Polen: Masurischer Sommer am längsten Marktplatz Europas

Na sowas. Drei Audis früh um 5 Uhr. Was wollen die denn hier? Dachte, dass wir im Wald ganz alleine sind. Sprach alles dafür. Aber Polen lieben das Angeln. Und es ist Sonntag. Doch Angler sind ruhig. Weiterschlafen. Der morgendliche Blick aus dem Hubbett zeigt, dass wir wieder ganz allein an „unserem“ See sind.

Polen: Sommer, Sonne, Fluss. Und der längste Marktplatz Europas in Pułtusk

Irgendwann aufstehen. Umgebung bei Tageslicht anschauen.

Polen: Sommer, Sonne, Fluss. Und der längste Marktplatz Europas in Pułtusk

Baden gehen. Doch hier ist Baden verboten. Halte mich mal dran. Angeln soll man natürlich auch nicht.  Aber das gilt wohl nur für Gäste.

Polen: Sommer, Sonne, Fluss. Und der längste Marktplatz Europas in Pułtusk

Frühstück, Abfahrtskontrolle, Sandpiste.

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Noch ein Stück Landstraße.

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Und nach 20 km im Kreisverkehr rechts ab. Autobahn.

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Irgendwann Łódź und dann bald Warschau. Normale Stadtschnellstraße. Trotzdem piept die Mautbox ständig. Dafür aber bekommt man anständig was geboten. Mein erster gläserner Tunnel.

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Weiter an der Weichsel entlang nach Norden. Immer nach Norden. Immer nach Norden. Hä? Warum immer nach Norden? Muss mal Google Maps checken. Will mich mein Handy zur Kurischen Nehrung doch tatsächlich durch Königsberg schicken. Das wird doch nichts ohne Visum. Also rechts abbiegen. 4 Stunden und 1 Minute länger ist diese Route. Ab jetzt also Landstraße. Nix mehr mit Autobahn. Mir gefällt ja Landstraße sowieso besser. Nicht nur wegen der eingesparten Maut.

Quer übers Land ist es zwar langsamer, aber auch wesentlich schöner. Der masurische Sommer lockt mit Badespaß in klaren Flüssen. Hier aber noch nicht. Hier entsteht erst der Wunsch.

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Müsste halt ein bisschen einsamer sein. Also Kartenstudium in der Mittagspause. Und gleich der erste theoretisch ausgewählte Platz ist ein Volltreffer. Direkt am Fluss Narew gelegen. Die kratzige und sandige Piste dahin vergessen wir mal.

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Raus aus dem Bus, rein ins Wasser. Starke Strömung. Laufen immer wieder hoch zur Brücke und lassen uns den breiten Fluss runtertreiben. Die polnischen Jungs haben sich ein bisschen weiter flussabwärts eine dauerprovisorische Sprunganlage gebaut. Hier ist für Beschäftigung gesorgt. Rein raus, rein raus, rein raus.

Dann wieder mal hoch zur Brücke und zur Flussmitte schwimmen. Mein Handy ist ja zum Glück wasserdicht.

Der Boden am Ufer ist voller Muscheln.

Und dann Spaziergang in die Stadt. Angeblich hat Pułtusk den längsten Marktplatz Europas. Nun ja, die meinen bestimmt das Verhältnis aus Länge und Breite. Das kommt hin. Aber die Gesamtgröße ist, nun ja, hmm, ich will nicht meckern, aber da bilde ich mir ein, schon größere Marktplätze gesehen zu haben. Aber nehmen wir die 600 Meter mal so hin. Ist ja auch wirklich hübsch hier in Pułtusk. Muss ehrlicherweise zugeben, dass auf dem Foto nur die Hälfte des längsten Marktplatzes Europas zu sehen ist.

Polen: Sommer, Sonne, Fluss. Und der längste Marktplatz Europas in Pułtusk

Kann ja nicht in zwei Richtungen gleichzeitig fotografieren. Laufen erstmal hoch zur katholischen Basilika.

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Dann wieder runter zum Napoleonhaus. Ja, Napoleon war natürlich auch schon hier. Wenn auch nicht unbedingt in friedlicher Absicht. Hier gab es 1806 mal eine Schlacht. Und 1703 davor auch. Ist halt ein wichtiger Übergang über einen breiten Fluss.

Eis essen. Zapiekanki essen. Blaubeeren auf dem Markt kaufen. Halt, der Blaubeerenhauptinteressent will noch mal zurück. Noch eine Packung kaufen. Wir warten derweil am unteren Ende auf der schönen Gitarristenbank.

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Direkt davor ein schöner Laufbrunnen. Also einer, durch den die Kinder durchlaufen können. Wenn sie sich trauen. Ist immer wieder eine schöne Mutprobe.

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Und in Pułtusk kann man sich sogar mit einer Gondel herumschaukeln lassen. Doch zum Glück hat der Ort schon einen Superlativ. Sonst würden die quirligen Stadtväter von Pułtusk wahrscheinlich auch noch mit dem Titel polnischstes Venedig der Welt werben. Denn immerhin ist die Altstadt ringsum von Wasser umgeben.

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Aber egal, das Städtchen ist hübsch. Am Abend sind wir an unserem Flussstellplatz dann wirklich noch ganz allein.

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Machen aber kein Lagerfeuer. Spielen stattdessen Monopoly. Gerade habe ich eine Menge Hotels, da müssen die Kinder ins Bett. So eine Gemeinheit. Und es ist doch auch noch gar niemand müde. Aber es ist halt schon Mitternacht. Muss ich mich eben noch ein bisschen mit Fotografieren beschäftigen. Traumhafter Mond, ruhige Umgebung, breiter Fluss.

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Selbst die nahe Brücke über die Narew ist einfach nur schön.

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Złoczew – Łódź – Warschau – Nasielsk – Pułtusk | Polen | 320 km | 735 km

[Doch trotz des schönen Platzes geht es am nächsten Tag weiter auf der Route 61 nach Litauen.]

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