ᐅ Ergänzung zum Reiseführer: Campingplätze in Serbien

Mein aktueller Reiseführer bietet zwar Informationen über die Campingplätze in Serbien, aber kein Campingplatzverzeichnis. Muss ich halt mal eins machen.

Mein überschaubarer Bestand an Serbien-Reiseführern

Mein aktuellster Reiseführer für Serbien war bis kurz vor unserer letzten Herbsttour von 1908. Neben Mark Twains „Bummel durch Europa“ einer meiner Lieblingsreiseführer. Wirklich.

Mein Reiseführer für den Orient: Türkei, Rumänien, Bulgarien, Serbien

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Die etwas älteren Reiseführer glänzen ja vor allem durch eine unrosarotbrillenhafte Analyse und Beschreibung der tatsächlichen Verhältnisse. Ohne dass man allzu viel zwischen den Zeilen lesen muss. Und da es noch kein Internet gab, werden auch gleich mal gute Tipps für das Verstecken von Revolvern oder gefährlichen Büchern beim Zoll gegeben. Auch sonst ist das Buch voller konkreter Handlungsanleitungen – bis hin zur Anzahl der mitzuführenden Unterwäschegarnituren. Allerdings gibt es in diesem wunderbaren Exemplar aus der Reihe Meyers Reisebücher nun überhaupt keine Hinweise auf Campingplätze in Serbien.

Brigitta Gabriela Hannover Moser schreibt seit 2001 über Serbien

Also gut. Wir schreiben mittlerweile 2017. Da könnte ich mich doch durchaus mal nach einem neuen Reiseführer umsehen. Die Auswahl an Serbien-Reiseführern ist nicht sehr groß. So musste ich auch nicht lange recherchieren. Ich habe einfach das neueste Büchlein genommen. Immerhin schon in 4. Auflage 2017 im Trescher-Verlag erschienen. Vor allem der Name der Autorin hatte es mir angetan: Brigitta Gabriela Hannover Moser. Das ist doch schon ein Buch für sich. Allerdings macht sie um sich genauso ein Geheimnis wie ich. Keine Fotos, kein Lebenslauf, nichts. Auch im Internet nicht. Nur das geschriebene Wort zählt. Ist mir schon mal sympathisch. Nehme ich.

Der Serbien-Reiseführer aus dem Trescher Verlag

Der Serbien-Reiseführer aus dem Trescher Verlag

Land und Leute, Geschichte und Geschichten

Der Reiseführer listet nach dem üblichen Kapitel über Land und Leute schön gegliedert nach den Regionen Serbiens nahezu jedes größere Dorf mit allem Wissenswerten auf. Dazu gibt es Geschichten und viel Geschichte. Insofern ist der Serbien-Reiseführer die gelungene Vorstellung eines kaum bereisten Landes mitten in Europa. Zugleich Lexikon und Nachschlagewerk. Als Planungsinstrument dienen die 16 Hauptreiseziele (Seite 18). Und natürlich die Subziele im Text. Vor allem aber ist es der Autorin gelungen, den Serbien-Reiseführer angesichts der sicherlich drastisch veränderten Verhältnisse seit der Erstauflage 2001 aktuell zu halten.

Gerade was die unrühmliche jüngere serbische Geschichte angeht, hatte die Autorin ja die wenig beneidenswerte Aufgabe, mit serbischen Befindlichkeiten genauso vorsichtig umzugehen wie mit zentraleuropäischen Vorurteilen. Gut gelöst, ausgewogen geschrieben. Nicht anbiedernd, nicht vorwerfend, aber auch nicht sehr umfangreich. Wer sich jedoch für Partisanen und Partisanendenkmale interessiert, der ist hier genau richtig. Ich würde glatt eine Wette eingehen, dass auf jeder zweiten Doppelseite entweder der Begriff Partisan, 1941 oder Besatzung auftaucht. Aber gerade das ist etwas, was Serbien ausmacht und worauf Serbien stolz ist. Also alles gut. Und so macht das Buch schon zu Hause Lust auf ein nahes fernes Land und ist unterwegs ein nützlicher und fast vollständiger Reiseinformant. So sind tatsächlich nicht nur die Namen der Autorin interessant, sondern auch das Buch und vor allem das Land selbst. Noch eine Übersichtskarte und ein paar mehr Informationen für unsereins dazu und der Serbien-Reiseführer ist für Selbstfahrer perfekt.

Ein schönes Buch, aber ohne Liste der Campingplätze in Serbien

Aus Sicht des Wohnmobiltouristen vermisse ich im Reiseführer vor allem eine Übersichtskarte und die Auflistung der Campingplätze. Zumal sich auch das in Deutschland erhältliche Kartenwerk als wenig hilfreich herausgestellt hat. Und die meisten Campingplätze aus meiner alten Jugoslawienkarte gibt es auch nicht mehr. Welch Wunder! Doch die Autorin ist sich des fehlenden Verzeichnisses der Campingplätze zumindest schon bewusst (Seite 502) und verweist auf die vor Ort erhältlichen Regionalkarten. Da müsste man aber erst einmal einen Buchladen suchen. Hier würde eine kleine Übersicht das Buch ziemlich aufwerten – vor allem für die Planung zu Hause. Naja, vielleicht in der nächsten Auflage.

Allerdings gibt es in Serbien schon Campingplätze. Und der Serbien-Reiseführer von Brigitta Gabriela Hannover Moser führt diese auch auf, wenn auch etwas versteckt im Text. Wer also unbedingt einen serbischen Campingplatz ansteuern möchte, wird sich mit dem Buch schwertun. Nun haben wir nur in der Pampa genächtigt, aber ich habe zumindest schon einmal Klebezettel im Buch. Zum Beispiel zum Camping Zasavica (S. 236).

Campingplätze in Serbien: Camping Zasavica bei Sremska Mitrovica

Campingplätze in Serbien: Camping Zasavica bei Sremska Mitrovica

Liste der beschriebenen Campingplätze

Da ich mir die Arbeit eh schon gemacht habe, kann ich für die Autorin ja mal ein kleines Verzeichnis der beschriebenen Campingplätze anlegen. Ich liebe Verzeichnisse und Übersichten. Hier also sind die im Serbien-Reiseführer aufgeführten und beschriebenen Campingplätze in Serbien. So viele sind es ja nicht.

  • S. 157: Campingplatz Dunav (Belgrad)
  • S. 236: Camping Zasavica bei Sremska Mitrovica
  • S. 251: Mini Campingplatz Palic
  • S. 262: Campingplatz Satoriste Sosul
  • S. 268: Camping Tiski Cvet
  • S. 287: Camping Jakubov Cvet
  • S. 287: Camping Belocrkvanska Jezero
  • S. 307: Camping Aniva Srbrno jezero
  • S. 326: Camping Bor
  • S. 349: Camping Carski Drum
  • S. 397: Camping Ovcar Banja
  • S. 495: Vlasina Campingplatz

Noch ein paar Vorschläge für den perfekten Serbien-Reiseführer

So, jetzt bin ich vom Abschreiben und Zusammensuchen der Campingplätze in Serbien ganz erschöpft. Für eine Verlinkung und eine eigene Übersichtskarte reicht die Lust nicht mehr. Aber eigentlich steht ja alles im Reiseführer. Und falls die Autorin diesen Beitrag hier mal liest: Ja, ich erteile die Erlaubnis, mein Verzeichnis zu übernehmen. Aber nur, wenn es auch eine kleine Karte dazu gibt. In der nächsten Auflage vielleicht. Wenn nicht, muss ich für die nächste, hoffentlich nicht allzu ferne Serbientour dann wirklich noch selbst eine Karte malen, in der alle Campingplätze in Serbien eingezeichnet sind. Ach so, und auf der Karte von S. 218 führt die Straße 21 nach Ruma, nicht nach Fuma.

Hier gibt es aktuelle Informationen über Einreisebestimmungen, Maut und Diesel für Serbien.

Reiseführer Serbien: Trescher Verlag, 4. Aufl. 2017, 533 Seiten, ISBN 978-3-89794-351-3

Und wer noch mehr Campingplätze in Serbien kennt, immer her damit. Schreibt einfach den Platz in die Kommentare. Ich ergänze dann die Liste.

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