ᐅ Kroatien: Hochwasser im Nationalpark Krka

Übernachtung am Nationalpark Krka

Nach der kreuzfahrtmäßigen, nächtlichen Anreise von Dubrovnik erwachen wir direkt am Eingang zum Nationalpark Krka. Auf dem Parkplatz treffen die ersten Besucher ein. Zeit für einen kleinen Erkundungsrundgang.

Nationalpark Krka, Kroatien

Oh. Zelte und Wohnanhänger verboten. Ein Glück, dass wir mit dem Bus reisen. Bin mir nur nicht sicher, ob ich das Dachzelt ausklappen darf. Aber für derartige Überlegungen ist es jetzt eh zu spät.

Nationalpark Krka, Kroatien

Komplizierter Eintritt in den Nationalpark Krka

So früh ist es noch ziemlich ruhig am Eingang zum Nationalpark Krka. Doch alles erwartet den großen Ansturm. Diverse Fast Food Ausgaben, Hotels, Zeltplatz, Toiletten, Rezeption.

Nationalpark Krka, Kroatien

Sehe den Eingang vor lauter Hütten erst gar nicht. Bleibe erst vorm falschen Schalter stehen und warte auf 9:00 Uhr. Schließlich stand im Baedeker, dass der Nationalpark Krka im Winter “mindestens 9 Uhr” öffnet. Aber tatsächlich gibt es an der Buszufahrtsstraße ein kleines Kassenhäuschen, das schon seit 8 Uhr geöffnet hat. Da haben wir doch glatt eine Stunde verschwendet. Und nun gibt es auch nur noch 9.547 Karten.

Nationalpark Krka, Kroatien

Und es gibt noch eine Überraschung. An Wochenenden im April gelten zur Förderung des Inlandstourismus mit 50 Kuna (ca. 7 €) Sonderpreise – einheitlich für Erwachsene und Kinder. Wer mag, kann sich ja die normale Preisliste anschauen und die Ersparnis ausrechnen. Mir ist das zu kompliziert. Die Tafel im gleißenden Morgenlicht sowieso kaum zu erkennen.

Südlicher Zugang zum Nationalpark Krka: Skradinski Buk

Der Unterlauf der Krka

Jetzt aber Beeilung. Frühstücken, Wandersachen packen und los. Der Nationalpark Krka ist im Prinzip so wie der an den Plitvicer Seen, aber doch ganz anders. Hier konzentriert sich der Rundgang auf den Unterlauf der Krka rund um Skradinski Buk. Die anderen Attraktionen verteilen sich auf ca. 40 km flussaufwärts. Da ist nichts mit Wandern. Entweder man fährt mit dem Boot oder steuert jedes Ziel separat mit dem Wohnmobil an. Unsere Tickets gelten natürlich für den gesamten Nationalpark. Aber noch stehen wir 150 Höhenmeter über der Krka.

Nationalpark Krka, Kroatien

Der Bustransfer hinunter ins Tal ist inklusive. Egal, wir laufen. Auf dem kleinen Pfad, der oben in der Karte von unten rechts zum Skradinski Buk führt. Ist viel schneller, als auf einen Bus zu warten, der dann auch noch wegen der zahlreichen Serpentinen die fünffache Strecke fahren muss.

Die Krka empfängt uns mit sanft, aber doch kraftvoll dahinströmenden Wassermassen. Ist gerade Hochwasser.

Nationalpark Krka, Kroatien

Deswegen darf man heute auch nicht baden. Mit anderen Worten: Sonst darf man das an manchen Stellen. Unablässig strömt das Wasser über alle möglichen Barrieren.

Museumsmühle im Nationalpark Krka

Nicht umsonst gibt es hier unten einige Wassermühlen. Zum Teil umgebaut als Restaurant.

Nationalpark Krka, Kroatien

Zum Teil als Museum. Die Ausstellung ist einfach gehalten und zeigt den Alltag in einer alten Mühle. Weberei, Waschstelle, Handwerksarbeiten.

Nationalpark Krka, Kroatien

Und natürlich das Mahlwerk. Es läuft sogar ein Mühlstein, der mit einer ausgeklügelten und doch einfachen Technologie Maiskörner mahlt. Bekomme die Jungs kaum weg.

Nationalpark Krka, Kroatien

Auf hölzernen Stegen über die Krka

Dann geht es weiter. Auf hölzernen Stegen quer über das Wasser. Wie schon an den Plitvicer Seen ist alles bestens organisiert. Der Einbahnrundweg ist fast schon rollstuhlgerecht und nicht zu verfehlen.

Nationalpark Krka, Kroatien

Überall Wasser, Wasser, Wasser. Aber nur wenig Leute. Doch wir trödeln. Müssen alles genau ansehen. Und so überholen uns schließlich mehrere Gruppen Kreuzfahrttouristen. Kann mich nicht beherrschen und spreche einen Schildträger an. Ja, die Gruppe kommt tatsächlich von dem AIDA-Kreuzfahrtschiff, das gestern mit uns aus Dubrovnik ausgelaufen ist und jetzt in Zadar vor Anker liegt. Da haben die armen Leute aber einen ganz schönen Stress.

Nationalpark Krka, Kroatien

Die Runde über die Holzbohlen ist nicht groß und zeigt sehr komprimiert die ganzen Wasserfälle, über die das Wasser der Krka tosend stürzt.

Nationalpark Krka, Kroatien

Immer wieder gibt es schöne Aussichtspunkte. Der hier ist aber voll überflutet.

Nationalpark Krka, Kroatien

Das zweitälteste Wasserkraftwerk der Welt steht an der Krka

Nun gut, das hält uns nicht ab. Unten ist schließlich das zweitälteste Wasserkraftwerk der Welt zu sehen.

Nationalpark Krka, Kroatien

Laut Angabe im Museum ist das Wasserkraftwerk am 28.08.1895 in Betrieb gegangen. Lächerliche 4 Tage früher, und es hätte Nikola Tesla mit seinem weltweit ersten Großwasserkraftwerk an den Niagarafällen überholt. Eröffnet am 25.08.1895. Angeblich. Bei Tesla bin ich ein bisschen vorsichtig.

Die Hauptattraktion von Skradinski Buk

Natürlich gibt es auch überall kleine und mittlere Wasserfälle.

Nationalpark Krka, Kroatien

Die Hauptattraktion im südlichen Nationalpark Krka ist jedoch der große Wasserfall Skradinski Buk. Hier rauscht das Wasser der Krka in voller Breite hinab.

Nationalpark Krka, Kroatien

Hier tosen und spritzen die Wassermassen in ihrem ewigen Kreislauf. 

Aber auch die kleinen Staustufen davor sind recht ansehnlich.

Nationalpark Krka, Kroatien

Den Nationalpark Krka mit dem Boot erkunden?

Nirgendwo steht so richtig, wie groß der Nationalpark Krka wirklich ist. Die Karte im Reiseführer zeigt vielleicht 40 km von den insgesamt 72 km. Länger ist das Flüsschen Krka nicht.

Nationalpark Krka, Kroatien

Hmm. Mit dem Boot wird das dauern. Laufen trotzdem zum Bootsanleger. Denn die Jungs wollen mit dem Boot den Fluss in Richtung Quelle erkunden. Bin selbst ein wenig skeptisch. 4 Stunden Boot fahren? Ich weiß nicht, ob das eine gute Idee ist. Aber die Anlegestelle ist sowieso vollkommen verwaist und verlassen.

Nationalpark Krka, Kroatien

Zum Glück. Und natürlich lege ich keinen besonderen Ehrgeiz in das Verstehen der Abfahrtstafeln. Aber auch die Jungs sind von dem kleinen Bötchen etwas ernüchtert. Also gehen wir ganz und gar einvernehmlich wieder hoch zum Bus. Gibt jetzt nur noch 8.556 Karten. In den knapp 5 Stunden, die wir für die Rundtour von 6 km “gebraucht” haben, sind damit immerhin 991 Karten verkauft worden. Frage mich, wo die ganzen Leute geblieben sind.

Nationalpark Krka, Kroatien

Mit dem Wohnmobil zur Klosterinsel Visovac

Aber tatsächlich ist der Parkplatz am südlichen Nationalparkeingang jetzt schon wesentlich besser gefüllt.

Nationalpark Krka, Kroatien

Fahren jetzt auf kleinen Straßen westlich der Krka zur berühmten Klosterinsel der Mutter Gottes in Visovac.

Nationalpark Krka, Kroatien

Nun gut, eine Insel mit einem Haus im Fluss. Da gibt es nicht viel zu sehen. Aber wir überlegen schon, mal unser Boot rauszuholen. 

Nationalpark Krka, Kroatien

Vertagen den Gedanken aus Zeitgründen aber wieder.

Nationalpark Krka, Kroatien

Der MB 711 D hat brav im Schatten gewartet.

Nationalpark Krka, Kroatien

Der Winnetou-Wasserfall Roški slap

Anfahrt zum Parkplatz am Roški slap

Also mit dem Wohnmobil weiter. Zu den oberen Wasserfällen Roški slap. Die kleine Straße windet sich durch enge Täler und kleine Ortschaften. Wird dann größer und führt hinab ins Tal der Toten.

Nationalpark Krka, Kroatien

Unten eine nur 2,20 m breite, nur für 7 Tonnen zugelassene Brücke über die Krka.

Nationalpark Krka, Kroatien

Würde zwar mit dem MB 711 gehen, aber davor gibt es einen kleinen Nationalparkplatz.

Nationalpark Krka, Kroatien

Hunger. Spaghetti kochen. Nebenbei den Lageplan vom Wasserfall Roški Slap studieren.

Nationalpark Krka, Kroatien

Wasserkraftwerk und Wassermühle Roški Slap

Dann geht es los. Erstmal zum alten Wasserkraftwerk. Räuberleiter für einen Blick in die Turbinenhalle. Hoffentlich sitzt gerade niemand an der Überwachungskamera.

Nationalpark Krka, Kroatien

Vom Kraftwerk westlich der Krka aber schon einmal ein schöner Blick auf die Wasserfälle.

Nationalpark Krka, Kroatien

Auf beiden Seiten der Krka führen bequeme Wege flussaufwärts. Hier im Schatten der westlichen Felswand.Nationalpark Krka, Kroatien

Nach vielleicht 200 Metern eine Holzbrücke. Allerdings gesperrt. Wollen die Nationalparkmitarbeiterin mal nicht enttäuschen und laufen brav zurück zur Steinbogenbrücke. Immer entlang der kleinen Staustufen.

Nationalpark Krka, Kroatien

Es wird langsam spät. Lieber erstmal die Mühle anschauen. Die wird irgendwann die Tore schließen.

Auch hier wieder alles sehr hübsch gemacht. Schöne Aussicht, breiter Steg, gute Erklärungen. Und überall freundliche Leute. Roški Slap von der östlichen Seite.

Nationalpark Krka, Kroatien

Der Aussichtspunkt über dem Tal der Toten

Mit den aufsteigenden Schatten klettern wir  um die Wette hoch zum Aussichtspunkt. Ist nicht ungefährlich, auf der schrägen Sedimentplatte herumzuspazieren. Unten sind ja noch Geländer. Aber der obere Bereich ist vollkommen ungesichert. Hier herunter kam Old Shatterhand sogar geritten. Ganz ohne Geländer.

Die Aussicht entschädigt. Unten das Tal der Toten. Ähm, die Krka natürlich.

Nationalpark Krka, Kroatien

Oben die Wasserfälle. Sehr hübsch. Aber für das perfekte Licht ist es schon etwas zu spät.

Nationalpark Krka, Kroatien

Also wieder runter und über die kleine Brücke zurück zum Bus. Das Wasserkraftwerk hatten wir ja schon besichtigt. Damit ist der Nationalpark Krka zumindest halb abgehakt. Hat uns gefallen. Aber die Plitvicer Seen sind deutlich besser, weil man dort die ganze Zeit und eine längere Strecke wandern kann.

Und noch ein kurzer Ritt zum Rio Pecos

Hmm. Was machen wir denn jetzt. Eigentlich wollte ich ja noch ein paar Kilometer nach Norden fahren. Habe aber keine Lust. Ist gerade so schön hier. Und sind ja nur noch 1100 km.

Nationalpark Krka, Kroatien

So fahren wir nicht weit. Nur noch zum Rio Pecos. Hier waren wir ja erst im letzten Herbst. Der Platz der Marterpfähle ist verwaist und verlassen. Schnell noch ein Handyfoto vom Bus, bevor es ganz dunkel wird.

Nationalpark Krka, Kroatien

Die Nacht beginnt. Wieder keine Indianer zu sehen. Da können wir doch noch ein letztes, romantisches Abschlusslagerfeuer mit griechischem Feuerholz wagen. Ein Glück, dass wir mit dem Bus reisen und nicht mit dem Kreuzfahrtschiff.

Nationalpark Krka, Kroatien

Rio Pecos | Kroatien | 111 km | 3.454 km

[Aber am Sonntag gibt es keine Ausreden mehr. Und das kostenintensive Mautkonzert beginnt.]

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