ᐅ Schweden: Sinnlose Tipps für die Stellplatzsuche mit dem Wohnmobil

Tipps für die Stellplatzsuche sind eigentlich immer ein kleines bisschen Verrat am Geheimnisvollen, am Suchen, am Erforschen. Und an einem einsamen Stellplatz. Doch ich bin sicherlich nicht der einzige, der eine Karte lesen kann. Und ich habe natürlich kein Privileg auf bestimmte Stellplätze, auch wenn ich mich hinsichtlich der genauen Koordinaten immer etwas bedeckt halte und die diversen Apps weder benutze noch füttere. Doch das Geheimnis der Stellplatzsuche ist letztlich ganz einfach. Man braucht entweder ein bisschen Glück oder eine vernünftige Karte. Nach einigen untauglichen Versuchen mit anderen Atlanten habe ich den originalschwedischen Sverige Vägatlas mit allen Badeplätzen und einem stellplatzsuchfreundlichen Maßstab von 1:250.000 im Süden gekauft. Die nördliche Schwedenhälfte ist auch dabei. Zwar nur im Maßstab 1:400.000, aber dort ist sowieso alles weitläufiger.

Motormmännens Sverige Vägatlas

Motormmännens Sverige Vägatlas

Zur Stellplatzsuche muss man in diesem Atlas eigentlich nur mal den Finger kreisen lassen und sich das Ende eines möglichst abgelegenen, möglichst dünnen roten Strichs in der Nähe eines mittelgroßen blauen Flecks suchen, am besten mit Badesymbol. Markieren nicht vergessen, denn es gibt eine ganze Menge Badestellen auf jeder Kartenseite.

Tipps für die Stellplatzsuche

Tipps für die Stellplatzsuche

Gerade in Schweden führt eigentlich jede Straße oder Piste irgendwann zu einem schönen Platz. Ganz gleich, ob der an einem See, im Wald oder an einer Wiese liegt. Einfach bei einer Abzweigung immer die kleinere Straße nehmen, und schon ist man schneller im Wald, als manchem lieb ist. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass an diesem schönen Ende kein einsamer Seeparkplatz, sondern ein kleines Wochenendhaus, ein Haufen Kühe oder ein Wohnmobil steht.

Schwedisches Seesommerfeeling

Schwedisches Seesommerfeeling – egal, wo

Oder es herrscht anderweitiger Betrieb, wie hier auf dem von unseren Kindern so getauften “Driftparkplatz”, auf dem zur Freude der männlichen Familienmitglieder die örtlichen Heckschleuderfreaks ab und zu ihre Übungen vollziehen. Scheint sowieso so eine Art Volkssport in Schweden zu sein. Nahezu jede Straße, jede Kreuzung und jeder größere Parkplatz trägt die einschlägigen Kampfspuren. Aber diesmal tauchten leider keine umgebauten Volvos oder Amischlitten auf, die uns mit qualmenden Reifen hätten unterhalten können. Dafür stürmte es und die Sonne war auch verschwunden. Also führten die Jungs noch schnell (wie sonst auch) ihre Stockkämpfe auf, spielten (wie sonst auch) ein bisschen Fußball und angelten (wie sonst auch) erfolglos.

Traditionsreicher Stellplatz am Frykensee

Traditionsreicher Driftparkplatz am Frykensee

Als diese traditionellen Tätigkeiten erledigt waren, konnten wir zusammenpacken und weiterfahren. Die kurze Tour entlang der Frykenseen führte immer wieder durch riesige Lupinienkolonien, die gerade in voller Blüte standen. In Sunne haben wir zum Abschluss der so beliebten Traditionstour wieder an derselben Stelle wie vor zwei Jahren geparkt, im selben Laden eingekauft und auf demselben Spielplatz gespielt. Und dank Backofen Pizza auf der Wiese gegessen.

Nochmal Vorräte bunkern in Sunne am Frykensee

Nochmal Vorräte bunkern in Sunne am Frykensee

Ab nun aber fängt die Entdeckertour an und wir betreten allesamt touristisches Neuland. Zunächst für 12 km. Wieder durch schöne Lupinienbestände, wieder durch tiefe Wälder und wieder zu einer versteckten Badestelle am See.

Lupinien bei Sunne

Lupinien bei Sunne

Allerdings stand da schon ein Wohnmobil. Und ein weiteres kam bald dazu. Na, so was. Ist ja gar nicht so versteckt hier. Aber trotzdem schön. So richtig mit Kiesstrand, Badesteg und Toiletten. Kaum angekommen, wurde der Badplats gestürmt. Hier bleiben wir!

Der Badplats wird gestürmt

Der Badplats wird gestürmt

Das Wetter zeigte sich auch wieder von seiner fantastischen Seite und so konnten wir einen wunderbaren Nachmittag am See verbringen. Mit Bootfahren, Angeln, Tauchen und Lagerfeuern. Ein ganz normaler Tag in Schweden halt.

...und dann ein schönes Lagerfeuer

…und dann ein schönes Lagerfeuer

Doch warum sind die Tipps für die Stellplatzsuche jetzt gleich sinnlos? Ganz einfach, mittlerweile ist an manchen Geheimtipps mehr los als auf dem nächsten Campingplatz.

See bei Sunne / 60 / 1.287 km

Trotz der mehr als erfolgreichen Stellplatzsuche sind wir aber schon am nächsten Tag weitergefahren. Zum Glück, denn so gab es eine tolle Elchbeobachtung.

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6 Antworten

  1. Tobias sagt:

    Hallo Tom
    nachdem ich nun meinen alten 609 ohne Servo und mit kurzer Übersetzung verkauft habe, hab ich mich nun von Ihnen überzeugen lassen, einen 711 Fensterbus von der Bundespolizeit (leider in Silber, nicht dunkelgrün) zu erwerben – wird sicher ein spannendes Projekt für mich als Schreibtischtäter. Steht nun grad 5 Tage vor der Tür. Viele gute Überlegungen, Tipps und Infos habe ich bei Ihnen in vielen Stunden am PC schon aufgegriffen – dafür vielen Dank.

    Und nun sehe ich, dass Sie anscheinend auch die Begeisterung für Schweden mit mir teilen. Neben dem schönen Vägatlas gibt es noch http://www.badkartan.se, auf der die Schweden Badeplätze eintragen. Einige davon sind nicht auf dem Vägatlas und das kann ja von Vorteil sein.
    Letztes Jahr habe ich unterwegs eine Datei für Maps.me erhalten, die einige tausend “Vindskydds”-Hütten für Schweden enthält – nur für Android anscheinend. Manchmal sind diese auch mit dem Fahrzeug anzufahren und können sehr schön und einsam sein. Und oft markieren die Hütten indirekt auch schöne Wanderwege – bei Bedarf melden, dann schicke ich die Datei Ihnen zu.
    Grüße aus dem Südschwarzwald
    Tobias

    • Tom sagt:

      Oh, die Verantwortung. Was, wenn der 711 nun nicht richtig fährt? Dann bin ich es gewesen. Oh, oh.

      Aber der Tipp mit den schwedischen Badeplätzen ist super. Und in Schweden muss man auch keine Angst vor zu vielen Wohnmobiltouristen haben. Denn das Wasser ist kalt und das Land ist groß.

      Und die Hüttendatei für maps.me wäre auch toll. Zumindest für die nächste Kanutour.

  2. Tobias sagt:

    Hallo Tom,
    wie schick ich Ihnen die Hüttendatei?

  3. Tobias sagt:

    angekommen und brauchbar?

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