ᐅ Wohnmobil-Tisch selber bauen und ohne Stütze an die Decke hängen

Kurz vor dem Urlaub haben wir gemerkt, dass der erste, extra angefertigte Tisch zu klein und trotzdem zu sperrig ist und mussten uns daher schnell einen Wohnmobil-Tisch selber bauen.

Probleme bei Wohnmobiltischen

Dabei war die erste Lösung wie im MB 1124 schon höhenverstellbar und klappbar. Aber eben zu klein. Und zu unflexibel. Und zu sperrig. Da die Sitzgruppe im MB 711 während der Fahrt ja nun voll belegt ist, stört das Tischbein nur. Und auch mein Größenselbstbeschränkungsplan war vollkommen illusorisch. Wir sind einfach zu viele für so einen kleinen Tisch.

Wohnmobil Tisch: Profilösung mit Zentralfederbein

Wohnmobil-Tisch: Profilösung mit Zentralfederbein

Kann man einen Wohnmobil-Tisch selber bauen?

Ja, warum nicht. Gnadenlos haben wir am Abend vor dem geplanten Urlaub in Südfrankreich den Profitisch rausgeschmissen und einen neuen Tisch für unser Wohnmobil selber gebaut. Mit 100 x 110 cm in bewährter Größe. Und nochmal besser durchdacht. Schließlich ist der Tisch der Lebensmittelpunkt im Wohnmobil. Grundidee war nun, den Tisch in verschiedenen Höhen an der Decke aufzuhängen und an der Wand nur in 2 jeweils verschieden hohen Einhängstellen zu befestigen. Damit kann der Tisch sowohl zum Essen genutzt als auch zu einem weiteren großen Bett umgebaut werden. Und während der Fahrt wird die Tischplatte einfach ausgehängt und hinter der letzten Sitzreihe verstaut. Dann gibt es Beinfreiheit ohne Ende.

"Konstruktionszeichnung" zum Wohnmobil-Tisch selber bauen

“Konstruktionszeichnung” zum Wohnmobil-Tisch selber bauen

Doch natürlich hatte ich keine große Platte auf Lager. Also schnell 2 halbwegs passende Möbelbauplatten zugesägt und mit 2 Querverstrebungen verbunden. Mein Vierter hat unterdessen mit dem Stemmeisen die Stahlwinkel schön eingearbeitet, damit nichts kippeln kann.

Kinderarbeit beim Wohnmobil-Tisch selber bauen: Einarbeiten der Stahlwinkel

Kinderarbeit beim Wohnmobil-Tisch selber bauen: Einarbeiten der Stahlwinkel

Wohnmobil-Tisch an der Decke aufhängen

Die Halterung an der Wand übernimmt die blaue Armlehne. Zumindest bei der Nutzung als Tisch. In Schlafposition (wie im Foto) wird der Tisch mit den beiden Stahlwinkeln in 2 Möbelgriffe eingehängt. Auf der Gangseite übertragen 2 Ringösen mittels Stahlketten die Lasten zur Decke. Da oben sitzt in einem Kastenprofil dank meiner Nietmutternzange eine Einziehmutter mit einer Ringöse M8.

Wohnmobil-Tisch selber bauen: Aufhängung an Ketten in unterer Position

Erster Test: Aufhängung des selbst gebauten Tischs an Ketten in unterer Position

Mit Karabinern kann der Tisch in unterschiedlichen Positionen ein- oder auch ganz ausgehängt werden. Abgesehen von den beiden Standardpositionen zum Schlafen und Sitzen hat sich die teilkardanische Aufhängung besonders dann als sehr praktisch herausgestellt, wenn der Bus mal schief steht. Vor allem aber haben wir seitdem genug Platz am und auf dem Tisch – und zwar, ohne dass die Milch aus der übervollen Schüssel läuft. Und irgendwann werde ich außen am Bus zwei weitere Aufnahmepunkte schaffen, damit wir auch mal draußen am Tisch essen können. Dazu musste ich aber erst mal die Höhenentwicklung des Fahrgestells abwarten.

Ein selbst gebauter Wohnmobil Tisch - voll eingedeckt

Ein selbst gebauter Wohnmobil-Tisch – voll eingedeckt

Nachteil dieser Konstruktion ist eigentlich nur, dass die Tischplatte ziemlich schwer ist. Also bin ich schon eine Zeit lang auf der Suche nach einer schön leichten Carbonplatte😉. Denn wenn man schon einen Wohnmobil-Tisch selber bauen mag, kann man es auch richtig machen. Irgendwann…

Infos und Quellen zum Wohnmobil-Tisch selber bauen

  • Unverzichtbar für solche Arbeiten ist meine Nietmutternzange: Klick

Material, Zubehör und Werkzeuge sind selbst gekauft. Allerdings habe ich dann tatsächlich so eine superleichte Tischplatte bekommen. Als kostenloses Abfallstück von einem Blogleser. Sitzgruppe und Tischplatte sind in Aktion hier zu sehen…

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7 Antworten

  1. Tom sagt:

    Wahnsinn. Ich habe tatsächlich eine Carbonplatte bekommen! Mein Dank gilt dem edlen Spender…

  2. Vicky sagt:

    Hallo Tom,

    mir gefällt dein Blog wirklich richtig gut! Macht Spaß.

    Vicky

  3. B.S. sagt:

    Nachgebaut! Danke für die Idee.

  4. Katrin sagt:

    Hallo, in unregelmäßigen Abständen finde ich auf eure Seite, aktuell weil wir das Gefühl haben nicht mehr mit unserem Mobil fahren zu können – die entscheidenden Ideen fehlen – und das ist hier immernoch der Tisch – mitten im Raum – Mittelteil eines Bettes das aus reien besteht und gleichzeitig ist der Raum drunter Lagerfläche. Eigentlich bräuchten wir dür unseren Breitmauldüdo eine kompkett neue Idee um weiterhin freudvoll zu sechst darin zu reiseleben…falls du übwerschüssige Zeit und Ideen loszuwerden hast, dann lass uns in Kontakt kommen. Herzliche Grüße und Dank für deinme Berichte.
    Katrin

    • Tom sagt:

      Eine Großfamilie braucht vor allem viel Bewegungsfreiheit und keine verkleinerte Dreizimmerwohnung. Feste Tische gehören aus meiner Sicht genauso wenig in ein Familienwohnmobil wie Wandschränke, Festbetten und Duschkabinen. Alles überflüssig. Baut ein Aufstelldach und ein Hubbett. Macht aus Wandschränken Hängeschränke und darunter eine Sitztruhe. Reißt die Dusche raus und baut den Tisch um. Verstaut das Gepäck in Netzen, am Heck und auf dem Dach. Und schon gibt es nach ein bisschen Arbeit wieder Licht, Luft und Raum. Und der wunderschöne Breitmaul-613er wird noch lange Freude machen…

  5. Jonas sagt:

    Hallo Tom,

    kleiner Hinweis von mir:
    ich arbeite da wo der edle Spender mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit die “Carbonplatte” her hat. Wenn die Decklagen wirklich Carbon sind wäre die korrekte Bezeichnung CFK-Sandwichplatte
    Eine echte Carbonplatte wäre massiv und wenn sich ein Leser deines Blogs eine solche in tischtauglicher Stärke besorgt hätte es nicht mehr viel mit Leichtbau zu tun. 😉

    Grüße
    Jonas

    • Tom sagt:

      Vielen Dank für die Korrektur meiner unzulänglichen Kenntnisse in der modernen Materialwirtschaft. Für mich ist Carbon halt alles, was leicht und unbekannt ist. Aber stimmt schon. Letztlich ist die Tischplatte nur irgendein Papier in Wabenform mit einer quer obendrauf verklebten Schutzschicht. Ich wüsste jedenfalls gern, wo man das Zeug kaufen kann. Das Material wäre perfekt für den Möbelbau. Leicht und stabil. Oder man nimmt am Ende nur die beiden dünnen Decklagen und schäumt den Hohlraum aus. Da gibt es sicherlich noch viele coole Dinge zwischen Himmel und Erde, von denen ich keine Ahnung habe.

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