Norwegen: Waldpiste zur Hardangervidda

Waldpisten sind in Norwegen so eine Sache und ich verfranse mich auf dem Weg über die Berge zur Hardangervidda.

Waldpisten in Norwegen

Waldpisten in Norwegen

Helle Nächte im Aufstelldach

Die erste Nacht in Norwegen ist ruhig. Im Hubbett kann man ja das Oberlicht ausstellen und mit einem Mückennetz schützen. Der Jüngste schläft auf dem Sofa. Und die Dachschläfer sind durch das frisch reparierte Mückennetz geschützt. Dazu wird aber immer das Zelt hochgezogen, damit die beiden nicht allzu zeitig von der Sonne geweckt werden. Von den dummen kleinen Fliegen ist früh nichts mehr zu merken. Selbst der Bach führt nun wesentlich mehr Wasser, so dass ich ganz angenehm baden kann.

Wohnmobil Mercedes 711 mit Aufstelldach in Norwegen

Wohnmobil Mercedes 711 mit Aufstelldach in Norwegen

Sokna Gravelroad

Nach dem Frühstück um 11:00 Uhr Start auf der kleinen Nebenstraße.

Norwegen Sokna

Norwegen Sokna

Will mal versuchen, ob wir von Sokna auf Waldpisten über die Berge kommen. Also direkt über die Berge, nicht irgendwie untendurch oder außenrum. Die Straße wird schon bald zur Gravelroad und immer hübscher. Links tiefe Seen, rechts dunkle Wälder, dazwischen die staubige Piste. Ähm, sind die Heckfenster zu?

Piste Haugelva in Norwegen

Piste Haugelva in Norwegen

Dann verzweigt sich die Piste und wird steil. Und genau am steilsten Stück liegt ein Baum quer.

Baum quer auf der Piste Haugelva in Norwegen

Baum quer auf der Piste Haugelva in Norwegen

Ich will schon aufgeben, aber der schwarze Block räumt den Baum weg. Echt erstaunlich, was so eine kleine Handkettensäge leistet.

Handkettensäge im Einsatz

Handkettensäge im Einsatz

Ich rolle in der Zwischenzeit noch mal runter, weil die Handbremse so steil nicht hält. Muss die unbedingt mal nachstellen. Dann steigen alle ein und ich mache es wie gehabt mit Schwung.

Waldpiste Gulsvik

Waldpiste Gulsvik

Komme auch glücklich oben an und die Piste schlängelt sich weiter durch den Wald.

Waldpiste Gulsvik in Norwegen

Waldpiste Gulsvik in Norwegen

Passiere dabei eine Schranke, aber die ist offen. Die Richtung stimmt, und als der Weg ausgewaschen wird, macht das der Bus mit den Zwillingsreifen ganz souverän. Eine Untersetzung wäre geil, aber Allrad ist am Mercedes Vario echt überbewertet.

Piste zur Hardangervidda

Piste zur Hardangervidda

Pistensperrung

Oben dann ein kleines Häuschen, wo aber niemand ist. Dann über die Wasserscheide und auf der anderen Seite runter. Hoch ist ja immer kein Problem. Wenn der allradlose Bus da versagt, ein dicker Baumstamm quer liegt oder die Piste sonstwie unpassierbar ist, komme ich rückwärts immer wieder runter.

Bergrunter sieht das anders aus, denn Traktion und Übersetzung des Mercedes 711D sind im Rückwärtsgang wesentlich schlechter. Und man kann ja nie ausschließen, dass man wieder rückwärts zurück muss. Denke also eine abschüssige Piste immer rückwärts.

Aber hier wird die Piste immer besser. Sehe schon den großen See der Hoffnung, aber davon trennt uns eine Schranke. Und die ist diesmal zu.

Schranke auf der Waldpiste Gulsvik

Schranke auf der Waldpiste Gulsvik

Könnte mir zwar freie Bahn schaffen, aber das ist ja kein Notfall. Und so fahre ich zurück. Will erst direkt vor der Schranke wenden, bleibe aber fast im Graben hängen. Nee, das ist zu eng. Muss also doch die steile Piste einen Kilometer rückwärts hoch und an einer Einmündung wenden. Bin auf der nun schon bekannten Gravelroad aber wider Erwarten viel schneller über den Berg zurück.

Mercedes 711D auf der Waldpiste Gulsvik

Mercedes 711D auf der Waldpiste Gulsvik

Es gibt sogar eine kleine Abkürzung zur Schnellstraße 7. So ein Tunnel unter dem Berg hat auch Vorteile, denn da können wir an einem Rastplatz noch Wasser tanken. Aber im Zweifel würde ich immer eine Waldpiste vorziehen.

Tunnel der E7 nach Gulsvik

Tunnel der E7 nach Gulsvik

Pålsbufjorden Norwegen

In Nesbyen Mittagspause am Einkaufszentrum. Die Nesbyen Mall scheint bei Reisebussen sehr beliebt zu sein, denn es gibt große Toiletten und einen Supermarkt. Im Laden stehen Hinweise sogar auf Chinesisch. 16:00 Uhr sind wir wieder auf der Straße und kürzen die E7 durchs Hochgebirge zum Pålsbufjorden ab. Nebenbei lauschen wir Old Shatterhand, wie er gerade Blutsbruder Winnetous wird. Das passt.

Pålsbufjorden Norwegen

Pålsbufjorden Norwegen

Hardangervidda

Jetzt nimmt auch die Hüttendichte zu. Geilo scheint zur Gänze aus Ferienwohnungen und Ferienhütten zu bestehen. Sind alle im selben Stil zur selben Zeit mit selbem Gründach gebaut, fügen sich aber ganz gut in die Hardangervidda ein. Am Horizont grüßen die ersten weißen Berge.

Ferienhaussiedlung auf der Hardangervidda bei Geilo

Ferienhaussiedlung auf der Hardangervidda bei Geilo

Zwischendurch geht auch mal ein kräftiger Schauer nieder, aber sonst ist das Wetter auf der Hardangervidda recht sommerlich.

Regen auf der Hardangervidda

Regen auf der Hardangervidda

Parkplatz am Lægreidvatnet an der Hardangervidda

Oben im kargen Hochland der Hardangervidda zeigen die Schneestangen allerdings, was im Winter auf der Hardangervidda los ist. Und obwohl es auch im Sommer nicht viel zu sehen gibt, ordne ich am Lægreidvatnet eine Wanderung zum nächsten Hügel an.

Parkplatz am Lægreidvatnet an der Hardangervidda

Parkplatz am Lægreidvatnet an der Hardangervidda

Ist aber eine dumme Idee, weil es keinen Weg gibt und wir nicht durch Moos und Flechten laufen wollen, weil man das im Fjell nicht machen soll.

Moose und Flechten auf der Hardangervidda

Moose und Flechten auf der Hardangervidda

Aber man kann ganz gut über die lose hingeworfenen Felsblöcke hopsen.

Felsen der Hardangervidda am Lægreidvatnet

Felsen der Hardangervidda am Lægreidvatnet

Aussicht, Wetter und Umgebung sind phänomenal.

Suchbild mit Mercedes 711D auf der Hardangervidda

Suchbild mit Mercedes 711D auf der Hardangervidda

Und die Schneeballschlacht tut auch mal allen gut.

Sommerliche Schneeballschlacht auf der Hardangervidda

Sommerliche Schneeballschlacht auf der Hardangervidda

Obwohl es mir auf der Hardangervidda super gefällt und es ja auch schon 19:40 Uhr ist, finden es meine „Kinder“ dann doch alle zu karg hier auf der Hardangervidda.

Wolken über der Hardangervidda

Wolken über der Hardangervidda

Dabei hätte ich der Einfachheit halber gleich hier übernachtet. Abends lässt der Verkehr auf der Hardangervidda doch deutlich nach und ein Bad im Lægreidvatnet wäre dann auch noch drin.

Lægreidvatnet

Lægreidvatnet

Stellplatz Vøringsfossen

Aber so fahren wir weiter runter. Ist ja nicht mehr weit bis zum großen Wasserfall Vøringsfossen. Schon von weitem sehen wir den Sprühnebel über dem Tal. Der Parkplatz ist gut gefüllt mit Wohnmobilen, aber darauf bin ich gedanklich schon lange vorbereitet. Los jetzt, schnell zum Wasserfall, bevor es wieder regnet.

Norwegen Vøringsfossen

Norwegen Vøringsfossen

Ist schon beeindruckend, wie die Wassermassen des Vøringsfossen zu Tal strömen.

Vøringsfossen

Vøringsfossen

Neben den Wassermassen begeistern mich aber vor allem die kunstvoll hergestellten Geländer sowie die nicht ganz schwingungsfreie Brückenkonstruktion.

Brücke über den Vøringsfossen

Brücke über den Vøringsfossen

Man merkt richtig, wie die Brücke durch den Luftdruck der Wassermassen schwingt. Und als ich die Bewegungsfugen zeige, ist das Erstaunen groß und der Griff am Geländer noch etwas fester. Da freut man sich über seine Sicherheitsschuhe.

Brückenkonstruktion mit Dehnfuge am Vøringsfossen

Brückenkonstruktion mit Dehnfuge am Vøringsfossen

22:45 Uhr sind wir zurück auf dem Parkplatz, der immer noch nicht leerer geworden ist und auch nicht leerer werden wird. Aber das wusste ich ja vorher. Und ich bin ja Teil des Ganzen.

Wohnmobilstellplatz Vøringsfossen

Wohnmobilstellplatz Vøringsfossen

Sokna – Gulsvik – Nesbyen – Tunhovdvegen – Bruvoll – Geilo – Ustaoset – Haugastøl – Hardangervidda – Vøringsfossen | Norwegen | 260 km | 2.006 km

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert