ᐅ 5 Kandidaten: Was ist mein bester Norwegen-Reiseführer?

Mit kleinen Kindern hat man eigentlich wenig Zeit, eine Reise intensiv mit Reiseführern vorzubereiten. Oder gar in einem Reiseführer zu lesen, während man im Urlaub ist. So langsam ändert sich das aber. Und ich überlege, was eigentlich mein bester Norwegen-Reiseführer ist. Oder sein könnte. Zusätzlich zu meinem guten, alten Baedeker stehen 5 Kandidaten zur Auswahl. Dieser Beitrag ist eine Zusammenfassung der Rezensionen zu den einzelnen Norwegen-Reiseführern. Und der Versuch einer Empfehlung.

Mein bester Norwegen-Reiseführer: Die Testteilnehmer

Mein bester Norwegen-Reiseführer: Die Testteilnehmer

Wozu braucht man eigentlich noch Reiseführer?

Mit Kindern ist planmäßiges Reisen so eine Sache. Also habe ich die letzten 15 Jahre auch keine Reiseführer gekauft. Wenn ich etwas wissen wollte, hatte ich ja die gesamte Wikipedia in der Hosentasche. Doch so ein Reiseführer, in dem man gemütlich schmökern kann, ist schon etwas anderes. Mit großen Kinder komme ich endlich ab und zu sogar im Urlaub zum Lesen. Und ich kann mir sogar mal vor einer Reise einen Reiseführer ansehen.

Also diesmal Norwegen. Hier waren wir schon oft. Kennen also eigentlich schon alles. Aber dennoch – ein Reiseführer bringt Informationen, die einem nicht sofort auffallen. Da haben wir zum Beispiel in Lillehammer in der Fußgängerzone so schön Eis gegessen. Und wussten nicht, dass unter der gesamten Fußgängerzone eine Fußbodenheizung installiert ist (Michael Müller, Seite 456). Au weia. Ich werde noch mal doof sterben.

Teststadt Røros: Wie beschreiben die Reiseführer die eher abseitige Stadt?

Es gibt ja prinzipiell 4 Arten von (schriftlichen) Reiseführern. Die erste Kategorie sind eigentlich gar keine Reiseführer. Sondern Reisegeschichten. Die zweite Kategorie nimmt den Reisenden an die Hand und schlägt ihm spezielle Touren vor, die zu den größten Sehenswürdigkeiten führen. Die dritte Kategorie schließlich ist eher ein Lexikon zu den einzelnen Orten und Sehenswürdigkeiten im Land. Tja, und dann ist da noch das Internet. Was ist also der beste Reiseführer?

Die Idee ist, dies anhand  einer etwas abseitigen Stadt zu testen. Røros. Mein erster Norwegen-Reiseführer war der Skandinavien-Baedeker aus 1994. Dort heiß es auf S. 386 kurz und knapp:

„Norwegens einzige Hochgebirgsstadt ist Røros, an beiden Seiten des Hitter-Flusses gelegen. Die Bergbaustadt wurde 1644 gegründet, nachdem in der Umgebung große Vorkommen von Kupfererzen entdeckt worden waren. Im 17. Jahrhundert arbeiteten zahlreiche Bergleute deutscher Abstammung in den Minen; Direktor war damals der Schwarzwälder Oskar Schwatz. Der Ort Røros, der auf der World Heritage List der UNESCO steht, wird im Sommer von vielen Fremden besucht.“

Dazu 4 Absätze zum Stadtbild, ein Foto und eine Karte. Fertig. Nun, was hat sich in den neuen Reiseführern geändert? Ein kleiner Privattest.

5 Reiseführer zu Norwegen im Test

Mein bester Norwegen-Reiseführer für Einsteiger mit dem Wohnmobil: Bruckmann

Zwar wurde meine Teststadt Røros links liegen gelassen. Das ist schade, dürfte den Einsteiger in das Abenteuer Norwegen aber nicht weiter stören. Ganz im Gegenteil: Ich wette, dass diejenigen Reisenden, die mit „Norwegen mit dem Wohnmobil“ unterwegs waren, für das nächste Jahr einen anderen Band des Autors kaufen. Denn die Routen, Beschreibungen und Texte sind nicht nur professionell, sondern genau richtig für die Zielgruppe. 190 Seiten für 22,99 €. Hier geht es zum ganzen Beitrag.

Mein bester Norwegen-Reiseführer für erfahrene Individualreisende: Michael Müller

Der Norwegen Reiseführer für Individualreisende aus dem Michael Müller Verlag hält tatsächlich, was er verspricht und bietet mehr Wissen für Norwegenfans. Mir gefällt das Buch durch die exakten Beschreibungen und die detaillierten Fakten als Nachschlagewerk, Reisebegleiter und Augenöffner. Auch und gerade, wenn man schon fast überall schon war. 755 Seiten für 26,90 €. Die ganze Rezension.

Mein bester Norwegen-Reiseführer für den Bildungsbürger: Der Baedeker

Insgesamt versucht der Baedeker schon, sich unter Beibehaltung des historischen Stils sprachlich und inhaltlich zu modernisieren. Aber es ist und bleibt halt ein Norwegen Reiseführer für den Bildungsbürger. Schön und komplett. Gebildet. Interessant. Die Referenz halt. Da muss man beim Kauf nicht nachdenken. 490 Seiten für 24,99 €. Link zur Besprechung.

Mein bester Norwegen-Reiseführer für die Jackentasche: Nelles

Die Stärke des Reiseführers aus dem Nelles Verlag ist, dass er das Wichtigste zu den relevanten Orten erläutert, ohne groß auf Detailschärfe zu verzichten. Wenn jetzt noch der Gedanke mit der ergänzenden App zum Buch zu Ende gedacht werden würde, hätte man auch die im Buch fehlenden, praktischen Reiseinformationen griffbereit in der Jackentasche. 268 Seiten für 16,90 €. Zur ganzen Kritik.

Mein bester Norwegen-Reiseführer für den Backpacker: Lonely Planet

Wenn ich keine siebenköpfige Familie hätte, würde ich den Norwegen-Reiseführer für Backpacker von Lonely Planet in den Rucksack stecken. Mehr Info geht nicht. Aber insgesamt ist der Lonely Planet natürlich nur für Leute zu empfehlen, die gewohnheitsmäßig dutzende Webseiten einer Google-Suche überfliegen und trotzdem die gesuchte Information finden. Und die kein Auto haben. 470 Seiten für 22,99 €. Hier geht es zur Rezension.

Und was ist mein Geheimtipp für Røros?

Tja, Geheimtipps gibt es bei mir keine. Denn dann sind es ja keine mehr. Røros jedenfalls ist traumhaft und bietet nicht nur die in allen Reiseführern beschriebenen, romantischen alten Gassen mit Holzhäusern, sondern auch fußballfeldbreite Sandstrände (sic!) und butterkuchenweiche Fjellwanderwege. Kurz, alles, was das Herz des individuellen Norwegenfahrers höher schlagen lässt. Touristen hin, Touristen her. Aber das richtige Norwegen findet man ohnehin nur, wenn man auch mal aus dem Reiseführer aufschaut und sich aufmerksam umsieht.

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