ᐅ Litauen: Mit der Fähre auf die Kurische Nehrung

Tagesziel ist heute die Fähre auf die Kurische Nehrung. Bis dahin ist es aber noch ein Stück. Wollen noch das Memeldelta, Klaipėda und Nida anschauen.

Ruhiger Morgen am litauischen Stausee

Dachte schon, dass die Litauer die ganze Nacht auf den Feldern unterwegs sein wollen. Aber gegen 1 Uhr am Morgen war Schluss und die Scheinwerfer verschwanden von den Feldern. Mannomann, die haben einen ganz schönen Arbeitstag auf ihren riesigen litauischen Feldern. Zum Glück sind wir im Urlaub und können alles etwas ruhiger angehen. Stehen ja gut.

Mit der Fähre auf die Kurische Nehrung. Šakiai - Jurbarkas - Mikytai - Šilutė - Ventė - Klaipėda / Memel - Nida / Nidden

In Ruhe baden. In Ruhe frühstücken. Nebenbei endlich mal in Ruhe Karte und Reiseführer studieren.

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Litauen nördlich der Memel

Dann das Schlafdach einklappen und los. Und auf der Mitte der Straße weiter nach Westen. Trotz des Zustandes der Nebenstraßen fahren selbst die voll beladenen Holzlaster ihre 100. Nur die Ortseingänge und Fußgängerüberwege sind gefährlich. Da wird Strich 50 gefahren. Wenn überhaupt. Eine Menge toter Polizisten liegen quer auf der Straße. Und wie schon in der Ukraine hält jeder, aber auch jeder, an den Eisenbahnübergängen an. Also so richtig mit Bedenksekunde und intensivem Rundumblick. Mache den Eingeborenen alles nach und komme so gut voran.

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Jetzt die Memel. Hatte nach Studium meiner älteren Karte auf eine kleine Fähre gehofft. Ist aber doch eine Brücke. Schöner Fluss mit langer Geschichte.

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Die Gegend an der jetzt russischen Grenze ist recht dicht besiedelt. Immer wieder kleine Dörfer mit lieblichen Häuschen.

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Alles in recht gutem Zustand.

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Und auch in die Infrastruktur wird viel investiert. Fast in jedem Dorf breite Rad- und Fußwege

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Auf der anderen Seite der Memel liegtTilsit / Советск. Muss gleich mal nachschlagen lassen, wann sich Napoleon und Alexander hier wirklich zu ihrem Friedensschluss getroffen haben. Ah, am 07.07.1807. Vor fast genau 211 Jahren. Auf 2 Pontons im Fluss. Dank Wikipedia wird das historische Gemälde gleich herumgezeigt. So wird Geschichte lebendig.

Regionalpark Memeldelta / Nemunas Delta

Šilutė / Heydekrug markiert als erster größerer Ort den Übergang zur Küste und zum Regionalpark Memeldelta. Schon richtiges Urlaubsflair hier. Es geht nun direkt durch den bewaldeten Nordrand des Memeldeltas.

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Ab jetzt gibt es eigentlich nur noch ab und zu kleine Gehöfte. Alles sehr idyllisch hier.

Vom flüssigen Teil des Memeldeltas hingegen ist nur wenig zu sehen. Manchmal eine Wasserfläche. Manchmal eine Brücke.

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Die Straßen werden kleiner. Wer sieht zuerst das Meer? [Nun ja, genau genommen ist es ja “nur” das Kurische Haff.]

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Leuchtturm am Windenburger Eck / Ventės rago švyturys

Das Meer! Aber noch ein bisschen hinter Bäumen versteckt. Also direkt weiter zum Leuchtturm an der Mündung des nördlichsten Memelabzweigs Atmata in das Kurische Haff. Richtiger Parkplatz mit richtiger Deschurnaja. Also einer älteren Frau, die das Kommando führt und für alles verantwortlich ist. vom Saubermachen bis zum Diebe verjagen. Habe aber nicht das Gefühl, dass es hier welche gibt. Ich glaube, man müsste nicht mal abschließen.

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Erst mal Eis essen im kleinen Parkplatzlädchen. Gibt natürlich auch Räucherfisch.

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Diese Südwestecke Litauens ist schon ziemlich auf Touristen eingestellt. Es gibt gepflegte Campingplätze, geführte Fahrradreisegruppen und italienische Wohnmobilkarawanen. Die letzten 500 Meter Fußweg zum Leuchtturm am nördlichen Rand des Memeldeltas sind DIN-gerecht gepflastert.

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Kann man da jetzt hoch? Die Tür steht offen. Niemand ist hier. Kein Zettel, kein Hinweis, kein Eintrittsgeld. Also versuchen wir es einfach. Hinter der Tür eine ausgetretene Wendeltreppe aus Ziegelsteinen.

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Weiter oben dann eine hübsche Wendeltreppe aus Gusseisen.

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43 Stufen. 11 Meter. Und wir sind oben. Aussicht wie unten. Ringsum sind trichterförmig riesige Netze gespannt, mit denen Zugvögel gefangen und beringt werden. Über dem Kurischen Haff Nida und die Kurische Nehrung mit den berühmten Sanddünen. Nur 10 km weg.

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Wirklich ein kleiner, süßer Leuchtturm. Mich begeistert auch die Wendeltreppe. Hoch wie runter.

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Ventainė – Eine kleine Fähre auf die Kurische Nehrung

Hunger. Laufen also zügig zurück, fahren ein Stück und landen in einem kleinen Hafenrestaurant mit angeschlossenem Campingplatz. Von hier kann man mit der Fähre auf die Kurische Nehrung und sogar direkt nach Nida übersetzen. Abfahrten 9:00 und 17:00 Uhr.

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Doch die Ventainė entpuppt sich leider als ganz und gar ungeeignetes Vehikel. Nein, das ist sicher keine Autofähre auf die Kurische Nehrung. Schade.

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Fähre auf die Kurische Nehrung ab Klaipėda / Memel

So müssen wir die ziemlich genau 100 km Umweg um das Kurische Haff fahren. Dabei sind die Dünen von Nida so zum Greifen nah. Aber der ganze Urlaub ist ja ein Umweg. Also auf schaukeligen Straßen 50 km nach Norden. Nach Klaipėda / Memel. Riesige Kreisverkehre. Endloser Stau. Russische Plattenbauten.

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Und dann der Hafen. Die Fähren pendeln tagsüber im 20 Minuten Takt. Der Preis für die Fähre auf die Kurische Nehrung steht auf der Tafel und ist übrigens nur für die Hinfahrt zu entrichten. Zurück kommt man ja sowieso nicht anders.

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Zahlen also 25 € und schippern mit der Fähre auf die Kurische Nehrung.

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Die Fähre auf die Kurische Nehrung ist schnell und der Durchstich vom Kurischen Haff zur Ostsee nicht weit. Fahrzeit vielleicht fünf Minuten.

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Nationalpark und Campingplatz Kurische Nehrung

Kurische Nehrung. Wir sind da. Endlich einmal. Fühlt sich alles gleich so anders an. So sandig. Plötzlich fast nur noch Kiefern. Dazwischen eine kleine, gewundene Straße. Immer wieder geht es über (bewachsene) Sanddünen. Nicht hoch, aber steil. Jaja, noch Eintritt in den Nationalpark Kurische Nehrung bezahlen.

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Immer weiter nach Süden. Fast 50 km sind es bis zur russischen Grenze. In Nida / Nidden liegt der einzige Campingplatz auf der Kurischen Nehrung. Der Platz ist im Prinzip voll. Aber im Prinzip heißt ja, dass man es durchaus einmal versuchen kann. Finden natürlich noch ein Plätzchen für uns. Wir sind ja nicht anspruchsvoll und brauchen weder Parzelle noch Strom.

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An der Rezeption ist der Teufel los. Trotzdem sind die Leute vollkommen entspannt und freundlich. Natürlich kann ich uns auch erst am Abend anmelden. Also ohne Wartezeit die 6 Fahrräder vom Heckträger abschnallen. Wo ist denn nun das Meer? Da hinter den Dünen. Aber auf welcher Seite? Nun, im Osten liegt das Städtchen Nida / Nidden am Kurischen Haff. Im Westen die offene Ostsee. Ein paar wollen nach links. Ein paar nach rechts. Ja, wohin denn nun? Einigen uns schließlich auf den Weg nach rechts. Nach Nida. Vielleicht sehen wir den Leuchtturm von heute Mittag. Knapp 2 Kilometer guter Asphalt. Dann platzen wir direkt in die Abendstimmung am Hafen von Nida.

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Ringsum Kinderspass mit Hüpfburgen, Wasserballons und Eis. [Muss nebenbei extra mal googlen, wie diese aufblasbaren Ballons heißen, in denen sich die Kinder übers Wasser rollen. Der Spaß heißt Zorbing.]

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Abends wieder zurück zum Campingplatz Nida. Ist schon ziemlich hell hier in der Nacht. Der Campingplatz Nida hat sowas schwedisches. Zwar voll belegt. Aber alle sind sehr entspannt. Gefällt mir.

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Šakiai – Jurbarkas – Mikytai – Šilutė – Ventė – Klaipėda / Memel – Smiltynė / Sandkrug – Nida / Nidden | Litauen | 257 km | 1.347 km

Reisetipps zur Fähre auf die Kurische Nehrung und zum Campingplatz Nida

  • Die Fähre auf die Kurische Nehrung startet in Klaipėda am Hafen.
  • Fahrzeit nach Smiltynė / Sandkrug höchstens 10 Minuten.
  • Abfahrt ab Klaipėda täglich alle 20 Minuten (Zwischen 7:00 und 19:00 Uhr jeweils xx:00, xx:20, xx:40; sonst nur zur vollen Stunde)
  • Bezahlt wird nur die Hinfahrt ab Klaipėda (bis 3,5 Tonnen 12,30 € / bis 5 Tonnen 24,60 € / bis 12 Tonnen 28,30 €)
  • Eintritt in den Nationalpark Kurische Nehrung für Wohnmobile: 30 € (Einmalige Gebühr bei der Einfahrt)
  • Frei stehen ist im Nationalpark Kurische Nehrung explizit verboten und jeder Parkplatz hat eine Zeitbeschränkung.
  • Deutsche Informationen zum Campingplatz Nidden / Nidos kempingas: Klick
  • Die Fakten entstammen unserem Reiseführer für das Baltikum vom Reise Know-How Verlag: Klick

[Das Beste auf dem Campingplatz Nida ist aber das dort zur Vermietung stehende Expeditionsmobil auf Tatra 815 6×6.]

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