ᐅ Jordanien: Wüste Vögel und Wüstenschlösser

Eines der einsamsten Wüstenschlösser: Quasr-al-Khamara

Eines der einsamsten Wüstenschlösser: Quasr-al-Khamara

Wüste Vögel

Wüste Vögel

Das Glück hat uns nicht verlassen. Zum einen schien die Sonne und zum anderen sahen wir schon bald unsere erste und einzige Oryxantilope. Vorher zeigte uns aber der smarte Führer noch die Strauße und trieb Späße mit Ihnen. Besonders stolz war er auf die rotnasigen Strauße. Die Oryxantilope sahen wir dann vom Turm aus, denn das Reservat ist recht groß und einen 4×4-Ausflug wollten und konnten wir uns nicht leisten. Die Oryxantilopen sind voll weiß und haben lange, gerade Hörner, an deren Ringen man das Alter ablesen kann. 3 Ringe entsprechen immer einem Jahr. Und während die Schakale vor kurzem den Gazellenbestand aufgefressen hatten, zeigten sich die Oryxe wehrhafter. Ebenso die Strauße, die schon ein Pferd zu Tode getreten haben sollen. Man erklärte uns noch dies und das und als Abschluss  lud man uns zu einem Glas Tee auf der sonnigen Terrasse ein, was wir gern annahmen.

Aus dem Geplauder wurde schnell eine gesellschaftspolitische Grundsatzdiskussion, die wir nach einigem Palaver vorzeitig abbrachen, um uns statt mit trockenem Agitprop lieber mit dem vollmundig angekündigten Feuchtreservat zu beschäftigen.

1997 Zum Roten Meer (208)

Tanken macht Spaß

Erst einmal tauschten wir aber noch einige jordanische Dinar und  tankten erneut irakischen Sprit aus dem Kanister. Derartig versorgt besichtigten wir das Quasr-al-Azraq, eines der ominösen Wüstenschlösser von Jordanien. Es war einschließlich der Decken aus Basalt gefertigt. Selbst die Türen waren aus Stein und entsprechend schwer. Allerdings war das eine Idee der Römer. Laut Reiseführer sollte dieses “Wüstenschloss” inmitten einer Oase stehen, aber die abgestorbenen Palmen zeugten von der Absenkung des Wasserspiegels durch das ständige Abpumpen. Entsprechend dürftig fiel auch das Feuchtreservat aus, das angeblich über 300 Vogelarten beherbergen soll. Zwar muss es irgendwo eine Wasserfläche und ein Sumpfloch geben, wir sahen aber nur Schilf hinter der Absperrung. Von Vögeln keine Spur. Auch im Norden fanden wir keine üppige Oasenlandschaft wie verheißen.

1997 Zum Roten Meer (219)

Basalttür im Quasr-al-Azraq

So zogen wir dann in die Einöde hinaus und besichtigten das Wüstenschloss Quasr-al-Amra, das, obzwar sehr klein, innen mit Mosaikfußböden, Fußbodenheizung und vor allem vielen Fresken glänzte. Sogar nackte Frauen (!) waren dargestellt – im 7. Jahrhundert war die Gesellschaft hier eben doch noch etwas freizügiger. Auch das nächste Schlösschen war sehenswert, diesmal aber wegen des wirksamen Belüftungssystems. Das Quasr-al-Khamara steht völlig frei in der Wüste, sodass der stete Wind eiskalt durch die Wandschlitze fegt, die wie Schießscharten aussehen.

Danach kamen wir schnell nach Amman und stürzten uns auch schon verwegen ins Gewühl. Schon bald hatten wir die Hauptsehenswürdigkeit, das Amphitheater, abgehakt und wollten gerade noch ein bisschen herumfahren, als ich eine Straße zum Burgberg sah. Ein Polizist fragte mich gleich, ob wir an dieser exponierten Stelle nicht übernachten wollen, und so haben wir jetzt einen sehr schönen Stellplatz oberhalb Ammans neben der Touristenpolizei. Die verbleibende Zeit bis Einbruch der Dunkelheit machten wir noch einen Bummel durch die Einkaufsstraßen. Auch wenn Amman ein klassischer Souk fehlt, war es doch ganz nett, in der quirligen Stadt mit ihrem wunderbaren Fahrzeugbestand herumzulaufen.

1997 Zum Roten Meer (207)

Unser Super-Kurz-Hauber vor einer Tankstelle mit Bistro

 

Embargo hin - Embargo her: Irakische Kurzhauber versorgen Jordanien

Embargo hin – Embargo her: Irakische Kurzhauber versorgen Jordanien

Shaumari Wildlife Reserve – Azraq – Amman (110 / 4160 mls)

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