ᐅ Obere-Havel-Tour: Von der Quelle zum Campingplatz Hexenwäldchen

Der erste Tag der Obere-Havel-Tour von Kratzeburg zum Campingplatz Hexenwäldchen verspricht schön zu werden. Blauer Himmel. Ein paar Wolken. Kaum Boote auf dem Wasser.

Start in Kratzeburg

Die Obere-Havel-Tour startet in Kratzeburg am Käbelicksee. Denn erst ab hier ist die Havel schiffbar. Davor hat die im Bornsee entsprungene Havel zwar schon 6 Seen durchquert, ist aber nur ein lächerlicher Grabenfließ. Also Start an der nördlichst möglichen Stelle des Käbelicksees. Vom in der Karte eingezeichneten Parkplatz bis zum Sandstrand sind es vielleicht 100 m.

 

An der Einsatzstelle Kratzeburg erstmal über den Müritz-Nationalpark informieren. Wildzelten ist hier überall verboten und wird auch regelmäßig kontrolliert.

Obere-Havel-Tour: Von der Quelle zum Campingplatz Hexenwäldchen

Das Ziel ist also klar: Der Campingplatz Hexenwäldchen. 14 km. Wir sind trotz der Anreise mit den beiden Kanus auf dem Dach noch fast ganz allein, denn die Faltbootfahrer brauchen wesentlich mehr Zeit als wir mit den beiden Canadiern. Also Namenstaufe und los. Die Titanic fährt schon mal vor.

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Die Vasa folgt nach. Hätte nie gedacht, zu Himmelfahrt einen bis auf uns leeren See zu finden.

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Auch der Kanal zum Granziner See menschenleer. Zu Himmelfahrt. Nicht zu fassen.

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Die Obere-Havel-Tour beginnt also in völliger Einsamkeit. Oder was man so Einsamkeit nennt, wenn man in Großfamilie unterwegs ist. Eine kleine Wellrohrstraßenbrücke, sonst kein Hinweis auf Zivilisation.

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Danach öffnet sich die Havel zum Granziner See.

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Pleite am Töpferhof

Unmittelbar gegenüber ein verheißungsvolles Schild. Essen. Trinken. Töpferhof. Für jeden was dabei.

Wir stapfen über die bunt blühende Wiese des weitläufigen Anwesens. Oh Mecklenburg, deine Grundstücke.

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Finden einen schönen Hof. Tische und Stühle sind da. Schön ist es auch. Aber alles verlassen. Der Betrieb hier beginnt erst im Juni. Im Internet steht was von Mai. Oh Mecklenburg, deine Wirtschaft.

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Mittag an der Granziner Mühle

Schade. Lassen also die Boote wieder zu Wasser und fahren noch ein Stück weiter zur Granziner Mühle. Im Havelkrug sieht es schon besser aus.

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Hier gibt es zwar nur Pizza und Pasta. Aber das auf hohem Niveau. Darf sogar mal den Steinofen fotografieren. Rechts um die Ecke brennt ein richtiges Holzfeuer. Nix mit Mikrowelle.

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Zu essen gibt es… Ja was denn wohl?

Lorenbahn Granzin

Von der Granziner Mühle paddeln wir noch ein bisschen die Havel entlang und über den Schulzensee.

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Noch ein Stück breite Havel…

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…und dann zwängt sich das Wasser durch einen engen Graben. Keine Ahnung, ob das schiffbar wäre. Jedenfalls ist dieser Abschnitt gesperrt. Dafür aber wurde eine besondere Attraktion in die Obere-Havel-Tour eingebaut. Eine 750 m lange Lorenbahn. Aber erstmal stehen 50 m Schlepperei über eine Straße an. Es rächt sich, dass ich die Bootswagen eingespart habe. Zum Glück aber kommen noch 2 andere Boote mit 2 kräftigen Männern. Also Teamarbeit. Und schon können alle vier Kanus auf die Lore verladen werden. Unsere beiden Jüngsten schieben die Lore ganz allein die Strecke von 750 m zum Pagelsee. Das lassen sie sich nicht nehmen.

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Dann sind wieder die Großen dran und wuchten die Boote ins Wasser. Nebenan die erste halbtrunkene Männertagsgesellschaft. Kriegen ihre Boote nicht mehr hoch. Deswegen also ist es im ersten Abschnitt der Obere-Havel-Tour so ruhig: Die Lore macht macht zu viel Arbeit.

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Bootsschleppe an der Fischerei Babke

Weiter geht’s. Nächster Rastplatz Fischerei Babke.

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Dazwischen kann man sich vielleicht mal auf dem See treiben lassen. Anlanden verboten. Aber auf dem See pausiert es sich trotz der sengenden Sonne sowieso besser als am Ufer. Denn dort lauern die Blutsauger. Oh Mecklenburg, deine Mücken.

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Quer über den Pagelsee ist eine hübsche Holzbrücke aufgeständert. Viele Fahrradfahrer. Immer noch wenig Boote.

Holzbrücke über den Pagelsee

Dann fließt die Steinhavel wieder sanft durch beschilfte Wiesen.

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Ist immer schön, wenn sich die Havel öffnet und den Blick auf einen neuen See freigibt. Zotzensee.

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Dann wieder rein in die Steinhavel. Diesmal überspannt von einer alten Panzerbrücke.

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Scheint noch genutzt werden. Die Widerlager sehen aber gar nicht mehr gut aus.

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An der Fischerei Babke wieder eine kleine Abwechslung. Allerdings ohne viel Arbeit. Selbst so ein voll beladener Canadier lässt sich mit zwei Mann gut über die Rollen aus dem Wasser ziehen und direkt auf die Lore verladen. Auf der anderen Seite rutscht das Kanu fast allein wieder ins Unterwasser. Dann die Boote im Vorhafen festmachen und Fischbrötchen essen gehen. Das muss so sein an der Fischerei Babke.

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Gewitter auf dem Jäthensee

Aber nicht lange trödeln. Denn die Wolken werden so komisch. Da will sich wohl ein Gewitter ankündigen.

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Über den westlichen Jäthensee schließlich verdichtet sich das Wolkenspektakel.

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Im Osten hingegen scheint noch die Sonne.

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Aber es hilft alles nichts. Uns erwischt ein kräftiger Platzregen. Das Gewitter aber zieht in 3 km Entfernung vorbei. Glück gehabt.

Campingplatz Hexenwäldchen

Doch vom Jäthensee ist es ohnehin nicht mehr weit bis zum Campingplatz Hexenwäldchen. Nur der Kanal zum Jamelsee ist zu flach. Muss treideln. Vorn die Titanic anschieben und hinten die Vasa ziehen. Der Campingplatz Hexenwäldchen empfängt uns ganz überraschend mit bereitstehenden Bootstrailern.

Ich danke dem Bereitsteller zumindest gedanklich beim Umsetzen der vollbeladenen Boote auf die Campingwiese. So dauert es keine fünf Minuten, und das Zelt steht.

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Das beste am Campingplatz Hexenwäldchen ist aber, dass ich endlich mein Oktoberversprechen einlösen und mit den kleinen Jungs Tretboot fahren kann.

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Die Jungs sind glücklich. Ich bin glücklich. Alles ist gut.

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Werde chauffiert und kann mir in Ruhe die ganzen schönen Plätze rings um den Jamelsee anschauen, an denen wir auch hätten anlegen können. Wenn wir denn nicht den drohenden Regen im Nacken gehabt hätten. Hätte, hätte. Jetzt, da das Zelt steht, setze ich nirgendwohin mehr um. Wir stehen gut. Direkt am Kinderstrand. Es wird gebuddelt, gebadet und geklettert.

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Auch sonst war der Nachmittag und Abend auf dem Campingplatz Hexenwäldchen ganz entspannt, da dieser Platz voll auf Kinder ausgerichtet ist. Musste bei der Anmeldung der beiden Boote extra versichern, dass wir nicht als Männergruppe anreisen, sondern als Familie. Und versprechen, dass wir spätestens 22 Uhr zu Bett gehen. Das stimmt ja normalerweise auch. Aber dann haben die Kinder den etwas abseitigen Lagerfeuerplatz gefunden.

Die anwesenden Besucher vom Campingplatz Hexenwäldchen schienen alle sehr vertraut miteinander zu sein und haben auch die kleinen Jungs gleich in ein mir bis dato unbekanntes Spiel integriert. Musste mich also mit Holzsägen und Feuergucken beschäftigen. Die einzelnen Stöckchen sind übrigens jeweils einen Meter lang. Hier am Campingplatz Hexenwäldchen wird geklotzt, nicht gekleckert.

Weitere Infos zum Tag 1 der Obere-Havel-Tour

  • Einsetzstelle und Parkplatz Kratzeburg: Nordostecke des Käbelicksees, Abzweig am Infozentrum Havelquellen
  • Strecke: 14 km / 6,5 Stunden mit Mittagspause und Umtragen
  • Übernachtung auf dem Campingplatz Hexenwäldchen: Klick
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Die ganze Obere-Havel-Tour

Tag 1: Kratzeburg – Granzin – Babke – Hexenwäldchen (14 km / 6,5 Std. mit Pausen)

Tag 2: Hexenwäldchen – Useriner Mühle – Campingplatz Havelberge (15 km / 5,5 Std.)

Tag 3: Campingplatz Havelberge – Schleuse Wesenberg – Schwaanhavel – Kanuhof Wustrow (12 km / 3,5 Std.)

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2 Antworten

  1. Kerstin sagt:

    Lieber Tom & Familie, ich lese schon eine ganze Weile hier mit und freue mich auf Deine/Eure Geschichten. Das mußte mal gesagt werden. LG Kerstin

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