holen.

Anpassen der Heizrohre an die Korkdämmung

Anpassen der Heizrohre an die Korkdämmung

Lehmboden im Wohnmobil?

Jetzt sind nur noch die seitlichen Lücken zwischen den Rohren der Fußbodenheizung und der Korkdämmung übrig. Vor allem in den Rundungen. Was liegt näher, als bei einem Korkboden Lehm als natürliches Material zum Lückenschließen zu verwenden. Lehm kann ähnlich wie Kork Wasser aufnehmen, speichern und wieder abgeben, ohne zu schimmeln. Lehm ist wie Kork druckfest. Und Lehm hat eine gute Wärmeleitung und Wärmespeicherung.

Ein Lehmboden wäre insgesamt der ideale Leiter für die Wärme aus den Rohren der Fußbodenheizung. Lehm lässt sich zudem gut verarbeiten. Könnte nur passieren, dass der Lehmboden im Wohnmobil langsam austrocknet und anfängt zu rieseln. Im Wohnmobil muss man ja immer dynamisch denken. Der Boden ist nicht fest, sondern bewegt sich. Verdreht sich. Hoppert.

Nein, ein reiner Lehmboden wäre der Belastung im Wohnmobil nicht gewachsen. Aber als Lückenfüller taugt Lehm allemal. Denn mit einer vollflächig verklebten Deckschicht wird sich das lehmtypische Rieseln schon in Grenzen halten. Hoffe ich zumindest. Wenn nicht, habe ich wieder mal was zu basteln.

Angleichen der Fußbodenheizung an die Korkdämmung mit Lehm

Angleichen der Fußbodenheizung an die Korkdämmung mit Lehm

Einbau der Decklage über der Fußbodenheizung

Ursprünglich wollte ich über die Rohre Aluminiumplatten zur Wärmeverteilung der FBH legen. Das wäre eine super Sache und ist so auch in meiner Skizze zum Fußbodenaufbau im Wohnmobil dargestellt. Allerdings sehe ich den Nachteil, dass sich der Korkboden dann nicht mehr so warm wie jetzt anfühlt. Sondern eben eher kalt wie Metall.

Muss also Vorteile und Nachteile der Wärmeleitplatten aus Aluminium abwägen. Und da denke ich, dass bei uns im Stand sowieso meistens die Gasheizung läuft. Ich also vor allem einen vernünftig gedämmten, fußwarmen Boden brauche, weniger eine vollflächige Wärmeverteilung durch Alu-Wärmeleitbleche.

Demgegenüber funktioniert die Fußbodenheizung nur mit der Diesel-Standheizung, wird also nur kurzfristig oder während der Fahrt genutzt. Und da ist es meist warm genug. Die Konvektionsheizkörper sind ja auch noch da.

Ich verzichte also auf die Zwischenlage aus Aluminium. Wer aber die Fußbodenheizung im Wohnmobil meist oder ausschließlich nutzen will, sollte auf alle Fälle Wärmeleitbleche einbauen. Am besten wäre dann aber gleich ein Steinfußboden. Doch der wiederum muss dann beheizt werden. Sonst ist der Boden immer unangenehm kalt.

Und so klebe ich den Fußbodenbelag direkt und vollflächig auf die Zwischenlage mit der Fußbodenheizung. Ist auch sonst ganz gut. Da kann ich die Rohre ertasten und später durchaus mal ein Loch bohren oder eine Airlineschiene verschrauben.

Corkoleum auf der Fußbodenheizung im Wohnmobil verkleben

Corkoleum auf der Fußbodenheizung im Wohnmobil verkleben

Material und Kosten der Fußbodenheizung im Wohnmobil

FBH im Wohnmobil: Rohre und Verteiler

  • Schon vorhanden ist die Wasserumwälzpumpe der Standheizung 24V: Klick
  • 2 Alde Dreifachrohrverteiler 22mm / 12mm Außendurchmesser (AL1900141, ~20 €): Klick
  • 15 m Alde Rohr für die Fußbodenheizung 12mm (AL1500100, ~7 €/m): Klick
  • Weggelassen habe ich das Alde Fußbodenblech als Alu-Wärmeleitblech 1000 x 185 mm (AL1500300, ~12 €): Klick
  • Alternativ könnte man die einzelnen Stränge auch mit drei 12 mm Absperrhähnen regeln (~17 €): Klick
  • Möglich wäre auch, meinen 22 mm Bypass durch ein Reduzierstück auf 12 mm zu einem 4. Strang umzufunktionieren (~5 €): Klick
  • Glykolverträglicher Heißwasserschlauch oder Kühlerschlauch 12 x 19 mm: Klick

Kühlmittel für die Fußbodenheizung im Wohnmobil

  • Der Kreislauf für die Fußbodenheizung wird über den normalen Kühlkreislauf versorgt.
  • Glysantin G48 gemäß Mercedes Betriebsstoffvorschrift Bevo 235.1 zum Nachfüllen (gehört sowieso ins Wohnmobil): Klick

Material für den Fußbodenaufbau aus Kork

  • 2 Lagen mit je 10 Dämmkorkplatten (laut Beschreibung 940 x 580 x 10 mm, bei mir tatsächlich 1000 x 500 x 10 mm): Klick
  • Robuster und angenehmer Korkteppich Corkoleum als Fußbodenbelag, am besten als Rolle (3 mm dick, 1,4 m breit): Klick
  • Beim Kleben habe ich ein bisschen herumexperimentiert und die besten Erfahrungen mit dem Kork-Kontakt-Kleber Wakol D 3540 gemacht: Klick
  • Im Nachhinein bereue ich es, mir keine Oberfräse gekauft und bei besserem Ergebnis viel Arbeit gespart zu haben. Da hätte ich direkt 2 Lagen Dämmplatten in den Bus kleben und anschließend die Schlitze für die Fußbodenheizung in der richtigen Tiefe und absolut sauber fräsen können: Klick

Und jetzt kann ich zwar die Sitzbänke wieder einbauen, aber die Fußbodenheizung im Wohnmobil noch nicht in Betrieb nehmen. Denn ich muss noch die Beschädigung im Alde-Alu-Rohr reparieren. Habt ihr zur Reparatur des Aluminiumrohrs irgendwelche Erfahrungswerte? Oder muss ich wirklich das verklebte Rohr rausreißen und nochmal 5 m vom 12-mm-Alde-Rohr bestellen?

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Einzelnachweise   [ + ]

1. Deutsches Kupferinstitut: Die fachgerechte Kupferrohr-Installation, S. 36: PDF-Datei
2. https://de.wikipedia.org/wiki/Bimetallkorrosion

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4 Antworten

  1. Uli sagt:

    Moin Tom,
    sorry, wenn ich “klugschnacke”, – was Du da eingebaut hast ist eine Fussbodenerwärmung! Siehe: https://www.top50-solar.de/experten-forum-energiewende/2709/was-ist-der-unterschied-zwischen-einer-fu%C3%9Fbodenheizung-und-fu%C3%9Fbodenerw%C3%A4rmung
    Du hast Dir ja mächtig viel Arbeit gemacht… Bei unserem 711er habe ich einfach den Fussboden mit 20mm dicken Sterodurplatten ausgelegt, mit einem 16er Oberfräser die Bahnen für die Rohre 16mm tief ausgefräst, 16er Alde-Rohre rein,eine 1mm Aluplatte aufgelegt, den Endbelag draufgepackt und das Ganze an die Standheizung angeschlossen. ( 2 Heizkörper mussten für den Innenausbau weichen) War eine Tagesarbeit! Durch die 16mm Fräsung wurden die Rohre gut festgeklemmt, sodass sie sich in den Nuten selbst gehalten haben. Funzt prima!
    Danke für Deinen Blog… der hat mir schon mehr als einmal weiter geholfen, Kosten erspart, Sucherei erleichtert, viel Freude gemacht, mir den Tag gerettet, und… und … und…
    Gute Grüße,
    Uli

    • Tom sagt:

      Ja, du hast natürlich recht mit der Fußbodenerwärmung. Mehr ist das nicht. Aber bislang kannte ich nur den Begriff Fußbodenheizung. Ist ja egal. Hauptsache, das Wohnmobil wird warm.

      Und ja, das mit der vielen Arbeit habe ich auch gemerkt. Total idiotisch. Hätte mir wirklich mal endlich eine Oberfräse kaufen sollen. Aber man schiebt das immer vor sich her. Dann denkt man, für diese Arbeit geht’s auch noch. Dann noch eine Arbeit und noch eine. Und am Ende kauft man das passende Werkzeug, wenn man fertig ist.

      Das war schon bei meiner Nietmutternzange so. Die gehört auch zu dem Werkzeug, bei dem ich mich erst gesträubt habe, das man aber als Selbstausbauer von Anfang an haben sollte.

    • Tom sagt:

      Ach so, noch was. Klugschnacken finde ich super. Ich will ja schließlich auch was lernen. Eigentlich wäre es am besten, ich würde hier veröffentlichen, was ich als nächstes vorhabe. Mir dann selbst alle klugen Verbesserungsvorschläge anhören. Und dann erst starten.

      Aber wenigstens wissen jetzt die nächsten, dass sie sich so eine Oberfräse kaufen sollen, bevor sie die Fußbodenheizung einbauen. Und ich würde jetzt doch lieber das Alublech einbauen. Ist einfach auch ein Schutz für die Rohre.

  2. Steffen sagt:

    Hallo Tom,
    zum Thema hydraulischer Abgleich: Warum sollte denn das Heizwasser den Weg über die FBH mit reduziertem Querschnitt (3x12mm und Kurven) nehmen, wenn es den bestehenden “Bypass” mit 22mm und kürzerer Leitungslänge gibt?

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