ᐅ Was ich heute anders machen würde: Wasserversorgung im Expeditionsfahrzeug

Für die Wasserversorgung standen in unserem Expeditionsfahrzeug MB 1124 AF ca. 430 Liter aus 3 Tanks zur Verfügung. Was würde ich heute anders machen?

Getrennte Wasserversorgung für Brauch- und Trinkwasser

Im MB 1124 waren die ca. 430 Liter Frischwasser aus drei Tanks (gemäß meiner Planung) zwar alle einzeln schaltbar, wurden aber letztlich über eine Pumpe entnommen und zentral in die Wasseranlage eingespeist. Natürlich mit zentralen Entwässerungsventilen und geneigt verlegten Wasserleitungen. Soweit, so gut.

Wasserversorgung: Leitungszentrale mit Umschaltern für die 3 Wassertanks

Wasserversorgung: Leitungszentrale mit Umschaltern für die 3 Wassertanks

Eleganter wäre es aber gewesen, die verschiedenen Tanks für verschiedene Wasserqualitäten zu separieren. Am besten mit zwei komplett getrennten Wasserkreisläufen mit zwei Pumpen und getrennten Entnahmestellen für Trinkwasser und Brauchwasser. Denn das meiste Wasser geht für Brauchwasser drauf. Und gleichzeitig bekommt man dieses Wasser am leichtesten. Trinkwasser jedoch ist kostbar und sollte entsprechend behandelt werden. Also ein eher kleiner Tank für Trinkwasser mit einer separaten, möglichst kurzen Entnahmeleitung. Also idealerweise in der Nähe der Küche. Auf die Pumpe und den Wasserhahn mehr kommt es dann auch nicht mehr an.

Warmwasserkreislauf nur für Brauchwasser

Auch den Warmwasserkreislauf würde ich jetzt komplett aus dem Brauchwassertank speisen. Kein Mensch nimmt Trinkwasser aus dem Warmwassertank. Besonders elegant wäre eine (zusätzliche) solare Warmwassererzeugung. Es wäre ziemlich einfach, auf dem Dach einen flächigen Wasserspeicher für vielleicht 20 Liter Wasser vorzubereiten, der gleich als Ausgleichsgefäß dienen könnte. Damit läuft die Pumpe kontinuierlicher und es gibt warmes Wasser ohne Reue. Also ohne wertvolle Ressourcen zu verschwenden.

Und wenn dies noch in Verbindung mit dem Brauchwassertank passiert, kann man ziemlich ressourcenschonend duschen.

Die Wasserversorgung mit Brauchwasser ist oft kein Problem: Expeditionsmobil MB 1124 AF

Die Wasserversorgung mit Brauchwasser ist oft kein Problem: Expeditionsmobil MB 1124 AF

Wenn schon Laster, dann richtig lasterhaft: Mit Badewanne

Die wirkliche Verbesserung würde sich aber erst ergeben, wenn man im Expeditionsfahrzeug eine Badewanne unterbringt. Ganz ehrlich: Eine Badewanne ist das, was ich in einem fürs dauerhafte Wohnen ausgelegten Expeditionsfahrzeug am meisten vermisse.

Duschen ist ja ganz nett. Aber wirklich schön wird es erst, wenn man im Auto heiß baden kann. Auch das lässt sich wieder nur dann realisieren, wenn ausreichend Brauchwasser vorhanden ist. Insofern sollte man auch an die Zuleitung denken, sodass man am besten mit einer Pumpe direkt aus einem Fluss oder See das Wasser entnehmen und als Badewasser erhitzen kann. Ich weiß gar nicht, ob man auch mal einen Hydranten anzapfen könnte.

Klar hat man kaum Platz für eine Badewanne. Aber wenn ich mir die ganzen Expeditionsfahrzeuge anschaue, die hinten unter dem Bett mindestens zwei Kubikmeter Luft mit einer Losezeugsammlung spazieren fahren, dann wird man doch dort mittig eine Badewanne unterbringen können. Ich glaube, für dieses Erlebnis würde jeder gerne auch mal die Betten zur Seite klappen. Das wäre eine wirkliche Verbesserung. Und wenn man nicht gerade mit Schaum badet, könnte man das Wasser auch direkt ablassen.

Vielleicht könnte man die Badewanne ja auch transportabel gestalten, so dass man draußen badet. Oder auf dem Dach. Ich stelle mir gerade vor, wie ich in Norwegen neben einem gletschermäßig kalt sprudelnden Fluss in der heißen Badewanne liege. Das wäre mal eine neue Dimension des Urlaubs.

Filteranlage nicht vergessen

Was ich bei meiner Ausbauplanung vergessen hatte, war der Filter vor der Wasserpumpe. Das habe ich jetzt anders. Aber es kann halt doch mal vorkommen, dass man über eine verunreinigte Zuleitung irgendwelche Schwebstoffe oder Sedimente in den Tank bekommt. Ameisen im lange unbenutzten Tankstellenschlauch. Bioschleim im Gartenanschluss. Sand in der Gieskanne. Was weiß ich.

Wenn man dies erst merkt, wenn die Pumpe ausfällt, ist das mehr als ungünstig. Also gehören ein Grobfilter in den Einfüllstutzen und ein Feinfilter vor die Pumpe. Dabei geht es gar nicht um Trinkwasserqualität, sondern einfach um den Schutz der Druckpumpe als dem empfindlichsten Teil der Wasserversorgung.

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3 Antworten

  1. Frank sagt:

    Hallo,
    ich würde vielleicht sogar noch einen Schritt weiter gehen und auch das Abwasser trennen! Duschwasser kann gut noch zur Toilettenspülung genutzt werden! Das erfordert aber einen separaten Tank – das erübrigt sich aber bei TTT…

    • Juergen | dare2go sagt:

      Unser Abwasser ist super-simple: 30L Kanister in einem Fach unter dem Shelter. Das hatte ich bei anderen Overlandern abgeguckt… Tank für Abwasser: unter dem Auto genauso frostgefährdet wie unser Kanister – den kann ich aber rausnehmen und in die Sonne stellen zum Auftauen. Wenn ich auf ‚formalen‘ Campingplätzen stehe kann ich den Kanister im Abfluss oder Toilette leeren (wir stehen aber selten ‚bezahlt‘), und freistehend die nächsten Büsche damit wässern. Das übliche Ablass-Ventil-vom-Tank-Offenlassen macht dir deine eigene Matschpfütze unterm Auto; ich habe schon Leute beobachtet, die sich dann im selbstproduzierten Matsch festgefahren haben…

      Der FM2-Shelter ist zu niedrig und klein um über Abwasser drinnen nachzudenken, zumindest mit Gefälle von einer Dusche.

  2. Juergen | dare2go sagt:

    Ich habe dies recht einfach gelöst. Wir haben nur einen Tank (200L), was ich vollkommend ausreichend finde. Wasser wird auch schal vom langen Lagern.
    Hinter der Pumpe habe ich ein Umschaltventil: Wasser zu Verbrauchern oder Wasser durch Filtrier-Anlage. An den Filtern (grober Schmutzfilter + feiner Kohlefilter in Reihe, normale Haushaltsfilter!) kann ich einen Schlauch anschliessen und Kanister füllen.
    Wir haben 3 13L-Weithalskanister, die direkt hinter der Küchenspüle im Stauraum unter dem Bett sind. Diese haben eine einfache Tauchpumpe, welche mit einem zweiten Wasserhahn in der Küche verbunden ist.
    So kann ich entweder mein eigenes Tankwasser filtern, oder unterwegs die grossen (und meist billigen) 5-Gallonen Plastikflaschen kaufen und in unsere Trinkwasser-Kanister umfüllen.
    Die Tauchpumpe hat einen eigenen abschaltbaren Stromkreis und einen einfachen Fussschalter unter der Spüle.
    Bislang hat sich dies bewährt! Mein Grundbedenken (warum ich diese Variante gewählt habe) war, dass nicht alles Wasser gefiltert werden muss. Je mehr ich filtriere je mehr Ersatzkatuschen brauche ich für meine Filter…

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