ᐅ Nebenbei Bloggen: Zeit sparen mit Spracherkennung

Für alles andere außer Spracherkennung habe ich beim Bloggen keine Zeit. Und auch gar keine Lust. Tippen mag ich schon seit 2003 nicht mehr. Ich weiß schon kaum noch, wo die Buchstaben liegen.

Spracherkennung beim Bloggen: Nie wieder tippen

Spracherkennung beim Bloggen: Nie wieder tippen

Spracherkennung beim Bloggen auf dem Handy

Am Anfang war es schon schwierig. Und auch ein bisschen lustig. Mittlerweile (2017) funktioniert die Spracherkennung auf dem Handy aber ziemlich gut. Zumindest auf meinem Androiden. Aber das wird bei Apple nicht anders sein. Schließlich leisten Millionen von Nutzern ständig Zuarbeit für (in meinem Fall) Googles Spracherkennung. So ein internetbasiertes System ist vor allem bei Ortsnamen, fremdsprachlichen Ausdrücken und Modewörtern perfekt.

Allerdings braucht man für die Spracherkennung auf dem Handy eine stabile Internetverbindung. Und daran scheitert es gerade auf Reisen in abgelegene Gebiete.

Spracherkennung beim Bloggen ohne Internet

Wer auf seiner Langzeitreise einen Laptop dabei hat, braucht kein Internet für die Spracherkennung. Die Lösung dafür ist Dragon NaturallySpeaking. Dieses Programm wird lokal installiert. Zwar hat Dragon NaturallySpeaking auch ein Modul, mit dem Audiodateien vom Smartphone zur Erkennung auf das Notebook geschickt werden können. Von dieser Variante halte ich aber nicht viel, da es einfach mehr Arbeit macht, als direkt zu diktieren.

Dragon NaturallySpeaking verwende ich seit der Version 7, die 2003 erschienen ist. Am Anfang war manches schwierig. Mittlerweile (also seit der Version 12) funktioniert die Spracherkennung am Notebook (oder natürlich auch am PC) nahezu perfekt. Nahezu deswegen, da das Programm natürlich nur die bekannten Wörter richtig in Text umsetzen kann.

Das Wichtigste bei der Spracherkennung am PC ist das Vokabular

Das Installieren der Spracherkennungssoftware ist  ziemlich einfach. Vielleicht 5 Minuten braucht ihr, um ein paar Übungstexte vorzulesen. Damit justiert die Spracherkennung des Audiosystem und gewöhnt sich an die Sprache. Allerdings solltet ihr jetzt noch nicht mit dem Diktieren beginnen.

In der ausgelieferten Version weiß Dragon NaturallySpeaking nämlich nicht, was ein Kurzhauber ist. Oder ein Trzebiatowsky. Expeditionsmobile kennt es auch nicht. Bevor ihr also überhaupt mit dem Diktieren anfangt, müsst ihr dem Programm eure Lieblingswörter mitteilen. Und genau dies geht viel einfacher, als man denkt. Ihr müsst nur ein paar Dateien, die die zusätzlichen Wörter enthalten, vom Programm einlesen lassen. Das geht am besten über beliebige Textdokumente (Vokabular > Von bestimmten Dokumenten lernen).

Dragon NaturallySpeaking sucht dann die noch unbekannten Wörter heraus. Hübsch geordnet nach Häufigkeit. Wenn ihr wollt, könnt ihr die Liste noch durchsehen und überflüssige Wörter abhaken. Für diesen Beitrag habe ich extra ein neues Profil angelegt und meine Blogbeiträge aus dem letzten Jahr nach Nicht-Duden-Wörtern auswerten lassen. 37 mal Drehkonsole. Au weia.

Spracherkennung lebt von der Anpassung des Vokabulars

Spracherkennung lebt von der Anpassung des Vokabulars

Bloggen heißt ständig neue Wörter finden

Insgesamt haben die Blogbeiträge 2016 also 835 neue Wörter eingebracht. Tatsächlich zählt mein Vokabular derzeit 19.802 ergänzte, benutzerdefinierte Wörter. Also ich meine natürlich das Vokabular der Datenbank. Zusätzlich könnt ihr auch Wikipedia-Einträge, Listen von Städtenamen oder eure Kontaktadressen temporär in eine Word-Datei kopieren und dann einlesen. Und erst, wenn ihr diese Wörter eingelesen habt, könnt ihr mit der Spracherkennung auch für so exotische Dinge wie den Trzebiatowsky starten. Natürlich könnt ihr auch völlig neue Wörter erfinden und hinzufügen.

Wenn ihr dann beim Diktieren eures Reiseblogs neue Wörter hinzufügen wollt, reicht ein einfacher Sprachbefehl: “Vokabular bearbeiten”. Und sofort öffnet sich eine entsprechende Eingabemaske. Wort kurz eintippen. Fertig. Für immer und ewig.

Erfahrungen mit der Spracherkennung an Handy und PC

Aus meiner Sicht arbeitet es sich am PC bzw. Laptop schneller, weil alles übersichtlicher ist. Vor allem lassen sich auch Bilder bequemer einfügen. Am Handy diktiere ich hingegen gern Rohtexte mit vielen neuen Wörtern. Dies geht aber nur mit stabiler Internetverbindung. Insofern kann man beide Systeme beim Bloggen nebeneinander nutzen.

Tippen jedenfalls ist out. Langweilig und viel zu langsam. Dieser Blogbeitrag zum Beispiel hat dank Spracherkennung trotz der 770 Wörter nur eine halbe Stunde Zeit gekostet. Inklusive Nachdenken. Aber ohne Verfeinerung, Formatierung und Bebilderung. Letztlich kommt es vor allem darauf an, dass im Kopf klar ist, was man sagen will. Dann geht es prima. Und man kann die ganze Handarbeit beim Bloggen gern der Spracherkennung überlassen. So macht Bloggen Spaß.

Was brauche ich für die Spracherkennung ohne Internet?

Den gesamten Text dieses Blogbeitrages habe ich mit Dragon NaturallySpeaking in der neuesten Version 15 über ein USB-Headset direkt in das Browserfenster diktiert. Allerdings reicht aus meiner Sicht die letzte (und deutlich billigere) Version 13 Home vollkommen aus, um hervorragende Ergebnisse zu erzielen. Der Download der Software macht es auch. Das “kostenlos” mitgelieferte Headset ist sowieso nicht zu gebrauchen.

Dragon NaturallySpeaking 13 kostet als Home-Version derzeit keine 70 €. Ein Schnäppchen, denn die (nicht erkennbar bessere) Version 15 schlägt mit 400 € zu Buche. Auch die Vorteile der Premiumversion spielen für den Privatanwender aus meiner Sicht kaum eine Rolle. Dazu verwende ich seit Jahren ein Mono-Headset von Sennheiser. Geht natürlich auch in Stereo. Allerdings bleibt bei der Monoversion auch bei der Spracherkennung ein Ohr frei für die Umgebung.

Und denkt noch einmal daran, für die Spracherkennung besonders wichtig ist es, ein möglichst umfangreiches Vokabular anzulegen und permanent zu pflegen.

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