Finnskogen: Wald der Finnen zwischen Norwegen und Schweden
Der Finnskogen ist ein spärlich besiedelter Wald, in dem sich vor 400 Jahren finnische Auswanderer niedergelassen haben.
Suppeln auf dem Mjøsa-See
Die Züge hinter dem Stellplatz am Mjøsa-See waren doch nicht so nervig wie gedacht. Und auch vom gestern angekündigten Hochwasser im Gudbrandstal ist weit und breit nichts zu sehen. Sind alle richtig enttäuscht darüber.
Aber ist ja auch gut so. Gehen also baden bzw. fahren mit dem SUP auf den Mjøsa-See raus.
Schwimmen ist bei 18 Grad Wassertemperatur auch recht angenehm. Nebenbei läuft der Backofen mit einer Mischung norwegischer Körnerbrötchen.
11:20 Uhr klappt mein Vierter das Aufstelldach ein. Hab selbst gar keine praktische Erfahrung mehr, weil immer er das macht. Meine Aufgaben sind Vorwärmen der Maschine, Hubbett und Streckenplanung. Stelle wegen der Unsicherheit mit meiner Mautbox die Navigation diesmal ganz auf Mautvermeidung. Muss also immer mal wieder von der Autobahn runter und dann wieder hoch, was natürlich alles ein bisschen dauert. Hab aber sowieso noch keinen Bock, nach Hause zu fahren, da passt das ganz gut.
Glomma, Westgrenze von Finnskogen
Nach Überquerung der Glomma tauschen wir die letzten norwegischen Pfandflaschen in eine Zimtschnecke um. So richtig in Norwegen sind wir hier schon gar nicht mehr, denn die dünn besiedelte Kieferngegend zwischen Norwegen und Schweden ist der Wald der Finnen, Finnskogen.
Hier könnte man sich mit dem Wohnmobil recht kommod an einen der vielen kleinen Seen stellen, aber wir machen nur Mittag. Will zum Klarälven, der Finnskogen im Osten abschließt und ab Sysslebäck ein schöner Paddelfluss sein soll. Aber erstmal Mittagessen am Vermundsjøen.
Direkt nebenan steht die Åsnes Finnskog Kirche. Immer noch in Norwegen, aber eben im autonomen Gebiet Finnskogen.
Die Moltebeere aus Finnskogen
Da kommt ein leutseliger Amerikaner, der seit 30 Jahren in Finnskogen wohnt, und erzählt mir seine ganze Lebensgeschichte. Wirklich die ganze. Am Ende schenkt er uns eine Moltebeere, die selten und teuer ist. Allen ist sofort klar, dass diese Kostbarkeit unserem Fruchtzwerg zusteht. Er verspeist die einzelne Moltebeere dann auch genussvoll und findet den Geschmack mirabellig, nur nicht so sauer.
Klarälven bei Sysslebäck in Schweden
Im schwedischen Finnskogen ist es nicht mehr weit bis zum Klarälven. Das ist der Paddelfluss, in den ich eigentlich am Urlaubsanfang einsetzen und eine Woche paddeln wollte. Bin aber dann wegen einer Regenperiode auf die Norwegenrunde umgeschwenkt. In Skandinavien muss man immer schön flexibel bleiben. Heute aber wäre perfektes Paddelwetter am Klarälven.
Muss mir mal die geplante Einsetzstelle anschauen und mache um 17:00 Uhr ohne Rücksprache den Motor aus. Darüber sind alle ganz empört. Aber nein, ich fahre heute nicht schon „nach Hause“.
Nach einer umfangreichen Diskussion entwickelt sich der Abend dann aber doch noch sehr angenehm. Nebenan steht nämlich ein schwedischer Professor von der Högskolan i Borås, der nicht nur über das Angeln redet, sondern auch Werbung für den Textilingenieur als Beruf macht. Wir quatschen etwas länger, auch wenn sich dadurch das Abendbrot verzögert.
19:30 Uhr gibt es noch ein Flussbad und dann erst Abendbrot, vor allem aber endlich wieder einmal ein schönes Lagerfeuer mit Würstchen und hartem Norwegerbrot.
Um 0:30 Uhr erscheint der Mond und wir verschwinden in den Betten.
Der Professor aber steht noch im Fluss und wirft die Rute aus. Wir haben nämlich gelernt, dass die vor allem gut beißen, wenn es dunkel ist. Und jetzt wird mir auch klar, warum er ganz am Anfang gefragt hat, ob die Fische springen würden. Denn er betreibt Fliegenfischen. Wobei, kann das sein? Wie sehen die Fische denn im Dunkeln die Fliegen? Oder hab ich da was falsch verstanden?
Kvitsand – Moelv – Hamar – Elverum – Braskereidfoss – Sønsterud – Åsnes Finnskog Kirke – Sysslebäck | Schweden | 187 km | 2.962 km












