ᐅ Dolomiten: Von Seis durch den Hauensteiner Wald zum Schlernbödele

Ein neues Zelt im Dunkeln aufzubauen, ist schon für sich eine Herausforderung. Und dann noch die Platzwahl. Aber egal, innen ist es trocken, warm und gemütlich. Am Morgen dann der erste Blick aus dem Zelt. Wo sind wir hier eigentlich? Eine erste Vorstellung von der Umgebung. Wir zelten direkt unter der Umlaufbahn. Quasi noch auf dem Parkplatz.

Der Morgen danach: Ach da sind wir!

Der Morgen danach: Ach da sind wir!

Um uns stehen noch zwei VW-Busse. Sonst ist alles ruhig. Die erste Nacht im neuen Zelt ist ja immer etwas Besonderes. Diesmal sowieso, denn ich habe das Zelt mitten in einen Hundehaufen gestellt. Aber der Zeltboden ist offenbar geruchsdicht, denn ich merke es erst am Morgen. Zum Glück trieft die Wiese vor Nässe und wird so zum großen Schwamm für den schönen neuen Zeltboden. Und schon ist das neue Superultraleichtzelt eingeweiht: 2 Kilogramm für drei vollwertige Isomatten nebeneinander sind schon eine Ansage. Und das Vaude Invenio SUL nimmt kaum mehr Platz ein als das Frühstück.

Zeltfrühstück

Zeltfrühstück

Wir starten bei einigem Nebel in den Wald. Warum nur findet mein Handy kein GPS-Signal? Ich weiß gar nicht, wo es zur Schlernbödele-Hütte langgeht. Na gut, erst mal gerade hoch. Dann rechts. Links. Immer noch kein Signal. So ein Mist. Doch die technischen Unzulänglichkeiten haben auch Vorteile: Wir besichtigen unfreiwillig, aber begeistert die Burgruine Hauenstein. Natürlich sind wir vollkommen allein. Und natürlich ist es traumhaft still und mystisch hier.

Ruine Hauenstein

Ruine Hauenstein

Mystisch ist auch der heutige Satelliten-Blackout. Jetzt muss ich wirklich mal meine alte Kompasskarte rauskramen. So richtig aus Papier. Mit dem ständigen GPS-Handy-Tracking verblödet man sowieso. Auch ich kann die Karte gerade noch richtig herum halten.

Kein GPS? Es gibt doch noch die echte Kompass-Karte

Kein GPS? Es gibt doch noch die echte Kompass-Karte

Hmm. Das war ein Umweg. Gestern kein Bus. Heute kein GPS. Mal sehen, was noch so kommt. Doch zum Glück sind die Wege breit und meine Kinder flexibel. Und wir finden uns auch so im Hauensteiner Wald zurecht.

Im Hauensteiner Wald

Im Hauensteiner Wald

Solange man am Schlern immer links und bergauf läuft, sind die Wege sowieso egal. Es geht immer nach oben.

Wandern mit Kindern durch die Dolomiten

Wandern mit Kindern durch die Dolomiten

Der Regen hat aufgehört, aber viele bizzarre Spuren hinterlassen. An jedem Grashalm, jeder Nadel und jedem Spinnennetz hängen dicht an dicht feine Tropfen.

Spinnennetz nach dem regen

Spinnennetz nach dem Regen

Entsprechend dicht ist der Nebel, der bei einsetzendem Sonnenschein nun langsam über den Wäldern aufsteigt.Vielleicht ist es ja auch gar nicht der Regen, den ich mag, sondern die Zeit danach.

Dolomitenbiwak 12: Die Sonne kommt raus

Dolomitenbiwak 12: Die Sonne kommt raus

Es ist, als ob die Berge brennen würden. Nur ohne Ruß, Feuer und Gestank. Papa, kannst du nicht mal die Kamera wegstecken? Na gut, weiter. Siehe da, da ist doch schon das Schlernbödele.

Schutzhaus Schlernbödele

Schutzhaus Schlernbödele

Eine Menge Holz liegt vor der Hütte. Es wird wohl bald Winter.

Holz vor dem Schutzhaus Schlernbödele

Holz vor dem Schutzhaus Schlernbödele

Vor uns ein Einheimischer. Auf seiner Sommerabschiedstour. Ja, wir wollen genau dasselbe wie er. Bratkartoffeln, Speck und Ei. Zweimal mit, zweimal ohne Speck. Der Wirt ist ganz allein und zaubert auch uns ein traumhaftes Mittagessen. Und immer viel trinken. Nur von den Getränken draußen auf dem Brett kosten wir nichts. Sieht aber sehr lecker aus.

Traditionelle Küche im Schutzhaus Schlernbödele

Traditionelle Küche im Schutzhaus Schlernbödele

Langsam wird die Hütte voll. Mit den letzten Sonnenstrahlen legen wir die Klettersteigausrüstung an. Denn ab dem Schlernbödele beginnt der Gamssteig hinauf zum Schlern.

Wanderinfos für den Aufstieg von Seis zum Schlernbödele

5 km / 700 Höhenmeter im Anstieg vom Parkplatz der Umlaufbahn Seis (1.030 m) bis zur Schutzhütte Schlernbödele (1.726 m)

Reale, kindgerechte Wanderzeit mit Burgbesichtigung und Pausen: 3:10 h

Unser neues 2-Kilogramm-3-Personen-Zelt Vaude Invenio SUL 3P: Klick

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