ᐅ Norwegen / Lofoten: Testfahrt mit dem neuen Familienluftkajak

Am Südseestrand von Fredvang wollten die kleinen Jungs angesichts des herrlichen und türkisblauen Nordmeers am Nachmittag unbedingt unser neues Familienluftkajak testen. Nur war ich ja noch mit der Wäsche beschäftigt. Und solange die nicht auf der Leine hängt, fange ich nichts Neues an. Aber gut, zwischendurch mal aufs Dach klettern und das 20-Kilo-Paket abschnallen und runterreichen – das geht schon noch. Die Sandbleche bleiben erst mal oben.

Das Familienluftkajak liegt normalerweise mit den Sandblechen auf dem Tropendach

Das Familienluftkajak liegt normalerweise mit den Sandblechen auf dem Tropendach

Der Bootsaufbau ist sicher kein Problem für unseren Vierten. Das bekommt er alleine hin. Der Fünfte macht derweil Fotos. Ich die Wäsche. Das habe ich so versprochen, weil ich keinen Platz für die Waschtonne im Bus gefunden habe.

Kinderleichter Aufbau des Ottawa

Kinderleichter Aufbau des Ottawa

Zwischendurch kriege ich Besuch im Waschhaus. Irgendetwas stimmt beim Aufpumpen nicht. Warte, ich komme gleich. Hmm. Sieht eigentlich gut aus. Alles richtig gemacht. Und doch geht keine Luft ins Schlauchboot.

Sicherheitsventil am Ottawa

Sicherheitsventil am Ottawa

Also mal Ventil zerlegen. Adapter umbauen. Nichts hilft. Wieso aber ist der Schlauch so eingedellt? Das ist der entscheidende Hinweis. Und jetzt sehe ich es. Die Doppelhubpumpe hat zwei Anschlüsse. Ordentlich beschriftet zwar, aber man müsste halt auch mal lesen. Steckt man den Schlauch bei „Deflate“ an, geht natürlich keine Luft ins Boot, sondern wird nur Unterdruck im Schlauch erzeugt. Gut, war gleich ein Test des Sicherheitsventils. Und jetzt wird mir auch klar, wie man das dem Luftkajak beiliegende Druckmanometer bedient.

Nur lesen muss man können

Nur lesen muss man können

Also Umstecken auf „Inflate“. Der Rest ist wieder im wahrsten Sinn des Wortes ein Kinderspiel.

Das schafft er auch noch

Das schafft er auch noch

Die 3 Sitze werden mit Haken innen eingehängt. Wo genau, ist sauber beschriftet. Schließlich kann das Luftkajak als Zweier oder Dreier gefahren werden. Probesitzen. Ja, man sitzt durch die aufblasbaren, eingehängten Sitze ziemlich bequem. Gut gelöst. Auch das mit der verstellbaren Lehne.

Die Sitze werden eingehängt

Die Sitze werden eingehängt

Aber jetzt noch schnell 10 m Wäscheleine spannen. Gar nicht so einfach ohne Bäume. Dann werden die Schwimmwesten gereicht. Und jetzt geht es ab aufs Meer. Zu Dritt. Draußen ist die Farbe des Nordmeers noch schöner, zumal wir bei toller Sonne ungetrübte Sicht auf den hier vielleicht 2 bis 3 Meter tiefen, weißsandigen Meeresboden haben. Wahnsinn, wie klar das Wasser ist. Und die Farbe erst. Fast genau so türkis wie der obere Rand des Ottawa. Hat das Sevylor mit Absicht gemacht? Sieht der Sankt-Lorenz-Strom bei Ottawa auch so aus? So Lofotengrünblau? Ich weiß es nicht. Aber hier passt die Farbe fast ganz genau.

Die lofotische Farbe des Luftkajaks

Die lofotische Farbe des Luftkajaks

Und dann gibt es einen unfreiwilligen Test der Kippstabilität. Beide Jungs hängen sich wegen eines Fischalarms plötzlich voll nach links. Ähm, nach backbord natürlich. Ich schmeiße fast mein Handy ins Wasser. Aber das Boot kippt nicht. Keine Eskimorolle.

Unfreiwillig getestet: Das Boot ist kippsicher

Unfreiwillig getestet: Das Boot ist kippsicher

Auch als wir weiter draußen sind, machen die Wellen keine Probleme. Das Boot soll ja ohnehin nicht zu straff aufgeblasen werden. Und so passt es sich super den Wellen an. Sowohl längs als auch quer. Doch für den Einsatz als echtes Expeditionskajak fehlt natürlich das Spritzverdeck. Gerade im eiskalten Nordmeer. Das habe ich ganz unfreiwillig getestet, als mein junger Paddelwahnschüler plötzlich einen Schwall Wasser auf mich geschaufelt hat. Das wurde ziemlich schnell ziemlich kalt. Also erst mal wieder zurück zum Strand.

Das Familienluftkajak auf den Lofoten

Das Familienluftkajak auf den Lofoten

Ein schönes Familienluftkajak jedenfalls. Das Sevylor Ottawa nimmt kaum Platz weg, ist schnell aufgebaut und zu zweit leicht zu tragen. Das war doch mal eine gute Idee für das diesjährige Kindertagsgeschenk. Zumal, wenn ich bedenke, dass das Ottawa kaum mehr als unser Gummi-Einsitzer kostet. Und das Dreierboot erweitert den Einsatzradius doch enorm. Mal schnell zur Papageitaucherinsel paddeln? Kein Problem.

Am Abend war dann die ganze Familie nochmal ohne Boot baden. Bei 12°C im glasklartürkisen Nordmeer. Und die Großen taten so, als ob wir wirklich karibische Temperaturen hätten. Brrr.

Derartig gestählt haben wir uns dann am nächsten Tag auf die Wanderung zur Kvalvika-Bucht begeben, was angeblich eine der schönsten Lofoten-Touren ist.

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