ᐅ Elektroanlage im Expeditionsfahrzeug: Erfahrungen und neue Ideen

Was würde ich anders machen, wenn ich heute noch mal die Elektroanlage im Expeditionsfahrzeug selber bauen oder planen müsste? Meine Fehler, Erfahrungen und neuen Ideen.

Platzbedarf für die Elektroanlage berücksichtigen

Elektroanlage im Expeditionsfahrzeug

Elektroanlage im Expeditionsfahrzeug

Was ist völlig unterschätzt habe, war der Platzbedarf für die Elektroanlage. Also nicht nur für die Batterien, sondern vor allem auch für die ganzen Wandler, Ladegeräte und die Wasweißichnoch. Da hatte ich mich im Detail zu wenig darum gekümmert.

Also wurde alles eingebaut, was ging und üblich war. Es ist schon beachtlich, was alleine die fetten Anschlussleitungen und Sicherungskästen für Platz wegnehmen. Tja, ich dachte, das bringt man in einem kleinen Schränkchen unter. Das ging auch. Gerade so. Mit dem Schrank darüber.

Zugänglichkeit der Elektroanlage im Expeditionsfahrzeug verbessern

Aber dafür ist man kaum noch an irgendwas herangekommen. Wenn da mal was kaputt geht, baut man den ganzen schönen Schrank auseinander. Das würde ich jetzt anders machen (oder machen lassen). Also nicht mehr so in die Tiefe bauen. Vielleicht von einer Wand 10 cm opfern und dort in voller Breite hinter einer Vorwand hübsch geordnet die Elektrik verstecken. Vielleicht auch nur von außen zugänglich. Zumal man die Anlage so auch besser kühlen könnte. Zuführung zu den Verbrauchern dann per Kabelkanälen.

Oder man verzichtet halt auf den 2000-Watt-Inverter. Das spart nicht nur Platz und Gewicht, sondern auch eine Menge Geld.

Ruhestrom vermeiden

Aber was mich wirklich genervt hat, war der Ruhestrom. Gerade wenn das Expeditionsfahrzeug zwar so heißt, aber nicht wirklich dafür eingesetzt wird, sondern meistens herumsteht. Wie es halt bei werktätigen LKW-Fans meistens sein wird. Da kommt man dann nach 8 Wochen wieder zum Fahrzeug und die Batterien sind leer. Und Solarertrag hat man halt in der Halle relativ wenig. Klar kann man eine Erhaltungsladung anschließen. Aber irgendwie ist das nicht der Sinn der Sache. Landstrom – was soll das denn sein, bitte? Nie benutzt.

Vergesst also den Hauptschalter nicht. Das Problem ist nur, dass dann wieder alle Einstellungen futsch sind.

Keine andere Spannung im Koffer und im LKW

Die meisten LKW haben eine Bordspannung von 24 V. Die meisten Campinggeräte jedoch werden mit 12 V betrieben.  Also hatte ich mich entschieden, den Koffer komplett in 12 V zu betreiben. Das würde ich heute anders machen und habe es beim MB 711 auch anders gemacht. Letztlich sind es ja doch nur die beiden Zündautomaten im Backofen sowie im Absorberkühlschrank, die 12 V brauchen. Und das ist so wenig Strom, dass dies über einen kleinen Wandler gut zu realisieren ist. Die Möglichkeit, den Absorberkühlschrank elektrisch mit 12 V zu kühlen, ist überbewertet. Der Kühlschrank läuft einfach komplett auf Gas. Also braucht man 12 V gar nicht erst anschließen.

Anders sieht es natürlich aus, wenn das Expeditionsfahrzeug generell außerhalb von Europa unterwegs ist. Wegen der dann problematischen Gasversorgung  ist eine Umstellung auf komplett elektrischen Betrieb auch der Küche sinnvoll. Bis jetzt hat mich ein Kompressorkühlschrank jedoch wegen der Geräuschkulisse abgeschreckt. Denn wenn ich etwas noch mehr verabscheue als Ruheströme, dann sind es irgendwelche permanenten Brumm-, Summ- oder Piepsgeräusche.

Und mit einer vollelektrischen Küche braucht es natürlich ordentliche Kraftwerkstechnik an Bord. Aber davon verstehe ich nichts. Noch nicht. Der MB 1124 AF hatte (und brauchte) keine Solaranlage.

MB 1124 AF: Die Elektroanlage im Expeditionsfahrzeug würde ich heute anders konzipieren

MB 1124 AF: Die Elektroanlage im Expeditionsfahrzeug würde ich heute anders konzipieren

Muss das Mäusekino wirklich sein?

Klar ist es nett, wenn man auf Knopfdruck sämtliche Informationen über alle Tanks und Füllstände abrufen kann. Aber mal ehrlich, wozu braucht man das eigentlich. Alles ganz nett, aber überflüssig. Und was ist in 10 Jahren? Gibt es die Instrumente dann noch als Ersatzteil?

Elektroanlage im Expeditionsfahrzeug - Infopanel

Elektroanlage im Expeditionsfahrzeug – Infopanel

Viel eleganter wäre es doch, diese Informationen sozusagen analog abzurufen. Also den Füllstand in transparenten Tanks zu sehen. Oder mal in die Revisionsöffnung der Tanks zu schauen. Zumal ich die 3 Tanks der Wasseranlage sowieso einzeln freischalte. Insofern würde ich beim nächsten Expeditionsfahrzeug auf diesen ganzen Firlefanz aus Sensoren und Anzeigeinstrumenten gern verzichten. Viel schöner ist da so eine Yachtschalttafel für die einzelnen Funktionen, in dem man ganze Kreise einzelnen absichern und abschalten kann. Mehr brauche ich eigentlich nicht.

Aber das finde vielleicht nur ich so. Sieht man sich dagegen Verkaufsanzeigen diverser Expeditionsfahrzeuge an, darf ein angeberisches Foto der hochkomplexen Steuereinheit nicht fehlen. Die Elektroanlage im Expeditionsfahrzeug wird dadurch aber nicht besser.

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