ᐅ Moni Simonos Petras: Schönstes Athos-Kloster

Das Kloster Simonos Petras steht wie kein anderes für Mächtigkeit, Schönheit und Besonderheit der Mönchsrepublik Athos.

Morgendlicher Mönchsgesang im Kloster Simonos Petras

6:30 Uhr. Irgendwie ist mir, als ob ich die Mönche singen hörte. Noch mal die Ohren spitzen. Nein. Oder doch? Egal, jetzt bin ich wach, da kann ich auch aufstehen und mal nachsehen.

Ziehe die seriösen, extralangen Sachen an, kämme mir ordentlich die Strubbelhaare und schleiche mich ins Kloster Simonos Petras. Ziemlich unheimlich hier. Niemand weit und breit zu sehen. Nur der Gesang schwebt durch die leeren Gänge.

Ein Schild weist den Weg zur Kirche. Wird ja nicht verboten sein, dem Pfeil zu folgen

Gehe also dahin und höre schon die Mönche singen. Vor der Kirche sitzt ein älterer Mönch, der bestimmt nicht mehr stehen kann. Ich mach’s ihm nach, setze mich auf die Eingangsstufen zur Kirche und senke den Kopf wie er. Hoffe, dass ich so unsichtbar bin. Ist wirklich hübsch, wie die Mönche singen. Selbst draußen vor der Kirche noch.

Aber ich traue mich nicht hineinzugehen. Da will ich lieber erstmal nachfragen. Denn wir rütteln durch unsere unbekümmerte Anwesenheit sicherlich so schon an den Grundfesten der Orthodoxie. Da bin ich lieber vorsichtig. Will ja schließlich niemandem zu nahe treten. Und so empört es mich schon, dass gerade jetzt die Lüftungsanlage anläuft.

Reitwege im Kloster Simonos Petras

Jetzt ist mir die ganze Religiosität zunichte gemacht. Da kann ich auch wieder gehen und ein bisschen herumschleichen. Mag ja immer die Details in solch großen, alten Bauten.

Aber das Große und Ganze ist natürlich auch schön. Und die Aussicht erst. Ganz hinten der Mount Athos mit seinen 2.033 m.

Auf den Hauptwegen durchs Klosterinnere könnte man glatt reiten.

Innen wie außen. Wirklich sehr sehenswert.

Außenansicht des Klosters Simonos Petras

Aber ich will nicht indiskret sein. Draußen rund um das Kloster Simonos Petras fühle ich mich wesentlich wohler.

Auch wenn man da erst recht kritisch beäugt wird.

Es gibt ja aber auch eine Menge Postkartenblicke auf das Kloster Simonos Petras. Überhaupt dominiert dieses Kloster die Bildsprache der ganzen Mönchsrepublik Athos.

Das schönste Bauwerk des ganzen Klosters Simonos Petras ist für mich aber die kleine Friedhofskapelle mit der wie üblich aus Steinplatten gedeckten, runden Dachkuppel. Eine fantastische Arbeit. Wenn halt jeder Mönch an jedem Tag einen Stein bewegt, kommen über 800 Jahre schon ganz schöne Bauwerke zusammen.

Was mir am Kloster Simonos Petras auch gefällt, sind die Trittstufen in den Terrassenmauern. Das sind grob gehauene, eingemauerte Natursteinplatten. Finde die erst nicht so vertrauenerweckend. Aber was schon hunderte Jahre gehalten hat, wird ja nun wohl nicht gerade heute abbrechen.

Kloster hoch über dem Meer

Klettere hinter dem Friedhof durch die Macchie weiter die Felsen hoch, um auch für mein Handy einen brauchbaren Fotospot zu finden. Hätte gern Kloster und Meer auf einem Foto. Das ist von hier oben nämlich gar nicht so einfach.

Die Büsche rund um das Kloster Simonos Petras sind vielleicht stachelig.

08:20 Uhr sitze ich auf einem passenden Felsvorsprung und muss jetzt nur noch warten, bis die Sonne rumkommt. Zum Glück ist das Wichtigste dabei: Die Powerbank. Höre hier inmitten kleiner Steineichen immer noch den Chorgesang. Jetzt ist auch die Lüftungsanlage wieder aus und nichts verfälscht den Musikgenuss.

Und hier ist das Foto mit Meer und Kloster. Rechts oben ist sogar der kleine Kirchturm zu sehen.

Die Anlage von Kloster Simonos Petras

Kurz vor neun Uhr sind jedenfalls alle Fotos gemacht, alle Ausblicke genossen und alle Hände zerkratzt. Zurück zum Bus.

Muss aber erstmal von meinem Felsen runterklettern.

Ach, ist es nicht schön. Das Kloster Simonos Petras ist wirklich eines der wenigen, die von jeder Seite fantastisch aussehen.

Komme wieder raus auf den Klosterhof.

Gehe noch ein paar Höhenmeter und bin wieder am Bus. Von hier ist das Kloster Simonos Petras auch nicht zu verachten.

Führung durchs Kloster Simonos Petras

Technikräume

Nach Frühstück und Unimog-Reparatur bekommen wir dann noch eine offizielle und sehr individuelle Führung durchs Kloster. Es scheint sich schon herumgesprochen zu haben, dass die Feuerwehr wieder läuft und die Mönche sehen uns jetzt alle ganz anders an. Eigentlich haben wir doch etwas ungewohnte Gastarbeiter erst jetzt das Zutrauen gewonnen.

Die Führung durchs Kloster Simonos Petras beginnt dann auch recht ingeniermäßig in den neu errichteten Gebäuden mit der Energietechnik, den Werkstätten und dem äußeren Gästehaus. Dann geht es unter den Vorhof in die Hackschnitzellagerung und Heizzentrale sowie die Großküche. Hier leben immerhin 50 Mönche und es gibt täglich noch 20 Besucher. Anschließend geht’s hoch auf sie umlaufende, mehrstöckige Balkonage.

Kirche und Speiseraum

Von da in die Kirche. Gbt riesige, frisch erstellte Wandgemälde, dazu goldene Kronleuchter, die sich auch drehen können. Das hier ist aber nur der Speiseraum. Hier sitzen nach einer bestimmten Sortierung die Pilger und die Mönche, während von einer Kanzel heilige Texte vorgelesen werden. Wenn der Abt am Kopf der Tafel das Essen einstellt, müssen alle aufhören.

Daneben noch eine Küche.

Umlaufende Balkonage

Am besten gefallen mir aber die umlaufenden Balkone ganz oben am Kloster. Die geben dem festungsartigen Bauwerk so eine leichte, verspielte Note. Dazu sitzen überall junge Mauersegler und warten auf den Abflug.

Und es gibt sogar extra einen Aufzug aus dem Garten. Der Gärtner läutet oben ein Glöckchen und dann kann die Küche den Korb mit den Kräutern hochziehen. Neben diesem praktischen Aspekt ist die Aussicht von den Balkonen nicht nur eine Gemüsegarten fantastisch. Dazu weht immer ein frischer Wind vom Meer. Sehr nice.

Man darf halt nur nicht so direkt runterschauen.

Glockenturm

Ganz oben auf dem Kloster Simonos Petras, so 300 m über dem Meer, treten wir recht unvermittelt auf eine großzügige Dachterrasse.

Recht gegensätzlich zum weiten Meerblick ist die Enge im Innenhof des Klosters Simonos Petras. Die Kirche passt da aber gerade so rein.

Jetzt aber rauf auf den Glockenturm.

Die Glocken im Turm sind nicht so auf einen tiefen als vielmehr auf einen melodischen Klang ausgelegt.

Dabei wird ds ganze Geläut mit diesen Hebeln gespielt.

Beim Rundgang gibt es natürlich immer die schöne Aussicht ringsum. Habe allerdings kaum Zeit, mir alles richtig anzuschauen.

Schließlich muss ich auch noch den Erklärungen zuhören. Hab mir noch gemerkt, dass das Kloster dreimal abgebrannt ist und immer wieder aufgebaut wurde. Dazu gibt auf Athos eine Art Denkmalschutzbehörde, die geplante Baumaßnahmen prüft, genehmigt und auch Details der Ausführung festlegt. Zum Beispiel müssen genau die Steine aus dem gleichen Steinbruch wie die Steine des Hauptgebäudes verwendet werden. So ist der Schutz der Klosteranlagen auch optisch gewährleistet.

Okay, das war’s mit der offiziellen Klosterbesichtiging. Raus aus dem Glockenturm.

Vom Kloster zum Hafen Arsanas Simonos Petras

So langsam haben wir alles gesehen vom Kloster Simonos Petras.

Während die Jungs mit dem Minifahrrad auf der Piste unterwegs sind, will ich am Abend noch den anderen, westlichen Weg zum Meer gehen.

Der kleine Weg ist noch viel besser als der Hauptweg und führt schattig und kühl durch dichten Wald. Wie erwartet gibt es immer wieder wundervolle Aussichten auf das mächtige Kloster Simonos Petras, das im Abendlicht wie eine uneinnehmbare Festung aussieht.

Simonos Petras ist eindeutig mein Lieblingskloster auf Athos.

Es hat echt was, wie das Kloster oben auf Simons Felsen sitzt.

Hinten der Mount Athos, unten der Hafen (Arsanas) von Simonos Petras.

Bin schon bald unten am Hafen von Simonos Petras.

So ein Kloster scheint früher auch öfter mal angegriffen worden zu sein. Der Hafenturm ist jedenfalls festungsartig ausgebaut.

Die ganzen Anlagen werden zwar noch als Hafen genutzt, aber nicht mehr die Gebäude.

Auch sonst ist hier unten am Hafen von Simonos Petras niemand anzutreffen.

Wenn die Fähre interessiert, der kann sich ja hier mal am Fahrplan schlau machen

Dafür gibt es schöne Weintrauben und letztlich auch einen versteckten Platz zum Baden.

Vielleicht findet sich ja wieder mal ein Mönch, der hier unten einzieht.

Mir jedenfalls gefällt dieses Traumgrundstück am Wasser.

Wandere anschließend wieder über den Hauptweg zurück zum Kloster.

Und auch hier kann man es drehen und wenden wie man will, das Kloster sieht von jeder Seite extraordinär aus.

Kurz vor 20:00 Uhr bin ich zurück und kann noch schnell einen Blick in den Souvenirshop werfen. Aber ich werde mir ganz bestimmt keine Ikonen kaufen. Gerade bei den Darstellungen von der Jungfrau Maria mit dem kleinen Jesus sieht man, dass die Künstler sowas noch nie in echt gesehen haben. Da stimmt einfach nichts

Die Jungs warten schon und wir machen Abendbrot. Dann quatsche ich noch mit den Serben und die Jungs gehen schon mal vor in die Garage.

Wir machen einen Kinoabend am Handy und haben natürlich einen klösterlichen Aufpasser.

Dann ist Bettzeit. Ich sitze allerdings noch ein bisschen draußen auf den warmen Steinen und beobachte den fantastischen Sternenhimmel. Dazu zirpen die Grillen und rauscht das Wasserkraftwerk. Ist schön hier am Kloster Simonos Petras.

Leider müssen wir morgen wieder mit der Fähre von Dafni nach Ouranoupoli und aufs Festland fahren.

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