ᐅ Hubbett im Kastenwagen selber bauen: Idee und Planung

Ideen und erste Skizzen zum Hubbett im Kastenwagen nachrüsten. Ziel ist, ein Hubbett selbst zu bauen. Diesmal über den Vordersitzen in unserem Fensterbus MB 711 D.

Erfahrungen mit einem Hubbett im Kastenwagen / Wohnmobil

Bisher hatte ich in drei verschiedenen Wohnmobilen ein Hubbett. Das erste wurde eher stationär in einem MB 406 D genutzt und hat mich auf den Geschmack gebracht. In unserem MB 508 D haben wir das erste Mal ein Hubbett im Reisebetrieb für 2 Personen genutzt. Allerdings war das Hubbett viel zu schwer.

Mein zweites Hubbett im Kastenwagen (Mercedes 508 D Düdo)

Mein zweites Hubbett im Kastenwagen (Mercedes 508 D Düdo)

Im MB 1124 AF habe ich  das dritte, elektrische Hubbett für bis zu 4 Personen zwar schon geplant, aber noch bauen lassen. Damals hatten wir das Hubbett in diesem Wohnmobil über der Sitzgruppe als elektrisches Hubfestbett geplant und bauen lassen. Dieses ziemlich große Hubbett (200 x 220 cm) hing mit der kompletten Mechanik an einer zentralen Welle mit 4 Fahrzeuggurten an der Decke. Dabei wurden die Zentralwelle und damit die Mechanik der Gurtaufrollung wiederum über einen Getriebemotor elektrisch angetrieben. Näheres steht im Beitrag zu den technischen Details des elektrischen Hubfestbetts.

Vor dem Hubbett im Kastenwagen hatten wir ein Hubbett im Wohnkoffer des MB 1124

Vor dem Hubbett im Kastenwagen hatten wir ein Hubbett im Wohnkoffer des MB 1124

Gibt allerdings ein paar Besonderheiten für ein Hubbett im Führerhaus eines Kastenwagens mit normalem Dach. Der Getriebemotor nimmt in der Höhe zuviel Platz weg, mal ganz abgesehen von Stromverbrauch und Ausfallsicherheit. Weiterhin war zu beachten, dass das Hubbett im T2 neu (wie der MB 711 D “korrekt” heißt, ein Düdo ist es nicht mehr und ein Elektronik-Vario noch nicht) aufgrund der ausladenden Schiebetürmechanik nur senkrecht hoch und runter gefahren und nicht geschwenkt werden kann.

Hubbett im Kastenwagen-Fahrerhaus nachrüsten

Nun soll das vierte Hubbett in unserem neuen MB 711 D das Beste aller Welten vereinen. Einerseits die platzsparende Aufhängung des Hubbetts im Fahrerhaus des MB 508 D Düdo Kastenwagens. Andererseits die elegante und leichtgängige Konstruktion des Hubfestbetts im MB 1124. Und ich will das Hubbett selbst nachrüsten können. Zudem soll die Hubbett – Mechanik ohne großen Kraftaufwand und mit einstellbarer Vorspannung manuell bewegt werden können. Kein technischer Schnick-Schnack. Reine Funktion. Und stufenlos wie im Koffer über der Sitzgruppe muss die Verstellung auch nicht sein. Schließlich sind untere und obere Lage des Hubbetts im Fahrerhaus des Kastenwagens klar definiert.

Nur wie  gestalte ich den Antrieb des Hubbetts? Mit einer umgebauten Handseilwinde ? Oder mit einer Gurtwinde ? Vielleicht mit einem Handrad ? Linearantrieb? Mit Vierkant und Ratsche? Durch muskelkraftförderndes Heben? Elektrisch ginge ja auch, zum Beispiel mit einem Rolladenmotor 24V. Aber das wollte ich ja eigentlich nicht. Denkbar wäre auch der Einbau von Gasdruckfedern und Schwenkelementen. Oder Drehstäbe?

Viele mögliche Lösungen für den Selbstbau eines angetriebenen Hubbetts wären zwar ziemlich elegant. Hier würde ich aber bei Konstruktion und Einbau ins Hubbett zumindest beim Selbstbau des Wohnmobils schnell an meine Grenzen stoßen. Die Mechanik muss also auch einfach zu bauen sein und zuverlässig funktionieren.

Hubbett im Kastenwagen MB 711

Konstruktion der Mechanik mit einer vorgespannten Zentralwelle

Grundidee bei der Planung des Hubbetts ist ein mechanischer Antrieb der Zentralwelle mittels Zugfedern und eine Aufhängung mit Fahrzeuggurten. Letztlich habe ich mir ausgedacht, dass beim Absenken des Hubbettes eine oder mehrere Zugfedern gespannt werden. Dadurch speichern die Federn einen Großteil der für das Heben des Bettes erforderlichen Kräfte.

Die auf meinem Handy schnell gekritzelte Zeichnung zeigt das Grundprinzip der Hubbett-Mechanik, die auch für das Nachrüsten geeignet ist. Die Feder wird beim Drehen der Zentralwelle in der Mitte unter dem Bett gespannt. Über diese Welle ist das Bett mit Fahrzeuggurten (im Bild rot dargestellt) auch an den Fixpunkten aufgehängt. Die beiden äußeren Führungsschienen könnten Alu-Rechteckrohre werden, die ich im Hubweg wie ein C-Profil aussäge. Beide Führungsschienen könnten an der B-Säule verschraubt werden. Möglicherweise ist auch eine dritte Führung notwendig.

dieHubbett im Kastenwagen selber bauen: Konstruktion von Aufhängung mit Zugfedern über den Vordersitzen

Montage des Hubbetts im Selbstbau

Ich muss erstmal sehen, wie ich diese Mechanik mit meinem einfachen Bordwerkzeug montiert kriege. Auch habe ich noch keine Ahnung, ob und wie meine Idee funktionieren wird. Welche Kräfte werden erforderlich sein? Was für eine Feder brauche ich? Wie sieht der Antrieb aus? Brauche ich Hubbettscharniere für die Mechanik? Viele Fragen ohne Antworten.

Aber eines weiß ich. Die notwendigen Konstruktionsdetails und Berechnungsgrundlagen für das Hubbett im Kastenwagen werde ich schon noch herausfinden. Und zusätzliche Zugfedern kann man ja schnell nachrüsten. Schließlich habe ich genügend Zeit, das Hubbett langsam nachzurüsten.

Erfahrungen mit dem fertigen Hubbett

Das Hubbett war noch vor dem ersten Sommerurlaub in Schottland 2016 voll einsatzbereit. Das Hubbett ist damit mittlerweile 3 Jahre im Einsatz. Und so gibt es einige Erfahrungen mit dem Hubbett:

  • Das Hubbett im Fahrerhaus war leichter zu bauen als gedacht.
  • Die Mechanik mit den Zugfedern ist cool und lässt sich auch nachstellen.
  • Das Hubbett hängt auch bei bis zu 200 kg Gesamtgewicht sicher nur an den Gurten.
  • Ich schlafe mit bis zu 2 Kindern auch quer. Die Kopfkissen füllen dann die Lücke zum Fenster gut aus.
  • Die seitlichen Führungen haben sich als überflüssig herausgestellt. Fixierung durch die Kopfstützen reicht völlig aus.

Mittlerweile gibt es auch schon einige Nachbauten “meines” Hubbetts. Freut mich immer, wenn ich sehe, dass meine Idee funktioniert.

Alternative Antriebe für das Hubbett

Hier sind ein paar alternative Antriebe für das Hubbett im Kastenwagen, über die ich so nachgedacht habe:

  • Ein aufsteckbares Handrad direkt an der Welle wäre zwar kraftmäßig vollkommen ausreichend, aber schwierig zu befestigen: Klick
  • Beste mechanische Lösung wäre eine Gurtwinde mit einem auf die Zentralwelle genieteten Gurt: Klick
  • Am elegantesten würde das Hubbett elektrisch mittels Rolladenmotor 24V direkt in der Welle angetrieben: Klick

Alle Beiträge zum Hubbettbau

Hier sind alle Beiträge zum selbstgebauten Hubbett im Kastenwagen in der richtigen Montagereihenfolge:

  1. Hubbett im Kastenwagen selber bauen: Idee und Planung
  2. Rahmen und Lattenrost bauen
  3. Aufhängung mit vorgespannter Zentralwelle
  4. Alle Details, Erfahrungen und Bauteile zu unserem Hubbett
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5 Antworten

  1. anke sagt:

    Hallo wir haben einen hymer 1991 mit hubbett die sperholzplatte ist leider gebrochen wir haben ein lattenrost eingebaut aber der ist zu schwer und nun geht das bett zu schwer hoch
    Wir brauchen dringend einen tip wie wir einen leichten lattenrost hinkriegen
    Ueber hilfe waeren wir sehr dankbar
    Lg anke

  2. Tom sagt:

    Tja, entweder ihr macht das Hubbett leichter oder unterstützt die Mechanik – zum Beispiel durch 2 Zugfedern. Möglicherweise lassen sich auch Gasfedern nachrüsten bzw. durch stärkere ersetzen. Aber das hängt natürlich von der Konstruktion eures Hubbetts im Hymer ab…

  3. Arndt sagt:

    Danke für die Tipps, Tom.

  4. Gabi sagt:

    Wo hast du die vorherigen einbauen lassen? Wir wollen so ein Hubbett im Kastenhänger. Darunter 2 Motorräder. Da der Hänger nur aus Sandwichplatten besteht, wollten wir uns vom Fachhändler beraten lassen.

    • Tom sagt:

      Ja, früher habe ich sowas auch bauen lassen. Diese Firmen gibt es aber entweder nicht mehr oder die bauen keine Hubbetten mehr ein. Schon gar nicht in bestehende Fahrzeuge. Aber das Hubbett nachrüsten ist eigentlich gar nicht so schwer. Habt ihr mal die elektrische Lösung im Mercedes 1124 angesehen? Unter diesem Hubbett war Platz für drei Motorräder.

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