Estland: Märchenstadt Tallinn
Tallinn hat was. Nicht nur Segelboote und Kreuzfahrtschiffe. Altstadt und Stadtmauern. Kirchen und Plätze. Tallinn hat Meer.
Das aufstrebende Tallinn
Schon der Hafencamping Tallinn ist recht lebhaft. Abends dicke V8. Früh Schiffshörner. Das muss man mögen.
Dabei sind wir hier noch gar nicht mitten im Trubel von Tallinn. Der nach dem Flüsschen Pirita benannte Yachthafen am Olympiazentrum liegt ein wenig außerhalb. Also aufs Fahrrad. Ein breiter Radweg führt direkt um die Bucht herum zur Altstadt von Tallinn. So 5 km am Meer entlang. Riesenschiffe fahren vorbei oder liegen im Hafen. Direkt vor der Altstadt. Tallinn muss bei Kreuzfahrern ziemlich beliebt sein. Doch auch der Fährbetrieb nach Tallinn ist nicht zu unterschätzen. Stockholm, Helsinki, Kiel, St. Petersburg. Alles wird bedient.
Auf den alten Brachen rund um den Hafen von Tallinn wird geklotzt, nicht gekleckert. Strandpromenaden, Wohnanlagen, neue Straßen. Vor den Apartements stehen Audis, BMWs, Mercedes. Und ein schöner Schiguli 1500. Kein Lada.
Direkt am Hafen beginnt die Altstadt. Die empfängt uns mit der dicken Margarethe wie vor 500 Jahren.
Die Altstadt von Tallinn
Auch innerhalb der Stadtmauern ist fast alles saniert. Tallinn hat sich hübsch gemacht.
Müssen uns erstmal einen Überblick verschaffen. Hoch auf den Turm der Olaikirche.
Der enge Wendelaufgang führt in einem Zug steil nach oben.
Mit Gegenverkehr und schwitzenden Touristen im Aufstieg. Möchte hier nicht klaustrophob sein. Zumal es auf dem Weg nach oben nur zwei Fenster und keine Frischluft gibt.
Geschafft. Wir stehen 126 Meter über der Stadt. Endlich frische Luft. Aber die Aussicht entschädigt. Tallinn hat eine noch fast intakte Stadtmauer mit vielen Türmen. Und über allem thront der Domberg.
Alte Gassen, schöne Häuser, kaum Baulücken. Und ein Hafen zur Welt. Sehr hübsch. Wirklich sehr hübsch.
Nicht nur der schmale Aufgang ist voll. Sondern auch die Plattform auf dem Kirchturm. Schritt für Schritt geht es im Kreis herum. Und dann schon wieder runter. Der Strom entgegenkommender Touristen reißt kurz ab. Schnell ein Foto machen.
Müssen selbst beim Abstieg immer wieder warten. Nein, der Turm ist wirklich nichts für Leute mit schwachen Nerven. Die Wendeltreppe ist ausgetreten und eng. Original halt. Genauso wie das Pflaster unten in der Stadt. Schön, aber mit den Fahrrädern blöd zu fahren.
Voll ist es außerdem. Stellen also die Räder unten am Domberg Tallinn ab und schlendern durch die kleinen Gassen. Tallinn ist jetzt mehr als gut gefüllt mit Touristen. Sicherlich zum größten Teil mit Kreuzfahrern. Aber wir sind ja auch da.
Ist nicht einfach, was zum Essen zu finden. Also wo alle an einem Tisch sitzen können.
Klappt aber dann doch. Weiter geht’s. Immer ein bisschen neben den Hauptgassen.
Am Rand der Altstadt, im Schatten der alten Stadtmauer, wird es ruhiger.
Aufstieg zum Domberg von Tallinn
Auch zum Domberg gibt es mehrere Wege.
Neben den längeren, ruhigeren. Nicht weniger schönen.
Oben eine extra Mauer. Ein extra Tor.
Und dann steht da die Alexander-Newski-Basilika wie ein Stachel im Fleisch der Esten. Passt eigentlich ganz und gar nicht hierher. Ist auch abgesperrt. Nun ja. Zur Strafe steht gegenüber die deutsche Botschaft.
Von der Nordterrasse des Dombergs schöne Aussicht auf die Altstadt von Tallinn bis zum Hafen.
Treppen runter zu den Fahrrädern. Und dann noch mal kreuz und quer durch die Altstadt. Zwischendurch eine ganz spezielle Schokolade kaufen. Die natürlich nie jemand essen kann.
Park und Schloss Katharinental Tallinn
Raus aus einem der östlichen Stadttore. Tallinn verzaubert auch außerhalb der Stadtmauern. Mit Stahl und Glas. Aber auch mit einfachen Holzhäusern.
Und mit Park und Schloss Katharinental.
Hübsches Schloss, schöne Gärten, romantischer Schwanenteich.
Wie allgemein üblich grenzt an die hochherrschaftlichen Parkanlagen eine reiche Wohngegend. Auch hier wird jede freie Lücke bebaut.
Maritimer Abend am Olympiazentrum Tallinn
Nach 10 Fuß- und 20 Radkilometern zurück am Bus. Der steht immer noch auf dem Wohnmobilstellplatz im Olympiahafen von Tallinn.
Mit dem Fahrrad am Abend noch mal auf die andere Seite zum Baden.
Schöner Blick von der Mole auf die Altstadt mit ihren Märchentürmen. Und wie immer nur das Handy einstecken. Naja, bin fotomäßig sowieso ein hoffnungsloser Fall. Handyzoom muss reichen.
Sonnenuntergang. Tallinn ist auch am Olympiazentrum sehr malerisch.
Und da ist es doch, das Olympiasymbol von 1980.
Die Erinnerung an die Olympiade 1980 und die Alexander-Newski-Basilika scheinen die letzten Überbleibsel der Sowjetzeit in Tallinn zu sein.
Weitere Infos zu Tallinn
- Stadttor Dicke Margarethe: Wiki
- Olaikirche: Wiki
- Domberg: Wiki
- Schloss und Park Katharinental Tallinn: Wiki
- Olympische Sommerspiele 1980 in Tallinn: Wiki
- Campingplatz am Olympiazentrum von Tallinn: Klick
[Wesentlich ruhiger ist der Lahemaa Nationalpark, zu dem es hier weitergeht.]