ᐅ Rumänien: In der kritischen Zone

Eigentlich wollten wir heute früh schon um 4:00 Uhr aufstehen, um der Aggressivität der rumänischen Kinder an der allgemeinen Transitstrecke zu entgehen. Mehrere entgegenkommende Radler hatten uns berichtet, dass sie mit Steinen, Pfeilen, Tomaten und ähnlichen Dingen beschmissen worden waren. Wir dachten, dass so zeitig noch niemand friedliche Radtouristen belästigen würde. Doch als um 4:00 Uhr die Sterne so schön über uns leuchteten (wir schliefen “open air”), hatten wir nicht die geringste Lust, im Dunkeln loszurasen. So kamen wir gegen Ende der gefährlichen 90 km doch noch in die kritische Zeit. Und tatsächlich versuchten in einem Ort zahlreiche Kinder nach unseren Taschen zu greifen und schmissen zudem mit Steinen, die aber glücklicherweise ihr Ziel verfehlten. Ohne Pause fuhren wir so bis nach Drobeta Turnu Severin, wo uns ein Rumäne auch noch die Autokarte von Rumänien und Bulgarien unter der Nase wegstahl. Mit erhöhter Vorsicht kamen wir ohne weitere Verluste am imposanten Eisernen Tor an, das die Donau trotz einer Stauhöhe von ca. 30 m Dutzende Kilometer abriegelt.

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Direkt am Stausee ist eine Straße sowohl auf rumänischer, als auch auf jugoslawischer Seite angelegt. Leider dürfen wir nur die erstere benutzen, wodurch wir aber die Zahl unserer Tunneldurchfahrten auf 12 steigern konnten. Auf der E 70 ging es dann immer schön bergan – was für uns Sicherheit bedeutete, denn Probleme gibt es in Rumänien immer nur im Flachland.

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Mosaikverziertes Haus in Bozovici

Nachdem wir von der E 70 abgebogen waren,  erhielten wir dann auch prompt von einem sehr freundlichen Rumänen aus dem Brunnen in seinem schönen Hof Trinkwasser, so dass wir hier, umgeben von Pflaumenbäumen, weder an Wassermangel noch an feindlicher eingeborener Bevölkerung leiden müssen.

Basarbi- Vinju Mare – Drobeta Turnu Severin – Eisernes Tor – Orsova – Plugova – Bozovici (203 / 4.226 km)

[Am nächsten Tag wurde es noch freundlicher – im deutschrumänischen Steierdorf.]

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