Dolomiten #17: Im Zug zum Autobahn-Zeltplatz
Freue mich nach einer intensiven Arbeitsphase auf das nun schon 17. Dolomiten-Biwak, auch wenn oder gerade weil es wohl das letzte traditionelle sein wird. Wobei wir ja schon das zweite Jahr mit einem Betreuungsschlüssel von 2:1 unterwegs sind. Bin jedenfalls erst Freitag 18:00 Uhr mit der Arbeit fertig. Und zwar mit einer Woche Verspätung, weshalb ich die alten Zugtickets sogar verfallen lassen musste. Jetzt Sachen packen. Obwohl ich immer auf eine ultraleichte Trekkingausrüstung achte, müssen wir 37 kg über die Berge schleppen.
Aber zum Glück verteilt sich das Gepäck recht gleichmäßig auf 3 Schultern.
Nur der Kleinste muss am meisten tragen.
Aber das sind ja die Startgewichte. Normalerweise wird das rasch weniger. Eine Gefahr sind da nur Bahnhofssupermärkte.
Ansonsten sitzen wir mit dem richtigen Ticket zur richtigen Zeit im richtigen Zug, kommen trotz Verspätung in München noch rechtzeitig genug für den Eurocity nach Verona an und erreichen mit Sonnenuntergang die Alpen. Zugfahren ist sooo schön.
Auf dem Brenner wird mitgeteilt, dass Italien wieder mal streikt und es völlig unklar ist, ob und wohin der Zug überhaupt noch fährt. Aber mit etwas Verspätung rollt die Bahn schließlich doch an und wir erreichen Bozen um 22:20 Uhr. Am Bahnhof Bozen sind alle Toiletten verrammelt, also hole ich Trinkwasser beim Inder. Jetzt erst sind wir richtig beladen.
Dann über die Brücke, unter den Gleisen durch und steil den Berg hoch. Ob der Mercedes 711D mit der langen Übersetzung die 25% schaffen würde?
Egal, wir sind zu Fuß unterwegs. Das geht immer. Viel drängender ist die Frage, wo ich hier an diesem Steilhang einen Platz für unser Zelt finden soll. Denn lange laufen kann bzw. will kurz vor Mitternacht niemand mehr. Hab das aber schon erwartet und durch intensives Luftbildstudium ein paar potenzielle Plätze rausgesucht. Und tatsächlich stellt sich meine etwas verrückte Idee, direkt über dem Portal eines Autobahntunnels zu zelten, als durchaus praktikabel heraus. Klar, romantisch ist anders, aber besser als auf dem Bahnhofsvorplatz ist das hier allemal. Vor allem aber gerade und ungestört.
Zelt aufbauen, reinlegen – und schon überlagern die ersten Regentropfen das automobile Grundrauschen. Aber egal, wir liegen nach langer Anreise sicher, warm und trocken im Zelt. Und das ist alles, was zählt.
Bozen | 1,4 km | 64,0 m ↑ 6,0 m ↓ 70,0 m ↑↓







