861 km BMW R100 GS: Nur mit Lenkererhöhung und Fußrastenadapter
Die Sitzposition der BMW R100GS verbessert sich mit Adaptern für Lenkererhöhung und Fußrastentieferlegung langstreckentauglich.
Schlechte Sitzposition auf der originalen BMW R100GS
So schön wie meine 1990er Paris-Dakar ist, aber auf der GS sitze ich wie eine Biogurke. Krumm, blass und mit einigen Druckstellen. Klar, im Vergleich zur bockigen 690er KTM fühlt sich die gummimäßige GS erstmal bequem an. Aber auf längeren Strecken kriege ich bei der komischen Sitzposition auf der BMW R100GS einen Krampf. Der Knickwinkel am Knie ist einfach viel zu klein, weil die Fußrasten durch den Boxer zu weit hinten sitzen.
Probleme beim Stehendfahren
Was mich bei meiner BMW R100GS Paris Dakar auch stört, ist die völlig verquere Ergonomie beim Stehendfahren. Es sind nämlich nicht nur die Füße viel zu weit hinten, sondern auch der Lenker sitzt zu weit vorne und zu tief. Da kriege ich es nicht nur im Kreuz, sondern hänge über dem sowieso schon schweren Tank. Ich muss aber im Gelände bequem aufrecht stehen und mein Gewicht weit nach hinten verlagern können. Und zwar auch mal über längere Zeit.
Tieferlegung der Fußrasten
Für die Fußrasten gibt es zum Glück ein ganz einfaches, schnell montiertes Tieferlegungsset. Ausgedacht und passgenau hergestellt von MV Motorrad aus feinstem Aluminium.
Vor allem haben die Fußrastenadapter zur Tieferlegung eine KBA-Freigabe mit allgemeiner Betriebserlaubnis. Deutsche Qualitätsware eben.
Nur bei der Bestückung der Fußrasten mit Aufklebern hat jemand nicht aufgepasst. Geliefert wurde völlig richtig eine linke und eine rechte Klappfußraste.
Beschriftet sind beide breiteren Fahrerfußrasten aber mit rechts. Egal, das kriege ich hin.
Vor der Montage probiere ich noch die BMW-Fußrasten und die passen genauso in die Fußrastenadapter. Die originalen Fußrasten der BMW GS haben zwar mehr Grip, sind aber schmaler.
Da sind die breiteren Fußrasten aus dem Zubehör schon besser, weil ich auf Langstrecke auch mal die Position wechseln kann. Und Grip kann ich notfalls mit der Flex verbessern.
Höherlegung des Lenkers der BMW R100GS
Die Tieferlegung der Fußrasten allein ist zwar beim Straßenfahren sehr bequem, reicht aber für eine gute Position beim Stehendfahren nicht aus. Also muss noch der Lenker hoch. Original ist der Rundlenker meiner BMW R100GS mit zwei Klemmböcken verschraubt.
Für die Höherlegung des Lenkers gibt es von MV Verholen einen Adaptersatz mit ABE. Dieser Adapter für die Lenkererhöhung wird anstelle des Lenkers auf dem Steuerkopf verschraubt.
Der originale Lenker kommt dann in die beiden Aufnahmeböcke des Adapters. Die Montage der Lenkerhöherlegung ist eine Sache von 10 Minuten. Aber wie in der Montageanleitung empfohlen ist es tatsächlich besser, die Sache zu zweit zu erledigen. Der Lenker mit dem ganzen Klimbim dran ist einfach zu unhandlich.
Bei der Montage der Lenkerhöherlegung muss man eigentlich nur auf die ausreichende Länge der Elektroleitungen achten sowie darauf, dass der Bremsflüssigkeitsbehälter keine Luft zieht. Aber das ist alles überschaubar. Dazu bin ich an solchen Bauteilen wie dem Lenkeradapter Fan von chemischer Schraubensicherung.
Mit den präzise gefertigten, formschönen Lenkeradaptern lässt sich die BMW R100GS endlich auf die individuellen Bedürfnisse einstellen.
Die beiden Lenkeradapter verbessern die Flexibilität des Lenkers nach vorne und oben und hinten drastisch.
Winkel von Kupplung und Bremse einstellen
Beim Stehendfahren ist es wichtig, dass ich Kupplung und Bremse erreiche, ohne mir die Hände verrenken zu müssen. Dazu hat die BMW R100GS eine kleine Inbusschraube, mit der man die Position handgerecht einstellen kann.
Test Lenkererhöhung und Fußrastenadapter
Langstreckentest der Sitzposition
Ist erstaunlich, wie viel die tieferen Fußrasten und ein angepasster Lenker für den Sitzkomfort der BMW R100GS ausmachen. Ich sitze nun ohne die dummen geknickten Knie viel bequemer.
Der nächste Vergleich zeigt nochmal den Unterschied vor und nach Montage der Fußrastenadapter sowie der Lenkererhöhung. Ich habe nun fast ideale 90° am Knie.
Hab jedenfalls nach Tieferlegung der Fußrasten und Höherlegung des Lenkers ein ganz neues Motorrad. Und nun sind auch Langstrecken überhaupt kein Problem mehr. Bin zum Test der umgebauten BMW R100GS gleich 861 km von Texel nach Dresden an einem Stück gefahren.
Test beim Stehendfahren im Sand
Kann dazu meine BMW R100GS ziemlich bequem im Stehen fahren. Klar, das ist nur fast KTM-Niveau, aber damit macht die schwere Enduro im Sand nun auch mir Spaß. Muss nur noch ein bisschen an der B-Note arbeiten, denn mir ist die Sorge um das etwas größere Gemälde hinten auf dem Gepäckträger ins Gesicht geschrieben.




















Hallo Tom,
wiederum ein Dankeschön für deine wertvollen Tips;
neben den MB-Kastenwagen nun auch noch für die BMW GS. Einfach Super!!
Werde deinem Beispiel folgen. Viele Grüße
Werner (1000er GS BJ85, MB 609 & 1124)
Am meisten Fahrkomfort hat für mich die Fußrastentieferlegung gebracht. Die Lenkererhöhung braucht man ja nur im Gelände und damit recht selten.
Sitzposition ist schon wichtig. Deshalb musste ich auch im 711 die umgedrehte Sitzbank hinter dem Fahrersitz nach hinten versetzen, vorher saß man als Fahrer grausam. Mein Bruder hat eine 100 GS, da finde ich die Sitzposition relativ brauchbar. Meine alte XRV 750 passt mir mit einer alten Jungbluth-Sitzbank und einer leicht veränderten Scheibe allerdings perfekt. Selbst die ungeliebte Autobahn geht da recht gut mit, auch von Stuttgart nach Hannover funktioniert das ohne Stress, nur die 60 Pferde nerven da etwas. 100 GS und Africa Twin taugen für Reisen und auch für übel schlechte Wege – in echtem Gelände möchte ich aber mit beiden nicht unterwegs sein. Das sind treue Packesel und beide sind auch unbeladen nicht leicht genug. Wie groß bist du denn? Sitzpositionen sind natürlich von diversen, individuellen Merkmalen abhängig. Und der Nutzung natürlich. Meine XRV ist sicherlich auch mit veränderten Fußrasten keine Sandfräse, es geht halt im bescheidenen Fettenduro-Maß, Reifen hin oder her. Gelände fahren ist mit diesen Dingern echt relativ.
Klar, mehr ist immer besser, aber die 60 PS der GS stören mich auf der Autobahn überhaupt nicht. 180 kannst du damit immer fahren. Das Gewicht der GS kriegt man mit ein bisschen Schwung auch im Sand gut bewegt. Was mich im Gelände vor allem stört, ist der breite Motor. Der wird im Wald oder verblockten Gelände ganz schnell zum Showstopper.