ᐅ Costa Alentejana im Südwesten Portugals: Strand-Surfen mit dem Wohnmobil

An der Costa Alentejana surfen wir vom Südwestkap nach Norden fast jeden Strand ab. Auf Großparkplätzen drängen sich die Wohnmobile. Aber es gibt Ausnahmen.

Wohnmobil-Stellplätze an der Costa Alentejana

Auf dem Foto sieht der Stellplatz an der Costa Alentejana eigentlich so schön aus. Sogar das kleine Restaurant wird zum Wochenendbeginn in Betrieb genommen.

Costa Alentejana im Südwesten Portugals: Strand-Surfen mit dem Wohnmobil

Aber schon gestern Abend hat ein ablandiger Sturm verrückt gespielt. Habe das Aufstelldach mal lieber nicht aufgeklappt. Und es wird und wird nicht besser. Obwohl wir nach meinen Überlegungen hier an der westlichen Costa Alentejana eigentlich hätten geschützt sein sollen. Naja. Das war wohl nichts. Also recht schneller Start. Erst mal steil hoch auf die Ebene und dann weiter bis Vila do Bpo. Kaufen nach einigem Herumgefrage extra eine einzelne Briefmarke. Ja, sowas gibt’s noch. Fahren immer weiter nach Norden an der Costa Alentejana entlang. Kleine Straßen, hübsche Alleen, schöner Roadtrip.

Biege Kurz vor Carrapateira auf den Praia do Amado ab. Kann den Strand ja zur Abschreckung durchaus mal beim Namen nennen. Der ist sowieso auf jedem dritten Portugalfoto drauf. Wir halten allerdings nicht mal an. Der Großparkplatz ist trotz Pistenanfahrt vollgestopft mit Wohn- und Expeditionsmobilen. Nee, nee. Kein Bock. Mache nicht mal ein Foto. Carrapateira. Pawlowsche Reflexe an einem Wegweiser. Allerdings hat die beworbene Pizzeria geschlossen. Das Marktcafé ist auch keine Alternative.

Costa Alentejana im Südwesten Portugals: Strand-Surfen mit dem Wohnmobil

Google Maps verrät ein anderes Restaurant in der Nähe. Bin aber erst misstrauisch. Sieht aus wie eine Sylter Edelbar.

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Aber die Bauarbeiter an den Tischen sind ein gutes Zeichen. Bin beruhigt. Gibt sogar eine deutsche Speisenbeschreibung. Geschmortes Wildschwein und Zicklein aus dem Backofen. Na toll.

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Es kommen riesige Portionen. Wer soll denn das alles essen?

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Aber es schmeckt. Und wozu hat man Töpfe und einen Kühlschrank im Bus? Schleppen uns nach dem Mittag völlig genudelt durch die Dünen zum Fluss.

Costa Alentejana im Südwesten Portugals: Strand-Surfen mit dem Wohnmobil

Ja, hier ist es schön. Hier können wir bleiben. Hole also den Bus auf den Parkplatz. An die ganzen Wohnmobile in Portugal habe ich mich schon gewöhnt und stelle mich ganz souverän dazwischen.

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Wilde Wellen am Atlantik

Ein kleiner Pfad führt unten am Fluss entlang vor zum Strand.

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Dort ist gerade Ebbe. Also erst noch links hoch auf die Felsen zu einem Aussichtspunkt.

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Schon erstaunlich, wie die Wellen unten an die Felsen krachen. Harmlos im Handy-GIF. In echt wirklich beeindruckend.

Angeblich hat Portugal seit 1940 insgesamt 420 m Breite auf der gesamten Küstenlinie südlich Lissabons an den Atlantik verloren. Steht zumindest im Badeker (S. 404). Keine Ahnung, ob das stimmt. Kommt mir ein bisschen viel vor. Das wären ja glatt 5 Meter pro Jahr. Aber wenn ich mir die Wellen so anschaue, könnte es durchaus stimmen. Hole mir natürlich wieder nasse Füße.

Costa Alentejana im Südwesten Portugals: Strand-Surfen mit dem Wohnmobil

Riesenwelle um Riesenwelle rollt an den Strand.

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Die Kinder buddeln im Sand. Dürfen aber trotz Protest nicht baden. Und tatsächlich kommt plötzlich eine Monsterwelle und überflutet Spiel- und Lagerplatz. Stellt die Verbindung zum Fluss her und schneidet uns so den Rückweg ab. Wir raffen schnell alles zusammen und waten zurück zum Bus.

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Freistehen an der Costa Alentejana?

Hmm. Da können wir auch gleich zum nächsten Strand surfen. Hier ist es schon viel besser. Sind aus einem speziellen Grund das einzige Wohnmobil am Strand. Ja, ja – die berühmten letzten 300 Meter.

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Und hier drückt der Wind auch nicht mehr so. Aber Baden dürfen die Jungs immer noch nicht. Die Wellen sind zu stark. Hab einfach Schiss.

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Muss zur Strafe die ganze Zeit Steine für die Sandburg heranschleppen. Also die typische Strandplackerei bis zum Sonnenuntergang.

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Dann noch ein warmes Resteessen und ein Spieleabend. Wir brauchen außer für Licht und Wasserpumpe keinen Strom, um autark zu sein.

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Zum Tagesausklang gibt es noch einen schönen Sonnenuntergang nebst Sternenhimmel. Wir stehen wie immer frei und wie gestern ganz allein. Die Costa Alentejana gefällt mir.

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Praia das Buddlas im Sandos – Vila do Bpo. – Praia do Amado – Carrapateira – Praia Da Bordeira – Aljezur – Praia dos rollos Blojos | Portugal | 55 km | 3.360 km

[Am nächsten Tag geht’s dann weiter nach Norden, zur Lagune Sado. Delfine suchen. Von der Fähre Tróia – Setúbal aus.]

Infos zu den Stränden an der Costa Alentejana

Eine schöne Übersicht der besten Strände Portugals findet sich im Baedeker auf Seite 485. Da ist auch wirklich alles dabei. Muss ich ja gar nicht so geheimnistuerisch schreiben.

Ich mag ja die gebildeten Texte im Baedeker Portugal. Nur leider fehlen immer die Quellenangaben. Mit normaler Logik jedenfalls kann ich den folgenden Satz auf S. 404 nicht nachvollziehen: “Seit 1940 wurde an der Küste südlich von Lissabon Landmasse von 420 m Breite weggespült, an der Algarveküste sind die Felswände zum Küstenschutz teilweise ausbetoniert worden.” Alles, was ich gefunden habe, war ein Spiegel-Artikel vom 07.06.2001 (Klick), in dem schon weitaus realistischer von 10-40 m ausgegangen wird. Allerdings auch wieder ohne Zeit- und Quellenangabe. Aber es muss da doch irgendeine Studie geben. Interessiert mich nun wirklich. Vielleicht weiß es ja jemand. Oder ich schreibe einfach mal den Baedeker Verlag wegen der unbelegten Landentnahme an der Costa Alentejana an.

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2 Antworten

  1. Detlef sagt:

    Zitat: Hole mir natürlich wieder nasse Füße.
    ——————-
    Er lernt es nicht. GGGGGGGGGG.

    Viel Spass noch.

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