ᐅ Bloggen als Anfänger: Das Wieso und Warum

Am Anfang war die Idee. Dann kam das Wort. Und schließlich der Blog. Meine kleine Geschichte vom Bloggen als Anfänger.

So eine Art analoges Bloggen am Anfang

Ich schreibe, seit ich schreiben kann. Und so wurde der Stapel an Tagebüchern immer größer. Die Schrift immer unleserlicher. Das Papier immer vergilbter.

Ein Stapel analoger Tagebücher - Vorläuder für das Bloggen als Anfänger

Ein Stapel analoger Tagebücher – Vorläuder für das Bloggen als Anfänger

Parallel dazu wuchs der Diakastenstapel. Unmengen analoger Informationen. Dem siechenden Verfall preisgegeben. Die meisten Kästen mindestens einmal runtergefallen und nur hastig einsortiert.

Alles umsonst. Aber nicht kostenlos. Wer sollte das jemals wieder lesen oder anschauen?

Diakästen, Diakästen, Diakästen

Diakästen, Diakästen, Diakästen

Frühdigitale Anfänge des Bloggens

Bis ich irgendwann 2006 angefangen habe, die Texte in mein erstes „Smartphone“ zu tippen. Ein Nokia E61. Was habe ich dieses Gerät geliebt: Vollständige QWERTZ-Tastatur mit STR-Taste. E-Mail. Internet. Word und Excel. Alle Kontakte. Wikipedia offline. Externer GPS-Empfänger. Navigation. Wanderkarten und Apemap. Endlich mobil. Und auch heute denke ich manchmal, ob ich mir für mein kleines Handymuseum nicht noch einmal ein neues, funktionierendes Gerät kaufen sollte.

Nokia E61

Nokia E61

Aber keine Kamera. Also gab es parallel eine erste kleine Digitalkamera. 8 Megapixel. Unglaublich.

Digitalkamera Leica D-Lux

Digitalkamera Leica D-Lux

Und ab sofort gab es jedes Jahr zu Weihnachten eine hübsch ausgedruckte Familienchronik in Wort und Bild. Bald häuften sich auch diese zu einem ganz schönen Stapel. Und im Prinzip ist immer noch alles analog. Nur die ausgedruckten Exemplare werden gelesen. Die digitalen Originale versauern auf meinem Rechner. Keine Teilhabe der Leser.

Halbdigitale Chronik, analog ausgedruckt

Halbdigitale Chronik, analog ausgedruckt

Der Familienblog

Es ist der Lauf der Dinge, dass eine Familie räumlich irgendwann auseinanderdriftet. Ich aber halte alles gern beisammen. Warum also nicht die Chronik übers Internet führen? Da könnte jeder auch unmittelbar seinen Teil dazu geben. Lesen, was die anderen treiben. Ganz gleich, wo man gerade ist.

Der Rest war eigentlich ganz einfach. Eines Tages kam mir ein Domainname in den Sinn. 7globetrotters.de also. Passt doch zu uns. Damit war der Gedanke zur fixen Idee geworden.

Es wird einem vom Internetprovider ja regelrecht aufgedrängt, dass doch soundso viele Domains und WordPress Installationen sowieso im DSL-Tarif mit bezahlt werden. Und wenn ich schon etwas bezahle, möchte ich es auch nutzen. Also Domain anmelden. WordPress aufsetzen. Layout festlegen. Und schon kann es losgehen.

Das alles klingt viel schlimmer als es ist. Einen Blog erstellen ist nicht schwer. Viel wichtiger sind doch die Inhalte. Und davon hatte ich genügend. Sollte ja nur für uns sein. Alles privat.

Der Reiseblog

Doch Reiseberichte habe ich schon immer gern gelesen. Und zumindest für mich privat auch gern geschrieben. Warum also nicht selbst einmal etwas veröffentlichen? Es galt also, die alten Schriften und die alten Fotos zu digitalisieren. Nun schreibe ich beruflich so viel, da kommt es auf diese paar Seiten Reisetagebuch auch nicht mehr an. Das ist schon cool, wenn man seinem Computer die uralten Texte vorliest und er alles aufschreibt. So etwas habe ich mir immer schon gewünscht.

Fehlen noch die Bilder. Also einen Diascanner besorgt. Gut, wenn man Freunde hat. Wochenlang lief das Teil, um wirklich alle Dias einzuscannen. Vier Magazine pro Tag. Mehr war nicht drin. Die Arbeit bestand eigentlich nur darin, ab und zu nach dem Rechten zu sehen und alle 6 Stunden mal ein neues Magazin einzuschieben. Der Rest lief automatisch.

Und so fülle ich nun nach und nach den Blog mit den alten Reiseberichten. Dazu kommen natürlich die laufenden Reiseberichte. Allerdings ist hiervon das meiste noch nicht mal öffentlich. Mittlerweile glaube ich nicht, dass sich jemand für mehr als eine kurze Diashow und ein paar kurze Erläuterungen interessiert.

Der Baublog

Nun gibt es natürlich auch Texte und Fotos, für die sich in meiner Familie kaum jemand interessiert. Man sieht ja, was vor der Tür passiert.

Aber irgendwo da draußen könnte sich ja jemand dafür interessieren. Schließlich habe ich auch Unmengen an Informationen aus dem Internet bekommen. Manchmal auch ganz persönliche Hilfe erfahren. Von Wildfremden.

Also habe ich angefangen, etwas zurückzugeben. Gemerkt, dass es da draußen tatsächlich noch andere gibt, die sich für LKW’s oder den Ausbau eines Wohnmobils begeistern können. Für Aufstelldachbeschläge. Hilfsrahmen. Rostige Scheibenwaschanlagen. Hubbetten. Tropendächer. Und was weiß ich noch. Warum also nicht das Wissen teilen, das man sich mühsam angeeignet hat? Oder während des Bauens schnell mal ein paar Fotos machen und eine Gedächtnisstütze diktieren? Der Baublog war geboren.

Gerade beim Bauen ist es so einfach. Das Handy ist sowieso dabei. Ein Klick, und man kann seine Ideen oder Arbeitsschritte dank der mittlerweile auch auf dem Handy ganz gut funktionierenden Spracherkennung schnell mal festhalten. Fotos machen. Man muss ja nicht gleich alles veröffentlichen. Und wahrscheinlich bin ich bei manchen Themen sowieso der einzige, der sich dafür interessiert. Aber gerade bei meinem unsteten Bauen kann ich so immer mal wieder nachschlagen, was ich mir wann und wo und wie gedacht habe. Wo ich die Teile bestellt habe. Wie die Stelle hinter der Verkleidung aussieht.

Und jetzt?

Wenn ich einmal etwas anfange, möchte ich es auch gern zu Ende bringen. Lesen im Internet wurde halt ersetzt durch Schreiben im Internet. Der Zeitaufwand ist mit vernünftiger Spracherkennung derselbe. Der Unterschied ist nur dieses Gefühl: Etwas schaffen, das schön und irgendwie nützlich ist. 

Doch trotz aller Smartphones im Haus wird der Blog zu Weihnachten ausgedruckt, damit die Familie etwas zum Schmökern hat. Nur eben ohne die Bauberichte. Die sind im Grunde nur für mich und ein paar Freaks da draußen. Aber ich habe meine Freude daran. Und das ist im Grunde alles, was zählt beim Bloggen als Anfänger.

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4 Antworten

  1. Axel sagt:

    Vielen Dank für deinen tollen Blog und Deine tollen Ideen bezüglich des 711d.

    Ich wollte gerade für den Fall das deine Seiten einmal aus dem Internet verschwinden, die mir wichtigen Seiten ausdrucken. Erst als PDF exportiert, dann als Ausdruck versucht. !

    Leider Fehlanzeige auf zwei Browsern (Opera / Safari) wird eine Blogseite, z.B diese zerstückelt in 60 Seiten angezeigt und ist so leider nicht druckbar.

    Ist Dir dieses Phänomen bekannt oder besser noch kennst du eine Lösung ?

  2. Axel sagt:

    Eigentlich bin ich kein Internet-ausdrucker, aber in diesem Fall hätte ich es getan 😉
    OK ich hab dann mal Vertrauen und freue mich auf neue Geschichten…..

    • Tom sagt:

      Ich hätte nie gedacht, dass sich jemand meine Bauberichte sogar mal ausdrucken wollen würde. Insofern fühle ich mich schon geehrt. Danke also. Und wenn hier wirklich mal was verschwinden sollte, dann darfst du sogar bei mir anrufen und bekommst einen persönlichen Termin. Die Nummer steht ja im Impressum. Gilt aber nur für dich, Alex. Weil du der erste warst. 😉

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