ᐅ Fenster folieren für Wärme- und Sichtschutz im Wohnmobil

Lange habe ich es vor mir her geschoben: Eigentlich wollte ich noch vor dem Urlaub in Marokko die Fenster folieren, weil wir mit dieser Folie schon in unserem Vito sehr gute Erfahrungen gesammelt haben: Die Folie macht die Fenster quasi blickdicht und vermindert erheblich das Aufheizen des Fahrzeugs. Die entsprechende Folie hatte ich extra noch vor dem Urlaub gekauft.

Fenster folieren ist kein Hexenwerk

Am längsten hat es gedauert, meinen Mut zusammen zu nehmen, trotz der Unkenrufe meiner Kinder die Fenster selbst mit tiefschwarzer Tönungsfolie zu folieren und eben nicht von Profis machen zu lassen. Neben einer gewissen Risikobereitschaft benötigt man zum Fenster folieren auch einige Utensilien: Vor allem eine Sprühflasche, einen Schaber (Rakel), eine Unterlage und ein vernünftiges Cuttermesser. Als ich  alle Sachen zusammen hatte, habe ich die Verpackung der tiefschwarzen Tönungsfolie von Foliatec aufgemacht und mir fielen – bis auf die Sprühflasche – sämtliche benötigten Utensilien sowie eine gut geschriebene Bedienungsanleitung entgegen. Die besten Erfahrungen habe ich  mit dem Zuschneiden der Rechteckform und einer direkten Anpassung der Eckradien in der Endlage gemacht.

Fenster folieren: Die tiefschwarze Tönungsfolie ist erstaunlich robust und lässt sich gut beschneiden.

Fenster folieren: Die tiefschwarze Tönungsfolie ist erstaunlich robust und lässt sich gut beschneiden.

Der für einen Laien erst einmal nicht leicht nachvollziehbare Trick besteht letztlich nur darin, sowohl das Fenster als auch die Folie satt mit einer Montagelösung einzusprühen. Nachdem die Tönungsfolie am Fenster hängt, sieht das nach einer ziemlichen Sauerei aus. Mit einem “Rakel” (dieses Wort habe ich ganz nebenbei gelernt) wird dann die überschüssige Flüssigkeit zwischen Tönungsfolie und Fenster herausgeschabt.

Fenster folieren - die Montagebrühe wird noch rausgeschabt

Fenster folieren – die Montagebrühe wird noch rausgeschabt

Tipps zum Fenster folieren

Im Idealfall liegt die Folie danach auf dem Fenster wie eine zweite Haut und vermindert unmittelbar die Sonneneinstrahlung und die Hitze im Bus. Tatsächlich sollte man jede Art von Staub und Dreck sowie vor allem ein Zusammenkleben der Tönungsfolie mit sich selbst vermeiden.

Der Zeitaufwand für eine Scheibenfläche von insgesamt 595 x 72,5 cm betrug für mich als blutiger Anfänger etwa 3 Stunden. Eine Scheibe muss ich aber noch einmal bekleben – hier hatte ich vergessen, die Klebeseite unmittelbar nach Abziehen der Schutzfolie mit Montageflüssigkeit einzusprühen, so dass mir die Folie beim Aufnehmen prompt zusammengeklebt ist. Eigentlich hätte ich die zusammengeklebte und dadurch verpfuschte Folie gleich wegschmeißen sollen – aber ich hatte keine Fensterfolie mehr und wollte erst einmal die Urlaubsbereitschaft herstellen.

Falls man unsauber gearbeitet hat und unter der Folie noch Luftbläschen zu sehen sind, kann man diese entweder zum Rand des Fensters hin ausschaben oder mit einer spitzen Nadel kurz anstechen und die Luft herausdrücken.

Die tiefschwarze Tönungsfolie ist wie eine “blickdichte Klimaanlage”

Die tiefschwarze Tönungsfolie sieht von außen nicht schlecht aus, der wirkliche Effekt ergibt sich aber von innen, da die Sonneneinstrahlung erheblich reduziert wird und die Fenster auch bei vollem Sonnenschein mit der tiefschwarzen Reflexfolie nahezu blickdicht sind.

MB 711 D mit schwarz folierten Fenstern in der Camarque

2016: MB 711 D mit schwarz folierten Fenstern in der Camarque

Und in Verbindung mit dem Tropendach und einer vernünftigen Fahrzeugdämmung bleibt der Kastenwagen auch in der prallen Sonne relativ kühl.

Nachtrag: Lexanscheiben mögen keine Tönungsfolie

Bei mir sind hinten ringsum Lexanscheiben verbaut, die eigentlich für das Bekleben mit Tönungsfolie nicht besonders geeignet sind. Es ist mit diesen Scheiben einfach sehr schwer, die Folien in derselben Qualität wie auf einer Glasscheibe zu verkleben. Wer genau hinschaut, sieht immer wieder kleine Pünktchen. Bisher habe ich das auf meine Anfängerarbeit zurückgeführt. Aber irgendwie scheinen die Lexanscheiben zu atmen und neue, sehr kleine Luftbläschen zu produzieren. Naja, macht nichts. Das Fenster folieren hat sich für uns auf alle Fälle gelohnt und auf den letzten Reisen bewährt.

2017: Schwarz folierte Fenster am MB 711 (Fredvang / Lofoten)

2017: Schwarz folierte Fenster am MB 711 (Fredvang / Lofoten)

Weitere Infos und Bezugsquellen

Für das Fenster folieren im Wohnmobil habe ich also für knapp 50 € die Tönungsfolie mit Wärmeschutz von Foliatec mit Prüfzeichen gekauft: MIDNIGHT Reflex in Superdark (tiefschwarz-metallisiert), Größe: 76 x 300 cm: Klick

Die Fenster beim MB 711 Fensterbus sind ca. 73 x 108 cm groß. Da passt ziemlich genau die Folie von Foliatec, die 76 cm breit ist. Da das letzte Fenster hinten links schon original komplett beklebt ist und das letzte Fenster hinten rechts zumindest schon zur Hälfte, reichen zwei Packungen.

Letztlich aber habe ich nach 2 Jahren Bläschenbildung die Folie wieder runtergerissen und durch Sonnenschutzscheiben von Solarplexius ersetzt.

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6 Antworten

  1. V. Mager sagt:

    Hallo,
    hast Du die Tönungsfolie auf die Lexan Polycarbonatscheiben geklebt (und bisher keine Probleme) – oder hast Du Echtglas drin?
    Gruß
    Vilma

    • Tom sagt:

      Es sind Lexanscheiben. Die Folie hält entgegen der Warnhinweise auf der Folie trotzdem und tut, was sie soll. Aber perfekt ist sicher anders. Fast scheint es, als würde das Lexan “atmen”.

  2. Michael sagt:

    Tom, kann man Lexan-Scheiben auch nachruesten, ich meine gibt es die Gummis zu kaufen?

    • Tom sagt:

      Ich glaube nicht, dass das Problem die Gummis sein werden. Die Lexanscheiben sind in der geprüften Version garantiert höllisch teuer. Sofern überhaupt verfügbar. Da hilft nur nachfragen. Wenn du die Scheiben aber unbedingt haben willst, solltest du gleich einen entsprechenden Bus kaufen, der die schon drin hat. Das kann doch eigentlich kein großes Problem sein.

  3. Michael sagt:

    Der 711D den ich im Visier habe hat eine DoKa Bestuhlung also je ein quadratisches Fenster hinter den Seiten-Tueren., der Rest ist fensterlos.
    Die Ruecksitzbank wuerde ich rausschmeissen und stattdessen und Staatdessen zwei drehbare eEnzelsitze verbauen. In Verbindung mit dem drehbaren Beifahrer- und evtl. Fahrersitz ergaebe das einen schoenen Wohnraum mit Rundumsicht.
    Der verbleibende Raum ist dann fuers Doppelbett, Kueche und Bad. Im Bad brauchts es keine Fenster lediglich Abzug und das kann ueber Dach gehen.
    Fuer die Kueche reichen schmale Lueftungsfenster im Arbeitsplattenbereich.
    Der Zugang erfolgt ueber die Beifahrertuer mit Notausstieg ueber die Hecktuer was fuer Zwei ausreicht.

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