ᐅ Sikaflex-Orgie an Schiebefenster und Dach

Angesichts des Wetterberichtes mit angekündigten Schneefällen habe ich beschlossen, dass bei 6°C nunmehr doch schon ausreichende Temperaturen für das Einkleben des Schiebefensters mit Sikaflex herrschen (verlangt sind mindestens 5 °C). Direkt nach einem ausgedehnten Frühstück begann unter Mitwirkung der derzeit anwesenden 7 Kinder aber erst einmal das Pizzabacken. Erst nach deren Fertigstellung und Vertilgung konnte ich mich ganz in Ruhe weiter um den Wohnmobilausbau des Kastenwagens kümmern.

Einkleben der Fenster mit Sikaflex

Einkleben des Schiebefensters mit Sikaflex 252i

Schiebefenster einkleben: Sikaflex 252i

Das erste Schiebefenster für das WC im Heck des Kastenwagens hatte ich bis auf das Einkleben ja schon so gut wie fertig eingebaut. Also Sikaflex drauf und das Fenster einsetzen. Natürlich ist mir die Sache mit den beiden Schraubzwingen erst dann eingefallen, als das Fenster schon mit Sikaflex eingeschmiert war. Also musste ich schnell losrennen und an verschiedenen Orten nach den Schraubzwingen und ein paar passenden Brettchen suchen. Aber zum Glück bleibt der Kleber relativ lange elastisch.

Besonders wichtig war mir die vollflächige Abdichtung  zwischen dem Fensterrahmen und dem Fahrzeug, die vor allem im Bereich der Sicken aus meiner Sicht niemals durch eine Gummidichtung gewährleistet werden kann. Aber wasserdicht soll es ja schon sein. Doch zum Glück gibt es ja Sikaflex – allerdings nicht im Baumarkt.

Abdichten der Sicken mit Sikaflex 252

Abdichten der Sicken

Theoretisch soll man das Fenster zwar zusätzlich noch anschrauben, aber ich werde doch ohne Not keine Löcher in den schönen Rahmen bohren! Zudem dichtet das Zeug nicht nur, sondern klebt auch extrem stark – ist ja schließlich dafür da. Glücklicherweise gibt es Sikaflex nicht nur in Standardweiß, sondern auch gleich in Schwarz. So kann die ganze Klebe- und Dicht-Aktion in einem Arbeitsgang erledigt werden (Sikaflex 252i schwarz, nicht zu Verwechseln mit dem normalen Sikaflex 252 – das ist nicht blasenfrei).

Abdichten der Positionslichter

Wenn ich schon einmal dabei bin und noch eine halbe Kartusche übrig habe, klettere ich natürlich gleich einmal aufs Dach und sehe dort nach dem Rechten. Ein typischer Schwachpunkt der Kastenwagen sind die Positionsleuchten, bei denen eine vernünftige Dichtung zur Karrosserie und den beiden Kabeldurchführungen fehlt. Eine Bahn Sikaflex hilft da schon einmal über den Winter. Die eigentliche Abdichtung der beiden kritischen Bohrungen erfolgt am besten zusätzlich von innen. Da werde ich aber wohl mal zwei neue Leuchten für je 11 € kaufen – die Dichtungen gibt es erstaunlicherweise nicht einzeln.

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Undichtigkeitsquelle Positionsleuchten

Dachlukenabdichtung mit Sikaflex

Die beiden Dachluken hatten zwar eine Gummi“dichtung“ – diese hatten aber schon einiges an Moos und Flechten angesetzt. Zudem sind die Luken in entsprechenden Vertiefungen im Dach montiert, so dass der Lastfall drückendes Wasser eintritt. Also habe ich erst einmal eine Bahn Sikaflex um den unteren Rand gezogen, bis mir einfiel, dass eine komplette Demontage der Dichtung viel besser wäre.

Abdichten der Dachluke mit Sikaflex 252

Abdichten der Dachluke – erster Versuch von außen

Bis hierhin hatte ich saubere Hände behalten. Nach der Demontage der schon klebrigen Dichtung fing die schwarze Pest an, sich an meinen Händen fest zu saugen. Natürlich fing es gleichzeitig noch an zu nieseln und die Zeit für die eigentlich versprochene Abendbrotvorbereitung rückte raschen Schrittes heran. Das Werkzeug fiel runter. Die Kartuschenpistole ging kaputt. Dennoch musste ich jetzt dabei bleiben. Die Sache unbedingt und gründlich fertig machen. Denn ich würde angesichts der Klebekraft von Sikaflex keine zweite Chance bekommen.

Abdichten der Dachluke mit Sikaflex 252 - zweiter Versuch

Abdichten der Dachluke – nun nochmal richtig

Reinigung der Hände

Es war ziemlich unschön, den Mix aus frischem Sikaflex, Dreck und alten Dichtungsresten zu entfernen und die Klebeflächen mit Waschbenzin zu reinigen. Aber was macht man nicht alles für ein ordentliches Ergebnis. Jedenfalls sind die Dachluken jetzt dicht, meine Hände aber sehen immer noch aus wie, naja, ähm, wie nach einer Sikaflex-Orgie eben…

Hier hilft nur noch mechanischer Abtrag

Hier hilft nur noch mechanischer Abtrag

Chemische Reinigungsversuche mit Waschbenzin, Aceton, Verdünnung, Nagellackentferner und Gesichtspeeling sind gescheitert. Schließlich bin ich die schwarze Pest dann nur durch mechanischen Abtrag durch massiven Einsatz von Bimsstein, Seife und Wasser wieder los geworden. Und dabei hatte ich die Einweghandschuhe griffbereit im Werkzeugkoffer liegen. Aber ich meinte, für das Absteigen vom Dach und deren Einsatz „gerade jetzt“ keine Zeit für den Sikaflex – Schutz zu haben.

Und nach der Sikaflex-Orgie geht es als nächstes weiter mit dem Setzen der Nietmuttern für die Bushängematte.

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1 Antwort

  1. Chris sagt:

    Hi Tom,

    das mit dem Sika kenne ich! Es wird Dir auch jeder bestätigen können der damit arbeitet, dass man hinterher umso übler aussieht, je mehr man versucht acht zugeben!!! ;o)

    Zu Reinigung von mit Sika-Verschmutzer Hände empfiehlt Sika: warmes Wasser und Seife ggf. Handwaschpaste! Ich habe das, bis ich dies mal auf einer Sikasite gelesen habe, auch immer mit Bremsenreinger, Aceton oder Verdünnung versucht. Einziger Effekt: Das Sikka löst sich auf und wird von den Lösungsmittel schön dünnflüssig in die Hautritzen und Nagelbetten geschwemmt, wo sich die schwarze Pest dann Tagelang abzeichnet!

    Weiterhn viel vergnügen mit dem Aus- und Aufbau Deiner Fahrzeuge und danke, dass Du soviel Mühe in Deinen Blog steckst! Ich lese gerne darin! Ich bin da nach fast 10 Jahren mit meiner Site etwas nachlässiger!

    Grüße Chris

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