ᐅ 15 Wünsche für meine neue beste Reisekamera 2017

Gerade stehe ich am Rechner und suche passende Fotos für die anstehende Bildergalerie der Lofoten-Reise raus. Hmm. Eigentlich müsste ich alle Fotos nachbearbeiten. Belichtung, Schärfe, Brillanz, Farbtemperatur. Alles verbesserungsfähig. Ich kriege gleich die Kamerakrise. 2.821 Fotos. Als ob ich zu viel Zeit hätte. Photoshop? RAW-Format nachentwickeln? Och nö. Lieber eine neue Kamera. Doch welche? Recherchiert habe ich noch überhaupt nichts. Keine Zeit. Aber Ideen hätte ich schon. Was also würde ich mir für meine neue beste Reisekamera 2017 wünschen? Was muss, was sollte und was dürfte die perfekte Reisekamera können?

Tja, und da stehe ich nun an meinem Schreibtisch und denke nach. Das kann ich am besten, wenn ich gleich diktiere. Also los. Erstmal die Wünsche formulieren. Und in die für mich richtige Reihenfolge bringen.

Was sollte meine Reisekamera definitiv können?

1. Digital-elektronische Fotos

Vollmechanisch-analog fotografieren ist für mich keine Option mehr. Wobei, das Fotografieren selbst ist kein Problem. Sonne lacht – nimm Blende 8. Und wenn die Sonne mal nicht ganz so lacht, ein bisschen iterieren und gut ist. Meine erste Reisekamera, eine EXA 1a, habe ich heute noch. Schöne Kamera. Alles mechanisch. Analog sowieso. Die ganze Radtour durch den Ostblock ist damit fotografiert. Manchmal ziehe ich sie noch auf, drücke den Auslöser und freue mich am Klacken. Lasse die Kinder von hinten durchs Gehäuse sehen. Besser kann man Fotografie nicht erklären.

Reisekamera EXA 1a

Reisekamera EXA 1a

Weniger gemocht habe ich diverse elektronisch geregelte, analoge Spiegelreflexkameras. Nett, aber irgendwie weder Fisch noch Fleisch. Schon richtig empfindlich, aber trotzdem noch das Theater mit den Filmen. Dias rahmen. Sortieren. Runterschmeißen. Wieder sortieren. Ein Haufen Arbeit. Digital ist meine Wahl.

2. Hosentaschentauglichkeit

Ich habe keine Lust auf Rucksack-runter-Rucksack-auspacken-Kamera-raus-Foto-machen-Rucksack-einpacken-Rucksack-aufsetzen. Das muss schneller gehen. Und so hatte ich von Anbeginn der Mobilfunkzeit immer die Hoffnung, eines Tages mit dem Handy fotografieren zu können. Jahr um Jahr habe ich gewartet, bis Siemens, Nokia und Co. (Ähm, wer war das noch mal?) auf die Idee kommen würden, vernünftige Kameras in die Handys einzubauen. 2005 habe ich die Hoffnung aufgegeben und eine kompakte Digitalkamera gekauft. Ziemlich klein. Trotzdem ein ziemlich großes optisches Brennweitenspektrum. Die Leica war in einem kleinen Täschlein leicht auch am Rucksackbeckengurt unterzubringen. Das war ein super Kompromiss.

Reisekamera Leica D-Lux 2

Reisekamera Leica D-Lux 2

Nur hat sich halt die Sensortechnik seit 2005 ein bisschen weiterentwickelt. Also eine 60D gekauft. Das Klapp-Schwenk-Display hatte es mir angetan. Doch gerade mit 5 Kindern ist die DSLR auf Reisen irgendwie nicht das Richtige. Wann habe ich schon mal eine Hand frei, um ständig die schwere Kamera herumzuschleppen? Wann ist mein Rucksack nicht schon mehr als voll mit Regensachen, Verpflegung und wenigstens 7 l Getränken für 7 Personen? Da noch eine große Kamera obendrauf? Eher nicht. Nicht auf Wanderungen. Und auf gar keinen Fall auf Mehrtagestouren in die Berge. Da werde ich doch nicht zur Gewichtsersparnis die Zahnbürsten, Messer und Löffel absägen und dann kiloweise Fotoausrüstung mitschleppen. Und so war die 60D bei mir noch nie eine echte Reisekamera. Sondern immer nur so ein technisches Großgerät für den stationären Einsatz. Gut, mit dem 50er Objektiv geht es. Aber dann kann ich auch mein Handy nehmen.

Für mich keine Reisekamera: Canon EOS 60D

Für mich keine Reisekamera: Canon EOS 60D

Unterwegs will ich was Kompaktes. Ja, und so nehme ich dann doch meistens nur das Handy mit.

3. Lichtstarkes Multizoomobjektiv

Für mich ist der einzige Grund, die DSLR auf Reisen herumzuschleppen, das 16-300er Zoomobjektiv. Bis 50mm kriege ich (fast) alle Chronistenfotos auch mit dem Handy hin. Nur eben keine Fernporträts ab so 100mm Brennweite. Kinder, Papageitaucher, Wale: Ohne vernünftiges, lichtstarkes Telezoom kommt da nichts bei raus. Telezoom muss sein. Allerdings bin ich bei den beworbenen 40fach optischen Zoomobjektiven an Kompaktkameras doch etwas skeptisch. Klingt ja verführerisch. Genauso wie das Perpetuum mobile. Wird halt nur nichts. Physik ist Physik.

200 mm sind bestimmt schon grenzwertig bei den kleinen Kompaktkameralinsendurchmessern. Vielleicht wären 20-135 mm realistisch. Ansonsten kann ich gleich durch einen Gartenschlauch fotografieren.

4. Schneller und zuverlässiger Autofokus

Am Handy gibt es keine unscharfen Fotos. Klar, bei Lichtmangel rauscht auch mein Note 4 wie ein Wasserfall. Doch auch meine supertolle Spiegelreflexkamera ist nicht frei von Fehl und Tadel. Vor allem die Autofokussierung ist so la-la. Da hat die Hochleistungsdiva irgendwie so eine Zufallssteuerung. Oder liegt es vielleicht am Wüstenstaub oder an den mittlerweile 300.000 geschossenen Fotos? Gibt es sowas wie eine technische Kameralebensdauer? Ein EFS 18-200 Objektiv habe ich schließlich schon „verbraucht“. Autofokus defekt. Also fotografiere ich mit neuem 16-300er Objektiv und oft mit manuellem Fokus. Und zur Sicherheit nochmal mit dem Handy. Denn ab und zu ist wieder mal entweder meine oder die kameraseitige Sehschärfeeinstellung verstellt, sodass der Sucher eine trügerische Sicherheit vermittelt, die erst später auffliegt. Und dann vergesse ich natürlich, wieder auf Autofokus zurückzustellen. Klar, das Problem einer Kamera ist meist hinter dem Sucher zu lokalisieren. Aber mit funktionierendem Autofokus gäbe es das Problem gar nicht.

Ach, meine EXA. Die hatte einen – ich weiß gar nicht wie das heißt – so einen doppelten Lupenhalbkreis halt. Wenn eine Linie zackt, war es unscharf. Geht die Linie durch, war auch das Bild scharf. Nennen wir es Mathematikerokular. Das hat die teure Canon nicht. Dafür blinken eine Menge Messpunkte. Nett, aber unzuverlässig. Woher auch will die Kamera wissen, ob ich den Vogel oder den Zweig scharf stellen will?

Nicht viel besser wird es, wenn man auf den ansonsten überaus praktischen, klappbaren LCD-Monitor schaltet. Dann wird das Bild zwar scharf, aber die Kamera fokussiert ewig hin und her. Und kommt nicht zum Punkt. Zumindest nicht meine 60D. Doch ich will kein endloses Gewarte, bis die Kamera sich endlich einmal für eine Scharfstellung entschieden hat. Ich will einen zuverlässigen und schnellen Autofokus. Am besten mit kombinierter Tiefenschärferegelung. Wie wäre es denn mit einem Touchscreen, auf dem ich das zu fokussierende Objekt einfach markiere? Blinkende Pünktchen, die ich nicht beeinflussen kann, können mir gestohlen bleiben. Dann lieber einen Drehring für Blende und Tiefenschärfe.

5. Eingebaute Brillanzsicherung

Doch trotz der Hosentaschenforderung liebe ich brillante Fotos. Schon immer wollte ich mal meine typischen Windows-Start-Fotos durch eigene Aufnahmen ersetzen. Aber ganz ehrlich, ich bin noch nicht dazu gekommen. Klar, ich habe viele schöne Fotos auf dem Rechner. Aber die besten stammen von meinem Handy. Und wenn man sich dann die Handyfotos auf einem richtigen Bildschirm anschaut, verblasst die Optik doch etwas. Die mangelnde Brillanz der Handyfotos ist dann auch der Hauptgrund für die Suche nach einer kompakten Reisekamera. Ich als Spontanfotografierer verspreche mir da etwas mehr technische Unterstützung. Eine eingebaute Brillanzsicherung sozusagen. Ich traue den minikleinen Handylinsen irgendwie nicht. Auch wenn sie noch so praktisch sind.

6. Vernünftiger Sensor an der Reisekamera

Was ich bei der Handyfotografie auch lieber verdränge, ist die Größe des Sensors. Der ist bestimmt höchstens stecknadelgroß. Es ist überhaupt ein Wunder, was da manchmal für Fotos entstehen. Oder andersherum: Was sich mit brauchbarer Software aus einer verrauschten Pixelsammlung so herausholen lässt. Am besten wäre natürlich gleich ein Vollformatsensor. Aber das wird sich in einer hosentaschentauglichen Kamera schlecht realisieren lassen.

Perfekt wäre eine Kamera, die beim Drehen automatisch vom 16:9-Querformat ins 4:3-Hochformat wechselt. Denn bei meiner persönlichen Reisefotografie wechsle ich ständig zwischen Landschaftsaufnahmen (bitteschön quer, 16:9) und Porträts (hoch, 4:3). Da ich aber immer mit mindestens 2 Kindern gleichzeitig rede, kann ich nicht auch noch nebenbei in der Software herumfummeln, um das Kameraformat umzustellen. Entweder das funktioniert automatisch über den meist ohnehin verbauten Lagesensor oder mechanisch. Bei der kleinen Leica gibt es am Objektiv so einen netten Schiebeschalter für das Format. Damit war der Formatwechsel schnell erledigt. Doch der „Missbrauch“ des wohl ohnehin verbauten automatischen Lagesensors wäre natürlich wesentlich besser.

7. Robustheit

Ich mag es ganz und gar nicht, wenn Technik klappert und nur unter Laborbedingungen funktioniert. So habe ich schon einige Kameras und Objektive mit Wüstenstaub gehimmelt. Klar, wahrscheinlich müsste ich regelmäßig meine Reisekameras auseinandernehmen und putzen. Aber ich habe ziemlichen Respekt vor diesen kleinen Fummelschrauben. M16-Schrauben mit 300 Nm sind okay. Aber diese M0,5 (oder was das für Schräubchen sind), da traue ich mich nicht ran. Besser wäre doch eine gleich ordentlich robuste und wartungsfreie Reisekamera, oder? So wie meine Leica D-Lux 2. Filigran und trotzdem unverwüstlich. Trotz zahlreicher Schrammen keine Probleme. Wirklich erstaunlich robust, das kleine Ding. Der gesprungene Kunststoffobjektivdeckel ist der einzige Defekt in 12 Jahren. Selbst der Akku ist noch original. Obsoleszenz scheint bei Leica ein Unwort zu sein. Das gefällt mir.

So etwas ähnliches in modern will ich wieder. Nur mit Gummi- oder gern auch edlen Ledergriffen, denn ohne angerauhte Fingerspitzen traut man sich die aalglatte Leica kaum in die Hand zu nehmen. So schick. So zierlich. Aber auch so rutschig. Sonst bin ich nicht so, aber für die süße Leica gilt selbst bei mir (und nicht nur bei den Kindern) die klare Regel: Benutzung nur mit Schlaufe ums Handgelenk.

Okay, wasserdicht und schwimmfähig wäre auch nicht schlecht. Müsste ich beim Paddeln nicht mehr so aufpassen. Aber diesen Wunsch opfere ich mal auf dem Altar des Telezooms.

Was wäre ganz nett für eine Reisekamera?

8. WLAN

Gut, die Canon ist schön. Macht schon bessere Fotos als mein Handy. Aber der Umweg, bis ich die Bilder im Blog habe, nervt. Ist alles so Insel-Digital. Hätte gern was Vernetztes.

Also muss die Kamera direkt ins Internet können. WLAN reicht. Fotos machen, hochladen, fertig. Größe anpassen und Stempel drauf erledigen ein paar kleine Bloghelferlein vollkommen selbständig. So wie ich es halt liebe.

9. GPS

Wenn ich will, markert mein Handy den Ort der Fotos. Mich begeistert dann beim Betrachten immer der Bildungszuwachs, wenn ich weiß, dass dieses oder jene Blumenfoto in „Arnstorp, Sunne, Värmlands Län, Schweden“ aufgenommen wurde. Das macht die Sache doch irgendwie gleich viel wissenschaftlicher. Nicht so knipsmäßig. Und für die geheimen Stellplätze kann ich das GPS ja ausschalten. Wobei – wer einen Stellplatz über die EXIF-Daten rausbekommt, der kann auch eine Karte lesen und braucht sowas gar nicht.

10. Klapp-Dreh-Display

Okay, man kann sich auch auf den Boden legen, um mal ein schönes Foto zu machen. Aber so ein Klappdisplay macht so eine Kamera wesentlich komfortabler. Nicht zu unterschätzen ist auch, wenn man die Kamera mal über den Kopf halten und trotzdem zielen kann. Und so war genau dieses Klapp-Dreh-Display der Kaufgrund für die Canon EOS 60D. Sowas hätte ich gern wieder.

Wenn ich aber das Klappdisplay der Handlichkeit opfern muss, brauche ich wenigstens ein Display, das sich auch noch aus spitzem Winkel einsehen lässt.

Und wenn Wünsch-Dir-Was wäre?

11. Starkes LED-Licht

Am Handy kann ich selbstverständlich den Blitz auch als Dauerlicht nutzen. Warum nicht auch an der Kamera? Wäre nicht nur praktisch, sondern vielleicht auch eine Lösung für das Rote-Augen- und das Im-Dunkeln-fokussieren-Problem.

12. Bildbearbeitung mit der Reisekamera

Auch hier kommen die Wünsche von dem, was man am Handy schon lange kann: Beim Fotos anschauen schnell mal kleine Korrekturen einarbeiten. Ein Foto beschriften. Aufhellen. Bildausschnitt ändern. Warum soll ich das nicht auch mit einer richtigen Kamera können?

13. Nivellierung

Typisches Mathematikerproblem. Mich stört, wenn ein Bild schief ist. Also nicht so absichtlich cool-diagonal, sondern so ein bisschen unaufmerksam-schief. Es ist aber auch schwer, die Kamera immer gerade zu halten. Doch natürlich schaue ich beim Walfoto auf den Wal und nicht auf den Horizont. Am Bildschirm aber sehe ich die Unachtsamkeit sofort. Klar kann ich ein Foto drehen. Aber die Kamera könnte doch schon ein bisschen selbst nachnivellieren. Oder meinetwegen wenigstens einen künstlichen Horizont einblenden.

14. Tiefenschärfemodus

Gerade für das Spiel mit der Tiefenschärfe hat mir meine allererste mechanische Kamera EXA 1a besser gefallen. Die Tiefenschärfe wurde am Entfernungsdrehring angezeigt und eingestellt. Ganz einfach. Klappte immer. Das fehlt mir heute am meisten. Ich will nicht die Blende wählen und umständlich die Tiefenschärfe ermitteln. Ich will auf dem Display zwei Punkte markieren, zwischen denen alle Objekte scharf sein sollen. Die Blende kann sich doch dann automatisch einstellen. Wäre technisch kein Problem. Will ich haben.

15. Schieberegler für bessere Fotos

Natürlich gibt es für alle Motive Programme. Und natürlich kann man die Programme anpassen. Doch dieses Gefummel, die Stellrädchen und die umständliche Menüführung machen mich noch mal wahnsinnig. Das muss doch einfacher, intuitiver gehen. Zwei, drei (meinetwegen virtuelle) Schieberegler, die man frei belegen kann: Belichtung, Sättigung, Weißabgleich, Blende. Reicht doch schon.

Und was ist nun die perfekte Reisekamera?

So, jetzt habe ich erst mal meine 15 Wünsche festgelegt und nach Wichtigkeit sortiert. Nun warte ich darauf, dass mir eine geeignete Reisekamera über den Weg läuft. Ein Handy mit vernünftigem, aber vollständig einfahrbarem Objektiv? Oder eine aufblasbare Spiegelreflex? Eine Kamera mit Android 7.0 und allen Handyfunktionen? Eine normale Kompaktkamera? Ich weiß es (noch) nicht. Muss mal ein bisschen recherchieren und rumprobieren. Und bis dahin fotografiere ich eben weiter mit meinem Samsung Note 4. Und ab und zu schleppe ich extra noch die 60D mit mir herum.

Doch die Wunschliste für meine beste Reisekamera 2017 ist nicht alles. Der Bauch will mitentscheiden. Also ab in den Fachmarkt und meine Favoriten raussuchen: Canon G9 X II, Lumix TZ101 oder Sony Cybershot DSC-RX100? Welche mag ich am meisten?

[Geworden ist es die Canon PowerShot G9X II. ]

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1 Antwort

  1. Martin sagt:

    Ich habe eine Sony RX100 M3. Klein, praktisch, super Fotos, passt sogar in die Hemdtasche. Leider fehlt der Bereich 70 bis 300mm Brennweite. Dafür vielleicht die da: Panasonic DMC-FZ1000 im Rucksack?
    Viele Grüße
    Martin

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