ᐅ Dolomitenbiwak 6: Wanderer über dem Wolkenmeer im Rosengarten

Auch für das Dolomitenbiwak 2010 haben wir (1+3) wieder die beliebte Anreise mit dem Nachtzug gewählt, obwohl wir dafür extra einen Umweg durch halb Deutschland  absolvieren mussten.

Sa., 02.10.2010: Auf zum Bärenloch

Nach einer angenehmen Nacht in unserem eigenen Abteil stiegen wir früh in München in den EuroCity nach Bozen, fuhren noch ein Stück mit dem Bus und konnten dann in St. Zyprian die Wanderung beginnen. Nach 500 Höhenmetern kamen wir noch bei Sonnenschein am Rechten Leger an. Dort badeten wir im Tschaminer Bach und schlugen dann etwas abseits von einer alten Holzhütte das Biwak auf.

101005 Dolomitenurlaub Nr. 6: Im Rosengarten

Am Rechten Leger / Rosengarten

So., 03.10.2010: Im dichten Schnee zur Grasleitenpasshütte

Am nächsten Morgen wanderten wir erst einmal hinauf zum Bärenloch und überschritten dann schnell die Baumgrenze.

Kesselkogel im Nebel

Kesselkogel im Nebel

Wolken ziehen auf

Wolken ziehen auf

Der Weg wurde immer steiler und enger – der Abhang tiefer und bedrohlicher.

Schafe am Bärenloch

Schafe am Bärenloch

Mittag gab es an der leider geschlossenen Grasleitenhütte.

Auch die restlichen 500 Höhenmeter stiegen wir kontinuierlich nach oben, wenn auch immer im dichten Nebel. Kurz vor dem Grasleitenpass riss endlich der Nebel auf und wir genossen die Aussicht, den tiefen Schnee sowie die Sonne.

Kesselkogel

Kesselkogel

Obwohl die Kinder (11, 9, 6) wirklich am Ende ihrer Kräfte waren, setzte jeder Schritt für Schritt und stieg immer weiter hinauf zur Hütte auf dem Grasleitenpass.

Aufstieg zum Grasleitenpass

Aufstieg zum Grasleitenpass

Zum Glück hatte die Grasleitenpasshütte wider Erwarten geöffnet.

Grasleitenpasshütte

Grasleitenpasshütte

Fünf Stunden für 1000 Höhenmeter mit drei Kindern und voller Ausrüstung sind wirklich nicht schlecht – forderten aber ihren Tribut: Nach dem Essen waren die Kinder (und ich) nur noch für das Abendessen aus dem gemütlichen Bettenlager unterm Dach herauszukriegen.

Mo., 04.10.2010: Gewalmarsch über den Rosengarten

Am nächsten Tag liefen wir hinunter zur Preusshütte, um dann recht schnell wieder auf der anderen Talseite an Höhe zu gewinnen.

Abstieg von der Grasleitenpasshütte

Abstieg von der Grasleitenpasshütte

Ohne Pause sind wir 200 Höhenmeter hinaufgestiegen, haben auf einer Graskuppe eine Suppe gekocht und sind dann durch tiefer werdenden Schnee auf den 2630 m hohen Tschagerpass hinaufgeklettert, von wo sich ein schöner Rundblick bot.

Nähe Kölner Hütte

Am Tschagerpass oberhalb der Kölner Hütte

Auf der anderen Seite stiegen wir zur geschlossenen Kölner Hütte hinab und wanderten dann oberhalb der Wolken immer auf einer Höhenlinie unterhalb der Rotwand entlang zur Paolinahütte. Zu unseren Füßen lagen zahlreiche Dörfer, Hütten und Wälder bis hinab nach Bozen, eingerahmt von Latemar und Schlern sowie dem Rosengarten im Rücken.

Wanderer über dem Wolkenmeer an der Kölner Hütte im Rosengarten

Wanderer über dem Wolkenmeer an der Kölner Hütte im Rosengarten

Alles war umspielt von Wolkenfetzen – ein schöner Anblick, aber auch die Verheißung aufziehenden Nieselregens. Erst gegen 19:00 Uhr erreichten wir bei schon stärkerem Regen die Paolinahütte, die aber zu aller Enttäuschung ebenfalls geschlossen war. Da es schon dunkel und der Regen stärker wurde, schlug ich vor, an der Hütte zu biwakieren. Als die Kinder aber unten im Tal die Lichter der Hotels am Karerpass sahen, gab es kein Halten mehr und die Kinder entschieden einstimmig, noch ins Tal hinunter zu laufen. Also rannten wir mehr als wir wanderten über einen kleinen, schlammigen Zick-Zack-Weg am Rand einer Skipiste hinab. Mit Stirnlampen und GPS tappten wir dann im strömenden Regen durch den stockdunklen Wald – entsprechend stark war der Kontrast, als wir dann das erste, hell erleuchtete Hotel Savoy betraten. Dort wurden wir überaus herzlich empfangen, bekamen Abendessen und ein schönes Zimmer.

Di., 05.10.2010: Mit 300 km/h nach Hause

Die Nacht in den weichen Betten war wunderbar, aber noch besser fanden es die Kinder, wieder nach Hause zu fahren. Dies war auch die Motivation, schon 7:31 Uhr in den Bus zu steigen, der direkt vor dem Hotel nach Bozen abfuhr. Nach 3 anstrengenden Wandertagen verlief die Zugfahrt wie erwartet sehr, sehr ruhig. Die beiden großen Jungs waren nicht einmal  zu einem Gang ins Bordbistro zu bewegen. Also saß ich nur mit meiner Tochter an unserem Tisch im Bordrestaurant. Wir aßen gebackene Ofenkartoffeln und schauten bei 300 km/h aus dem Fenster – ein schöner Abschluss einer anstrengenden Tour.

101005 Dolomitenurlaub Nr. 6 Karte

Dolomitenbiwak 06 St. Zyprian – Rosengarten – Karerpass: 25 km, 2.100 m Aufstieg, 1500 m Abstieg (Karte: OpenStreetMap / gpsies.com)

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