ᐅ MB 508 D: Unser Wohnmobil von 1999 bis 2001

Das Mercedes MB 508 D Wohnmobil war ein zuverlässiges Wohnmobil, das uns von 1999 bis 2001 ohne Allrad durch Wüsten und Gebirge, Sand und Schnee gebracht hat. Der Mercedes-Benz Transporter MB 508 D („Düdo“ nach dem Produktionsort Düsseldorf) wurde uns mit dem zweiten Kind für autarkes Reisen zu klein und für den Alltagsbetrieb zu groß wurde (zumindest dachten wir das damals so).

Wohnmobil am Erg Chebbi; Der Düdo (MB 508 D)

Wohnmobil am Erg Chebbi; Der Düdo (MB 508 D)

Also sind wir auf den durchgängigen Besuch von Campingplätzen umgeschwenkt. Und haben uns bei Mercedes einen Vito F (MB 112 D Westfalia) bestellt. Zwar ohne Ausbau, aber mit Schlafsitzbank und Aufstelldach. Und natürlich als 7-Sitzer…

Mit dem MB 508 D Wohnmobil in Marokkos Wüsten - ohne Allrad

Mit dem MB 508 D Wohnmobil in Marokkos Wüsten – ohne Allrad

MB 508 D Wohnmobil: Technische Daten

Der Düdo wurde 1986 das erste Mal zugelassen. Schließlich haben wir ihn 1999 gebraucht gekauft und nach 20.000 km 2001 mit 305.000 km verkauft. Hätte ich ihn mal behalten. Der Motor des Mercedes MB 508 D war zuverlässig und drehmomentstark. Mit 3,7 l Hubraum und 85 PS war der Diesel ein Traum nach dem letzten MB 407 D mit seinen 65 PS. Die Servolenkung war verführerisch leichtgängig. Das 5-Gang-Getriebe und die lange Achse ermöglichten satte 100 km/h Reisegeschwindigkeit. Und das bei einem Verbrauch von 13-14 Litern.

Trotzdem war es schon ein kleiner LKW. So hatte die Elektroanlage 24 V. Mit 3 Batterien und verschiedenen Wandlern konnten wir auch 12 V und 230 V Geräte im Wohnmobil betreiben. Zwei Tanks für 140 l Diesel. Versorgung über 160 l Frischwasser. 80 Liter Abwasser. 22 l Propangas.

Die laufenden Kosten waren auch gering. Die LKW-Steuer betrug 2001 460,- DM. Die Versicherung als Wohnmobil kostete für das MB 508 D Wohnmobil nur 350,- DM (SF 3).

Mit dem MB 508 D in Norwegen, wieder ohne Allrad

Mit dem MB 508 D in Norwegen, wieder ohne Allrad

Innenausbau des Mercedes Kastenwagens T2

Küche im Wohnmobil MB 508 D

Küche im Wohnmobil MB 508 D

Der Kastenwagen hatte den mittleren Radstand und das serienmäßige, rundliche Hochdach. Damit war eine auskömmliche Stehhöhe von 1,85 m gewährleistet. Besonders flexibel waren die 2 Schlafebenen. Meist haben wir im Hubbett (1,80 x 1,50) geschlafen. Eigentlich nie auf der umgebauten Sitzgruppe (2,00 x 1,50). Insgesamt 3 Dachfenster sorgten für Luft und Licht im Wohnmobil. Darunter war ein großer Tisch mit 4 (eingetragenen) Sitzplätzen mit Gurten.

Als Heizung diente ein Truma-Gas-Konvektionsheizkörper mit Warmluftgebläse und Verteiler. In der Wohnmobil-Küche war ein 3flammiger Gasherd und eine Spüle mit Warmwasser verbaut. Natürlich war das MB 508 D Wohnmobil ausgestattet mit einem Kühlschrank mit Eisfach (Absorber). Dieser war gegenüber der Küchenzeile im Schrank verbaut.

Das Bad verfügte über eine Warmwasser-Dusche, eine feste Thetford-Toilette mit Tank sowie ein Waschbecken mit Warmwasser. Die großen Stauräume waren erreichbar von innen und über die Heckklappen.

Außen schließlich gab es einen Heckträger für 3 Fahrräder und eine Anhängerkupplung.

 

Hubbett über den Vordersitzen im Kastenwagen MB 508 D, Drehsitz und Babybett neben dem Tisch

Hubbett über den Vordersitzen im Kastenwagen MB 508 D, Drehsitz und Babybett neben dem Tisch

Erfahrungen mit dem MB 508 D nach 20.000 km und 20 Wochen Urlaub

  • Die Technik ist auch mit 300.000 km absolut zuverlässig – außer regelmäßigen Ölwechseln und Schmierarbeiten gab es nur Probleme mit eingefrorenem Diesel.
  • Hubraum, Drehmoment und eine lange Übersetzung sind wichtiger als Leistung.
  • Einzelbereifung würde auf Pisten die ständigen Kontrollen auf eingefahrene Steine erübrigen.
  • Die Geländegängigkeit wird vor allem durch den zu großen Überhang hinten eingeschränkt.
  • Das Hubbett ist genial, aber zu schwergängig.
  • Feste Tischuntergestelle sind die meiste Zeit nur im Weg – die Tischplatte muss auch ganz entfernt werden können.
  • Die Sitzgruppe ist zu unbequem und zu eng – vor allem mit dem unflexiblen Tisch.
  • Der Heckstauraum mit Durchschub ist praktisch, nimmt aber innen tatsächlich und optisch zu viel Platz weg.
  • Warmwasser, das extra erzeugt werden muss, wird sowieso nie benutzt.
  • Innen heiß duschen ist schon Luxus, macht aber zuviel Arbeit (Bad aufräumen, Trockenwischen), verbraucht zuviel Gas und ist zu unbequem.
Bad mit fester Toilette, Dusche und fließend warmem Wasser

Bad mit fester Toilette, Dusche und fließend warmem Wasser

  • Der Verlust des Raumes für die Dusche steht in keinem Verhältnis zum Nutzen.
  • Wenn Warmwasserdusche, dann nur mit Motorabwärme beheizt und mit Außenanschluss.
  • Die Kassettentoilette ist wichtig und funktioniert auch ohne chemische Zusätze. Das Bad könnte ohne Dusche aber viel kleiner und gemütlicher sein.
  • Die Konvektions-Gasheizung von Truma arbeitet wie gewohnt schnell, strom- und lautlos und reicht auch für den großen Bus.
  • Das Trumavent-Gebläse verschlingt zwar viel Stauraum, wurde aber so gut wie nie benutzt.
  • Die große 230-V-Anlage ist überflüssig – ein kleiner Wandler zum Laden von Laptop, Handy und Kamera reicht vollkommen aus.
  • Der Landstromanschluss wurde nie benutzt.
  • Der Kühlschrank läuft zuverlässig und sparsam über Gas. Der Strombetrieb ist entweder effektlos (12 V) oder überflüssig (230 V).
Marokko 2000 - Source bleu de Meski

Marokko 2000 – Source bleu de Meski

Vor dem Kauf des MB 508 D Wohnmobils hatte ich mir noch eine Checkliste zusammengestellt, die nun auch hier als Kaufberatung für den Düdo verfügbar ist.

Jetzt noch einen MB 508 D kaufen?

Gebraucht kaufen würde ich ein MB 508 D Wohnmobil heute nicht mehr. Vielmehr bietet der Nachfolger, ein MB 711 D, hier bei vergleichbarer Zuverlässigkeit nochmals bessere technischen Daten, mehr Platz und mit dem Turbolader höhere Motorleistung bei weniger Verbrauch. Aber für den Schreibtisch wäre doch so ein kleiner MB 508 D doch genau richtig, oder? Und vor allem wäre dieses hübsche Modell vollkommen rostfrei. Denn schließlich braucht man für die Wartung eines MB 508 D nur eine Fettpresse, Ölwechselwerkzeug und ein Schweißgerät.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (4 votes, average: 4,75 out of 5)
Loading...

Das könnte Dich auch interessieren...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.