ᐅ Slowakei: Neuer Rad-Höhen-Rekord in der Hohen Tatra

Die Nacht begann landestypisch mit lebensfrohem Gesang am Lagerfeuer. Mit zunehmender Alkoholisierung wurde der Gesang jedoch schief und schiefer, bis er letztlich kaum noch auszuhalten war. Obwohl die Temperaturen ziemlich mild waren, schlief die maßgeblich verantwortliche Chorgruppe bereits gegen 22:00 Uhr ein. So wachten wir schon um 6:00 Uhr auf. Sofort lief ich hinüber zu den Waschräumen, um wenigstens einmal warm duschen zu können. Aber trotz des hohen Entgeltes von immerhin 110 tschechischen Kronen (= 27 LOM’s) war das warme Wasser auf dem Campingplatz abgestellt.

Zeltplatz Demenova Niedere Tatra

Zeltplatz Demenova Niedere Tatra

Beim Frühstück verwarfen wir nach langer Debatte den Plan, auf den Chopok zu gondeln, da die Sicht für solche Bergausflüge zu mies war. Also starteten wir nach einigen kleineren Reparaturarbeiten in Richtung Hohe Tatra, sahen aber das Massiv der Hohen Tatra auf der ganzen Fahrt nur sehr schemenhaft. Erst in Štrbské Pleso konnten wir die Berge mit ihren teilweise schneebedeckten Hängen erahnen. Die Berggipfel versteckten sich aber nach wie vor in einer dichten Wolkendecke.

Štrbské Pleso

Štrbské Pleso

Vom See in Štrbské Pleso radelten wir voll gepackt weiter bergauf in Richtung Popradske Pleso. Der 15-%-Berg war sehr schön und anspruchsvoll. Fast ständig hatten wir gute Sicht in das Tal hinunter und auf die Berge hinauf. Unterwegs mussten wir uns aber mit Massen von Touristen herumplagen, die ständig im Weg herumstanden.

Štrbské Pleso

Štrbské Pleso

A war zwar mit 40/28 im Vorteil, hat aber beim Kampf ums Grüne Trikot immer wieder viel Zeit verloren, da er unterwegs ständig Wasserfälle, Blumen, Berghänge, mich und ähnliches fotografieren musste, während ich bergauf (und erst recht bergab) immer keine besondere Lust zum Anhalten habe. Aber zumindest oben verewigte ich meinen bisherigen Rad-Höhenrekord (1.494 m) auf einem Foto.

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Am Popradske Pleso (1.494 m)

F – ohnehin mit seiner noch ungünstigeren Übersetzung im Nachteil – hatte sich darüber hinaus an einem Abzweig verirrt und war über den Wanderweg den Berg hochgefahren. Nachdem wir nach einiger Wartezeit oben am Berg wieder alle zusammen waren, wanderten wir zum Bergfriedhof. Andachtsvoll gingen wir zwischen sehr vielen Gedenktafeln für Bergopfer umher.

Bergsteigerfriedhof Popradske Pleso

Bergsteigerfriedhof Popradske Pleso

Die Abfahrt war regnerisch und aufgrund der schlechten Straße sehr langsam. In Stary Smokovec sahen wir an einem Kiosk plötzlich ein uns gut bekanntes Reiserad stehen: Wir hatten unseren vierten Mann wieder gefunden! Zwar sahen wir von ihm keine Spur, als ich aber das nicht angeschlossene Fahrrad “klaute” und um die Ecke schob, kam er plötzlich angewetzt. Seine Solo-Irrfahrt hierher ist ein Tagebuch für sich, darum sei auf deren Schilderung verzichtet. Endlich wieder zusammen, bretterten wir den Berg nach Stara Lesna hinunter und stellten uns auf den Campingplatz.

Abends hatten wir noch eine längere, sehr interessante Unterhaltung mit netten ungarischen Radlern. Endlich war das Schulenglisch mal zu etwas nütze.

Demänova dolina – Štrbské Pleso – Popradske Pleso – Stary Smokovec – Stara Lesna (91 / 863 km)

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