ᐅ Aufstelldach selbst bauen: Bemessung der Gasdruckfedern

Das Aufstelldach ist nun so weit aufgebaut, dass ich die Geometrie mit den montierten Schlafdachscheren abnehmen, eine kleine Zeichnung anfertigen und die Gasdruckfedern bemessen kann.

Geometrie des Aufstelldachs

Konstruktionszeichnung des Aufstelldachs mit Schlafdachscheren und Gasdruckfedern

Konstruktionszeichnung des Aufstelldachs mit Schlafdachscheren und Gasdruckfedern

Die Höhe des Dachs über dem Fahrzeugdach liegt zwischen 27 und 105 cm. Innerhalb des umlaufenden Edelstahlrahmens entsteht eine Fläche von ungefähr 158 x 268 cm, davon als Liegefläche mit Matratze 158 x 200 cm. Die Restfläche werde ich wohl als Staufach ausbilden. Der Einstieg erfolgt über die standardmäßige Dachluke am Ende des Kastenwagens.

Bemessung der richtigen Gasdruckfedern

Das Dach wiegt über der Einstiegsluke ca. 30 kg. Die maximale Dachneigung beträgt 17°. Nun begebe ich mich auf die Suche nach den richtigen Gasdruckfedern. Die Gasfedern sollen möglichst am Ende des Aufstelldachs, also neben der Einstiegsluke liegen und somit innerhalb des Zeltstoffes und außerhalb der Liegefläche.

Die Frage ist nun, wie hoch die Ausschubkraft sein sollte. Dabei ist zu bedenken, dass die Gasfedern aufgrund der Einbausituation nur etwa 10° Neigung haben, nach einem kurzen Anstupser bei höchstens 15°. Dennoch müssen 30 kg wirksame Dachlast nach oben gedrückt werden. Ob 600 N – also 60 kg Ausschubkraft der beiden Gasdruckfedern (oder 300 N pro Gasfeder) reichen? Im Internet gibt es zwar zahlreiche Berechnungstools für einfache Klappen (z. B. hier), diese gehen zur Vereinfachung aber immer von einer Montage der Gasfedern in Nähe des Drehpunktes aus. Mal sehen, welcher Lieferant von Gasfedern mir helfen kann: Ein Shop bietet ein Formular an und lässt die Berechnung „durch [..] erfahrene Spezialisten“ durchführen. Das wäre was für mich. Aber gemeldet hat sich bei mir noch niemand.

Alternative Springaufbeschläge

Als ich die Schlafdachscheren schon bestellt hatte, ist mir eine alternative, ziemlich coole Lösung mit Springaufbeschlägen aufgefallen, die man natürlich auch für ein Aufstelldach missbrauchen könnte. Der Vorteil ist hier, dass Gasdruckfedern und Scharniere für das Aufstelldach gleich integriert sind. Und teurer ist diese All-inclusive-Lösung auch nicht.

Aber meine konventionellen Schlafdachscheren sind ja schon montiert. Also werde ich mich wohl mal selbst mit dem Kräfteparallelogramm zur Bemessung der Gasdruckfedern des Aufstelldachs befassen müssen. Aber ganz so einfach ist das nicht, denn Masseschwerpunkt, Einbaulage und verschiedene, sich ändernde Winkel wollen beachtet sein. Und das Dach soll sich ja auch mit vertretbarem Kraftaufwand (300 N?) wieder schließen lassen. Eine Variante wäre natürlich, erst einmal deutlich stärkere Gasfedern zu kaufen und dann schrittweise den Druck raus zu nehmen.

Fragen über Fragen, die mich die Bestellung der Gasdruckfedern immer wieder haben hinauszögern lassen – bis ich mich dann kurz vor knapp getraut habe.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (4 votes, average: 5,00 out of 5)
Loading...

Das könnte Dich auch interessieren...

2 Antworten

  1. Leo sagt:

    Wirklich interessanter Beitrag! Im November geht es für uns zum ersten Mal nach Marokko, und ich brauche noch zwei Schlafplätze. Deshalb hole ich mir gerade etwas Inspiration und ein paar Tips von deinem Blog. Ich werde aber eher nach gebrauchten Aufstelldächern die Augen offen halten.

  2. Daniel sagt:

    Moin Tom, ich versuche mich auch gerade an meinem ersten Aufstelldach und wollte mal Danke für deine Berichte und Angaben sagen. Man sieht sich…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.