ᐅ Dolomiten: 12 Stunden Zugverspätung auf der Heimreise

Nach einer eisigen Dolomitennacht im Zelt brauchen wir wegen Zugverspätung ein Hotel in München und schwelgen dank der Bahn im Luxus.

Eisiger Morgen in Wolkenstein

Obwohl wir am Grödner Joch, an der Sella und gestern an der Plattkofelhütte wesentlich höher biwakiert haben, ist erst unterhalb des Langkofels das Zelt zum ersten Mal gefroren und jeder Wassertropfen vereist.

Zugverspätung am Brenner und Bahn-Hotel in München als luxuruöse Entschädigung

Gehe trotzdem barfuß zum Flüsschen nebenan. Denn mit vorgekühlten Füßen ist das Morgenbad nur halb so kalt.

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Bauen dann das Zelt ab und laufen ohne Frühstück runter nach Wolkenstein.

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Schaffen wir das noch, vor der Busabfahrt zum Bäcker zu gehen? Klar, aber ein bisschen Beeilung. Übertreibe dann beim Einkauf. Aber das ist nach so einer Wanderung typisch.

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Goldener Herbst in Brixen

Sind dann zwei Minuten vor dem Bus an der Haltestelle und lassen uns nach Brixen kutschieren. Unten im Eisacktal ist es 20° wärmer als oben in den Bergen. So kann man es aushalten.

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Bis zur Zugabfahrt ist noch genügend Zeit für ein ausgiebiges Frühstück und die Besichtigung des Doms von Brixen. Auch hübsch.

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Zugverspätung über den Brenner

Nach dem Mittagessen ein Spaziergang zum Bahnhof. Doch unser Zug hat 20 min Verspätung. Geht ja noch. Die Gegenrichtung schon 85 Minuten. Aber das interessiert uns erstmal nicht. 15:26 Uhr. Der EuroCity 84 von Venedig nach München läuft ein.

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Oben auf dem Brenner hält der Zug länger als gewöhnlich. Irgendwann die Durchsage, dass es auf dem Gegengleis einen Notarzteinsatz gibt. Und da das Personal vom Gegenzug unseren Zug zurück nach München fährt, stehen auch wir zwei Stunden. Statt um 16:00 Uhr rollt der Zug erst 17:56 Uhr wieder los.

Puh, das wird spät in München. Checke schon mal alle Optionen durch. Doch da bleibt nicht viel übrig, um nach Hause zu kommen. Wird wohl auf ein Hotel in München hinauslaufen.

Wir lassen uns aber weder stören noch ärgern und spielen Skat. Ist doch schön im Zug. Doch in Rosenheim endet der Zug vorzeitig. Klar, denn der nächste Eurocity fährt nur 4 Minuten hinter uns. Also wird unser Zug hier von der Schiene genommen und wir müssen in den nächsten Zug. Der ist jetzt ordentlich voll.

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Großzügige Entschädigung der Bahn

Steige mit den Jungs allerdings mit Bedacht ganz vorn im ersten Waggon ein, damit wir in München die Ersten am Bahnschalter sind. Der Plan geht nicht ganz auf. Wir sind die Zweiten.

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Hatte mich schon darauf eingestellt, dass die Bahn mit höherer Gewalt argumentiert. Aber es gibt keine Diskussion und wir bekommen einen Hotelgutschein als Entschädigung. Kriegen dazu den halben Fahrpreis zurück. Das von der Bahn wohl gleich im Paket angemietete Hotel liegt direkt gegenüber. Ein nobles Ding. Da lässt sich die Bahn echt nicht lumpen.

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Und auch da sind wir zum Glück die Vorhut der ganzen liegengebliebenen Bahnreisenden. Es geht also alles sehr schnell und wir bekommen sogar zwei Zimmer. Das ist allerdings ein Problem, denn wer darf das Einzelzimmer kriegen? Naja, losen wir halt.

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Und dann genießen wir den unerwarteten Luxus doch gemeinsam. Allerdings im hübscheren Einzelzimmer. Na toll, da werde ich wohl die nächsten Dolomitenfahrten nicht mehr um dieses Hotel herumkommen. Dabei wollte ich schon immer mal im Englischen Garten zelten.

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Heimfahrt mit 12 Stunden Verspätung

So ein Hotel direkt am Bahnhof hat auch Nachteile. Denn schon früh 06:00 Uhr rumpelt die Straßenkehrmaschine vorbei. Aber die Jungs wollen sowieso mit dem ersten ICE nach Hause fahren und sind schon wach. Da können wir auch gleich aufstehen und noch die Einladung der Bahn zum Frühstück annehmen.

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Trotz des fürstlichen Buffets halten wir uns nicht lange mit dem Frühstück auf und flitzen schnell rüber zum Bahnhof.

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Der ICE ist schon gut gefüllt.

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Zur Erhaltung der geistigen Flexibilität buche ich ja nie Platzkarten. Trotzdem finden wir auch heute ein schönes Plätzchen zum Skat spielen.

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So geht das bis nach Hause. Bahnfahren ist eben schön. Gerade mit Zugverspätung und Hotelübernachtung. Die Kinder jedenfalls wollen seit Jahr und Tag nichts anderes als mit der Bahn ins Dolomitenbiwak fahren. Das gehört zum Abenteuer einfach dazu.

Infos zur Bahnfahrt und zur Zugverspätung

  • Nach Italien oder von Italien nach Deutschland bezahlen ein Erwachsener und 2 Kinder mit dem Europaticket der Bahn bei rechtzeitiger Buchung 59 €.
  • Bei einer Zugverspätung ohne Anschlussmöglichkeit bezahlt die Bahn das Hotel und erstattet den halben Ticketpreis.
  • Hier geht es zur Packliste der gesamten Biwak-Ausrüstung.

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