ᐅ Norwegen-Reiseführer für Backpacker: Maximalinfos im Lonely Planet

Wenn ich keine siebenköpfige Familie hätte und nicht intellektuell voreingenommen wäre, würde ich gar nicht nachdenken. Sondern den Norwegen-Reiseführer für Backpacker von Lonely Planet in den Rucksack stecken.

Norwegen-Reiseführer für Backpacker: Lonely Planet 2015

Norwegen-Reiseführer für Backpacker: Lonely Planet 2015

Eine unglaublich Informationsdichte im Lonely Planet

Der Lonely Planet ist eine Institution, was was die schnellste, billigste und zielgruppenmainstreamigste Erkundung eines Landes angeht. Dieser Reiseführer könnte auch „Norwegen in 5 Tagen – alles, was Du unbedingt gesehen haben musst“ heißen. Entsprechend unglaublich ist die Informationsdichte. Selbst das nun wirklich ziemlich kleine Städtchen Røros wird mit immerhin 6 Seiten gewürdigt. Kleingedruckt, enger Zeilenabstand und ohne Fotos. Purer Text für die Essentials des Reiselandes. Must-sees, Buspläne, Reisekosten, Hostels. Preise und Sparmöglichkeiten sowie die typischen Verbindungen. Alles. Eigentlich fehlen nur noch die Busfahrpläne, Supermarktsonderangebote und Speisekarten.

Also eine ganze Menge Informationen. Aber genau dafür kauft man ja den Lonely Planet. Man bräuchte also nicht einmal eine Internetflat für Norwegen, sondern hat in der Hand sozusagen das ausgedruckte, relevante Internet. Ideal also für alle Backpacker, die die letzte Krone einsparen wollen oder müssen.

Das Sparen fängt bei den Druckfarben an

Und ich glaube nicht, dass der Druckerei auf der Seite 61 des Reiseführers alle Farben außer Blau und Schwarz ausgegangen sind. Dies scheint (gerade mit Blick auf die frühen Exemplare des Lonely Planet) Konzept zu sein, ebenso wie der Umstand, dass der Lonely Planet offenbar nur eine übersetzte englische Version australischer Autoren ist. Schließlich erhebt der Reiseführer universalen Anspruch.

Also ist der Verzicht auf Farbe und Fotos offenbar gezieltes Marketing. Aber Verzicht auf Bilder hat noch einen anderen Vorteil: Dadurch bleibt mehr Platz für Text. Und auch der ist eher an eine jugendliche Klientel gerichtet. Die Schriftgröße ist für gestandene Familienväter jedenfalls nicht mehr wirklich zu empfehlen. Also ein hippes Buch für die, die noch mit Zelt, Rucksack und Europaticket losziehen und auf die Annehmlichkeiten eines guten Restaurants verzichten können. Oder zumindest gern zeigen, dass sie verzichten würden. Denn tatsächlich finden sich auch im Lonely Planet natürlich nicht nur Verweise auf billige Hostels, sondern auch auf das ein oder andere nette Restaurant.

Ein echter Mehrwert gegenüber dem Internet

Ganz offenbar aber steht man beim Lonely Planet unter besonderem Druck, der sich aus der direkten Konkurrenz zur Wikipedia ergibt, die für die Zielgruppe nur einen Tastenklick entfernt ist. Hier muss man gegenüber dem Internet schon einen echten Mehrwert liefern. Und den liefert Lonely Planet in gewohnter Manier. Aber insgesamt ist der Norwegen-Reiseführer für Backpacker natürlich nur für Leute zu empfehlen, die gewohnheitsmäßig dutzende Webseiten einer Google-Suche überfliegen und trotzdem die gesuchte Information finden.

Lonely Planet Reiseführer Norwegen 2015, ISBN 978-3-8297-2386-2, 470 Seiten für 22,99 €

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1 Antwort

  1. Z. sagt:

    Das waren Zeiten – mit dem völlig fertigen lonely planet durch Afrika. Der scheint ja jetzt richtig schick geworden zu sein. Thx!

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